Ex-Cluberer hofft auf die EM

Am Samstag bekamen wieder etliche verdiente Spieler ihre Abschiedsgeschenke. Im Vorjahr fiel der Umbruch gravierender aus, Leistungsträger und Fan-Idole gingen oder mussten gehen. Doch den meisten hat der Abschied vom Club wenig Glück gebracht.

Club-Legende Marek Mintal, der in der Hinserie wegen Verletzungspech lange ausfiel, erwies sich in der Rückrunde als relativ treffsicher, an den beiden finalen Spieltagen war er erfolgreich und zuvor hielt er für den FC Hans Rostock etwa mit seinen beiden Toren gegen Duisburg (4:2) die Hoffnung auf den Klassenerhalt am Leben. Allein, letztlich stieg Rostock dennoch als  abgeschlagener Letzter ab – ein missglücktes Jahr für Mintal. Immerhin, mit einem Jahr Verspätung scheint sich nun etwas zu realisieren, was die Club-Freunde schon im Sommer 2011 vorschlugen: Marek Mintal, der im September 35 wird,  soll Leitwolf der Regionalliga-Reserve des Clubs werden.

Ebenso wie Mintal hatten auch einige andere früheren Cluberer kein Glück bei ihren neuen Arbeitgebern: Gut, Julian Schieber trumpfte beim glanzvollen 4:4 des VfB Stuttgart in  Dortmund mit zwei Toren groß auf, aber insgesamt blieb  Anteil des Stürmers an der starken Saison der Stuttgarter – auch verletzungsbedingt – mit drei Toren und 18 Einsätzen bescheiden. Mehmet Ekici (21 Einsätze, 1 Tor) wiederum schaffte in Bremen den Durchbruch bislang nicht. Verteidiger Andreas Wolf, der ebenfalls in Bremen gelandet war, wurde von den Hanseaten bereits nach der Vorrunde an den AS Monaco weitergereicht, wo ihn enormes Verletzungspech ereilte – aber immerhin blieb ihm die schlechteste Rückrunde der Bremer Vereinsgeschichte erspart.

Bei Ilkay Gündogan schien es lange ähnlich unrund zu laufen wie bei seinen Ex-Kollegen – doch dann wendete sich das Blatt. Allein im März 2012 schaffte der Dortmunder vier Nominierungen für die „Elf des Tages“ des „kicker“, nun kam am 34. Spieltag noch eine fünfte hinzu. 28 Einsätze (3 Tore) und ein respektabler „kicker“-Notenschnitt von 3,15 zeigen, dass der Mittelfeldspieler fester Bestandteil des Dortmunder Meisterensembles war – und nun darf er sogar noch auf eine Teilnahme an der EM hoffen, Bundestrainer Joachim Löw berief ihn in sein vorläufiges Aufgebot (im Bild ist Gündogan mit Cacau, einem weiteren früheren Clubspieler, zu sehen).

Clubspieler in die Nationalelf! Bloß in welche?

wolfIrgendwie ist es schon erstaunlich: Kaum gewinnt der Club ein paar Mal, schon kommen sogar Nationaltrainer, ja selbst Manchester United, an und buhlen um die Nürnberger Spieler. Mehmet Ekici konnte sich gar entscheiden, spiele ich für Deutschland oder die Türkei. Bei Andi Wolf ist das zwar nicht der Fall. Jogi Löw winkte schon einmal (bevor sich Wolf schwer verletzte) ab. Aber Wolf, der 1982 in Tadschikistan geboren wurde, braucht die Sympathie Löws gar nicht. Er kann – und wird möglicherweise schon bald – für Russland spielen. Der dortige Trainer Dick Advocaat hat ihn jedenfalls im Visier. Wir gönnen es ihm auf jeden Fall.

Das ist jedenfalls besser als bei Ilkay Gündogan. Der wird wohl – dann aber für Deutschland – erst Nationalspieler, wenn er nicht mehr für den Club spielt. Es ist nämlich so: Nürnberg liegt zwar in Deutschland, wenn es aber um die Nationalelf geht, dann liegt es ganz weit weg.

Selten erlebte Überlegenheit

Nuremberg_20vs_20Mainz_2005__15660148__MBQF-1270305797,templateId=renderScaled,property=Bild,height=349Zunächst wollen wir mal Schiedsrichter Michael Weiner danken. Man muss solche Gelegenheiten nutzen. Jedenfalls schickte Weiner bereits in der 4. Minute den Mainzer Andreas Ivanschitz (Bild) vom Platz. Hätte man nicht unbedingt tun müssen. Aber für uns war das ok, bescherte uns das doch einen relativ relaxten Fußballnachmittag.

Der Club war drückend überlegen. Die Mainzer Konter waren nicht wirklich erschreckend. Was eher nervte war die Chancenauswertung. Eigentlich hätte es auch fünf- oder sechsmal im Mainzer Kasten klingeln können. Aber wir wollen nicht unbescheiden sein. Das 2:0 war jedenfalls mehr als verdient.

Ob diese Überlegenheit auch einen Mainzer mehr vertragen hätte? Man weiß es nicht. Ist auch egal. Hauptsache 3 Punkte. Wichtige 3 Punkte, denn Bochum wurde damit überholt und zu Freiburg wurde der Abstand um 2 Punkte erhöht.

Was an sich auch toll ist, dass die „Jungen“ Mike Frantz, Marcel Risse, Ilkay Gündogan und Eric-Maxim Choupo-Moting Klasse spielten und daher große Hoffnung für die Zukunft machten. Leider dürften wohl höchstens zwei von ihnen beim Club bleiben. Juri Judt, mit dem vergangene Woche der Vertrag verlängert wurde, saß dagegen 85 Minuten auf der Bank, Also, selbst wenn es der Club noch schaffen sollte mit dem Bundesligaerhalt, dann dürfte in der nächsten Saison wieder Abstiegskampf angesagt sein. Da muss man solche seltenen Momente wie gegen Mainz erst recht genießen.