Die Mutter aller Trainerentlassungen

Bereits am 2. Spieltag hatte mein Kollege hier den Trainer in Frage gestellt und dafür einiges einstecken müssen. Könnt ihr nicht erstmal abwarten und dem immerhin für eine halbe Million Ablöse von Sandhausen geholten Trainer etwas Zeit geben? Nunja, inzwischen ist einiges an Zeit vergangen und mittlerweile reden nicht bloß die Clubfreunde über Alois Schwartz, sondern fast das ganze Fanlager (einzige Ausnahme die im Auftrag der FCN-Presseabteilung twitternden Praktikanten).

Aber nicht, dass er es nicht geschafft hat, der Mannschaft Profil zu geben und ein fussballerisches Konzept zu entwickeln, könnte Schwartz nun den Kopf kosten. Derartiges steckt der Nürnberger offenbar weg. Aber zwei Mal gegen die Nachbarn aus Fürth verlieren, das nimmt er übel. Da kennt er nichts! Bei der Mutter aller Derbys gibt es keine mildernden Umstände.

Wobei wir nach solchen Umständen diesmal vergeblich suchen müssen. Weder dürfen wir die Niederlage auf den Schiedsrichter schieben, noch auf die Platzverhältnisse. Selbst eine angebliche Spuckattacke auf den Clubspieler Bulthuis reicht da wohl nicht. Der konnte schließlich mitwirken und fiel jetzt im Umfeld des limitierten, blutleerebn Club-Gekickes nicht negativ auf.

Womit wir wieder beim Trainer wären. Der hatte die Mannschaft gegenüber der Heimniederlage gegen den VfL Bochum auf fünf Positionen verändert. „Ich möchte wieder Leben auf den Platz kriegen“, hatte Schwartz gesagt. Doch was dort am allermeisten fehlte, war Leben. Ein trostloser Kick konterkarierte im Ronhof den Medienhype, der auch diesmal wider besseren Wissens mit Promitipps, historischen Betrachtungen, Liveticker und Fanstatements gnadenlos durchgezogen wurde. Was die beiden im Zweitligamittelfeld herumdümpelnden Teams da auf den Rasen brachten, war jedoch an Ödheit kaum zu überbieten. In der ersten Hälfte war es eine Ecke, die aus Clubfansicht den Höhepunkt markierte. In der 2. Halbzeit ging es zunächst so weiter. Eine kurzzeitge Rudelbildung sorgte für einen Hauch von Unterhaltung. Danach schien irgendwer bei den Fürthern gerufen zu haben: Da geht noch was! Jedenfalls drängten die plötzlich, ohne dass der Club den Verwaltungsmodus beenden konnte. Und wenn man mehr probiert, dann geht ein Schuss auch mal rein. Wie in der 77. Minute als Margreitter einen Zulj-Schuss unhaltbar für Kirschbaum abfälschte. Bezeichnenderweise dauerte es bis zur 86. Minute ehe Neuzugang Ishak den ersten Ball in Richtung Fürther Tor schoß.

Das war es dann aber auch schon. Eindeutig zu wenig, um in der 2. Liga bestehen zu können. So wird der Club kaum noch etwas reißen. Denn Fürth spielte – genau wie letzte Woche Bochum – ebenfalls eher schwach. Gegen den Club reicht derzeit jedoch schon ein bisschen mehr Wille für einen Dreier.

Füllkrug erlöst Nürnberg

Fuflball 2. Bundesliga 23. Spieltag: 1. FC N¸rnberg - SpVgg Greuther F¸rth am 26.02.2016 im Grundig Stadion in N¸rnberg (Bayern). Der N¸rnberger Niclas F¸llkrug (l) jubelt mit seinem Kollegen Guido Burgstaller ¸ber seinen Treffer zum 2:1. Foto: Daniel Karmann/dpa (Wichtiger Hinweis: Aufgrund der Akkreditierungsbestimmungen der DFL ist die Publikation und Weiterverwertung im Internet und in Online-Medien w‰hrend des Spiels auf insgesamt f¸nfzehn Bilder pro Spiel begrenzt.) +++(c) dpa - Bildfunk+++

Niclas Füllkrug (links) bejubelt mit Guido Burgstaller seinen Siegtreffer. (c) dpa – Bildfunk+++

Fürths Niko Gießelmann hatte also Recht: Der Club hatte die Hosen voll. Anders lässt sich der verhaltene Beginn in diesem 260. Frankenderby am Freitagabend nicht erklären. Denn an der Motivation wird es kaum gelegen haben. Genauso wenig dürfte eine Rolle gespielt haben, dass Schiedsrichter Günter Perl wegen eines allgemeinen Verkehrskollaps rund um das Grundig-Stadion deutlich verspätet anpfiff.

Nein, der Grund war wohl vielmehr der immense Druck von zuletzt sieben sieglosen Aufeinandertreffen mit dem Erzrivalen, der auf den Schultern der Spieler lastete. Acht Jahre lag der letzte Dreier gegen den ungeliebten Nachbarn zurück!

Um 18.45 Uhr also, eine Viertelstunde nach dem geplanten Anstoß-Zeitpunkt, hatte dann offenbar auch die Mehrzahl der staugeplagten Anhänger ihren Platz in der ausverkauften Arena eingenommen. Es konnte endlich losgehen. Aus Club-Sicht allerdings leider nach hinten, die Verunsicherung der Elf von Trainer René Weiler war fast bei jedem Ballkontakt spürbar.

Folgerichtig erhielten die Rot-Schwarzen bereits in der 6. Minute die Quittung für ihre Zögerlichkeit: Robert Zulj erzielte das 1:0 für das Kleeblatt. Sebastian Heidinger hatte sich auf dem rechten Flügel durchgesetzt und flach nach innen gepasst, wo Zulj aus kurzer Distanz nur noch einschieben musste. Clubfans rechneten da schon mit dem Schlimmsten.

Dabei ist der FCN von der Spielanlage und von der Qualität der Einzelspieler her in dieser Saison dem Kleeblatt so überlegen wie schon lange nicht mehr, was nicht nur der Blick auf die Tabelle bestätigt. Trotz der Schwächen, die der Club offenbarte, gelang es den Gästen nicht, die Führung auszubauen. Der Auftritt der Spielvereinigung wirkte, nunja, unkultiviert und mitunter unstrukturiert. Die Truppe von Coach Stefan Ruthenbeck beschränkte sich darauf, die Bemühungen der zunächst zaghaft agierenden Nürnberger möglichst zu unterbinden.

Umso ärgerlicher waren die hypernervösen ersten 30 Minuten, die der FCN darbot. Als Tabellendritter mit Aufstiegsambitionen darf man sich gegen einen derart schwachen Gegner zu Hause so nicht präsentieren – egal ob der nun Fürth oder Vestenbergsgreuth heißt. Das ist die eine Erkenntnis aus diesem Derby. Die andere ist die, dass mit dem Club in dieser Saison immer zu rechnen ist und ein schlechter Start und Rückstand nicht unbedingt eine Niederlage verheißen müssen – genauso wenig wie eine starke Anfangsphase (siehe Düsseldorf) einen guten Ausgang nach sich ziehen muss.

In den Minuten vor der Halbzeitpause kämpften sich Weilers Schützlinge mehr und mehr ins Spiel, schnürten die SpVgg regelrecht hinten ein. Dann fasste sich Sebastian Kerk ein Herz und zog aus gut 20 Metern ab. Der leicht abgefälschte Ball segelte ins linke obere Toreck – 1:1 (40.)! Das Stadion verwandelte sich in einen Hexenkessel. Auf einen Schlag schien der Druck von den Club-Spielern abzufallen, die Ruthenbeck-Elf konnte den Spielstand gerade noch so in die Kabine retten.

Nach dem Seitenwechsel das gleiche Bild: Der 1. FC Nürnberg drückte auf den Siegtreffer, das Kleeblatt beschränkte sich aufs Stören und Kontern. So ging es eine ganze Weile hin und her, Hochspannung war angesagt. Ausgerechnet ein Ex-Fürther sorgte schließlich für die Erlösung. Auf Vorlage von Georg Margreitter legte sich Niclas Füllkrug die Kugel per Kopf selbst vor und köpfte dann wuchtig zum 2:1 in die Maschen. Ganze 84 Minuten waren da schon gespielt, der Jubel war ekstatisch.

Der Rest war Formsache. Club-Keeper Raphael Schäfer und seine Vorderleute hielten den Kasten bis zum Schlusspfiff sauber. Dann gab es kein Halten mehr. Auch wenn die Euphorie über diesen für die Fans, für Nürnberg so wichtigen Derbysieg überwiegt, hinterlässt der erschreckend schwache Beginn doch einen faden Beigeschmack. Die nächsten Spiele werden zeigen, ob es tatsächlich nur am Druck lag. Bis dahin ist erst einmal Genießen angesagt.

Hat der FCN die Stimmung aufgeheizt?

Motiv:   Eröffnung Pizza Pasta Bar " Vapiano " in der Poppenreuther Str. 50 , Fürth Foto: Mark Johnston
Es gibt auch Clubfans, die sind nicht nur friedlich, die wohnen sogar in Fürth. Sebastian N. zum Beispiel. Doch auch solche Fans haben manchmal Hunger. Auf eine Pizza zum Beispiel. Am Tag vor dem Derby wollte N. sich eine in der Nachbarschaft besorgen, doch was musste er lesen? Pizza gibts nicht, es besteht Betretungsverbot für Fans des FCN.

Der Fan ist zunächst sauer auf die Vapiano-Filiale, für die das angebliche „Betretungsverbot für Nürnberg-Anhänger“ ausgesprochen wurde und beschwert sich bei dieser via Facebook. Das grenze an Gesinnungsterror, meint er. Doch dann stellte sich heraus, die Vapiano-Filiale (Bild: Mark Johnston) wusste gar nicht, dass sie mit einem Bann belegt worden war:

Auf die Frage warum Clubfans bei uns nicht rein dürfen können wir leider nur antworten, dass wir es nicht wissen. Wir als Vapiano haben uns im Gegenteil extra vorbereitet auf einen Ansturm des Hungers vor oder nach dem Spiel. Wir haben uns auch gewundert warum denn niemand kommt.

Wir haben lediglich der Polizei gestattet auf unserem Parkplatz Station zu beziehen jedoch nicht, niemanden rein bzw. raus zu lassen. Davon hören selbst wir zum Ersten Mal. Wir möchten uns auf jeden Fall für diesen unschönen Vorfall entschuldigen. Ihr alle könnt sogar sicher sein, dass bei Vapiano jeder Fan zu jeder Zeit willkommen ist egal von welchem Verein.

Haben also Polizei oder Stadt Fürth dem Vapiano das Geschäft vermiest?

Polizeisprecherin Elke Schönwald weist das energisch zurück. Selbstverständlich habe jeder Fan, ganz gleich von welchem Verein, die Möglichkeit gehabt, das Vapiano (sowie das ebenfalls in der „Faninfo“ genannte Hotel Mercure) zu betreten. Verbote gab es nur für jene 33 Clubfans, die aufgrund früherer Vorkommnisse mit einem Bereichsbetretungsverbot belegt worden waren.

Ging also der „Gesinnungsterror“ von der Stadt Fürth aus? Offenbar ebenfalls nicht! Der dortige Ordnungsamtsleiter Hans Peter Kürzdörfer beteuerte, derartiges habe nicht in den Auflagen gestanden, die an die Vereine und Fanorganisationen herausgingen. „So etwas steht uns gar nicht zu“, sagte Kürzdörfer.

Es scheint also so zu sein, dass da jemand beim 1.FC Nürnberg von sich aus ein bisschen gezündelt hat.

Die sollten lieber auf dem Platz ein Feuerwerk abbrennen, möchte man als frustrierter FCN-Anhänger dem hinzufügen.

Nachtrag 16. September 2015: Inzwischen hat sich auch der Club zu dem Vorgang geäußert. Laut FCN-Sprecherin Katharina Wildermuth ist die Fan-Info auf Bitten der Polizei Fürth so formuliert worden. Dabei habe auch der Wunsch der Betreiber (also Mercure-Hotel und Vapiano) eine wichtige Rolle gespielt. Dies, so Wildermuth, sei auch im Protokoll der Sicherheitsbesprechung vermerkt. „Wir können uns nicht erklären, wie die Polizei Nürnberg jetzt zu einer anderen Aussage kommt“, sagt Wildermuth. Auch die Äußerung von Vapiano, davon nichts gewusst zu haben, kann sie nicht nachvollziehen. Im übrigen stelle sich die Frage, welches Interesse der FCN haben soll, so etwas von sich aus in die Fan-Info zu schreiben.

Der Derbydepp verliert zway zu dray

COyLA73WgAEKBWM.jpg_largeSeien wir ehrlich, einen Sieg hätte diese Clubmannschaft nicht verdient. Aber so, wie das Spiel gelaufen ist, kann man die Schuld, dass es auch diesmal nicht zu einem Derbyerfolg für den FCN gereicht hat, auch bei Schiedsrichter Felix Zwayer suchen. Der Ausgleichstreffer zum 1:1 fiel nach einem Freistoß, der keiner war. Der 2:1-Führung der Fürther ging eine klare Abseitsstellung voraus. Insofern könnte man an der Schiedsrichtergilde und am DFB verzweifeln. Vor allem vor dem Hintergrund des abstrusen Elfmeters, den die Bayern gestern geschenkt bekommen haben. Andererseits, die Bayern haben Knete um Schiedsrichter überzeugen zu können. Was aber hat Fürth? Das dürfte selbst für Zwayer nicht reichen.

Die Fürther hatten noch nicht einmal torgefährliche Stürmer. Sonst hätten sie nämlich bereits zur Halbzeit klar führen müssen. Aber entweder verzogen sie oder sie trafen das Außennetz. Auch Thorsten Kirschbaumn war einige Male auf dem Posten bzw. kooperierte mit dem Pfosten.

Und ja, auch der Führungstreffer für den Club kam durchaus glücklich zustande. Der Schuß von Guido Burgstaller wurde unhaltbar von einem Grünen abgefälscht. Danach verließ man sich beim Club leider allzusehr auf das Glück und die Fürther Abschlussschwäche. In der 39. Minute konnte dann Berisha nach besagtem Freistoß doch den Ausgleich erzielen.

In der zweiten Hälfte gelang den Fürthern mit Schirihilfe sogar die Führung. Erst fünf Minuten vor Schluss markierte Schöpf ohne diese Hilfe den Ausgleich. Erst in der Nachspielzeit gab dann der Deppenfaktor den Ausschlag und Freis machte das Siegtor für die anderen, die – und das muss man leider konstatieren – wieder einmal mehr Siegeswillen ausstrahlten.

Für Nichtparteiische war das sicher ein ganz nettes und unterhaltsames Fußballspiel. Für Clubfans war es hingegen ein Schlag in die Magengrube. Umso mehr als das Derby mittlerweile in einer Weise gehypt wird, die solche Niederlagen noch viel peinlicher macht. Wenn man bedenkt, dass da extra Kleiderordnungen erlassen, Autobahnen gesperrt und Zeitungen mit Playstationspielen gefüllt werden, dann tun die null Punkte gleich doppelt weh. Und noch was, eure Ruckreden (Grethlein) oder eure Beförderungen (Sportdirektor Wolf) könnt ihr euch sparen. So kann man nicht in ein Derby gehen. Zwayer hin oder her.

Doch noch in die Deppenfalle getappt

Eigentlich sollte man gar nichts schreiben. Was auf den Monitor schreiben hat ja irgendwie mit Effektivität zu tun. Da kommt was raus dabei. Da sieht man am Ende was.

