Befallen vom FCB-Syndrom

Wir haben uns hier bereits früher in der medizinischen Diagnostik Fußball-affiner Krankheiten versucht. Zum Beispiel haben wir im Clubfreunde-Blog erstmals das Waldi-Syndrom definiert und so einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Diesmal geht es um das FCB-Syndrom oder FC-Bayern-Syndrom. Das ist zwar schon seit Jahren bekannt, allerdings wurde mit dem Begriff seinerzeit Erfolg bei gleichzeitiger Unbeliebtheit erklärt. Inzwischen hat sich das Krankheitsbild gewandelt. Durch noch mehr Erfolg (Triple) verblasst der Faktor Unbeliebtheit fast völlig. Wenn einer alles gewinnt, sind die anderen generell die Loser, also auch all jene, bei denen man unbeliebt sein könnte. Man muss diese also nicht mehr ernst nehmen.

Die Gründe,die zu einer Infektion führen, liegen vorwiegend im persönlichen Bereich. Den am FCB-Syndrom Leidenden geht es wie den meisten Menschen: Sie gewinnen selten und haben meist nicht den Erfolg, der ihnen zustünde. Anstatt sich damit abzufinden, versuchen sie als Fan des FCB zu demonstrieren, dass sie in Wirklichkeit Siegertypen und zu Höherem geboren sind. Gleichzeitig bietet ihnen dies die Chance, Andersfanige (also zum Beispiel Clubfans) mit herablassendem Blick in die Verliererecke zu stellen und sie so als lästige Konkurrenz im beruflichen Alltag auszuschalten. weiter lesen

Klatsche für den Club und die Experten

Der 6:2-Niederlage gegen Aachen etwas Positives abzugewinnen, ist zwar nicht einfach, aber es geht. Denn eine Klatsche bringt manchmal mehr Erkenntnisse, als eine knappe Niederlage. Zum Beispiel die, dass nicht nur die Spieler und das Umfeld – um die Skifahrersprache zu bemühen – „verwachst“ hatten, und zwar total.

Auch die Expertenmeinungen wurden konterkariert. Unsere Sportjournalistenkollegen sahen den Club fast unisono wieder auf Aufstiegskurs. Auch andere Fachleute meinten, der FCN habe sich nun an die 2.Liga gewöhnt und sei bislang meistens unter Wert geschlagen worden.

An die Stimmung im Aachener Tivoli hatten sich unsere Spieler allerdings ganz offensichtlich noch nicht gewöhnt. Auch an Schneetreiben und schlechtes Wetter. Doch das gehört auch dazu, wenn man aufsteigen und in der 2.Liga oben mitspielen will.

Im Augenblick sieht die Momentaufnahme jedenfalls so aus: Die Fürther packens (endlich, und vielleicht nur aus Daffke), der Club ganz offensichtlich nicht. Insofern ist der Blick auf die Tabelle für den Club-Fan fast noch peinlicher als der Auftritt in Aachen.

Bevor jetzt jedoch Ärger und Frust hochkochen und eventuell vorschnelle Entscheidungen getroffen werden, verweisen wir auf unsere, noch laufende Tiefpunkte-Abstimmung. Ein Blick in die Geschichte relativiert manches doch ein bisschen.

Wortkarge Journalisten

Vor dem Rostock-Spiel hat Club-Trainer Michael Oenning den hiesigen Sportkollegen Antwort auf alle drängenden Fragen gegeben. Nur: So richtig drängte da nichts. Was hat Mario Breska? Das war schon der Höhepunkt, dem die Antwort „Er hat Probleme mit dem Wadenbeinköpfchen“ in nichts nach stand.

Die Pressekonferenzen werden bekanntlich aufgezeichnet und ins Internet gestellt. Alexander von den Clubfans United wunderte sich danach, warum den Journalisten da nicht mehr eingefallen ist. Ich muss gestehen, nachdem ich das Video gesehen hatte, dachte ich auch: Komische Veranstaltung. Vor allem hatte ich das Gefühl, der Oenning nimmt meine Kollegen nicht so ganz ernst.

Also bin ich gleich zu unserem Sportchef gerast um ihn  zu interviewen, was denn da los sei. Nichts, sagt er. „Der Club beantwortet zur Zeit alle Fragen auf dem Platz.“ Na, dann bin ich mal gespannt, wie er die Sportredakteure heute abend entlastet.