Zwei Nächte auf dem Relegationsplatz…

239628986So lange ist er ja noch gar nicht her, dieser erste Spieltag der Saison 2015/16. 3:6 verlor der 1.FC Nürnberg damals nach einer phasenweise völlig vogelwilden Vorstellung in Freiburg und stellte sich in der Tabelle gleich mal ganz hinten an. Niclas Füllkrug schmorte an jenem 27. Juli 90 Minuten auf der Bank. Seither hat sich viel getan, beim Club und bei Füllkrug.

Der Doppeltorschütze vom 4:0-Erfolg bei St. Pauli spielte nun auch zum Abschluss der Vorrunde beim 2:1-Heimsieg gegen den SC Paderborn eine wichtige Rolle. Er holte einen Freistoß heraus und versenkte ihn selbst zum Führungstreffer gegen den Bundesliga-Absteiger (34.). Nach einer knappen Stunde machte Füllkrug Platz für eine weitere Symbolfigur des Club-Aufschwungs. Kevin Möhwald hat damals in Freiburg zwar sein bislang einziges Saisontor erzielt, ansonsten aber schwach gespielt. Kein Wunder, musste er doch in der für ihn ungewohnten Rolle als rechter Außenverteidiger aushelfen, weil Celustka und Pachonik weg und Miso Brecko noch nicht da waren. Danach absolvierte der Neuzugang von Rot-Weiß Erfurt eine derart solide Vorrunde, dass seine neuerliche Degradierung zum Reservisten (in Hamburg durfte Möhwald beginnen, gegen Paderborn musste er dem nach Gelbsperre wieder zurückgekehrten Guido Burgstaller weichen) fast schon als Luxus erscheint. Trainer Rene Weiler hat momentan eben die Auswahl. Und Möhwald bringt auch als „Joker“ immer wieder Impulse. Gegen Paderborn legte er das 2:0 für Tim Leibold auf (73.) – bereits die achte Torvorlage des 22-Jährigen in dieser Spielzeit.

Der SC verkürzte zwar kurz vor Schluss durch Stöger (89.), musste aber letzten Endes verdient die Punkte in Nürnberg lassen. Und der Club rollt weiter das Feld von hinten auf: Platz 18 am ersten Spieltag, Platz 10 am 14. Spieltag, dann die Ränge 8 und 6. Durch den Sieg gegen Paderborn haben die Nürnberger mit nunmehr 27 Punkten auf jeden Fall schon mal Sandhausen (1:1 gegen Fürth/26 Punkte) hinter sich gelassen. Und weil St. Pauli (26) und Braunschweig (25) erst am Sonntag und Montag spielen, dürfen die Spieler des „Ruhmreichen“ jetzt zweimal als Tabellendritter übernachten.

Es läuft derzeit richtig gut für den Club. Allein: Am kommenden Wochenende kommt es zum Rückrundenauftakt zur Neuauflage des Duells mit dem SC Freiburg. Das ist dann ein ganz anderes Kaliber als der SC Paderborn, der auch unter seinem prominenten Neutrainer Stefan Effenberg bislang nicht die Trendwende schaffte, im Abstiegskampf feststeckt und wie der Club momentan einen Relegationsplatz belegt – aber eben den wesentlich ungemütlicheren Rang 16.

Aus der Krise gekämpft

Geht doch! Langsam arbeitet sich der Club wieder aus dem Tal und kämpft sich zum Erfolg. Wichtiger Heimsieg gegen Wolfsburg. Und das Gute: Der Club war 90 Minuten lang überlegen, spielte richtig Fußball, machte das Spiel, wie sich das im eigenen Stadion gehört, und wurde dann auch noch belohnt. Ebenfalls positiv: Mit dem VfL Wolfsburg wurde ein Mitkonkurrent in die Schranken verwiesen. Von wegen Köstnereffekt. Der FCN spielte da indirekt auch für seinen Ex-Trainer Felix Magath. Aber der kann uns wurscht sein.

Wir haben ja den Dieter Hecking und der hat heute nichts verkehrt gemacht. Er hat die Mannschaft super eingestellt. Hinten stand sie sicher. Besonders auffällig, dass die angeblich unverzichtbaren Stammkräfte Raphael Schäfer und Javier Pinola in keiner Minute vermisst wurden. Plattenhardt räumte hinten solide ab. Rakovsky blieb praktisch fehlerfrei und leitete, von Schäfer sieht man sowas kaum, ein paar Mal sogar gefährliche Konter ein. Zwar lief vorne manches noch überhastet, wurde mancher Pass zu ungenau gespielt. Aber wahrscheinlich kannst du dir sowas nur durch entsprechendes Selbstbewusstsein erarbeiten. Um so wichtiger, dass Gebhart mit seinem sehenswerten Flugkopfball (Bild) was in diese Richtung ablieferte.

Drei wichtige Punkte. Endlich mal wieder ein Tor und dazu noch ein Heimspiel relativ souverän gewonnen. So kann´s weiter gehen!

Wichtiger Zittersieg

Durchatmen! Wichtige drei Punkte gegen einen Kellerkollegen. Da kann man es auch verschmerzen, dass der Club es wieder (unnötig!) spannend gemacht hat. Gab es gegen Augsburg kaum Torchancen, hätte der Club eigentlich diesmal mehr als nur zwei Mal treffen können, ja müssen. Zwei Mal an den Pfosten, das leere Tor aus nächster Nähe nicht getroffen…

Egal! Am Ende zählen die Punkte und die sind gegen einen Mitkonkurrenten Gold wert, vor allem wenn auch noch die anderen Abstiegskandidaten verlieren. Ein gutes Spiel war das aber, seien wir ehrlich, trotzdem nicht. Da können auch die vergleichsweise vielen Torchancen nicht darüber hinwegtäuschen. Wenn zum Beispiel ein Timothy Chandler, der von außen Pekhart mit Flanken füttern sollte, gerade einmal eine von acht dieser Flanken zum eigenen Mann bringt, dann sieht man, wo es hapert. Auch wenn man sich nach der Pause von Köln einschnüren lässt und dann im Mittelfeld keiner für Ruhe sorgen kann. Dummerweise sind es beim Club immer andere, die patzen. Aber umgekehrt ist es genauso. So spielten Alexander Esswein (an beiden Toren beteiligt) und Markus Feulner diesmal groß auf. Und dass Tomas Pekhart endlich wieder ins Tor traf, ist natürlich auch klasse. Vielleicht ist der Knoten jetzt geplatzt. Ach so, Neuzugang Hanno Balitsch machte bis zu seiner Auswechslung ein gutes Spiel.

Insgesamt also: Aufwärtstrend!

Heimsieg, ole, ole, ole!

Klasse, Jungs! Mit 10 Mann noch zurückkommen und den ersten Heimsieg einfahren. Das ist umso klassiger, weil wir es vom Club so überhaupt nicht gewohnt sind. In der Vergangenheit ist der doch jedesmal nach Gegentoren eingebrochen.

Wobei, ohne Andi Wolf, das ist nicht wirklich eine Riesenschwächung. Da fehlt hinten nicht bloß ein Mann, sondern auch eine gewisse Unsicherheitskomponente. Aber egal: Jetzt jubeln wir erst mal!
20100922 Pinola jubelt mit Judt und Simons nach Tor zum 2:1

Und weil´s so schön ist, kann man sich hier den Spielbericht noch einmal anschauen.