Langsam wird´s professionell

1. Nun gut, es hat ein bisschen gedauert, aber trotzdem ist der Club mit seinem eSports-Einstieg noch relativ weit vorne. Dafür hat er zwei Fifa-Zocker eingekauft, die den 1.FCN jetzt auf dem virtuellen Rasen voranbringen sollen. Um den herum muss zumindest schon mal kein – selbst im Unterhalt sündteures – Stadion gebaut werden.

2. Dass mittel- bis langfristig weiter an einem Stadionneubau festgehalten wird, erklärte Finanzvorstand Michael Meeske auf der Jahrenshauptversammlung. Selber Geld in die Hand nehmen wird der Club allerdings kaum können. Im Gegenteil, der Schuldenberg ist im vergangenen Jahr um weitere 1,9 Millionen auf inzwischen über 20 Millionen Euro angewachsen. Nichts war es also mit der vermuteten schwarzen Null (die aber wenigstens auf dem eigens zu FCN-JHV kreierten Bullshitbingo abgehakt werden konnte). Mit ein Grund war der Wegfall des Sponsors Wöhrl. Auch wenn Meeske angeblich zahlreiche Arbeitsessen mit potenziellen Unterstützern intus hat, zeigt sich hier erneut ein Problem der Region: Zahlungskräftige Firmen fehlen oder engagieren sich lieber beim FC Bayern bzw. in anderen Sportarten. Ansonsten war es eine selten harmonische Veranstaltung (trotz des prognostizierten Zündstoffs), was sich unter anderem auch darin niederschlug, dass die drei „abgelaufenen“ Aufsichtsräte Stefan Müller, Thomas Grethlein, der zuvor schon in der NZ eine ganzseitige „Regierungserklärung“ abgeben durfte. und Günther Koch wiedergewählt wurden. Manch einer machte für diese Harmonie den Derbysieg verantwortlich-

3. Der FC Bayern setzt im deutschen Fußball bekanntlich die Maßstäbe. Jetzt hat er Jupp Heynckes als neuen Trainer verpflichtet. Das führt uns alte Glubberer zu der Frage: Was treibt eigentlich Michael A. Roth?

Das Spiel:

Wegen der Länderspielpause bot sich für die Clubprofis – und damit auch für uns Fans – wieder einmal die Gelegenheit, unbekannte Ortschaften der Umgebung kennenzulernen. Diesmal ging es in das 1169 Einwohner zählende Pfarrdorf Meckenhausen. Das gehört zu Hilpoltstein, was jetzt auch nicht gerade eine Weltstadt ist. Unter solchen Voraussetzungen stellt sich leicht Überheblichkeit ein. Die war jedoch fehl am Platz. Gerade mal zu einem 6:1 langte es für den Club. Aber in diesen Fällen zählen ja nicht Ergebnisse, sondern Erkenntnisse – und da dürften schon angesichts der eingesetzten Nachwuchshoffnungen einige dabei gewesen sein.


Ein Letztes:

Die Kollegen von Clubfans_United haben für die Nachwelt dieses schöne Fazit aus der Jahreshauptversammlung festgehalten:

Viagogo goes gar nicht

Da haben wohl Vorstand und Aufsichtsrat die Stimmungslage etwas falsch eingeschätzt. Bei der Jahresmitgliederversammlung am Dienstag stand jedenfalls plötzlich ein Thema ganz oben, das die Herren gar nicht im Fokus hatten: Viagogo. Dass die Fans über diese Abzocke sauer sind und das nicht bloß in Nürnberg, hätten unsere Cluboberen unter anderem auch hier im Blog lesen können.

Die Antworten wären dann bestimmt fundierter ausgefallen. Aber vielleicht ist da eine gewisse Intransparenz auch Absicht. Wie groß ist eigentlich das Kontingent, das über Viagogo vertickt wird? Wann wird der Vorverkauf eingestellt, damit Viagogo nicht leer ausgeht? Wie lange läuft der Vertrag? Durch was sind 21 Euro Bearbeitungsgebühr gerechtfertigt? Da hätte man gerne Antworten gehabt.

Aber immerhin: Am Dienstag zeigte sich, dass geballte Fanpower auch etwas bewirken kann. Die Zusammenarbeit mit Viagogo wird jetzt überprüft.

Freilich hätte man erwarten können, dass der Vorstand seine Hausaufgaben vor und nicht nach der Mitgliederversammlung macht, dann hätte es auch weniger Gegenstimmen bei der Entlastung gegeben.