Zurück aus der Zwangspause

1. In unserem letzten Beitrag vor der, durch die DSGVO bedingten Zwangspause haben wir die Frage gestellt, ob der Club mit Schwung oder mit Erfahrung in die Erstligasaison gehen soll. Was das (jetzt verstärkte) Trainerteam angeht, wurde die jetzt beantwortet. Wäre schön, wenn der Dacia-Verkäufer da zurückrudern müsste.

2. Im Clubtor setzen besagte Trainer weiter auf Konkurrenz. Zwar hat Fabian Bredlow das Duell gegen Thorsten Kirschbaum – dessen Vertrag nicht verlängert wurde (danke und alles Gute!) – für sich entschieden. Jetzt bekommt er aber mit Christian Mathenia vom HSV einen neuen Mitbewerber um den Platz im Kasten an die Seite gestellt.

3. Oft sind es Kleinigkeiten. Da wird der Übeltäter zur Sturmhoffnung der Nation, während der Leidtragende jetzt vor einem Scherbenhaufen steht. Immerhin hofft man dort noch auf dringend benötigte Transfereinnahmen und die sollen unter anderem auch von Club kommen.

4. Bundestorwarttrainer Andreas Köpke hat seine Verdienste um den Club. Trotzdem scheint es ganz gut zu sein, dass sich eine von manchem Fan gewünschte Geschäftspartnerschaft zerschlagen hat. Für den FCN hat die plötzliche Kehrtwende von Vater und Sohn allerdings auch eine Schattenseite: Hannover 96 wird nun mit aller Macht versuchen, seinen Stürmer Niklas Füllkrug zu halten. Das heißt: Andreas Bornemann muss auf die erhofften Einnahmen aus dem Transfer des früheren Clubspielers wohl verzichten.

5. Wer hätte das gedacht? Bei der Wahl des Cluberers/Clubspielers der Saison holte sich Kapitän Hanno Behrens den Titel. Er wird Nachfolger von Raphael Schäfer. Was treibt der eigentlich?

6.Beim Club dürfte es nächste Saison andere Prioritäten als den Pokalsieg geben. Trotzdem hätten die Optimisten unter uns natürlich nichts dagegen, wenn sich das mit dem Nichtabstieg verquicken ließe. In der ersten Pokalrunde muss der Club übrigens gegen den SV Linx ran. Der erhoffte sich einen „leichten Gegner“. Mal sehen!

Ein Letztes:

Hier erst einmal eine Mahnung an alle, die meinen, sie seien zu gut für den Club. Nachgereicht wurde dann auch eine
an jene, die meinen, so jemanden „beraten“ zu wollen.

Zu den, manchen als publizistisch verzichtbar erscheinenden, Vorgängen versetzt das exklusiv berichtende Medium der Konkurrenz (die Clubfreunde sind allerdings entschuldigt) auch noch einen Seitenhieb:

Dank Hanno auf Aufstiegskurs

Die Woche:

1. Keine Bedingungen, nur Auflagen: Auch im Club-Finanzwesen kehrt allmählich Entspannung ein. Planen kann der FCN nach der Lizenzerteilung jetzt sowohl für die erste wie für die zweite Liga. Wobei er in der ersten, was die Finanzseite angeht, erst einmal eine kleine Nummer sein dürfte.

2. Wie hier mehrfach erwähnt, wollten wir vor Jahren mal den sicher geglaubten Nichtabstieg feiern und sind dann jäh ins finstere Tal gestoßen worden. Seitdem sind wir da etwas traumatisiert. Deshalb hier – aller Siegeseuphorie zum Trotz – die Termine für die Relegationsspiele. Nur zur Sicherheit.

3. Für den wohl nach Bremen abwandernden Mittelfeldstrategen Möhwald hat der Club offenbar einen Ersatz im Auge. Und der heißt wieder Kevin.


