Einer, der den Unterschied macht

Die Woche:

1. Am 13. Mai kommt zum Saisonfinale Spitzenreiter Fortuna Düsseldorf ins Morlock-Stadion. Nach dem Spiel ist in den Facebookveranstaltungen bereits eine Aufstiegsfeier angekündigt. Da werden bei den Älteren unter uns Erinnerungen an 1999 wach. Seinerzeit wurde auch bereits eine Nichtabstiegsfeier organisiert und dann schaffte der Club es noch, das Ding zu vergeigen.

2. Die zweite Liga geht in die entscheidende Endphase. Was da eigentlich völlig überflüssig ist, sind zusätzliche Baustellen. Trotzdem wird jetzt auch noch eine Torwartdiskussion vom Zaun gebrochen. Von der hat sich der Trainer allerdings inzwischen wieder distanziert.

3. Michael Wimmer verlässt den Club und geht zum FC Augsburg. Diese Personalie dürfte sich für die meisten eher unbedeutend anhören. Allerdings: Wimmer steht für jahrelange, erfolgreiche Jugendarbeit beim Club. Und somit ist das durchaus ein Verlust.

4. Mit der Schlagzeile „Köllner ist es EGAL“ machte die Zeitung mit den diesmal besonders großen Buchstaben Stimmung gegen FCN-Trainer Michael Köllner. Wahrscheinlich hatte der aber einfach nur keine Lust auf blöde Suggestivfragen zu antworten.

Das Spiel:

Trotz der Meldungen, er sei noch nicht so weit, ließ Köllner den lange vermissten Mikael Ishak auflaufen. Das Spiel gegen die stark abstiegsbedrohten Heidenheimer begann aber wie in den letzten Wochen gewohnt. Der Club hatte zwar mehr Ballbesitz, biss sich aber an der massierten Verteidigung des Gegners die Zähne aus. Der versuchte es mit Kontern und nach einer knappen halben Stunde war es dann passiert. Verhoek traf mit einem Sonntagsschuss aus gut 30 Metern ins Dreieck. Der Club lag wieder einmal hinten.

Doch jetzt erwies sich, wie wertvoll Ishak für uns ist. Der Gegentreffer wurde diesmal zum Weckruf. Fast im Gegenzug machte Behrens auf Flanke von Leibold erst den Ausglich und eine Minute später eroberte Ishak am Strafraum den Ball, den dann Eduard Löwen im Gästetor versenkte. Beim Club war auf einmal wieder die alte Lockerheit im Sturm da. Daher war das 3:1 durch Stefaniak in der 38. Minute fast die logische Folge. Wieder geht der Assist an Ishak. Der hat allerdings durch sein Bemühen, keinen Ball verloren zu geben und den dann auch vorne festzumachen, bis die Kollegen aufgerückt sind, wesentlich zum Umschwung beigetragen. Kurz vor der Pause hatte der Clubstürmer sogar noch die Chance zum 4:1, verzog aber.

Nach der Pause kam dann Tobias Werner für Ishak, dem Köllner offenbar noch nicht die volle Spielzeit zutraute. Prompt war es vorbei mit der Torgefährlichkeit. Wobei allerdings auch Schiedsrichter Pfeifer zum Spielverderber wurde. Statt eines durchaus vertretbaren Elfers gab er Werner wegen angeblicher Schwalbe Gelb, zudem übersah er ein klares Handspiel im Strafraum. Dass es noch einmal eng wurde, hatte sich der Club jedoch selber zuzuschreiben. In der 52. Minute unterlief Bredlow eine Flanke, die der gerade erst eingwechselte Heidenheimer Dovedan zum Anschlusstreffer nutzte.

Danach hielt der Clubtorwart allerdings mehrfach in letzter Not den Dreier fest. Unnötig zu sagen, dass das uns Fans wieder ziemlich Nerven gekostet hat. Aber am Ende ging es gut. Der Club hat seine Durststrecke beendet und endlich wieder mal einen Sieg gelandet. Der ist umso wertvoller, nachdem die Konkurrenz Punkte liegen gelassen hat.

Ein Letztes:

Der Hashtag #buerofussballer ist dieser Tage wieder auferstanden. Das verspricht belanglosen Zeitvertreib für den angestellten Fan. Der denkt sich dann zum Beispiel Thomas von Spesen aus oder Daniel Bürofka. Bei sowas ist dann auch der offizielle Clubaccount mit von der Partie. Blöd nur, wenn dann auch solche Tweets eintrudelt.

Unglückliche Verletzung, glückliches 0:0

Die Woche:

1. Nur selten erfährt die Öffentlichkeit davon, dass der Club auch einen Aufsichtsratsvorsitzenden hat. Das ist durchaus nicht negativ zu verstehen. Bedeutet es doch meistens: Der Laden läuft. Jetzt hat der Nürnberger Presseclub den FCN-Aufsichtsratschef trotzdem und eigentlich ohne Not ins Rampenlicht gerückt. Und Thomas Grethlein hat auch pflichtschuldig das eine oder andere von sich gegeben, damit die Pressekollegen was zu schreiben haben. Am griffigsten war wohl seine Prognose, der Club werde weiterhin Pendler zwischen erster und zweiter Liga bleiben. Einerseits eine realistische Einschätzung, die belegt, dass man beim FCN nicht abhebt. Andererseits vielleicht das falsche Signal an etwaige Sponsoren heranzuführen und junge Talente zum Bleiben zu ermuntern.

2. Fast drei Jahre ist es her, da wurde ein polnischer Fußballfan durch ein Gummigeschoß der Polizei tödlich verletzt. Fans in ganz Europa erinnerten an den Vorfall. Ein Nürnberger Fan wurde deshalb zunächst zu einer Haftstrafe verurteilt. In der 2. Instanz wurde das Verfahren gegen ihn jetzt eingestellt. Das Gericht konstatierte einen Übersetzungsfehler (demnach entspricht die Abkürzung CHWDT dem englischen ACAB) . Für das Verfahren muss jetzt der Steuerzahler aufkommen.


Das Spiel:

Am Millerntor ließ Trainer Michael Köllner die gleiche Elf auflaufen, die schon gegen Aue Wiedergutmachung betrieb. Wiedergutmachung war nach der unglücklichen Niederlage im Hinspiel auch gegen St.Pauli angesagt. Da hatte der Club zwar Chancen im Überfluß und dominierte das Spiel, kassierte aber ein blödes Gegentor. Diesmal besaß freilich der FC St.Pauli ein deutlichens Chancenplus. Allerdings ohne was daraus zu machen.

Der Club versuchte zunächst über Spielkontrolle nach vorne zu kommen und hatte zumindest die erste Großchance. In der 25. Minute traf Mikael Ishak per Kopf allerdings nur den Pfosten. Beim Nachschuss verletzte er sich leider am Innenband und musste runter. Auf der Clubbank merkte man, für diese Situation gibt es eigentlich keinen Plan B. Joker Teuchert ist bekanntlich bei Schalke. Schließlich wechselte Köllner Tobias Werner ein, der sich zwar gleich mit einer gelben Karte einführte, aber ansonsten nicht viel Torgefahr verbreitete. Bei den weiteren Angriffsbemühungebn war das Fehlen von Ishak deutlich zu spüren. Dafür kam Pauli mehrfach dem 1:0 nahe. Einmal rettete Fabian Bredlow auf Linie, ein zweites Mal Leibold.

Auch in der zweiten Halbzeit hatte St. Pauli die besseren Torgelegenheiten. Die größte in der 78.Minute als Bouhaddouz allein vor Bredlow auftauchte, der aber mit einer Weltklasseparade den Club im Spiel hielt.

Am Ende muss man mit dem Punkt zufrieden sein. Ein Selbstläufer ist der Aufstieg eben nicht, selbst wenn die Konkurrenz schwächelt. Wichtiger als die zwei verlorenen Punkte (wobei das diesmal eher ein Punktgdewinn war) ist ohnehin, dass Ishak bald wieder eingreifen kann.


Ein Letztes:

So schnell kann es gehen. Noch letzte Woche wurde der FC Kaiserslautern mit Häme überschüttet, weil er Martin Bader als Sportvorstand engagiert hatte. Jetzt landete der FCK im ersten Spiel mit Bader einen Sieg gegen Aufstiegskonkurrent Holstein Kiel und schon gibt es Dankadressen: