Peinlich, aber das Leben geht weiter

Da haben wohl einige den Schalter nicht gefunden. Vielleicht lag es auch an der Hitze, dass sich der FCN noch in den Ferien wähnte. Zum Beispiel Neuzugang Marcos Antonio. Wer auch immer glaubte, er hätte das Potenzial um Philipp Wollscheid zu ersetzen, in Havelse war davon jedenfalls nichts zu entdecken. Klose und Pinola wirkten gegen den Regionalligisten auch nicht stabiler. Vorne spielte der Club wie letzte Saison ohne Didavi: bemüht, aber ideenlos und ineffizient.

Letztlich hatte wohl aber auch Trainer Dieter Hecking mit seinem Schonprogramm (Kiyotake) und dann auch noch der Spielverlauf (schnelle, wenn auch unverdiente Führung) die Weichen in den Spielerköpfen falsch gestellt.

Der Plan, sich bei der Hitze nicht allzusehr zu verausgaben und gegen den unterklassigen Gegner sein Pflichtprogramm abzuspulen, ging jedenfalls voll in die Hose.

Jetzt fehlt jedenfalls schon mal das Geld aus dem Pokal. Die Aussichten, einen lukrativen Deal mit einem Trikotsponsor abzuschließen, sind auch nicht gestiegen. Genauso wenig wie die Hoffnungen, in der neuen Saison einmal nicht gegen den Abstieg kämpfen zu müssen. Gut, um mit Sepp Herberger zu sprechen: Der Pokal hat seine eigenen Gesetze und der HSV ist nicht Havelse.

Es gibt nämlich kaum einen Verein, gegen den der Club eine schlechtere Bilanz hat als den TSV Havelse. 2 Spiele, 2 Niederlagen. Vor 21 Jahren ist der FCN nämlich schon mal gegen die Niedersachsen im DFB-Pokal rausgeflogen. Damals allerdings erst nach Elfmeterschießen. Die Bundesligasaison schloß er dennoch auf dem 7. Platz ab.

Vielleicht ist der FCN eben einfach nicht multitaskingfähig. Wenn er sich früh voll auf die Liga konzentrieren kann, tut ihm das offensichtlich gut.