Grottig, grottiger, FCN

Was haben die der Mannschaft eigentlich vor den ersten drei Saisonspielen in den Tee getan? Da haben sie jedenfalls den Eindruck erweckt, als könnten sie in der Biundesliga mithalten und mit etwas Glück sogar oben angreifen. Nun aber zeigt sich das wahre Gesicht des FCN und das ist das Havelse-Gesicht.

Havelse hat sich aber wenigstens reingehängt, war auch fußballerisch gut. Der VfB Stuttgart spielte dagegen im Frankenstadion genauso auf, wie man es von einer Mannschaft am Tabellenende erwarten konnte. Grottig! Aber es geht immer noch grottiger. Es gibt ja noch den Club. Nur der schafft sowas. Nur der kann völlig danieder liegende Mannschaften derart aufbauen. Nur der kann auf dern Vierer-Position aufstellen, wen er will, und er wird immer die Flatter haben. Dass er zuhause das Spiel nicht machen kann und deswegen eigentlich hinten nichts anbrennen lassen dürfte, das ist ohnehin schon seit Jahren bekannt.

Inziwschen fragt man sich, was Trainer Hecking eigentlich in der Saisonvorbereitung gemacht hat. Dass Marcos Antonio den Part von Philipp Wollscheid übernehmen kann, das stellte sich ja schnell als Irrtum heraus. Dann setzte er auf Peer Nilsson. das war dann offensichtlich auch ein Irrtum. Also wieder Marcos Antonio. Den neuerlichen Irrtum durfte Hecking dann gleich nach 30 Sekunden einsehen. Wobei das sowohl bei Antonio als auch bei Nilsson nicht unbedingt mangelndes Können, sondern Defizite im Mentalbereich sind. Sowas kann ein Trainer, der weder von der einen noch von der anderen Lösung überzeugt ist, auch befördern. Sowas kann aber auch ein Mentaltrainer mal beheben.

Wobei man sich, isoliert betrachtet, sowohl beim Auftreten von Nilsson in Hannover als auch von Marcos Antonio gegen Stuttgart ein bisschen an Vlado Kasalo erinnert fühlte. Wenn nach dem Patzer zum 0:1 eingeblendet worden wäre: „dieses Tor wurde ihnen präsentiert von bwin“, dann wäre jeder für diese relativ plausible Erklärung dankbar gewesen.

So plan- und drucklos wie der Club dann aber den Ausgleich angestrebt hat, könnte man auch meinen, die drei Punkte waren vielleicht Teil des Gebhart-Deals. Aber wie gesagt, nur wenn man den Club der ersten drei Spieltage zugrunde gelegt hätte. Da das offensichtlich nicht der wahre Club ist, sehen wir leider inzwischen ziemlich schwarz.

Zu allererst muss jetzt die Abwehr stabilisiert werden. Notfalls halt noch über den Transfermarkt. Andernfalls müssen wir hoffen, dass Augsburg und Fürth nicht über sechs Punkte hinauskommen. Aber das wird wahrscheinlich nicht so kommen. Denn selbst für die grottigsten Mannschaften gibt es einen noch grottigeren Aufbaugegner.