Treffsicherer Alterspräsident

20110119 SimonsAusgerechnet unser Alterspräsident räumte uns den Weg frei in Richtung Viertelfinale. Als Torjäger ist Timmy Simons bisher nicht aufgefallen, null Treffer in 18 Ligaspielen weist die Bilanz aus. Doch in Offenbach traf der 34-Jährige gleich doppelt und avancierte zum „Matchwinner“.

Gut, das erste Tor war ein klassischer Abstauber,  und beim 2:0 hat  Mittelfeldkollege Jens Hegeler den Belgier angeköpft – Simons konnte wenig dafür, dass der Ball ins Tor sprang. Aber drin ist drin. Und der Club ist weiter drin und Kickers Offenbach draußen. Übrigens hat Simons auch schon beim 3:0 in Elversberg getroffen, vielleicht liegt ihm ja der DFB-Pokal.

Und nachdem wir die Fußball-Großmächte Trier, Elversberg und Offenbach schon ausgeschaltet haben, dürfte es wohl auch im Traditionsduell bei Schalke 04 keine großen Probleme geben. Nein, im Ernst: Ein Aus gegen den klassentiefsten Verein im Feld  wäre schon bitter gewesen, auch wenn der Club mit diesbezüglichen Blamagen  ja Erfahrung hat (Ulm, Havelse, Hertha Amateure…). Jetzt darf man weiter von einem Ausflug nach Berlin träumen. Und der Ex-FCN-Coach Wolfgang Wolf kann sich jetzt wieder voll auf den Aufstiegskampf in der Dritten Liga konzentrieren, wie es immer so schön heißt. In der Sportschau war zu sehen, wie er Pinola herzte, den er 2005 an den Valznerweiher holte – wie übrigens viele jener Spieler, die 2007 unter Hans Meyer den DFB-Pokal holten. Auch Daniel Klewer, Elfmeterheld der Pokalsaison, war ein Wolf-Einkauf. Bin sehr dafür, den in Schalke nochmals als Reservetorwart zu reaktivieren, denn ein 0:0 mit anschließendem Elfmeterkrimi kann ich mir da sehr gut vorstellen…

Böser Bube Pinola

urn:newsml:dpa.com:20090101:101027-10-13525Oh Mann, Pino, du böser Bube. Kann man das gutheißen? Da hebt unser Pulikumsliebling ab wie weiland Andi Möller in seinen besten Tagen und schindet dreist einen Elfmeter. Und dann tritt er auch noch selbst an – und wer nun geglaubt hatte, Pinola nominiert sich doch noch selbst für den Fairplay-Preis und drischt das Leder absichtlich in die Wolken, der sah sich getäuscht: der Argentinier verwandelte vielmehr auf alte Fußball-Weisheiten pfeifend den Strafstoß selbst zum vorentscheidenden 2:0.

Mit Regionalligist Elversberg habe ich dennoch wenig Mitleid, denn der David tat einfach zu wenig, um in der zweiten Pokalrunde seine Außenseiter-Chance zu nutzen. Vermutlich wollte sich der Viertligist nach den guten Erfahrungen in Runde eins gegen Hannover wieder ins Elfmeterschießen retten. Dabei hätte der SV doch wissen müssen, dass der Club immer für eine Blamage gut ist. Erinnert sei nur daran, dass es der FCN geschafft hat, mal als Bundesligist gegen einen Fünftligisten rauszufliegen – das ist in der Pokalgeschichte einmalig (2001 in Ulm). Legendäre Pleiten handelte sich der FCN auch in Havelse (Saison 1991/92) oder bei den Amateuren von Hertha BSC Berlin (1992/93) ein.   Doch in Elversberg liest man keine Fußball-Geschichtsbücher, und so versteckte sich das freilich tapfer kämpfende Team in der Defensive und ist nach den Toren von Schieber, Pinola und Routinier Simons nun draußen. Schiebers Taktik sollte der Club übrigens auch bei anderen Auswärtsspielen beherzigen: „Hinfahren, gewinnen, heimfahren.“

Am Sonntag steht nun die Auslosung fürs Achtelfinale an. Ich für meinen Teil will übrigens keinen attraktiven, sondern einen schlagbaren Gegner. Kickers Offenbach zum Beispiel. Dort ist Andreas Möller inzwischen Sportdirektor. Der könnte dann mit Pino Erfahrungen austauschen.