Da geht er hin, der Optimismus!

  • Aus gegebenem Anlass noch ein Nachtrag zum Testspiel gegen die Bayern: Das wurde bekanntlich von „Magenta Sport“ kostenlos übertragen. Jenem Sender, der die Rechte für die 3. Liga besitzt und sich da wohl rechtzeitig bei den Fans eines potenziellen Neuzugangs vorstellen wollte.
  • Für die Abwehr gab es in der Winterpause eine weitere Verstärkung. Bis zum Saisonende kommt der 194 Zentimeter große Grieche Konstantinos Mavropanos nach Nürnberg. Beim FC Arsenal sieht man ihn eher als Perspektivspieler. Hier wie schon beim zweiten Winterneuzugang Philipp Heise konnte der Club auf die guten England-Kontakte seines Scouts Kevin Cruickshank zurückgreifen.
  • Er war vom gegenwärtigen Kader am längsten beim Club, jetzt hat dieser Ondrej Petrak abgegeben; als Leihspieler zum Abstiegskonkurrenten Dynamo Dresden. Ablöse gibt es nur, wenn Petrak einschlägt, sprich Dresden drin bleibt und jemand anderes runtergeht, hoffentlich nicht Petraks dann höchstens kurzfristig ein bisschen reicherer Ex-Verein.
  • Erinnert sich noch jemand an Fuchs-Mühl? Damals dachten wir, Michael Köllner kann zaubern und seinen Heimatort Tore schießen lassen. Vergangene Zeiten! Köllner ist weg, Lukas Mühl spielt durchwachsen und Alexander Fuchs künftig für Unterhaching.
  • Kaderverkleinerung Nr. 3: Auch Lukas Jäger, bei Canadi noch Stammspieler, verlässt den Club. Er kickt ab sofort für Sturm Graz.
  • Selbst in seiner Heimatstadt wandelt der FCN gegenwärtig zwischen Langeweile und Desinteresse. Da da geht es in einer Veranstaltung in Nürnberg dann doch lieber um die, was den Absturz angeht, zugkräftigeren Sechziger. Und wenn die Nürnberger Zeitungen am 8. März eine Leserfahrt zum „Bayerischen Derby“ anbieten, dann geht´s nichtzum Club, sondern zu Bayern gegen den FC Augsburg. Richtiges Drama, richtiger Fußball, dasind wir zurzeit nicht dabei.
  • Nicht mit Ruhm bekleckert hat sich der FCN im Hinspiel gegen den HSV )0:4). Auch danach nicht mit der eher lächerlichen Klage wegen der Spielberechtigung eines HSV-Akteurs. Inzwischen wird über die Sache – sicher auch im Sinne des Hamburger Spielers – nicht mehr geredet. Da machte ausgerechnet der HSV-Sportvorstand Jonas Boldt das Faß ohne Not wieder auf und tönte, sein Verein habe gegen den Club „noch eine Rechnung offen“. Da sind dann leider manche Fans seriöser und vernünftiger als ihre Vostände.
  • Rettung aus Argentinien naht erst einmal nicht. Javier Pinola verlängerte seinen Vertrag bei River Plate um ein Jahr.

Das Spiel:

In Hamburg hatte Trainer Keller ein paar Überraschungen in der Aufstellung parat. Dass im Tor wieder die Nummer 1 Christian Mathenia stehen würde war noch zu erwarten. In der Innenverteidigung lief Neuzugang Mavropanos auf. Lukas Mühl sollte auf rechts verteidigen. Erstmals von Beginn dabei war Gnezda Cerin.

Wenn da ein Plan dahinter steckte, dann ging der schief. Bezeichnenderweise wurde Ceri9n noch in der ersten Halbzeit wieder ausgewechselt. Lediglich in den ersten Minuten konnte der FCN den Eindruck erwecken, dass die „Aufbruchstimmung“ nicht nur eine der mittlerweile üblichen Durchhaltefloskeln ist. Leider wissen aber die Gegner, wie man den Club immer noch knacken kann. Unter Druck begann die Abwehr (wo ist eigentlich die Verstärkung im defensiven Mittelfeld?) wie gewohnt zu schwimmen und so war es dann wenig verwunderlich, dass der HSV in der 18. Minute durch Jatta in Führung ging. Wie üblich machte sich dann wieder der Frust unter den Cluberern breit. Selbst einfachste Pässe landeten beim Gegner. Geordneter Spielaufbau: Fehlanzeige! Dann war es ausgerechnet Mavropanos, der ungeschickt im Strafraum zum Ball ging. Elfmeter! Bereits nach 29 Minuten führten die Hausherren mit 2:0 und beförderten den Club unsanft auf den Boden der Tatsachen. Der konnte froh sein, zur Halbzeit nicht höher zurückzuliegen.

Aus dem nichts kam der Club zunächst doch noch ins Spiel. Ex-FCN-Spieler Tim Leibold hatte wohl ein Einsehen und bediente Tim Handwerker, der zog in der 51. Minute aus 20 Metern ab und erzielte den Anschlusstreffer. Plötzlich hatte unsere Mannschaft Oberwasser und die Hamburger wirkten verunsichert. Leider dauerte das nur ein paar Minuten an. Dann bekam Margreitter den Ball an die Hand und Schiedsrichter Markus Schmidt entschied erneut auf Elfmeter. 3:1!

Jetzt hingen wieder die Schultern. Das Ding schien durch. In der 82. Minute erhöhte Jung noch auf 4:1.

Mittlerweile steht der FCN sogar auf einem direkten Abstiegsplatz. Bereits am Sonntag geht es weiter gegen Sandhausen. Hoffnung macht weder das Spiel in Hamburg, noch das, was die sportlich Verantwortlichen in der Winterpause zusammengezimmert haben.

Ein Letztes:

Fußball ist bekanntlich nur eine Nebensache. Doch auch um die wirklich wichtigen Dinge des Lebens. kümmert sich der FCN. Zum Beispiel um das Abnehmen. Für weibliche Clubfans wird dazu ein neuer Kurs angeboten. Voraussetzung: Clubmitgliedschaft und ein Bauchumfang von mindestens 88 Zentimetern.