Eigentlich sollte man sich damit trösten, dass man gute Gedanken im Mittelfeld hatte. Dass man geistig überlegen war, aber halt nichts sagen könne. Man habe auch erfolgreich die Zeilenschaltung betätigt, sich verschiedene Schrifttypen ausgesucht. Aber zu einem Satz auf die Platte hat es halt nicht gereicht…

Genauso ein Depp ist der Club. Mal wieder. Wir dachten schon, die Zeiten sind vorbei. Aber nee: Er ist noch der Alte. Wenn du denkst, es ist schon alles gelaufen, es ist alles gut, es reicht nicht mehr zum Abstieg, dann kommt so ein blödes Derby daher und unser Club tappt in die letzte noch irgendwo greifbare Deppenfalle.

Die Fürther sind praktisch schon abgestiegen, bekamen praktisch seit Wochen kaum noch was gebacken auf dem Rasen und dann bescheren ausgerechnet die dem Club die erste Heimniederlage seit Monaten. Im Frankenderby. Wo doch jeder weiß, da geht es um mehr als nur um die Punkte.

Noch dazu, wo es, wie es aussieht, erst einmal für lange Zeit das letzte Frankenderby sein wird.

Obwohl…

Das was der FCN heute ablieferte, war leider auch nicht dazu angetan, allzugroße Hoffnungen für die Zukunft zu hegen. Fangen wir vorne an, da stand mit Pekhart diesmal wieder ein Stürmer in der Mannschaft. Aber halt nur nominell. Die Außen waren diesmal mit Esswein, zunächst Chandler und dann mit dem geistig schon abgewanderten Robert Mak besetzt. Und wieder einmal lieferten sie bestenfalls einmal ein paar Kleinigkeiten für die Galerie. Das zentrale Mittelfeld blieb seltsam blass und unentschlossen. In der Abwehr hatten sie wohl Mühe die Konzentration hochzuhalten. Wobei das Tor halt ein Sonntagsschuss war, der halt vorkommen kann – besonders bei einem Sonntagsspiel.

Beim Club hatten die Zuschauer das Gefühl, dass an diesem Tag wohl nie mehr ein Ball den Weg ins Netz finden wird. Selbst die sonst so gelobten Standards stachen nicht. Selbst 14 Ecken brachten das Fürther Tor nicht ernsthaft in Gefahr…

Das einzig Positive, was ich diesem Spiel abgewinnen kann ist: Bei einem Heimsieg hätte ich vielleicht Mitleid mit den Fürthern gehabt. Jetzt nicht.

Viel Aufregung, wenig Fußball

Das war sie also, die Mutter aller Derbys. Wer die Vorgeschichte nicht kennt, wer die Emotionen, die mediale Aufregung im Vorfeld und das peinliche Sicherheitstheater der Stadt Fürth nicht mitbekommen hat, der dürfte ziemlich enttäuscht gewesen sein, was sich da knapp 90 Minuten im Ronhof auf dem Platz abspielte. Torszenen gab es praktisch keine. Spielerisch war ebenfalls wenig geboten. Ein 0:0 der eher schlechteren Sorte.

Am Club lag das nur bedingt. Die Mannschaft spielte souveräner und abgeklärter als die Fürther. Die wiederum versuchten ihre spielerische Unterlegenheit anderweitig wett zu machen. Nehmen wir nur Gerald Asamoah. Bezeichnend, dass er bei der einzig nennenswerten Torchance nicht den Abschluss suchte, sondern auf Elfer spielte. Er und Sararer (wenn Schäfer der Schweini wäre würde er wegen dessen Spuckattacke das Sportgericht anrufen) legten es auch gar nicht auf Fußballspielen an, sondern aufs Vergiften der Atmosphäre. Schiedsrichter Brych, den die Fürther permanent zulaberten, stellte dann auch prompt nach 36 Minuten Markus Feulner vom Platz. Für ein Foul, das ungeschickt, aber vielleicht auch mit Gelb hätte geahndet werden können.

In der zweiten Halbzeit dämmerte es aber auch Brych, worauf die Fürther abzielten und schickte schließlich Sercan Sararer runter. Asamoah wurde hingegen nicht von Brych, sondern von Mike Büskens rausgenommen. Vielleicht reichen seine Verbalfähigkeiten nicht für 90 Minuten.

Blöderweise hatte der Club bei der Gelb-Roten der Fürther schon Esswein und Kiyotake ausgewechselt. Aus dem Mittelfeld kam dann leider nicht mehr allzuviel.

Mag sein, dass die Fürther einen Punkt gewonnen haben. Die Chance, sich bei halbwegs neutralen fränkischen Fans ein paar Sympathien zu erarbeiten, haben sie vergeigt. Westentaschen-Materazzis, die in der ersten Liga nichts verloren haben! Umso ärgerlicher, dass gegen die nicht mehr als ein 0:0 rausgesprungen ist.

Den FCN zum Sieg schreien!

Medial ist das Frankenderby inzwischen genügend aufgeheizt (bzw. auch wieder nicht: Das Foto oben wurde für die Zeitung friedensfördernd mit Photoshop bearbeitet). Da brauchen wir nicht auch noch Senf dazu geben. Ein Aspekt nur: Mittlerweile bekommt man den Eindruck, dass gar nicht einmal Fans, sondern ganz andere an Gewalt im Fußball interessiert sind. Deren billige Rechnung darf nicht aufgehen. Den Kolleginnen von den Greutherweibern wollen wir uns da gerne anschließen.

Schön, dass das andere, wenn auch etwas weniger feminin, genauso sehen. weiter lesen

Als Club-Fan unter Greuthern

In letzter Zeit hat unserem Club häufig ein anderer Verein die Schlagzeilen gestohlen. Statt Rot und Schwarz waren die Bilder vorwiegend Grün und Weiß. An sich könnte uns der Dauerjubel (jetzt auch noch das) kalt lassen. Trotzdem wollen wir unserer Gastautorin Isabel Strohschein hier mal ein Forum geben. Schließlich gibt es in diesem grünweißen Gekasper auch noch andere Facetten.

Neulich gab es ja ein Großereignis in der Westvorstadt: Der Aufstieg. Ich war zwei Tage vorher nach Fürth gezogen (jaaaaa, ich weiß, aber suchen Sie mal derzeit eine schöne, große UND bezahlbare Wohnung in Nürnberg). Dachte mir also: gehste da mal hin, die neuen Nachbarn waren auch dabei. Was soll ich sagen? Ich weiß jetzt, wie sich Spione fühlen. Als Club-Fan unter Greuthern – kein Spaß.

Aber es war Sonntag, ich froh, dass der Umzug rum war: Ich hatte meinen Tag des Friedens. dachte ich. Ich nahm die ersten Zehntausend hin, die in Weiß-Grün auf dem Rathausplatz warteten. Ich trank Grüner-Bier. Ich hab nix gesagt…bis, ja, bis sie anfingen, zu singen. Diese unsägliche „Hymne“ mit dem Täterätätä und der Fürther Straße – und das Derby-Lied. Da platzte die Wunde auf: DAS muss ich mir nicht anhören, auch nicht, dass Club-Fans stinken!!!! Das geht zu weit! Ein heiliger Furor erfasste mich – ich hatte die Wahl, zu gehen, oder zu bleiben, um dann garantiert mit ganz anderen grünen Leuten zu tun zu haben.

Also wirklich: Der Trainer sagt nicht, ob er bleibt (im größten Freudentaumel), dafür fragt er die Anwesenden, wo sie denn alle gewesen seien „als wir gespielt haben“. Was sind denn das für Fans, die nur zum Feiern kommen? Eine kleine Fangruppe musste dann natürlich mitten in der Menge ein grünes bengalisches Feuer zünden – hat ein bisschen gedauert, bis sie es an hatten. Videos können sie auch nicht drehen. Ein Beispiel ist hier zu finden:

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Was soll man dazu sagen? Fädd halt!

Und hier für alle, denen es langsam zu viel wird mit FÜ (Aufstieg, Fliegerbomben-Fund usw usf): Das Lied, das wahre Fans hören:

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Wir wissen, wie man mit einem Club leiden kann (und muss). Aber es ist halt unser Glubb.  Das werden die nie verstehen! In der neuen Saison häng ich ne Clubfahne zum Fenster raus. In Fürth.

Der BR geht lieber nach Fürth

Der Club boykottiert den Bayerischen Rundfunk bzw. dessen Sendung „Blickpunkt Sport“). Na sowas! War es bisher nicht eher umgekehrt? Hat nicht der Bayerische Rundfunk den Club boykottiert? Oder sagen wir genauer: ihn als Randfigur behandelt, die höchstens mal zu fränkischer Folklore für Zwischendurch taugte. Zum Beispiel um einen Christian Eigler vorzuführen, wie er im Schwabacher Slang Daggdigg erklärte. Da lacht der Weltstädter: „Was haben wir doch für lustige Hinterwäldler in unserem Sendegebiet! Rührend!“ Der karrierebewusste Hinterwäldler tut wiederum alles, um sich an die Weltstädtler anzuwanzen (Waldi-Syndrom).

Und da meint Club-Aufsichtsrat und Ex-BR-Mitarbeiter Günther Koch, er könne das reparieren, wenn die Waldis nach Franken kämen und sähen, wie cool wir eigentlich sind. Dass das nicht klappen kann, das hätte man sich denken können. Der BR sagt dann zwar gnädig zu,. schließlich werden auch in Franken Rundfunkgebühren bezahlt, geht aber dahin, wo es noch mehr Folklore gibt und noch mehr Slang gesprochen wird: nach Fürth.

Der Bayerische Rundfunk wird nicht fränkisch (noch nicht mal schwäbisch). Der wird selbst die Boykottmeldungen aus Nürnberg nicht lesen. Der hat seine Nase oben. Zur Zeit in Madrid. Vergesst den, hakt die Rundfunkgebühren als Entwicklungshilfe für menschlich abgedriftete Sendermitarbeiter ab, schaut am Montag halt was anderes und gut isses!

Möglicherweise holt der Club nächstes Jahr einen Titel, dann kann der BR wieder mal spontan eine Luchs-Sendung ins Programm nehmen. Das wäre doch schön!

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Leute, das nehmen wir euch übel!

Eigentlich sollte man nichts schreiben, wenn man gerade emotional aufgewühlt ist. Aber, das ist ein Blog, das ist das Internet! Da kann man sich nicht erst mal sammeln und dann wohlformuliert Bilanz ziehen. Der Club ist ein Peinsack, einer für den man sich fremdschämen muss. Das einzig Gute: Jetzt ist erstmal Weihnachtspause und wir müssen Stümper wie Pekhart oder Cohen (langsam ist es vorbei mit der Sympathie), Lethargiker wie Hegeler oder Blindgänger wie Eigler ein paar Tage nicht mehr sehen. Auch Dieter Hecking nicht, der wohl mit seinem Experiment, Timothy Chandler auf Links spielen zu lassen, grandios daneben lag. Wahrscheinlich hat er im Guardian gelesen, dass Lionel Messi auch auf der „falschen“ Seite seine größten Erfolge feierte. Aber Dieter: das ist der Club, das ist Chandler!

Und, was am allerschlimmsten ist: Der Gegner hieß Fürth. Noch dazu waren diese Fürther etwa eine halbe Stunde lang in Unterzahl. Doch was passiert? Nichts! Der Club kann, wir kennen das schon, das Spiel nicht machen. Nicht einmal gegen Fürther in Unterzahl. Deswegen kann man diesem Tweet nur zustimmen: „Die Fürther haben nicht gut gespielt, der Club war einfach nur schlecht.“

In der ersten Halbzeit war es ein unansehnliches Gestopsel. Die Spielvereinigung wurde geradezu eingeladen, weiter lesen