Wenn höhere Mächte mitspielen

  • Der Kicker hatte anhand diverser Vergleichszahlen (angekommene Flanken, Weitschussgegentore, Konteranfälligkeit…) dargelegt, dass der Club zurecht mit der roten Laterne herumläuft. Unser Noch-Trainer hatte diese Statistiken angezweifelt. Für ihn zähle nur eine Statistik, das sei die Tabelle. Die sagt aber eben auch nichts anderes aus.
  • Auch anderweitig erzählt Michael Köllner derzeit viel. Hier beruhigt er uns zum Beispiel mit der alten oberpfälzer Bauernregel: „Am Ende wird alles gut, und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.“
  • Trotzdem wollte man beim Club das öffentliche Begleitkonzert möglichst leise drehen. Deswegen wurde ein Geheimtrainig angekündigt. Bild war trotzdem dabei (und begegnete dabei auch noch zufällig der angekündigten Verstärkung) . Wenn du unten stehst, klappt halt vieles nicht. Vielleicht war der Schiedsrichter schuld.
  • Günstig Erfahrung einkaufen, das war die Vorgabe für etwaige Wintertransfers. Jetzt gilt es Vollzug zu melden. Der früher für die Fürther Kräuter und dann für den HSV spielende Ivo Ilicevic soll es richten. Die Familie des 32-Jährigen, der derzeit vereinslos ist, wohnt ohnehin schon hier. Sieht so aus, als wären sich da zwei Billigheimer in die Arme gestolpert.
  • Auch auf anderen Ebenen sind Highlights offenbar rar gesät: „Spannender Tag für Niels #Rossow. Der Club-Vorstand war heute auf dem Unternehmerkongress, referierte und führte viele interessante Gespräche. #fcn pic.twitter.com/lMXvXzkhj3 “ — 1. FC Nürnberg (@1_fc_nuernberg) 21. Januar 2019

Das Spiel:

Für das Spiel in Mainz holte Trainer Köllner mal wieder zwei Rettungskräfte von der Tribüne: Palacios und Zrelak. Dazu wechselte er vom 4-1-4-1 auf 4-4-2. Aber egal, welches System der Club praktiziert: In der Abwehr ist er immer für irgendwelche Klöpse gut. Diesmal stellten sich Valentini und Behrens naiv an. Eigentlich war die Chance schon vorbei, da versuchte Aaron noch in den Strafraum zu kommen, düpierte erst Valentini und fiel dann über das Bein unseres Kapitäns. Den Elfer versenkte Brosinski. Wieder mal lag der Club hinten und brauchte eine Weile, sich zu sortieren.

Erest gegen Ende der ersten Hälfte erhöhte der Club, der diesmal auf lange Pässe in die Spitze setzte, den Druck. In der 43. Minute wurde er dann – wie auch sonst – nach einer Ecke belohnt. Georg Margreitter stieg am höchsten und köpfte zum Ausgleich ein.

Nun ja, 1:1 hieß es auch gegen die Hertha zur Pause. Gegen die Mainzer ließ der Club aber erst einmal nichts anbrennen. Allerdings kam auch nach vorne wenig. Aufregung gab es lediglich am Spielfeldrand. Wegen eines nicht gegebenen Einwurfs bekam sogar Ersatzkeeper Fabian Bredlow die gelbe Karte.

Danach waren wieder die Hausherren am Drücker und erspielten sich durch Mateta mehrfach Chancen. Mathenia und viel Glück verhinderten die erneute Mainzer Führung. Die erzielte dann in der 62. Minute der Club. Zrelak verwertete eine Flanke von Leibold. Riesenjubel! Sollte das die Wende sein und der Club endlich mal wieder Punkte einfahren?

Nein! Diesmal hatte der Videoassistent etwas dagegen. Angeblich war Zrelaks Fußspitze im Abseits. Keine Führung! Aber ein Moment, in dem es wohl nicht nur um die Anerkennung eines Tores, sondern um weit mehr ging.: Um Trainerschicksale, um Abstiege, aber auch um das ungute Gefühl, das dann offenbar auch die Spieler beschlichen hat: Der DFB hat offensichtlich entschieden, dass wir absteigen sollen.

Der Club agierte wieder verunsichert. Zehn Minuten später verlor Leibold bei einem Vorstoß den Ball. Die Mainzer konnten kontern und unbeanstandet von Videoschiedsrichtern das 2:1 markieren. Der Club erholte sich von dem erneuten Nackenschlag nicht mehr. So blieb es bei der Niederlage und der Erkenntnis, dass es nicht langt, aber offenbar auch nicht langen soll.

Ob ein Trainerwechsel daran etwas ändert? Nun: Zum Anforderungsprofil dürfte für einen Köllnernachfolger jetzt neben Erstligaerfahrung auch ein gutes Standing beim DFB kommen.

Ein Letztes:

Erst der lachende Köllner, jetzt der fröhliche Edgar Salli: Beim Club scheint trotz allem gute Laune zu herrschen. Kann aber auch sein, dass unser Fußballfachblattt dieses Bild nur deshalb für seine Transfergalerie ausgewählt hat, um die beim FCN ausgemachte Realitätsverweigerung zu symbolisieren.