Das Spiel:

Nun, eine B-Elf war es zwar nicht, die Trainer Michael Köllner da in Kiel aufs Feld schickte. Aber neben dem gelbgesperrten Tim Leibold musste er auch auf die verletzten Ewerton und Bredlow verzichten. Marvin Stefaniak war – wohl aufgrund wenig überzeugender Leistungen in den letzetn Spielen – ebenfalls nicht dabei. So gab es dann ein Wiedersehen mit Thorsten Kirschbaum und Laszlo Sepsi. Doch Zeit, lange darpüber zu sinnieren, blieb nicht. Der Club legte gleich mächtig los. Bereits in der 9.Minute klapperte es im Kasten der Störche. Georg Margreitter hatte eine Freistoß von Enrico Valentini per Kopf versenkt. Doch wieder gabs nichts zu sinnieren. Im Gegenzug fiel Kiels Drexler über das Bein des Nürnberger Torschützen: Elfmeter! Den verwandelte Schindler. Gleich danach gab es schon die nächste Chance für den Club. Allerdings auch eine Schrecksekunde. Plötzlich lag der eh schon lange verletzte Patrick Erras im Strafraum und musste von Betreuern vom Platz gebracht werden. Das sah gar nciht gut aus. Angeblich ist es aber „nur“ eine Innenbandverletzung im rechten Knie.

Wieder keine Verschnaufpause. Erneut bedient Valentini einen Kollegen. Diesmal ist es Hanno Behrens der den Club in Führung bringt. Danach drängten die Kieler zwar weiter. Oft auch mit unfairen Mitteln, die Schiedsrichter Osmers allerdings ungeahndet ließ.

Nach der Pause war es erneut Club-Kapitän Behrens der die Führung sogar noch ausbaute. Eine Verwirrung in der nicht immer gut sortierten Kieler Abwehr nutzte er, um das 3:1 zu erzielen. Danach versuchten dier Tabellendritte zwar alles, um nochmal ranzukommen, aber die nominell eigentlich nicht optimal besetzte FCN-Abwehr hatte die Sache weitgehend im Griff. Sogar Sepsi fügte sich mehr als gut ein.

Alles in allem: Verdienter Sieg für einen zum richtigen Zeitpunkt voll fokussierten Club.

Ein Letztes:

Nicht jeder Nürnberger ist Clubfan. Manch einer sucht halt den garantierten Erfolg. Eine fremd gehende Nürnbergerin hat in der vergangenen Woche beim FC Bayern München für die zweite Schlagzeile nach der Verpflichtung von Niko Kovac gesorgt. Auf ihre Initiative wird in der Münchner Allianz-Arena künftig Aperol Spritz serviert. Wahrscheinlich sogar mit Schirmchen und Cocktailkirsche.

Wichtige Signale

Die Woche:

1. Wichtigste Meldung der Woche: Tim Leibold verlängerte beim Club. Das ist weniger deshalb bedeutend, weil der Club so weithin auf der Linksverteidigerposition gut besetzt ist, sondern als Signal dafür, dass er nicht bloß Durchlauferhitzer für Talente, sondern auch eine Option für die Zukunft sein kann.

2. Ebenfalls für den Ruhmreichen ausgesprochen hat sich Finanzvorstand Michael Meeske. Nach dem HSV sagte er jetzt auch dem VfL Wolfsburg ab. Trotzdem seltsam diese Avancen-Häufung. Nicht ganz klar, aber beim Club eh kein Thema, ist übrigens Meeskes Einstellung zur 50+1-Regelung.

3. In der Länderspielpause hat man mal Muße, sich die Tabelle genauer anzuschauen. Da fällt auf, dass der Club zu jenen vier Mannschaften gehört, die sich keine Abstiegssorgen mehr machen müssen. Das Glas ist also auch halbvoll.

Das Spiel:

Nachdem einige Spieler geschont oder anderweitig gebraucht wurden, konnten sich im Testspiel gegen den österreichischen Zweitligisten SV Ried zwei nicht so im Rampenlicht stehende Kadermitglieder als Torschützen auszeichnen: Laszlo Sepsi und Marvin Stefaniak. Der Club gewann 2:1. Aber bei solchen Pausenevents geht es weniger ums Ergebnis als um die Erkenntnisse und das Im-Rhythmus-Bleiben.


