Frankenderby zum Abgewöhnen

Dass der fränkische Profifussball auf den Hund gekommen ist, das kann man leider nicht bloß der Tabelle entnehmen. Was da heute in der Würzburger Flyeralarm-Arena von den beiden Mannschaften abgeliefert wurde, hatte mit besagter Sportart nur noch wenig zu tun. Ein Spielfluß war kaum erkennbar. Spielideen und ein Spielplan auch nicht. Wobei man den Würzburgern zumindest attestieren muss, dass sie wohl die Absicht hatten, nach der frühen Führung eher destruktiv ans Werk zu gehen.

Bis zur 10. Minute hatte nämlich der Club noch durchaus ansehnlich agiert, sich eine Überlegenheit erspielt und Druck aufs Würzburger Tor entwickelt. Allerdings ohne dabei richtig gefährlich zu werden. Das gelang den Kickers bei ihrer ersten Chance ungleich besser. Rama wird von Behrens und dem erneut indisponierten Kapitän Brecko nicht attackiert und markiert so das zu diesem Zeitpunkt doch ziemlich überraschende 1:0. Danach verlor der Club völlig den Faden und wurde von den Kickers zeitweise regelrecht vorgeführt. Erst gegen Ende der ersten Hälfte gelingt es, ein paar Chancen zu generieren. weiter lesen

Kein Sieger im Frankenderby

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Wer ist die Nummer eins in Franken? Die Antwort ist erst einmal vertagt. Tabellarisch sind es weiterhin die Kickers aus Würzburg. Gefühlt ist es der Club. Das Frankenderby ging zwar 2:2 aus. Doch der Club erzielte seine Tore dank einer Energieleistung von Guido Burgstaller und dank des Powerplays in der Schlussphase. Die Würzburger hingegen machten ihre mit Glück und mit Hilfe von Schiedsrichter Gerach.

Zunächst herrschte allerdings Langeweile im Derby, das in dieser Konstellation zum letzten Mal vor etwas 40 Jahren stattfand. Die Würzburger waren als Sechster zum Neunten gekommen. Insofern war ein gewisser Respekt sicher gerechtfertigt. Dazu kam wohl auch, dass man den Aufsteiger noch nicht so kennt und schon deswegen Vorsicht walten ließ. Die erste Halbzeit fand deshalb fast ausschließlich im Mittelfeld statt. Torszenen gab es so gut wie keine. Die Abwehrreihen standen gut und für die ohnehin schon unter unwirtlichen Witterungsbedingungen leidenden Zuschauer gab es wenig, woran sie sich erwärmen konnten. Bis zur 45. Minute. Da zeigte Guido Burgstaller, wie wertvoll er für den Club ist. Mit einer Einzelaktion tanzte er erst drei Würzburger aus und brachte dann noch den Ball im Tor unter. Gerade noch rechtzeitig, bevor Schiri Gerach zur Pause in die Pfeife blasen konnte.

Jetzt, so schien es, war das Abwehrbollwerk der Unterfranken geknackt und der von diesen nicht ungeschickt zum Favoriten gestempelte FCN auf der Siegerstraße. Zumal der Club weiter drückte und dem 2:0 näher war. Bis zur 54. Minute. Da landete der Ball beim Würzburger Soriano, der den Ball einfach mal aus der Drehung Richtung Tor zog und weil Mühl ihn noch abfälschte, gab es für den ansonsten wieder talelosen Thorsten Kirschbaum nichts zu Halten. Schlimm genug, dachte man. Doch nur eine Minute später attackiert Hovland den eingewechselten Rama vor dem Strafraum, der fällt dann erst innerhalb des Sechzehners und der Schiedsrichter zeigt auf den Punkt. Verdient war der Elfer allenfalls aufgrund der im Vergleich zum Clubverteidiger besseren Schauspielleistung des Würzburgers. Die Kickers drehten so innerhalb von nicht einmal zwei Minuten ein vom Club schon gewonnen geglaubtes Spiel. Dazu holte sich der im Spielaufbau wieder einmal arg ausbaufähig agierende Clubkapitän Miso Brecko auch noch die fünfte gelbe Karte und fehlt somit gegen den VfB Stuttgart.

Das war es dann aber mit den Blackouts zuungunsten des FCN. Der machte weiter Druck, zumal Trainer Schwartz auch noch mit Teuchert und Salli zwei frische Offensivkräfte einwechselte und zwar bereits nach einer Stunde (bislang wechselte er meistens wesentlich später). Der Club schnürte die Kickers teilweise regelrecht in deren Hälfte ein. Allerdings dauerte es bis zur 89. Minute ehe ausgerechnet Hovland den längst verdienten Ausgleich markierte. Zu mehr reichte es dann leider nicht. Schade!