Langsam fehlen die Worte

Die Woche:

  • Ein bisschen verwundert hörten wir, was Spieler und Trainer nach dem Auftritt in Stuttgart von sich gaben. Demnach war es offensichtlich eher Pech, dass das Spiel verloren wurde. Ist das schleichender Realitätsverlust oder soll auf die Zartbesaitung der Spieler Rücksicht genommen werden? Wenn letzteres stimmt, fragt man sich allerdings wie das zum brandredenden Palikuca passt. Kein Wunder, dass auch wir Fans manchmal schwankend sind, ob wir pfeifen oder Aufbauarbeit leisten sollen.
  • Ein Aussage nach dem Stuttgart-Spiel gab dann aber doch zu denken. Michael Frey erklärte, der Mannschaft habe am Ende die Kraft gefehlt. Kurz danach kamen übrigens Rufe nach Felix Magath und seinen Medizinbällen.
  • Geschichte scheint sich manchmal zu wiederholen. Vom Ingolstadt-Itermezzo unseres derzeitigen Trainers reden wir dabei (noch!) nicht. Vielmehr sind nach einer Club-Niederlage erneut Zweifel an der Identität eines Gegenspielers aufgetaucht. Diesmal geht es um den Schützen zum 1:1, mit dessen Einwechslung übrigens die Wende zugunsten des VfB kam. Wobei auch wir nicht genau wussten, heißt der nun Silas oder Wamangituka. Inzwischen kursiert auch der Name Mvumpa Katompa. Wie schon bei Bakery Jatta vom HSV soll der Spieler zudem ein Jahr älter sein. Der Club zeigte sich immerhin lernfähig und legte dieses Mal keinen Protest ein.
  • Der Begriff Trendwende trendet derzeit am Valznerweiher. Gerade so, als sei es nur eine Art Modererscheinung, dass der Club auch in der zweiten Liga nicht zurecht kommt.
  • Vergangene Woche hatten wir hier gefragt, wo sich denn der Aufsichtsrat versteckt. Prompt ist dessen Chef Thomas Grethlein aus der Versenkung aufgetaucht. Allerdings hat er sich nicht dazu gesäußert, wie der Club aus der Krise kommen will. Auch das eigene Vorgehen und dessen Auswirkungen auf die aktuelle Krise (Zweijahresplan) hat er nicht hinterfragt. Nein, er hat seiner Freude darüber Ausdruck verliehen, dass Nürnberg nicht zu den drei Absteigern im Rennen um den Kulturhauptstadttitel gehört. Ist wohl auch nur einer dieser Erfolgsfans, der Herr Grethlein.

Das Spiel:

Dass das kein schönes Spiel werden würde, war zu erwarten. Gegen Holstein Kiel konnte Jens Keller zwar wieder aus dem Vollen schöpfen und beispielsweise Robin Hack aufs Feld schicken. Der sollte offenbar die Konter fahren. Ansonsten überließ der Club, der bekanntlich nicht damit zurecht kommt, selber das Kommando zu übernehmen, den Gästen weitgehend das Spielgerät. Auch was Ecken, Passquote und Zweikämpfe anging, waren die Kieler im Vorteil. Echte Torchancen entwickelten sich allerdings hier wie da nicht.

Kampf und Krampf dominierten die Anfangsphase. Bis zur 37. Minute. Da bekam der Club nach einem Foul an Dovedan aus aussichtsreicher Position einen Freistoß. Den verwandelte dann ausgerechnet ein Verteidiger: Asger Sörensen hämmerte den Ball unhaltbar ins linke Eck.

Euphorie kam allerdings nur kurz auf. Keine zwei Minuten später fiel Özcan in Strafraum. Behrens, der zuvor schon durch etliche unglückliche Aktionen aufgefallen war, rutschte auf dem nassen Boden aus und zog den Kieler mit zu Boden. Eigentlich zu wenig für einen Elfmeter. Aber egal: Felix Dornebusch, die Nürnberger Nummer 5, hielt nämlich den vom „Gefoulten“ selbst geschossenen Strafstoß. So rettet der Club das 1:0 in die Pause. Wie schon in Stuttgart.

Zunächst lief es jedoch anders. In der 67. Minute war es Hack, der den Club mit 2:0 in Führung brachte. Da schien alles für den Club zu laufen. Da dachte man wieder mal: Jetzt ist sie da, die Wende, jetzt setzt sich die angebliche Qualität des Kaders durch. Allerdings war zunächst der aus der Vereinslosigkeit verpflichtete Clubkeeper Dornebusch mehrfach gefragt, um die Null zu halten. Die KStorche aus Kiel schlugen dann allerdings in der 77. Minute doch zu. Serra macht den Anschlusstreffer und schon begann erneut das Zittern. Der Club stand nur noch mit Mann und Maus hinten drin, um den lange ersehnten Sieg nach Hause zu fahren. Aber der Club, – vor allem der Club 2019 – wäre nicht der Club, wenn so etwas klappen würde. Mit der letzten Aktion erzielte Thesker noch den Ausgleich. Die Krise geht weiter. Nächstes Wochenende gibt´s Kellergipfel gegen Dresden. Es schwant einem nichts Gutes.

Ein Letztes:

Der Kader ist doch nicht so schlecht, wie viele behaupten: