Nürnberg, die Australier-Hochburg

kennedyBeim Länderspiel am Mittwoch der deutschen Nationalmannschaft gegen Australien kann der verletzte Matthew Spiranovic nicht mitwirken, lautete eine Meldung. Spiranovic? Da war doch was?  Genau. In der Ära Hans Meyer waren Australier beim 1.FC Nürnberg angesagt, der FCN wurde zur Hochburg für die Männer vom fünften Kontinent. In der Rückserie 2006/07 standen gleichzeitig vier unter Vertrag, insgesamt spielten sogar fünf für den Club.
Spielten? Na ja, das ist vielleicht etwas übertrieben. Mittelfeldmann Dean Heffernan, der vor der Saison 2006/07 zum Club wechselte, kam zu keinem einzigen Bundesligaeinsatz und verließ den Valznerweiher nach einem Jahr wieder.

Joshua Kennedy (Foto) blieb in dieser Pokalsiegersaison ebenfalls ohne Spiel, was aber an einer schweren Verletzung lag. Der langmähnige Stürmer war der einzige aus dem Australier-Quintett, der schon vorher im deutschen Profifußball Erfahrung gesammelt hatte, er kickte für Köln, Wolfsburg und Dresden. In der Vorrunde 2007/08 kam er auf 12 Einsätze und ein Tor, doch in der anschließenden Winterpause  wurde er von  Trainer Meyer aussortiert und an den Karlsruher SC  weitergereicht.

Relativ hoch im Kurs stand bei Meyer indes Verteidiger Michael Beauchamp, der 2006/07 sogar den alten Haudegen Marek Nikl (damals in seinem neunten Vertragsjahr beim Club) auf die Bank verdrängte. Im Pokalfinale spielte trotzdem Nikl. Und als Meyer gehen musste, sank auch Beauchamps Stern. Insgesamt kam der Austtralier zwischen 2006 und 2008 auf 30 Erstligaeinsätze (1 Tor).

Wie Beauchamp spielte auch Spiranovic in der Abwehr, allerdings nicht oft. Er wechselte zur Rückserie 2006/07 zum Club und ging nach der Vorrunde 2009/10. Der oft von Verletzungen geplagte Defensivspieler absolvierte 10 Erst- und 8 Zweitligaspiele für den Club (kein Tor).
Die nachhaltigsten Spuren hinterließ eigentlich der ebenfalls vom Verletzungspech gebeutelte Dario Vidosic, immerhin gelang ihm ein Tor in Fürth beim 1:1. Das war in der Zweitligasaison 2008/09, wo er zudem „goldene Treffer“ bei den 1:0-Erfolgen über Freiburg und Ingolstadt  beisteuerte (11 Einsätze). In der Bundesliga kam der vor der Abstiegssaison 2007/08 verpflichtete Offensivspieler auf 18 Spiele für den Club (kein Tor). Zur Rückserie 2009/10 wurde er an den MSV Dusburg ausgeliehen, im Winter 2010/11 verabschiedete er sich endgültig Richtung Bielefeld. Sein letztes Spiel ging völlig daneben: Im November 2010 wollte   Trainer Dieter Hecking beim 1:3 gegen Kaiserslautern den vorherigen Ergänzungsspieler zum Rechtsverteidiger umschulen, ein missglücktes Experiment, noch vor der Pause war Schluss für Vidosic.
Damit war auch das Kapitel Australier beim Club zugeklappt. Vidosic und Spiranovic gehörten übrigens zum WM-Kader Australiens 2014, Kennedy stand immerhin im vorläufigen Aufgebot, wurde dann gestrichen. Als  bester Torschütze hatte er aber maßgeblichen Anteil an der Qualifikation. Sie können schon kicken, die Nürnberger Australier. Am Valznerweiher aber hatten sie kein Glück.

Meyer und Hecking diskutieren

20101218 HeckingEine hochkarätige Runde macht sich am kommenden Dienstag, 11. Januar, im Rahmen der „Nürnberger Gespräche zur Fußball-Kultur“ auf die Suche nach dem perfekten Spiel: „Die Fußball-Matrix“ lautet der Titel der Diskussion, Teilnehmer sind die Trainer Dieter Hecking (Bild) und Hans Meyer sowie der Journalist Christoph Biermann.

„Die Fußball-Matrix“ lautet auch der Titel des Buchs, mit dem der 50-jährige Biermann vergangenes Jahr den Preis der Deutschen Akademie für Fußball-Kultur für das beste Fußball-Buch des Jahres gewonnen hat. Meyer (68), der den 1.FC Nürnberg zwischen 2005 und 2008 trainiert und 2007 den DFB-Pokal mit dem Club geholt hatte, saß in der Jury, die Biermanns Werk auswählte. In der Diskussion trifft er nun auf einen seiner Nachfolger, den aktuellen Club-Coach Dieter Hecking (46).

In dem Gespräch wird es unter anderem um die Frage gehen, inwieweit die Wissenschaft in Trainingsbetrieb und Mannschaftsführung hineinwirkt.