Ein Letztes:

Nur weil die Presse teilweise etwas anderes meldete: hier nochmal eine Richtigstellung zum Darmstadtspiel. Das ging 1:1, also unentschieden, aus.

Die Null-Lektion

Die Woche:

1. Der FC Schalke kauft bekanntlich gerne beim Club ein. Und weil sich Schalke-Coach Domenico Tedesco mit Tim Leibold getroffen hat, greift wieder die Furcht vor dieser doch reichlich auf uns fixierten Kundschaft um sich. Das Treffen war allerdings schon im Dezember, weshalb die jetzige Aufregung eher etwas mit TKP als mit S04 zu tun zu haben scheint. Ohnehin sind die Schalker auf der linken Defensivposition eigentlich gut besetzt, so dass die Verpflichtung von Leibold wenig sinnvoll erscheint. Inziwschen hat Clubverteidiger Georg Margreitter sowohl Leibold als auch Kevin Möhwald (die Verträge der beiden laufen zu Saisonende aus) zugeredet, doch beim Club zu bleiben. Der Schorsch ist halt ein Guter.

2. Ein bisschen verwirrend war die Meldung, der Club würde freiwillig auf den Aufstieg verzichten. Häh? Was soll denn das? Die Meldung ist zwar richtig. Aber sie betrifft die U21 des FCN. Die hat am Samstag vor rund 18.000 Zuschauern im Max-Morlock-Stadion gegen den Tabellenführer der Regionalliga Bayern ein 2:2 erreicht.

3. Wenn man sieht, was da bei anderen Vereinen in der 2.Liga abgeht, versteht man, warum manche in der Regionalliga zufrieden sind. Unser Gegner beim möglicherweise auf längere Sicht letzten Frankenderby hat nämlich Schwierigkeiten, sein Kartenkontingent von knapp 4000 Tickets an den Mann zu bringen und bettelt jetzt sogar auf Twitter um etwas mehr Unterstützung.

Das Spiel:

Die Nullnummer beim „Angstgegner“ Bochum erinnerte ein bisschen an das Pauli-Spiel. Eine neuerliche Übungseinheit in der Null-Disziplin. Sicherheit zuerst. Nach vorne lief nicht viel zusammen. Leider ließ sich das auch diesmal nicht ohne Verletzte bewerkstelligen. In Bochum traf es Eduard Löwen. Ansonsten verschaffte uns das Spiel, an das sich schon jetzt kaum einer mehr erinnern will, einen weiteren Punkt Vorsprung auf den Relegationsplatz. Wenn die anderen Aufstiegskandidaten verlieren und wir holen jedesmal ein 0:0, reicht das schließlich auch.

Ein Letztes:

Unglückliche Verletzung, glückliches 0:0

Die Woche:

1. Nur selten erfährt die Öffentlichkeit davon, dass der Club auch einen Aufsichtsratsvorsitzenden hat. Das ist durchaus nicht negativ zu verstehen. Bedeutet es doch meistens: Der Laden läuft. Jetzt hat der Nürnberger Presseclub den FCN-Aufsichtsratschef trotzdem und eigentlich ohne Not ins Rampenlicht gerückt. Und Thomas Grethlein hat auch pflichtschuldig das eine oder andere von sich gegeben, damit die Pressekollegen was zu schreiben haben. Am griffigsten war wohl seine Prognose, der Club werde weiterhin Pendler zwischen erster und zweiter Liga bleiben. Einerseits eine realistische Einschätzung, die belegt, dass man beim FCN nicht abhebt. Andererseits vielleicht das falsche Signal an etwaige Sponsoren heranzuführen und junge Talente zum Bleiben zu ermuntern.

2. Fast drei Jahre ist es her, da wurde ein polnischer Fußballfan durch ein Gummigeschoß der Polizei tödlich verletzt. Fans in ganz Europa erinnerten an den Vorfall. Ein Nürnberger Fan wurde deshalb zunächst zu einer Haftstrafe verurteilt. In der 2. Instanz wurde das Verfahren gegen ihn jetzt eingestellt. Das Gericht konstatierte einen Übersetzungsfehler (demnach entspricht die Abkürzung CHWDT dem englischen ACAB) . Für das Verfahren muss jetzt der Steuerzahler aufkommen.


Das Spiel:

Am Millerntor ließ Trainer Michael Köllner die gleiche Elf auflaufen, die schon gegen Aue Wiedergutmachung betrieb. Wiedergutmachung war nach der unglücklichen Niederlage im Hinspiel auch gegen St.Pauli angesagt. Da hatte der Club zwar Chancen im Überfluß und dominierte das Spiel, kassierte aber ein blödes Gegentor. Diesmal besaß freilich der FC St.Pauli ein deutlichens Chancenplus. Allerdings ohne was daraus zu machen.

Der Club versuchte zunächst über Spielkontrolle nach vorne zu kommen und hatte zumindest die erste Großchance. In der 25. Minute traf Mikael Ishak per Kopf allerdings nur den Pfosten. Beim Nachschuss verletzte er sich leider am Innenband und musste runter. Auf der Clubbank merkte man, für diese Situation gibt es eigentlich keinen Plan B. Joker Teuchert ist bekanntlich bei Schalke. Schließlich wechselte Köllner Tobias Werner ein, der sich zwar gleich mit einer gelben Karte einführte, aber ansonsten nicht viel Torgefahr verbreitete. Bei den weiteren Angriffsbemühungebn war das Fehlen von Ishak deutlich zu spüren. Dafür kam Pauli mehrfach dem 1:0 nahe. Einmal rettete Fabian Bredlow auf Linie, ein zweites Mal Leibold.

Auch in der zweiten Halbzeit hatte St. Pauli die besseren Torgelegenheiten. Die größte in der 78.Minute als Bouhaddouz allein vor Bredlow auftauchte, der aber mit einer Weltklasseparade den Club im Spiel hielt.

Am Ende muss man mit dem Punkt zufrieden sein. Ein Selbstläufer ist der Aufstieg eben nicht, selbst wenn die Konkurrenz schwächelt. Wichtiger als die zwei verlorenen Punkte (wobei das diesmal eher ein Punktgdewinn war) ist ohnehin, dass Ishak bald wieder eingreifen kann.


Ein Letztes:

So schnell kann es gehen. Noch letzte Woche wurde der FC Kaiserslautern mit Häme überschüttet, weil er Martin Bader als Sportvorstand engagiert hatte. Jetzt landete der FCK im ersten Spiel mit Bader einen Sieg gegen Aufstiegskonkurrent Holstein Kiel und schon gibt es Dankadressen:

So sehen Aufsteiger aus!

Die Woche:

1. Am 19. Dezember geht es für die Clubprofis nach dem Pokalspiel gegen den VfL Wolfsburg in die Winterpause. Dann könnten wir eigentlich fünf Wochen Winterschlaf einlegen. Der Club muss nämlich erst an 23. Januar wieder ran. Dazwischen geht es ins höchstwahrscheinlich wärmere Valencia ins Trainingslager (und nicht mehr, wie früher, ins türkische Belek). Wenn es da oder an anderen FCN-relevanten Schauplätzen was zu berichten gibt, erfahrt ihr das natürlich bei euren Clubfreunden.

2. Cedric Teuchert wird wahrscheinlich nicht mehr für den Club auflaufen. Gegen Düsseldorf war er nicht einmal im Kader. Prompt wurden die Kollegen hellhörig. Laut Kicker stehen „die Zeichen“ auf Abschied. Laut Bild ist dieser schon besiegelt. Offenbar ging es nur noch um die Ausstiegsklausel. Beim Gehalt war man sich schon einig. Schade, das alles. Aber nicht überraschend.

3. Die U19 des FCN ist wieder in die Erfolgsspur zurückgekehrt und geht nach einer Serie von drei Siegen doch etwas hoffnungsfroher in die Winterpause. Allerdings steckt der Clubnachwuchs in der In der A-Junioren-Bundesliga immer noch abstiegsgefährdet hinten drin.
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Ein fast schon historischer Auswärtsdreier

Die Woche:

1. Wenn wir doch nicht aufsteigen, dann kennen wir schon mal den Grund: die Heimschwäche. Manche schieben sowas gerne aufs Stadion. Andererseits gibt es genügend Vereine, die auch mit reinen Fußballarenen nicht aufgestiegen sind. Vielleicht liegt es eben doch an individuellen Fehlern, an mangelnder Souveränität, an der fehlenden Fähigkeit, auch mal einen Zwei-Tore-Vorsprung über die Zeit zu bringen. Und außerdem: Das letzte Mal als der FCN noch mit dem Begriff Heimstärke in Zusammenhang gebracht wurde, gab es, glaube ich, noch schwarze Kassen und Trimm-Dich-Geräte für die Schiedsrichter. Aber immerhin gewinnen wir jetzt dafür auch „ungwinnbare“ Auswärtsspiele…

2. Vielleicht hat Clubtrainer Michael Köllner die Aufgabe unterschätzt. Wenn es bei den Profis eher mittel läuft und trotzdem noch Aufgaben wie die Suche nach einer geeigneten Lokalität für die Aufstiegsfeier wahrgenommen werden, dann bleibt nicht mher so viel Zeit und Energie für eine andere Aufgabe: die Leitung des Nachwuchsleistungszentrums. Dort schrillen gerade die Alarmglocken: In der A-Jugend-Bundesliga steht der FCN am Tabellenende. Der U19 droht damit der Abstieg in die Bayernliga. Die Folge könnte sein, dass sich unsere Nachwuchshoffnungen schon bevor sie den Profis ein paar Monate helfen können, andere Vereine suchen, weil sie lieber oben mitspielen wollen.

3. Jeden Tag kann uns ein irgendwo herunter fallender Blumentopf ins Jenseits befördern. Insofern kann man die Frage, ob wir bestimmte Dinge nochmal machen werden, immer stellen. Die Bild-Zeitung hat sich jetzt Club-Keeper Thorsten Kirschbaum für dieses Spielchen ausgeguckt. Die einzige Information (übrigens keine neue) darin: Der Vertrag mit Kirschbaum läuft nur bis Saisonende. Ansonsten kann er derzeit wegen einer Knieprellung nicht spielen.


Das Spiel:

Fast 30 Jahre hat der Club in einem Ligaspiel nicht mehr in Braunschweig gewonnen. Letztes Jahr holte er sich dort gar eine 6:1-Klatsche. Und das, obwohl er damals noch mit 1:0 in Führung ging. Auch diesmal lag der FCN zunächst vorne. In der 36. Minute köpfte Kapitän Hanno Behrens eine Valentini-Ecke ins Braunschweiger Tor. Doch mitten in den Jubel platzte gleich die Ernüchterung. Hochscheidt wurde auf der linken Seite nicht richtig angegriffen und in der Mitte stand dann auch noch Torschütze Khelifi völlig frei – und Towart Bredlow sah auch nicht wirklich gut aus. Wobei das allerdings auch für das gesamte Spiel galt, das durch einen unüblich hohen Wasserstand doch ziemlich beeinträchtigt wurde.

In Hälfte zwei kam der Club zwar agiler aus der Kabine, das nächste Tor machten aber leider die Braunschweiger. In der 64. Minute markierte Abdullah die Braunschweiger Führung. Trainer Köllner wechselte danach nicht nur Unischerheitsfaktor Hufnagel (durch Sepsi) aus, er brachte auch endlich Tobias Werner und Petrak für die ebenfalls nicht überzeugenden Kammerbauer und Löwen. Letztere beiden Einwechselspieler bereiteten dann jeweils die Wende vor, indem sie in der 69. und 83. Minute den offenbar noch auf den WM-Zug springen wollenden Mikael Ishak bedienten, der das Spiel zugunsten des Clubs drehte. Dass dann das übliche Zittern einsetzte, sind wir ja schon gewohnt. Immerhin muss man diesmal auch den Schiedsrichter (Sören Storks) loben, der den Druck von Braunschweigs Rängen und Trainerbank souverän standgehalten hat. Das ist leider nicht immer so.

Am Ende stand nicht nur endlich mal wieder ein Dreier für den Club, sondern auch das Ende einer jahrzehtelangen Durststrecke in Braunschweig.

Ein Letztes:

Das Fußball-Fachblatt Kicker hatte auf seinem letzten Titelbild unter der Überschrift „Wird Blau das neue Gelb?“ das BVB-Logo blau und das Schalke-Logo gelb eingefärbt. Um den hiesigen Fans einen Eindruck zu vermitteln wie das im Ruhrgebiet ankommt, hat sich ein Mittwitterer die Mühe gemacht, das ins Fränkische zu übersetzen:

Ernüchterung und neue Hoffnungsträger

1. Wenn der Verein nichts reißt, dann geht individuell meistens auch nichts. Die beiden FCN-Vertreter bei der deutschen U21, Eduard Löwen und Cedric Teuchert, kamen beim 7:0 gegen Aserbaidschan in der EM-Quali jedenfalls nicht zum Einsatz. Bei der U20 ist der FCN ebenfalls nicht vertreten. Lukas Mühl und Patrick Kammerbauer haben verletzungs- bzw. krankheitsbedingt abgesagt.

2. Club-Sportvorstand Andreas Bornemann steht vor der Vertragsverlängerung. Da ist die Bereitschaft, sich für ein längeres Interview zur Verfügung zu stellen, natürlich höher. Interessant immerhin, warum Bornemann – anders als wir Clubfans – Sabiri bei Huddersfield alles Gute wünscht.

Das Spiel

Punktspiele gab es wegen des Länderspiels zwar nicht. Dafür durften die Club-Profis gegen den Regionalligisten VfR Garching ein paar taktische Varianten testen. Das Ergebnis (2:0) war da wohl nicht so wichtig. Erwähnenswert, dass Bredlow nach dem Kirschbaum-Patzer gegen Ingolstadt im Kasten stand und Edgar Salli mal ein Tor machte. Außerdem tauchte ein neuer Hoffnungsträger („16-jähriges Juwel“ Makanda) auf. Wobei solchen Berichten leider immer auch etwas marktschreierisches anhaftet und so eher die Hoffnung genährt wird, dass da bald was in die nach wie vor klamme Clubkasse kommt.

Ein Letztes:

Endlich wird das Gegenpressing, ein Modebegriff in der aktuellen Fußballberichterstattung, einmal anschaulich erklärt:

Stark im Pokal, schwach in der Liga

Die Woche:

1. In Osnabrück gab es für ein Foul außerhalb des Strafraums Elfmeter. In Leipzig für eines, das noch ein bisschen weiter drinnen war, letztlich dann doch keinen. Hier zahlt es sich offenbar aus, wenn mächtige Vereinsbosse im Hintergrund wirken. Da muss noch nicht mal Geld fließen. Da reicht es wohl schon, wenn der Schiedsrichter Angst vor einem hat.

2. Die Leistungsfähigkeit fördert es eher nicht. Andererseits ist es schön, wenn unserer Profis auch mal jene Zustände erleben, mit denen sich der eher nicht so gut verdienende Fan tagtäglich herumschlagen muss. Zum Beispiel mit verspäteten und überfüllten Zügen. Auf der Heimfahrt vom Pokalspiel in Osnabrück mussten unsere Spieler sogar am Boden sitzen. Immerhin schafften es so jene Missstände, an die wir uns fast schon gewöhnt haben, in die Zeitung.

3. Anders als beim Rasensport spielt der FCN beim eSport ganz oben mit. Dort ist er – auch aufgrund namhafter Neuzugänge – sogar auf Augenhöhe mit europäischen Topclubs wie Paris St.Germain oder Manchester City. Während die ESL-Meisterschaft, wo unsere Cracks ganz vorne liegen, demnächst zuende geht, beginnt in wenigen Tagen für unsere Playstation-Cracks die virtuelle Bundesligasaison. Dabei haben alle Clubs übrigens, anders als im richtigen Leben oder bei den bekannten Managerspielen, die gleichen Startvoraussetzungen. So ist schon mal mehr Spannung garantiert als in der analogen Bundesliga.

Die Spiele:
Unter der Woche galt es für den FCN erst einmal die nächste Pokalrunde zu erreichen. Rein tabellarisch schien die Aufgabe in Osnabrück lösbar, schließlich steht der VfL aktuell ganz unten in der dritten Liga. Andererseits hatte er in Unterzahl zuvor den HSV aus dem Wettbewerb gekickt und auch der Club durfte diese Seite der Osnabrücker kennenlernen. Dabei half Schiedsrichter Dankert mit, der ein ungeschicktes Einsteigen von Patrick Kammerbauer in den Strafraum verlegte und so der Heimmannschaft bereits nach drei Minuten die Führung durch Elfmeter ermöglichte. Trainer Michael Köllner erkannt dann immerhin, wie wichtig der diesmal zunächst geschonte Patrick Erras für Ruhe und Stabilität in der Anwehr ist und korrigierte diesen Fehler. Danach kam der Club besser ins Spiel. Unser vom Saulus zum Goalgetter mutierte Schwedenstürmer Mikael Ishak traf erneut und zwar noch vor der Pauase. Kurz danach besorgte Leibold sogar die Führung, die die Osnabrücker aber noch ausgleichen konnten. So musste dann Enrico Valentini ran, um in der 74. Minute den dritten Treffer zu erzielen. „Obwohl“ dann die Osnabrücker endlich zu zehnt spielen durften (Rote Karte nach Notbremse für Furkan Zorba) gelang ihnen der neuerliche Ausgleich nicht mehr.

Womit wir am Tiefpunkt der Woche angelangt wären, der 1:0-Niederlage in Heidenheim. Eigentlich sah es dort ebenfalls nach einer klaren Sache aus. Der Tabellendritte kam zum Tabellenvorletzten. Der demonstrierte dann auch über eine Stunde lang, warum er dort unten drin steht. Fast schon mitleiderregend versiebten die Heidenheimer eine Großchance nach der anderen. Zudem standen ihnen wiederholt der beste Nürnberger an diesem Nachmittag, Torwart Thorsten Kirschbaum, und einmal die Latte im Weg.

Allerdings war auf das Unvermögen des FCH doch nicht auf Dauer Verlass. Nach gut einer Stunde herrschte nach einer Ecke (die Standards gegen uns mal wieder) Unordnung im Nürnberger Strafraum und Glatzel staubte aus kurzer Entfernung zum Siegtreffer ab.

Dem Club gelang es an der Brenz in keiner Phase des Spiels, zu alten Qualitäten zu finden. Müde, fahrig, unkonzentriert und seltsam lasch ging die Mannschaft zu Werke. Diesmal hatte Köllner Miso Brecko und Edgar Salli in der Startelf gebracht. Die Chance wusste keiner der beiden zu nutzen. Aber selbst Aktivposten wie Ewerton oder Erras leisteten sich haarsträubende Fehler. Vorne ging auch wenig zusammen. Von der einstigen Effektivität war nichts zu sehen. Ishak und Teuchert waren weitgehend abgemeldet. So kann man den Auftritt wohl als bislang schlechteste Saisonleistung einstufen und muss den Heidenheimern leider attestieren: Der Sieg war verdient.

Ein Letztes:

Da tut doch ein bisschen Optimismus gut:

Das Beste waren die drei Punkte

Die Woche:

1. Noch ein Nachtrag zum versprochenen und auch eingelösten geilen Spiel in Darmstadt. Das Montagsmatch wurde diesmal exklusiv von Sky übertragen, allerdings eher alibimäßig. Stimmen, Kommentare und Analysen zum Spiel gab es keine. Zumindest nicht für den zahlenden Sky-Kunden. Die wurden dann später bei RTL Nitro nachgeliefert. Da scheint man mit dem FCN offensichtlich mehr anfangen zu können als bei Sky (belegt wurde das auch durch die lustlose Moderation während des Dresdenspiels). Warum sich Bezahlsender die Rechte an Spielen sichern, die sie offensichtlich gar nicht interessieren, diese Frage darf man durchaus auch mal stellen.

2. Nicht nur was die guten Spieler angeht, müssen wir leider mit sofortigen Abwerbeversuchen finanzkrtäftigerer Vereine rechnen. Jetzt hat Bayer Leverkusen auf seiner Suche nach einem neuen Geschäftsführer auch ein Auge auf Club-Finanzvorstand Michael Meeske geworfen. Es gibt zwar inzwischen ein Dementi. Dennoch zeigt uns der Vorgang wieder mal: Kontinuität gibt es offensichtlich nur bei den Vereinen mit viel Kohle oder bei denen mit schlechtem Personal.

3. Wahnsinn, Wahnsinn, Wahnsinn! Es liest sich wie eine Reportage von der Maueröffnung. Dabei geht es, wieder einmal, ums Nürnberger Stadion. Im Stadtrat ging es um dessen Zukunft. Soll man einen Privaten mit ins Boot holen (wobei da – und das ist wohl eines der Probleme – offenbar nur Max Bögl ein Kandidat ist)? Braucht der Club angesichts seiner Leistungsstärke überhaupt ein neues Stadion? Während die Grünen ihn hier schlecht reden, wissen SPD und CSU, dass nur mit Optimismus bei den Fans Stimmung gemacht werden kann. So lassen wie es ist, was angesichts der unabsehbaren Entwicklung im deutschen Fußball, nicht die verkehrteste Strategie wäre, geht allerdings auch nicht. Denn auch für das alte Stadion müssen zur Sanierung Millionenbeträge in die Hand genommen werden.

Das Spiel:

Diesmal war Dynamo Dresden zu Gast im Nürnberger Stadion. Eine Mannschaft, die ihren erfolgreichen Sturm der vergangenen Saison verloren und seitdem vorne Probleme hat. Trotzdem kennen wir das, wenn die scheinbaren grauen Mäuse der Liga bei uns auftauchen, da bekommt der Club oft Schwierigkeiten. Das schien diesmal zunächst aber nicht der Fall zu sein. Bereits in der 7. Minute war der vom Chancentod zum Torjäger mutierte Mikael Ishak zur Stelle und staubte zum 1:0 ab. Das war zu diesem Zeitpunkt eigentlich schon unverdient. Im Laufe des Spiels mussten sich die Dresdner noch mehr wie im falschen Film vorkommen. Sie schnürten die Heimmannschaft (wobei das diesmal angesichts der zahlreichen mitgereisten und stimmlich überlegenen Gästefans etwas relativiert werden muss) regelrecht ein und die wiederum war selten in der Lage Konter zu setzen und die dann auch erfolgreich abzuschließen. Ganz offensichtlich ging beim Club die Taktik, die Außen nicht fest zu besetzen nicht auf. Andererseits war aber auf die Abschlussschwäche von Dynamo Verlass. Zumindest bis zur 69. Minute. Schiedsrichter Kempter sah da nämlich eine Berührung von Berko durch Leibold. Elfmeterwürdig war die zwar nicht. Über den Ausgleich mochte trotzdem keiner so richtig lamentieren. Er war längst verdient.

Danach brachte Trainer Köllner Kammerbauer für den heute eher indisponierten Eduard Löwen. An der Dresdner Überlegenheit änderte das zunächst wenig. Die Gäste waren dem Siegtreffer näher als der Club. Das Genick brach ihnen dann ein Abspielfehler in der 82. Minute, Erras (nach dem überragenden Ewerton heute einer der besten) schaltete am schnellsten, schickte den eigentlich schon zur Auswechslung prädestinierten Cedric Teuchert, der den Torwart umkurvte und den Club erneut in Führung brachte (Bild). Am Ende verzweifelte Dresden dann nicht nur an der eigenen Torschwäche, sondern auch am Schicksal. Kurz vor Schluss ließ sich Heise noch zu einem brutalen Foul hinreißen und flog mit Rot vom Platz. Der Club holte glückliche drei Punkte. Aber wie sagt das Phrasenschwein: Morgen fragt danach keiner mehr.

Ein Letztes:

Glückliche Siege positiv umdeuten, kann man allerdings auch so: