Clubspieler in die Nationalelf! Bloß in welche?

wolfIrgendwie ist es schon erstaunlich: Kaum gewinnt der Club ein paar Mal, schon kommen sogar Nationaltrainer, ja selbst Manchester United, an und buhlen um die Nürnberger Spieler. Mehmet Ekici konnte sich gar entscheiden, spiele ich für Deutschland oder die Türkei. Bei Andi Wolf ist das zwar nicht der Fall. Jogi Löw winkte schon einmal (bevor sich Wolf schwer verletzte) ab. Aber Wolf, der 1982 in Tadschikistan geboren wurde, braucht die Sympathie Löws gar nicht. Er kann – und wird möglicherweise schon bald – für Russland spielen. Der dortige Trainer Dick Advocaat hat ihn jedenfalls im Visier. Wir gönnen es ihm auf jeden Fall.

Das ist jedenfalls besser als bei Ilkay Gündogan. Der wird wohl – dann aber für Deutschland – erst Nationalspieler, wenn er nicht mehr für den Club spielt. Es ist nämlich so: Nürnberg liegt zwar in Deutschland, wenn es aber um die Nationalelf geht, dann liegt es ganz weit weg.

Nutella im Hirn

Der Club soll froh sein, dass er in der 2. Liga spielt, wo es etwas rustikaler zur Sache geht und wo statt Mimosen, Nesseln oder höchstens Gänseblümchen wachsen. Was derzeit eine oder zwei Ebenen höher abgeht, erinnert mich verdammt an Andi Möller („vom Feeling her hab ich ein gutes Gefühl!“), der damals noch ein Einzelfall war.

Was erlauben Kuranyi, Frings oder Ballack? Wenn Leute, die noch nie (Kuranyi) oder schon lange keine (Ballack, Frings) gescheiten Leistungen abgeliefert haben, anfängen von Stammplätzen, Kapitänsämtern, Pfründen etc. zu faseln, da stimmt doch was nicht. Nutella im Hirn, würde ich sagen, und muss ausnahmsweise mal den Franz Beckenbauer loben, der gesagt hat:

Das ist ein Mimosenhaufen geworden, das ist schier unglaublich. Die sollen ihren Mund halten und Fußball spielen.

So, und jetzt ein Arbeitssieg gegen Koblenz. Ich habe fertig!

Darum ist der Club abgestiegen

fm08.jpgZwischen virtueller und analoger Welt gibt es rätselhafte Wechselwirkungen. Ich zum Beispiel habe mich vor Jahren schon gerne als Fußballmanager betätigt. Habe mit dem Club dabei sogar die Champions League gewonnen und das Gleiche wenig später mit Schweinfurt 05 wiederholt. Das habe ich nur geschafft, weil ich gute Scouts hatte, die mir Tipps gaben, wo ich die kommenden Stars billig einkaufen konnte. So erwarb ich beispielsweise Robert Vittek und Jan Pollak. Als ich dann in den europäischen Wettbewerben stand, konnte ich mir auch Tomas Galasek und später sogar Jan Koller leisten. Das war alles, bevor der Club überhaupt daran dachte, diese Spieler zu kaufen. Nun könnte jemand einwenden, da sei nichts besonderes dran. Der Roth und der Bader spielen halt das gleiche Managerspiel und sparen sich so die Kosten fürs Spielerbeobachten in der realen Welt. Doch es gibt auch Zusammenhänge, die sich nicht so leicht erklären lassen: Der ehemalige Club- und jetzige Gladbach-Trainer Hans Meyer war auf dem Cover des Fußballmanager 2008. Damals war der Club Pokalsieger geworden und Hans Meyer der Trainer der Stunde. Doch kurz danach sackte der Club ab. Merkwürdigerweise passierte Ähnliches auch anderen „Coverboys“. Bei „FIFA 09“ war zum Beispiel Kevin Kuranyi vorne drauf, wenig später flog er aus der Nationalmannschaft. Auch Thomas Doll, der den Fußballmanager 2007 zierte, kam danach auf keinen grünen Zweig mehr. Davor waren Rudi Assauer, Lothar Matthäus oder Rainer Calmund drauf zu sehen. Inzwischen spricht man deshalb schon vom Cover-Fluch. Sollte das stimmen, wissen wir endlich, warum der Club abgestiegen ist. Und weil Jogi Löw „Fußballmanager 09“ ist, könnte es leicht sein, dass sich die deutsche Nationalmannschaft nicht für die WM qualifiziert und Jogi seinen Hut nehmen muss.