Die  von Katrin Müller-Hohenstein (ZDF) moderierte Debatte findet auf Einladung der Deutschen Akademie für Fußball-Kultur sowie des Presseclubs Nürnberg im Marmorsaal (Gewerbemuseumsplatz 2) statt und beginnt um 20 Uhr, der Eintritt ist frei. Die Veranstaltung dauert so lange wie ein Fußballspiel – nämlich zirka 90 Minuten.

Meyer ist immer noch der Alte

Die Sportjournalisten werden sich gefreut haben: Der kauzige Hans Meyer antwortet auf politische Fragen genauso kryptisch wie  auf fußballfachliche, und der Moderator eines Politikmagazins tut sich mit dem Trainer-Original auch nicht leichter als sie früher. In „Hart aber fair“ meckerte Meyer jedenfalls in gewohntem Stil. Frank Plasberg wollte wissen, ob Meyer im Westen oder Osten glücklicher gewesen sei. „Das ist ja eine prima Frage ganz am Anfang“, grummelte Meyer und blieb die Antwort schuldig.  Auf ihn ist eben Verlass!

Hans gibt lieber den Schlaumeyer

energie_Hans Meyer, der frühere Club-Trainer, verbringt seinen „Wohlverdienten“ bekanntlich in Nürnberg. Vom Fußball kann einer wie er natürlich trotzdem nicht lassen. Deswegen besitzt Meyer eine Dauerkarte beim 1.FCN. Damit hat er offensichtlich mehr Spaß als die meisten anderen Dauerkartenbesitzer bislang. Alle zwei Wochen trabt nämlich Club-Trainer Michael Oenning an, um sich zu versichern, dass Meyer nicht auf seinen Job spechtet. Der beruhigt ihn dann jedesmal und erklärt außerdem brav, dass er auch nicht das Amt des Club-Präsidenten anstrebe („Ich gebe lieber den Schlaumeier ohne für die Folgen verantwortlich zu sein.“)
Gesagt hat er das in einem Interview im Magazin „11 Freunde“. Dort wurde er auch zu den aktuellen Gerüchten befragt, er würde für den entlassenen Lucien Favre die Berliner Hertha trainieren. So richtig voll verneint hat Meyer das nicht.

Meyer hin oder her, es steht zu befürchten, dass zum nächsten Heimspiel mit der Hertha der dritte Verein mit einem neuen Trainer im Frankenstadion aufkreuzt. Was das bedeutet, wissen wir spätestens seit den Niederlagen gegen Hannover und Bochum.

Ergebnis des Clubpräsidenten-Votings

Bevor noch mehr Leute sinnlos Lebenszeit mit Dauerklicken verschwenden oder weiter ihre Klickroboter bemühen müssen, ziehen wir hier jetzt einen Schlussstrich unter unser Clubpräsidenten-Voting.

Für diejenigen, die das Voting nicht dauernd verfolgt und alle Kommentare und Tweets gelesen haben, fassen wir noch einmal kurz zusammen:

Kurz nachdem das Voting online war, hat Ged Schmelzer (Bild) innerhalb von zwei Stunden knapp 150 Stimmen bekommen. Damit lag er natürlich erst einmal meilenweit vorne. Als das die Schmelzer-Gegner – und davon gibt es unter denjenigen Clubberern, die sich noch an dessen Amtszeit erinnern können, sehr viele – mitbekamen, gab es natürlich Protest in den Kommentaren und massenhaft Gegenklicks, die zumeist Andreas Köpke zugute kamen. Inzwischen führt jetzt auich Köpke mit 36 Prozent vor Schmelzer mit 27 Prozent (zieht man dort die 150 ab, wären es allerdings gerade mal 2,5 Prozent).

Hinter diesen beiden mit Vorsicht zu genießenden Klickergebnissen rangieren dann schon ziemlich abgeschlagen Klaus Wübbenhorst (7 Prozent), Hans Meyer (6), Günther Koch (6), Lothar Matthäus und Dieter Eckstein (je 5). Renate Schmidt, Franz Schäfer und Markus Söder kamen jeweils nur auf 2 Prozent.

Interessant ist, welche Namen sonst noch in die Diskussion geworfen wurden. Etwa Jürgen Klinsmann, Günther Beckstein, die Hoeneß-Brüder oder Marc Öchler – aber auch vergleichsweise eher Unbekannte, wie Alexander Bösch, Beder Herzner, Peter Hammer, Konni Winkler, Bruno Weizenkeim oder unser Clubfreund Thomas Susemihl. Auch der Ex-Sportchef der NZ, Dieter Bracke, wurde zwei Mal genannt. Einer schlug „seine Oma“ vor, ein anderer „einen arbeitslosen Clubfan“. Kommentator „kruemmel“ hält seine Frau für hervorragend geeignet: „Sie ist ein Finanzwunder“. Nicht zu vergessen auch noch die Drei-Dieter-Lösung (Eckstein, Lieberwirth, Nüssing).

Wenn also im nächsten Jahr ernsthaft über die Roth/Schäfer-Nachfolge entschieden wird, besteht zumindest kein Mangel an Kandidaten vorhanden. Hoffentlich haben die „Oma“ und das „Finanzwunder“ dann auch die Gelegenheit, sich entsprechend zu präsentieren.

Und noch was: Gerd Schmelzer soll, so erklärte uns ein Kollege, der häufiger mit ihm zu tun hat, überhaupt kein Interesse an einer Kandidatur haben.

Hans Meyer nervt

Ja, ich weiß, wir Club-Fans verdanken ihm eineinhalb tolle Jahre: Famose Aufholjagd im Frühjahr 2006, dann eine  grandiose Spielzeit 2006/07 mit Pokalsieg und Platz sechs. Aber wenn ich das aktuelle „kicker“-Interview des ehemaligen FCN-Trainers lese, muss ich sagen: Hans Meyer nervt. Der neue Coach von Borussia Mönchengladbach  gibt in dem Interview auf die Frage nach seiner Zukunft im Falle eines Gladbacher Abstiegs zu Protokoll: „Mein Kontrakt gilt für die 2. Liga, aber darüber müssen wir nicht sprechen. (…) Ich kann Ihnen versichern: Ein Hans Meyer liegt niemandem auf der Tasche.“ 

Ähnliches wurde er nicht müde auch in Nürnberg zu verkünden. Immer wieder betonte Meyer damals, dass man sich unkompliziert trennen könnte, wenn es mal nicht mehr passt. Aber als es dann soweit war, bestand er doch auf seinen Vertrag, geriet in einen Rechtsstreit mit dem Club und wollte trotz Entlassung auch in der neuen Zweitliga-Saison bezahlt werden. 

Wohlgemerkt: Es ist das gute Recht eines Trainers, ausstehende Gehälter einzufordern und gegebenenfalls auch einzuklagen. Die Vereine sind ja selbst schuld, wenn sie langfristige Verträge abschließen, obwohl sie  wissen, wie schnelllebig das Geschäft ist. Aber Meyer sollte diese Sprüche lassen. Man nimmt sie ihm nicht ab.

Meyer: Ein Fuchs oder was anderes?

Werfen wir mal aus gegebenem Anlass einen Blick auf das neue Wirkungsfeld des von vielen Clubfans noch hoch verehrten Pokalsiegers Hans Meyer (im Bild rechts).  Dass er den überstürzten Abgang von Co-Trainer Chrstian Ziege (im Bild links) heute bei Borussia Mönchengladbach zumindest mit zu verantworten hat, dürfte klar sein. Doch nun, das twittern gerade die Clubfans United plant Meyer noch einen weiteren Coup, er will sich angeblich den beim Club auf ziemlich unschöne Art abservierten Tomas Galasek zur Verstärkung der Abwehr holen. Was sagt man dazu?

Darum ist der Club abgestiegen

fm08.jpgZwischen virtueller und analoger Welt gibt es rätselhafte Wechselwirkungen. Ich zum Beispiel habe mich vor Jahren schon gerne als Fußballmanager betätigt. Habe mit dem Club dabei sogar die Champions League gewonnen und das Gleiche wenig später mit Schweinfurt 05 wiederholt. Das habe ich nur geschafft, weil ich gute Scouts hatte, die mir Tipps gaben, wo ich die kommenden Stars billig einkaufen konnte. So erwarb ich beispielsweise Robert Vittek und Jan Pollak. Als ich dann in den europäischen Wettbewerben stand, konnte ich mir auch Tomas Galasek und später sogar Jan Koller leisten. Das war alles, bevor der Club überhaupt daran dachte, diese Spieler zu kaufen. Nun könnte jemand einwenden, da sei nichts besonderes dran. Der Roth und der Bader spielen halt das gleiche Managerspiel und sparen sich so die Kosten fürs Spielerbeobachten in der realen Welt. Doch es gibt auch Zusammenhänge, die sich nicht so leicht erklären lassen: Der ehemalige Club- und jetzige Gladbach-Trainer Hans Meyer war auf dem Cover des Fußballmanager 2008. Damals war der Club Pokalsieger geworden und Hans Meyer der Trainer der Stunde. Doch kurz danach sackte der Club ab. Merkwürdigerweise passierte Ähnliches auch anderen „Coverboys“. Bei „FIFA 09“ war zum Beispiel Kevin Kuranyi vorne drauf, wenig später flog er aus der Nationalmannschaft. Auch Thomas Doll, der den Fußballmanager 2007 zierte, kam danach auf keinen grünen Zweig mehr. Davor waren Rudi Assauer, Lothar Matthäus oder Rainer Calmund drauf zu sehen. Inzwischen spricht man deshalb schon vom Cover-Fluch. Sollte das stimmen, wissen wir endlich, warum der Club abgestiegen ist. Und weil Jogi Löw „Fußballmanager 09“ ist, könnte es leicht sein, dass sich die deutsche Nationalmannschaft nicht für die WM qualifiziert und Jogi seinen Hut nehmen muss.