Dürre und Gelassenheit

1. Im Profifußball rollt der Ball wieder. Unsereins kann sich allerdings noch zwei Wochen lang (für den FCN wird es bekanntlich erst am 18.8. gegen den SV Linx im Pokal ernst) relaxt in den Schatten zurückziehen. Ist ja nur die zweite und die dritte Liga, die da bereits spielt. Auch nachrichtlich herrscht hier noch Dürre. Dazu trägt sicher auch die, für manchen ziemlich aufreizende, Entspanntheit von Sportvorstand Andreas Bornemann bei. Der wartet weiterhin ab, was sich am Markt tut. Gleichzeitig dämpft er die Erwartungen. Wobei sich da die Frage stellt: Welche Erwartungen? Bei den Buchmachern werden wir und Mitaufsteiger Fortuna Düsseldorf als Top-Abstiegskandidaten gehandelt.

2. Vor einigen Tagen kursierte immerhin mal das Gerücht, der FCN sei an Jae-Sung Lee dran. Beim Club wurde aber schnell dementiert. Für den Club war der südkoreanische Nationalspieler offenbar eine Nummer zu groß. Dass der dann beim Zweitligisten Holstein Kiel einen Vertrag ubnterschrieb und dort inzwischen mit zum Sieg gegen den HSV beitrug, beweist: auch in der zweiten Liga hätte der Club nicht zu den großen Playern gehört. Insofern ist – egal wie es im Oberhaus ausgeht – ganz gut, dass wir in der Saison da nicht dabei sind.

3. Dem Club wurde auch Interesse am Frankfurter Bankdrücker Branimir Hrgota nachgesagt. Angeblich soll es im südtiroler Trainingslager Gespräche mit Vertretern der ganz in der Nähe trainierenden Eintracht gegeben haben.

4. Eine Verpflichtung gibt es immerhin zu vermelden. Der Club holte sich einen neuen dritten Torhüter. Patric Klandt heißt er, kommt vom SC Freiburg und ist 34 Jahre alt. Beim Club sieht man das positiv. Damit bringe er Erfahrung mit und da gibt es wohl ein Manko im derzeitigen Clubkader.

5. Die Ruhe und Gelassenheit, die der Bundesligaaufsteiger ausstrahlt, ist für manchen wohl Anlass, eine Zeitenwende herbeizuschreiben. Die Deppen-Ära sei nun wohl endgültig beendet, erfahren wir da. Sowas lesen wir selbstverständlich gern. Allerdings ist da immer noch eine gute Portion Hoffnung mit dabei.

6. Zum Abschluss des Trainingslagers stieg in Brixen noch einen Test gegen den FC Bologna. Die 0:1-Niederlage sollte man nicht allzu tragisch nehmen. Zum einen ging es um Erkenntnisse und da gab es beim Club durchaus Lichtblicke, nur wollte halt gegen das typisch italienische Abwehrbollwerk kein Treffer gelingen. Zum anderen scheute der Club wohl auch das letzte Risiko angesichts eher unschöner Begleitumstände: schlechter Rasen, Unfairness bei den gegnerischen Spielern und deren Fans (Affenlaute gegen Salli)…

Ein Letztes:

Bei allem Mitgefühl: Der Redakteur hat immerhin überhaupt einen Dienstwagen:

Die erste Woche des Bundesligisten

1. Es gibt weitere Neuzugänge zu vermelden. Der Wechsel von Timothy Tillman hat sich bereits angedeutet und wurde hier schon mal erwähnt. Eher überraschend war die Verpflichtung von Außenverteidiger Robert Bauer, der von Werder Bremen zum Valznerweiher wechselte. Er kommt auf Leibasis mit Kaufoption. Dass ihn Werdertrainer Kohfeldt wieder haben möchte, erscheint nach den öffentlichen Äußerungen Bauers eher unwahrscheinlich.

2. Nachdem der Club eher auf eigenen Nachwuchs setzt (setzen muss) als auf teure Transfers, lohnt ein Blick auf die U21, die mit fast völlig neuem Personal in die neue Saison geht und das obwohl es in der alten mit Tabellenplatz 5 nicht schlecht lief. Dass es diesmal keiner in die erste Mannschaft schaffte, ist wohl eine der Schattenseiten des Aufstiegs, der die Kluft zwischen Nachwuchs und Bundesligamannschaft dann eben doch vergrößert.

3. Bereits fünf Tage nach dem Trainingsauftakt absolvierte der Club sein erstes Testspiel gegen den FSV Erlangen-Bruck. Am Ende gab´s einen 5:2-Sieg und die Erkenntnis, dass die Mannschaft erst noch zusammenfinden muss. Immerhin gelang ausgerechnet dem in der vergangenen Saison abschlussgehemmten Edgar Salli der erste Treffer. Auch die Neuzugänge machten keinen schlechten Eindruck.

4. Weite Reisen soll es in der Saisanvorbereitung nicht geben. Die Testspiele werden nur in die nähere Umgebung führen. „Die regionalen Wurzeln stärken“ heißt das. Dagegen dürfte niemand etwas haben.

5. Eine Woche vor dem Bundesligaauftakt am 25. August geht es für den 1. FCN bereits um den DFB-Pokal. Das Spiel gegen den SV Linx wird in Kehl ausgetragen, der Heimat von Clublegende Dieter Eckstein. Der drückt dabei aber lieber dem Sechstligisten die Daumen. Auf den Club ist er sauer. Irgendwas mit Autogrammkarten, also: verletzte Eitelkeiten.

Ein Letztes:

Bei allem Bemühen um Integration: Mancher Spagat wirkt einfach unglaubwürdig:

Zurück aus der Zwangspause

1. In unserem letzten Beitrag vor der, durch die DSGVO bedingten Zwangspause haben wir die Frage gestellt, ob der Club mit Schwung oder mit Erfahrung in die Erstligasaison gehen soll. Was das (jetzt verstärkte) Trainerteam angeht, wurde die jetzt beantwortet. Wäre schön, wenn der Dacia-Verkäufer da zurückrudern müsste.

2. Im Clubtor setzen besagte Trainer weiter auf Konkurrenz. Zwar hat Fabian Bredlow das Duell gegen Thorsten Kirschbaum – dessen Vertrag nicht verlängert wurde (danke und alles Gute!) – für sich entschieden. Jetzt bekommt er aber mit Christian Mathenia vom HSV einen neuen Mitbewerber um den Platz im Kasten an die Seite gestellt.

3. Oft sind es Kleinigkeiten. Da wird der Übeltäter zur Sturmhoffnung der Nation, während der Leidtragende jetzt vor einem Scherbenhaufen steht. Immerhin hofft man dort noch auf dringend benötigte Transfereinnahmen und die sollen unter anderem auch von Club kommen.

4. Bundestorwarttrainer Andreas Köpke hat seine Verdienste um den Club. Trotzdem scheint es ganz gut zu sein, dass sich eine von manchem Fan gewünschte Geschäftspartnerschaft zerschlagen hat. Für den FCN hat die plötzliche Kehrtwende von Vater und Sohn allerdings auch eine Schattenseite: Hannover 96 wird nun mit aller Macht versuchen, seinen Stürmer Niklas Füllkrug zu halten. Das heißt: Andreas Bornemann muss auf die erhofften Einnahmen aus dem Transfer des früheren Clubspielers wohl verzichten.

5. Wer hätte das gedacht? Bei der Wahl des Cluberers/Clubspielers der Saison holte sich Kapitän Hanno Behrens den Titel. Er wird Nachfolger von Raphael Schäfer. Was treibt der eigentlich?

6.Beim Club dürfte es nächste Saison andere Prioritäten als den Pokalsieg geben. Trotzdem hätten die Optimisten unter uns natürlich nichts dagegen, wenn sich das mit dem Nichtabstieg verquicken ließe. In der ersten Pokalrunde muss der Club übrigens gegen den SV Linx ran. Der erhoffte sich einen „leichten Gegner“. Mal sehen!

