Alles im Lot

Viele gute Nachrichten gab es auf der Mitgliederversammlung: Der Club, Meister der tiefroten Zahlen, macht tatsächlich Gewinn! Dass man das noch erleben darf. Mit einem Plus von 4,3 Millionen Euro vermeldet der Ruhmreiche das vielleicht beste Ergebnis der Vereinshistorie. Freilich dräuen trotzdem neue Geldsorgen, weil neben der TeamBank (easyCredit) auch Sponsor Areva wohl im Jahr 2012 aussteigt. Für die Club-Freunde ist aber auch das eine gute Nachricht. Atomenergie ist doch ohnehin von gestern.

Und in der Bundesliga sieht es ja sowieso gut aus momentan. Alles im Lot also? Naja, das Ergebnis bei der Aufsichtsratswahl gibt zu denken. Wie im Vorjahr Manfred Müller sind auch diesmal die Ex-Spieler unter den Kandidaten gescheitert, Marc Oechler hat sogar als einziger der amtierenden Räte (neben dem freiwillig ausscheidenden bayerischen Umweltminister Markus Söder, rechts im Bild) seinen Posten verloren. Er landete bei der Wahl nur auf Rang acht von zehn Kandidaten, lediglich die besten sechs zogen (wieder) ins Gremium ein. Etwas besser schnitt Horst „Leo“ Leupold ab, doch auch ihm fehlten satte 101 Stimmen auf den sechstplatzierten – später auch in der Funktion als Boss des Gremiums bestätigten – Klaus Schramm (links). Gut, Oechler, von 1989 bis 1999 für die Club-Profis in drei verschiedenen Ligen aktiv, hatte sich wohl durch die Debatten um seine Anlageberatungen um mehr Stimmen gebracht. Das Scheitern von Leupold, immerhin Meisterspieler von 1968, überrascht aber doch sehr.

Aber vielleicht brauchen die Mitglieder auch keine Ex-Spieler, wenn sie einen mitfiebernden Radiomann als volksnahen Vertreter im Gremium wissen. Günther Koch bekam das drittbeste Ergebnis – hoffentlich nimmt er diesmal die Wahl auch an; als SPD-Landtagskandidat von 2003 fuhr er zuerst ein tolles Ergebnis ein und lehnte das Mandat dann doch ab. Apropos SPD: Ulrich Maly ist die Rolle als strahlender Wahlsieger ja gewohnt. Auch bei der Ratswahl sicherte sich der Oberbürgermeister  Rang eins vor Peter Schmitt und Koch. Fanfavorit Christian Ehrenberg, wie Koch neu im Gremium, holte sich Platz vier, Klaus L. Wübbenhorst verteidigte sein Mandat als Fünfter.

Fahrstuhldiskussion mit Tom Brunner

„40 Jahre Club im Fahrstuhl“: So lautet der Titel einer Diskussionsveranstaltung, die am Donnerstag, 25. Juni, um 19.30 Uhr im Südpunkt (Pillenreuther Straße 147) stattfindet, der Eintritt ist frei. Sportreporter Günther Koch unterhält sich dabei mit drei Spielern, die das ewige Auf und Ab des „Ruhmreichen“ in den vergangenen vier Jahrzehnten mitgeprägt haben.

 

Thomas Brunner zum Beispiel bejubelt zwar auf unserem Foto aus dem Jahr 1993 den Klassenerhalt (im Hintergrund ist Christian Wück zu sehen), der durch ein 4:1 gegen Saarbrücken am letzten Spieltag sichergestellt wurde  – aber nur ein Jahr später ging es bergab. Der treue Tom, mit 328 Einsätzen Bundesliga-Rekordspieler des Clubs, war auch beim Abstieg 1984 und dem Wiederaufstieg 1985 dabei. Und er gehörte im letzten Jahr seiner Karriere 1996 zu jener Mannschaft, für die der Fahrstuhl dann in der Drittklassigkeit halt machte. 

Da war auch Frank Baumann schon dabei, der anschließend zwei Aufstiege und vor seinem Wechsel zu Werder Bremen noch den legendären Last-Minute-Abstieg 1999 mitmachte. Kochs dritter Gesprächspartner ist Horst Leupold. Er verteidigte beim Club, als dieser seine Liebe zum Fahrstuhl entdeckte: Im Jahr 1969 stieg der FCN erstmals ab, und zwar als amtierender Meister. 

Veranstaltet wird die Diskussion von der Deutschen Akademie für Fußball-Kultur im Rahmen der neuen Gesprächsreihe „Weißt du noch, damals“.