Ein Letztes:

Hier erst einmal eine Mahnung an alle, die meinen, sie seien zu gut für den Club. Nachgereicht wurde dann auch eine
an jene, die meinen, so jemanden „beraten“ zu wollen.

Zu den, manchen als publizistisch verzichtbar erscheinenden, Vorgängen versetzt das exklusiv berichtende Medium der Konkurrenz (die Clubfreunde sind allerdings entschuldigt) auch noch einen Seitenhieb:

Dank Hanno auf Aufstiegskurs

Die Woche:

1. Keine Bedingungen, nur Auflagen: Auch im Club-Finanzwesen kehrt allmählich Entspannung ein. Planen kann der FCN nach der Lizenzerteilung jetzt sowohl für die erste wie für die zweite Liga. Wobei er in der ersten, was die Finanzseite angeht, erst einmal eine kleine Nummer sein dürfte.

2. Wie hier mehrfach erwähnt, wollten wir vor Jahren mal den sicher geglaubten Nichtabstieg feiern und sind dann jäh ins finstere Tal gestoßen worden. Seitdem sind wir da etwas traumatisiert. Deshalb hier – aller Siegeseuphorie zum Trotz – die Termine für die Relegationsspiele. Nur zur Sicherheit.

3. Für den wohl nach Bremen abwandernden Mittelfeldstrategen Möhwald hat der Club offenbar einen Ersatz im Auge. Und der heißt wieder Kevin.


Das Spiel:

Nun, eine B-Elf war es zwar nicht, die Trainer Michael Köllner da in Kiel aufs Feld schickte. Aber neben dem gelbgesperrten Tim Leibold musste er auch auf die verletzten Ewerton und Bredlow verzichten. Marvin Stefaniak war – wohl aufgrund wenig überzeugender Leistungen in den letzetn Spielen – ebenfalls nicht dabei. So gab es dann ein Wiedersehen mit Thorsten Kirschbaum und Laszlo Sepsi. Doch Zeit, lange darpüber zu sinnieren, blieb nicht. Der Club legte gleich mächtig los. Bereits in der 9.Minute klapperte es im Kasten der Störche. Georg Margreitter hatte eine Freistoß von Enrico Valentini per Kopf versenkt. Doch wieder gabs nichts zu sinnieren. Im Gegenzug fiel Kiels Drexler über das Bein des Nürnberger Torschützen: Elfmeter! Den verwandelte Schindler. Gleich danach gab es schon die nächste Chance für den Club. Allerdings auch eine Schrecksekunde. Plötzlich lag der eh schon lange verletzte Patrick Erras im Strafraum und musste von Betreuern vom Platz gebracht werden. Das sah gar nciht gut aus. Angeblich ist es aber „nur“ eine Innenbandverletzung im rechten Knie.

Wieder keine Verschnaufpause. Erneut bedient Valentini einen Kollegen. Diesmal ist es Hanno Behrens der den Club in Führung bringt. Danach drängten die Kieler zwar weiter. Oft auch mit unfairen Mitteln, die Schiedsrichter Osmers allerdings ungeahndet ließ.

Nach der Pause war es erneut Club-Kapitän Behrens der die Führung sogar noch ausbaute. Eine Verwirrung in der nicht immer gut sortierten Kieler Abwehr nutzte er, um das 3:1 zu erzielen. Danach versuchten dier Tabellendritte zwar alles, um nochmal ranzukommen, aber die nominell eigentlich nicht optimal besetzte FCN-Abwehr hatte die Sache weitgehend im Griff. Sogar Sepsi fügte sich mehr als gut ein.

Alles in allem: Verdienter Sieg für einen zum richtigen Zeitpunkt voll fokussierten Club.

Ein Letztes:

Nicht jeder Nürnberger ist Clubfan. Manch einer sucht halt den garantierten Erfolg. Eine fremd gehende Nürnbergerin hat in der vergangenen Woche beim FC Bayern München für die zweite Schlagzeile nach der Verpflichtung von Niko Kovac gesorgt. Auf ihre Initiative wird in der Münchner Allianz-Arena künftig Aperol Spritz serviert. Wahrscheinlich sogar mit Schirmchen und Cocktailkirsche.

Wichtige Signale

Die Woche:

1. Wichtigste Meldung der Woche: Tim Leibold verlängerte beim Club. Das ist weniger deshalb bedeutend, weil der Club so weithin auf der Linksverteidigerposition gut besetzt ist, sondern als Signal dafür, dass er nicht bloß Durchlauferhitzer für Talente, sondern auch eine Option für die Zukunft sein kann.

2. Ebenfalls für den Ruhmreichen ausgesprochen hat sich Finanzvorstand Michael Meeske. Nach dem HSV sagte er jetzt auch dem VfL Wolfsburg ab. Trotzdem seltsam diese Avancen-Häufung. Nicht ganz klar, aber beim Club eh kein Thema, ist übrigens Meeskes Einstellung zur 50+1-Regelung.

3. In der Länderspielpause hat man mal Muße, sich die Tabelle genauer anzuschauen. Da fällt auf, dass der Club zu jenen vier Mannschaften gehört, die sich keine Abstiegssorgen mehr machen müssen. Das Glas ist also auch halbvoll.

Das Spiel:

Nachdem einige Spieler geschont oder anderweitig gebraucht wurden, konnten sich im Testspiel gegen den österreichischen Zweitligisten SV Ried zwei nicht so im Rampenlicht stehende Kadermitglieder als Torschützen auszeichnen: Laszlo Sepsi und Marvin Stefaniak. Der Club gewann 2:1. Aber bei solchen Pausenevents geht es weniger ums Ergebnis als um die Erkenntnisse und das Im-Rhythmus-Bleiben.


Ein Letztes:

Nur weil die Presse teilweise etwas anderes meldete: hier nochmal eine Richtigstellung zum Darmstadtspiel. Das ging 1:1, also unentschieden, aus.

Die Null-Lektion

Die Woche:

1. Der FC Schalke kauft bekanntlich gerne beim Club ein. Und weil sich Schalke-Coach Domenico Tedesco mit Tim Leibold getroffen hat, greift wieder die Furcht vor dieser doch reichlich auf uns fixierten Kundschaft um sich. Das Treffen war allerdings schon im Dezember, weshalb die jetzige Aufregung eher etwas mit TKP als mit S04 zu tun zu haben scheint. Ohnehin sind die Schalker auf der linken Defensivposition eigentlich gut besetzt, so dass die Verpflichtung von Leibold wenig sinnvoll erscheint. Inziwschen hat Clubverteidiger Georg Margreitter sowohl Leibold als auch Kevin Möhwald (die Verträge der beiden laufen zu Saisonende aus) zugeredet, doch beim Club zu bleiben. Der Schorsch ist halt ein Guter.

2. Ein bisschen verwirrend war die Meldung, der Club würde freiwillig auf den Aufstieg verzichten. Häh? Was soll denn das? Die Meldung ist zwar richtig. Aber sie betrifft die U21 des FCN. Die hat am Samstag vor rund 18.000 Zuschauern im Max-Morlock-Stadion gegen den Tabellenführer der Regionalliga Bayern ein 2:2 erreicht.

3. Wenn man sieht, was da bei anderen Vereinen in der 2.Liga abgeht, versteht man, warum manche in der Regionalliga zufrieden sind. Unser Gegner beim möglicherweise auf längere Sicht letzten Frankenderby hat nämlich Schwierigkeiten, sein Kartenkontingent von knapp 4000 Tickets an den Mann zu bringen und bettelt jetzt sogar auf Twitter um etwas mehr Unterstützung.

Das Spiel:

Die Nullnummer beim „Angstgegner“ Bochum erinnerte ein bisschen an das Pauli-Spiel. Eine neuerliche Übungseinheit in der Null-Disziplin. Sicherheit zuerst. Nach vorne lief nicht viel zusammen. Leider ließ sich das auch diesmal nicht ohne Verletzte bewerkstelligen. In Bochum traf es Eduard Löwen. Ansonsten verschaffte uns das Spiel, an das sich schon jetzt kaum einer mehr erinnern will, einen weiteren Punkt Vorsprung auf den Relegationsplatz. Wenn die anderen Aufstiegskandidaten verlieren und wir holen jedesmal ein 0:0, reicht das schließlich auch.

Ein Letztes:

Unglückliche Verletzung, glückliches 0:0

Die Woche:

1. Nur selten erfährt die Öffentlichkeit davon, dass der Club auch einen Aufsichtsratsvorsitzenden hat. Das ist durchaus nicht negativ zu verstehen. Bedeutet es doch meistens: Der Laden läuft. Jetzt hat der Nürnberger Presseclub den FCN-Aufsichtsratschef trotzdem und eigentlich ohne Not ins Rampenlicht gerückt. Und Thomas Grethlein hat auch pflichtschuldig das eine oder andere von sich gegeben, damit die Pressekollegen was zu schreiben haben. Am griffigsten war wohl seine Prognose, der Club werde weiterhin Pendler zwischen erster und zweiter Liga bleiben. Einerseits eine realistische Einschätzung, die belegt, dass man beim FCN nicht abhebt. Andererseits vielleicht das falsche Signal an etwaige Sponsoren heranzuführen und junge Talente zum Bleiben zu ermuntern.

2. Fast drei Jahre ist es her, da wurde ein polnischer Fußballfan durch ein Gummigeschoß der Polizei tödlich verletzt. Fans in ganz Europa erinnerten an den Vorfall. Ein Nürnberger Fan wurde deshalb zunächst zu einer Haftstrafe verurteilt. In der 2. Instanz wurde das Verfahren gegen ihn jetzt eingestellt. Das Gericht konstatierte einen Übersetzungsfehler (demnach entspricht die Abkürzung CHWDT dem englischen ACAB) . Für das Verfahren muss jetzt der Steuerzahler aufkommen.


Das Spiel:

Am Millerntor ließ Trainer Michael Köllner die gleiche Elf auflaufen, die schon gegen Aue Wiedergutmachung betrieb. Wiedergutmachung war nach der unglücklichen Niederlage im Hinspiel auch gegen St.Pauli angesagt. Da hatte der Club zwar Chancen im Überfluß und dominierte das Spiel, kassierte aber ein blödes Gegentor. Diesmal besaß freilich der FC St.Pauli ein deutlichens Chancenplus. Allerdings ohne was daraus zu machen.

Der Club versuchte zunächst über Spielkontrolle nach vorne zu kommen und hatte zumindest die erste Großchance. In der 25. Minute traf Mikael Ishak per Kopf allerdings nur den Pfosten. Beim Nachschuss verletzte er sich leider am Innenband und musste runter. Auf der Clubbank merkte man, für diese Situation gibt es eigentlich keinen Plan B. Joker Teuchert ist bekanntlich bei Schalke. Schließlich wechselte Köllner Tobias Werner ein, der sich zwar gleich mit einer gelben Karte einführte, aber ansonsten nicht viel Torgefahr verbreitete. Bei den weiteren Angriffsbemühungebn war das Fehlen von Ishak deutlich zu spüren. Dafür kam Pauli mehrfach dem 1:0 nahe. Einmal rettete Fabian Bredlow auf Linie, ein zweites Mal Leibold.

Auch in der zweiten Halbzeit hatte St. Pauli die besseren Torgelegenheiten. Die größte in der 78.Minute als Bouhaddouz allein vor Bredlow auftauchte, der aber mit einer Weltklasseparade den Club im Spiel hielt.

Am Ende muss man mit dem Punkt zufrieden sein. Ein Selbstläufer ist der Aufstieg eben nicht, selbst wenn die Konkurrenz schwächelt. Wichtiger als die zwei verlorenen Punkte (wobei das diesmal eher ein Punktgdewinn war) ist ohnehin, dass Ishak bald wieder eingreifen kann.


Ein Letztes:

So schnell kann es gehen. Noch letzte Woche wurde der FC Kaiserslautern mit Häme überschüttet, weil er Martin Bader als Sportvorstand engagiert hatte. Jetzt landete der FCK im ersten Spiel mit Bader einen Sieg gegen Aufstiegskonkurrent Holstein Kiel und schon gibt es Dankadressen:

So sehen Aufsteiger aus!

Die Woche:

1. Am 19. Dezember geht es für die Clubprofis nach dem Pokalspiel gegen den VfL Wolfsburg in die Winterpause. Dann könnten wir eigentlich fünf Wochen Winterschlaf einlegen. Der Club muss nämlich erst an 23. Januar wieder ran. Dazwischen geht es ins höchstwahrscheinlich wärmere Valencia ins Trainingslager (und nicht mehr, wie früher, ins türkische Belek). Wenn es da oder an anderen FCN-relevanten Schauplätzen was zu berichten gibt, erfahrt ihr das natürlich bei euren Clubfreunden.

2. Cedric Teuchert wird wahrscheinlich nicht mehr für den Club auflaufen. Gegen Düsseldorf war er nicht einmal im Kader. Prompt wurden die Kollegen hellhörig. Laut Kicker stehen „die Zeichen“ auf Abschied. Laut Bild ist dieser schon besiegelt. Offenbar ging es nur noch um die Ausstiegsklausel. Beim Gehalt war man sich schon einig. Schade, das alles. Aber nicht überraschend.

3. Die U19 des FCN ist wieder in die Erfolgsspur zurückgekehrt und geht nach einer Serie von drei Siegen doch etwas hoffnungsfroher in die Winterpause. Allerdings steckt der Clubnachwuchs in der In der A-Junioren-Bundesliga immer noch abstiegsgefährdet hinten drin.
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Ein fast schon historischer Auswärtsdreier

Die Woche:

1. Wenn wir doch nicht aufsteigen, dann kennen wir schon mal den Grund: die Heimschwäche. Manche schieben sowas gerne aufs Stadion. Andererseits gibt es genügend Vereine, die auch mit reinen Fußballarenen nicht aufgestiegen sind. Vielleicht liegt es eben doch an individuellen Fehlern, an mangelnder Souveränität, an der fehlenden Fähigkeit, auch mal einen Zwei-Tore-Vorsprung über die Zeit zu bringen. Und außerdem: Das letzte Mal als der FCN noch mit dem Begriff Heimstärke in Zusammenhang gebracht wurde, gab es, glaube ich, noch schwarze Kassen und Trimm-Dich-Geräte für die Schiedsrichter. Aber immerhin gewinnen wir jetzt dafür auch „ungwinnbare“ Auswärtsspiele…

2. Vielleicht hat Clubtrainer Michael Köllner die Aufgabe unterschätzt. Wenn es bei den Profis eher mittel läuft und trotzdem noch Aufgaben wie die Suche nach einer geeigneten Lokalität für die Aufstiegsfeier wahrgenommen werden, dann bleibt nicht mher so viel Zeit und Energie für eine andere Aufgabe: die Leitung des Nachwuchsleistungszentrums. Dort schrillen gerade die Alarmglocken: In der A-Jugend-Bundesliga steht der FCN am Tabellenende. Der U19 droht damit der Abstieg in die Bayernliga. Die Folge könnte sein, dass sich unsere Nachwuchshoffnungen schon bevor sie den Profis ein paar Monate helfen können, andere Vereine suchen, weil sie lieber oben mitspielen wollen.

3. Jeden Tag kann uns ein irgendwo herunter fallender Blumentopf ins Jenseits befördern. Insofern kann man die Frage, ob wir bestimmte Dinge nochmal machen werden, immer stellen. Die Bild-Zeitung hat sich jetzt Club-Keeper Thorsten Kirschbaum für dieses Spielchen ausgeguckt. Die einzige Information (übrigens keine neue) darin: Der Vertrag mit Kirschbaum läuft nur bis Saisonende. Ansonsten kann er derzeit wegen einer Knieprellung nicht spielen.


Das Spiel:

Fast 30 Jahre hat der Club in einem Ligaspiel nicht mehr in Braunschweig gewonnen. Letztes Jahr holte er sich dort gar eine 6:1-Klatsche. Und das, obwohl er damals noch mit 1:0 in Führung ging. Auch diesmal lag der FCN zunächst vorne. In der 36. Minute köpfte Kapitän Hanno Behrens eine Valentini-Ecke ins Braunschweiger Tor. Doch mitten in den Jubel platzte gleich die Ernüchterung. Hochscheidt wurde auf der linken Seite nicht richtig angegriffen und in der Mitte stand dann auch noch Torschütze Khelifi völlig frei – und Towart Bredlow sah auch nicht wirklich gut aus. Wobei das allerdings auch für das gesamte Spiel galt, das durch einen unüblich hohen Wasserstand doch ziemlich beeinträchtigt wurde.

In Hälfte zwei kam der Club zwar agiler aus der Kabine, das nächste Tor machten aber leider die Braunschweiger. In der 64. Minute markierte Abdullah die Braunschweiger Führung. Trainer Köllner wechselte danach nicht nur Unischerheitsfaktor Hufnagel (durch Sepsi) aus, er brachte auch endlich Tobias Werner und Petrak für die ebenfalls nicht überzeugenden Kammerbauer und Löwen. Letztere beiden Einwechselspieler bereiteten dann jeweils die Wende vor, indem sie in der 69. und 83. Minute den offenbar noch auf den WM-Zug springen wollenden Mikael Ishak bedienten, der das Spiel zugunsten des Clubs drehte. Dass dann das übliche Zittern einsetzte, sind wir ja schon gewohnt. Immerhin muss man diesmal auch den Schiedsrichter (Sören Storks) loben, der den Druck von Braunschweigs Rängen und Trainerbank souverän standgehalten hat. Das ist leider nicht immer so.

Am Ende stand nicht nur endlich mal wieder ein Dreier für den Club, sondern auch das Ende einer jahrzehtelangen Durststrecke in Braunschweig.

Ein Letztes:

Das Fußball-Fachblatt Kicker hatte auf seinem letzten Titelbild unter der Überschrift „Wird Blau das neue Gelb?“ das BVB-Logo blau und das Schalke-Logo gelb eingefärbt. Um den hiesigen Fans einen Eindruck zu vermitteln wie das im Ruhrgebiet ankommt, hat sich ein Mittwitterer die Mühe gemacht, das ins Fränkische zu übersetzen:

Ernüchterung und neue Hoffnungsträger

1. Wenn der Verein nichts reißt, dann geht individuell meistens auch nichts. Die beiden FCN-Vertreter bei der deutschen U21, Eduard Löwen und Cedric Teuchert, kamen beim 7:0 gegen Aserbaidschan in der EM-Quali jedenfalls nicht zum Einsatz. Bei der U20 ist der FCN ebenfalls nicht vertreten. Lukas Mühl und Patrick Kammerbauer haben verletzungs- bzw. krankheitsbedingt abgesagt.

2. Club-Sportvorstand Andreas Bornemann steht vor der Vertragsverlängerung. Da ist die Bereitschaft, sich für ein längeres Interview zur Verfügung zu stellen, natürlich höher. Interessant immerhin, warum Bornemann – anders als wir Clubfans – Sabiri bei Huddersfield alles Gute wünscht.

Das Spiel

Punktspiele gab es wegen des Länderspiels zwar nicht. Dafür durften die Club-Profis gegen den Regionalligisten VfR Garching ein paar taktische Varianten testen. Das Ergebnis (2:0) war da wohl nicht so wichtig. Erwähnenswert, dass Bredlow nach dem Kirschbaum-Patzer gegen Ingolstadt im Kasten stand und Edgar Salli mal ein Tor machte. Außerdem tauchte ein neuer Hoffnungsträger („16-jähriges Juwel“ Makanda) auf. Wobei solchen Berichten leider immer auch etwas marktschreierisches anhaftet und so eher die Hoffnung genährt wird, dass da bald was in die nach wie vor klamme Clubkasse kommt.

Ein Letztes:

Endlich wird das Gegenpressing, ein Modebegriff in der aktuellen Fußballberichterstattung, einmal anschaulich erklärt: