Nürnberg ist für Bader kein gutes Pflaster

2950802523
Nach den jüngsten Siegen kehrte beim Club wieder Euphorie ein. Trotzdem war noch nicht so ganz klar, ob wir uns nach oben oder eher nach unten orientieren müssen. Die letzten Gegner waren nicht unbdeingt die Top-Teams der 2.Liga. Anders war das bei Hannover 96. Der mittlerweile vom Ex-Club-Sportdirektor Martin Bader gemanagte Bundesligaabsteiger ist – zumindest vom Namen und vom finanziellen Bachground her – eine andere Nummer als beispielsweise der KSC.

Doch dann dauerte es gerade einmal vier Minuten und der FCN zeigte, wer hier Herr im Haus ist. Möhwald passte auf Kempe. Dessen Schuss konnte der beim Club ausgebildete 96-Keeper Sahin-Radlinger nur nach vorne abklatschen. Matavz sagte danke und schob den Ball zur frühen Führung ins Netz. 96 drängte dann auf den Ausgleich. Aber das sah alles ziemlich Bader-like aus. Blutleeres Blenden und eher behäbig in der Birne. Der Club ging die 96er schon im Mittelfeld an und schnappte sich ein ums andere Mal die doch sehr durchsichtig angesetzten Pässe. Etwa in der 21. Minute als Petrak an der Mittellinie den Ball eroberte zu Matavz spielte, der schickte Möhwald, dessen Flanke dann Burgstaller zum 2:0 einköpfen konnte.

Danach konnte es der Club noch ein bisschen lockerer angehen lassen. Hannover hatte zwar weiterhin ein optisches Übergewicht. Aber richtig gefährlich wurde es vor dem Kasten von Kirschbaum kaum. Der Club spielte durchaus clever und lie0 kaum etwas anbrennen.

In der 2. Hälfte musste die neue Nummer 1 im Clubtor allerdings mehrfach zeigen, was sie drauf hat. Hannover verstärkte den Druck noch weiter. Die größte Chance zum Anschlusstreffer bot sich in der 72. Minute, als Schiedsrichter Jöllenbeck auf den Elfmeterpunkt zeigte. Brecko hatte Klaus gefoult. Doch wie schon gegen den KSC erwies sich Kirschbaum als Elfmeterkiller.

Bei ihm (allerdings – das müssen wir selbstkritisch konstatieren – auch bei Trainer Alois Schwartz) zeigt sich allmählich, dass sich Geduld auszahlt. Der vielgeschmähte und zeitweise sogar auf die Tribüne verbannte Clubtorwart ist mittlerweile ein echter Stabilitätsfaktor. Dass er seinerzeit noch von Martin Bader eingekauft wurde, belegt, dass der nicht immer verkehrt gelegen ist. Andererseits belegt Bader auch, dass man in Nürnberg manchmal schon zu viel Gedlud gehabt hat.

Schluss mit UPS!

1. FC Nürnberg - Fortuna Düsseldorf18 Neuzugänge, 19 Abgänge: Man dürfte meinen, beim Club hätte sich einiges verändert. Doch dem ist mitnichten so. Das gleiche planlose Gegurke wie seit Monaten, das Einbrechen nach Gegentreffern, die bekannte Ängstlichkeit, fehlende Initiative und am Ende war „die Mannschaft“ schuld. Dabei ist die Mannschaft eine andere. Die Neuen wurden sogar in dem Bewusstsein gekauft, nicht die Fehler der Alten zu machen.

Die machen sie auch nicht, wenn sie kurz genug da sind. Dann sind sie noch nicht infiziert. So wurde in Berlin gewonnen. Allerdings nicht nur deswegen. Ein glücklicher Spielverlauf, ein wohlgesonnener Schiri und ein weiterer Aspekt halfen mit. Trainer Ismael sprach da sogar vom Geburt einer neuen Mannschaft. Aber anstatt die dann beizubehalten, stellte er um. Prompt wurde aus der neugeborenen Mannschaft wieder die bekannte Gurkentruppe.

upsDiese Umstellung ist wider besseren Wissens erfolgt. Es macht mir keiner weis, dass Ersatztorhüter Patrick Rakovsky in einer Art Alleingang dem Kicker ein Interview gibt und dort kritisiert, dass es in der Torhüterfrage gar nicht um Leistung geht. Da dürften ihm noch einige andere angetrieben haben. Doch leider haben die peripheren Beobachter bei der Interview-Lektüre wohl nur wissend gegrinst und sich gedacht, Raphael Schäfer ist halt der Bessere, das musst du halt akzeptieren, du Jungspund. Schließlich stimmt es ja auch: Schäfer rettet oft in prekären Situationen und nicht umsonst haben wir bei fast jedem Spiel in jüngster Zeit mehrfach UPS (für „uff, puh, Schäfer!“) twittern müssen. Wenn sich ein Torwart auszeichnen soll, dann macht die Clubmannschaft eigentlich alles richtig.

Schäfer, das ist offensichtlich, ist ein guter Torwart. Als Kapitän hat er jedoch in der letzten Saison versagt. Genau wie sein Spezi Martin Bader auf Vorstandsebene hat er zielstrebig an der Alleinherrschaft gearbeitet. Die Konkurrenz wurde weggegrätscht. Symbolisch war da die Verletzung von Jan Polak im Aue-Spiel. Aber – weil im Eifer des Gefechts geschehen – ist das natürlich kein Beleg. Den findet man eher in den bis heute nicht aufgeklärten Abgängen von Hanno Balitsch oder Adam Matysek.

Schäfer ist inzwischen zwar nicht mehr Kapitän, aber immer noch der verlängerte Arm von Manager Martin Bader in die Mannschaft und umgekehrt derjenige, der Bader, aber auch befreundeten Journalisten, Mannschaftsinterna hinterträgt, oder auch nicht. Schäfer ist in der FCN-Mannschaft wie Mutti: alternativlos.

Dass das ein Problem ist, hat mancher (die meisten sind schon wieder weg) erkannt. Doch genau wie bei Manager Bader nützt es halt bei machtbewussten Weggrätschern nichts, wenn man ihnen willfährige Hiwis zur Seite stellt. Gegen die dunkle Seite der Macht sind Einzelkämpfer hilflos. Das dürfte auch dem Trainer klar geworden sein, weshalb er die neugeborene Mannschaft gegen Düsseldorf doch umstellte.

Was soll er auch tun, wenn nicht einmal von uns Fans Rückendeckung kommt.

Ich mache mal einen Anfang uns sage: Schluss mit UPS!

Schluss mit dem Deppentum!

Dass der Club ein Depp ist, wird als gegeben hingenommen. Deswegen kommen wir auch immer wieder in Situationen wie die augenblickliche und fühlen uns dann eher heimisch, als dass wir auf die Barrikaden gingen.

Die Feststellung der Club ist ein Depp ist aber falsch und irreführend. Selbst der Urheber Klaus Schamberger hat inzwischen nachgebessert und gesagt „Der Club ist ein Knalldepp“. Freilich ist der Club nicht per se ein Depp, sondern eher eine Ansammlung von Deppen, die den Verein regelmäßig in die Bredouille reiten.

In dieser Saison herrschte die größte Deppendichte im Kader. „Das ist die dümmste Mannschaft, die der Club je hatte“, klagte neulich ein Kollege. Auch von vielen, die Clubspieler mal privat getroffen haben oder sonstwie hinter die Kulissen schauten, kam da kein Widerspruch. Mancher wird einwenden, ein Fußballer muss es nicht in der Birne, sondern in den Beinen haben. Aber das ist nicht einmal die halbe Wahrheit. Zumindest einige sollten schon noch Verstand besitzen.

Womit wir bei Martin Bader wären. Der ist einer der wenigen, die was in der Birne haben. Deswegen hat er nach dem Weggang von Timmy Simons immerhin bemerkt, dass da eine intellektuelle Lücke im Team entstanden ist. Freilich suchte er dann nach einem „Sechser“ und nicht nach einer Intelligenzbestie. Trotzdem: Bader ist im Verein der Deppen ein Aktivposten. Deshalb ist er es. der sich jetzt einen Mitarbeiter für das Sportliche suchen darf. Bader als Verantwortlichen für die Misere in die Wüste zu schicken, kann man im Internet (wo ja auch oft das Motto gilt „hier bin ich Depp, hier darf ich´s sein“) schnell fordern und trifft da sicher keinen Unschuldigen. Aber wer, bitteschön, soll jetzt neue Verträge mit vorhandenen oder künftigen Spieler abschließen? Günther Koch? Ulrich Maly? Sollen die vielleicht auch den neuen Trainer suchen?

Es wird also kein Weg daran vorbei führen, dass einige nicht ganz Unschuldige an dem Debakel weitermachen werden. Dass dabei der Ober den Unter sticht ist leider eine Regelmäßigkeit – nicht nur im Fußballgeschäft. Wer also auf einen Umbruch gehofft hat, der kann sich ganz schnell wieder setzen. Es werden nur kleine Brötchen gebacken, weil sonst nämlich die Gefahr droht, dass der unschuldige Rest bereits beim Mehlkauf scheitert.

Ich möchte daher noch nicht einmal meine alte Forderung nach einem Rücktritt des Aufsichtsrats aufrecht erhalten. Eine Bitte an das Gremium hätte ich aber dennoch: Passt wenigstens darauf auf, dass die Mächtigen im Verein (Bader, Schäfer, Woy…) nicht wieder nur minderbemitteltes Personal einstellen bloß damit ihnen niemand ins Handwerk pfuschen und ihre Positionen streitig machen kann. Lieber ein Streit zwischen intelligenten Menschen als noch einmal so ein lemmingartiges Abgrundgetaumel.

Nehmt endlich den Kampf gegen das Deppentum auf, dann bereue ich auch diese Liebe nicht!

Raus aus dem Schaumbad!

16639179Zur Halbzeit hieß es gegen den HSV noch 0:0. Da konnte man über das Fantransparent „Schluss mit der Schönrednerei“ noch lächeln. Doch dann kam die Pause. Und was machen die Clubspieler da in der Kabine? Warmduschen? Feiern? Vorglühen? Weihnachtslieder singen? Mit der Wettmafia verhandeln? Jedenfalls nichts Leistungsförderndes.

Dabei sollte da doch der Trainer eine Ansprache halten, die Richtung vorgeben, vielleicht taktische Anweisungen geben, Mut machen. Nix! Das hat der Michael Oenning wohl dem Bruno Labaddia überlassen. Dessen Mannschaft, die übrigens auch junge Spieler und keine ausgemachten Stürmer drin hat, macht dann auswärts vier Dinger. Dabei ist der HSV zur Zeit beileibe keine Übermannschaft, genau wie der BVB, der dem Club am letzten Wochenende auch vier einschenkte.

Dass die Fans am Schluss „Oenning raus!“ rufen, ist dann bloß folgerichtig. Mit Pubertät hat das jedenfalls nichts zu tun. Eher mit Klarblick und berechtigtem Ärger. Weil: Inzwischen kann man nicht einmal mehr sagen, das liegt nur am Sturm (obwohl: Eigler war wieder mal höchstens in der Rückwärtsbewegung gut, trotzdem ließ ihn der Trainer auf dem Platz), da will man schon gar nicht mehr differenzieren. Letztlich hat es überall gehapert.

Wir können da nur unseren Twitterbeitrag wiederholen: Die Zeit des Schaumbadens ist vorbei, Herr Bader! Gegen Köln geht es im letzten Spiel des Jahres jedenfalls schon um Wurst.

So, Thomas Susemihl ist jetzt auch zurück aus dem Stadion und postet Folgendes:

In der 66. Minute kann der Sturmlauf beginnen. Charisteas und Choupo-Moting kommen aufs Feld. Zusammen mit Bunjaku und Eigler spielen jetzt vier Angreifer. Okay, sagen wir drei Stürmer und ein Stürmer-Darsteller. Doch dann im Gegenzug das 0:3. Da war jetzt auch Coach Michael Oenning ratlos. Ich hab doch alles versucht, scheint sein Blick auszudrücken. Die 1. Halbzeit war durchaus nicht übel. Vier Chancen wurden erarbeitet. Außer dem diesmal in der Defensive überforderten Diekmeier und dem wie stets überforderten Eigler, hielt der Club auch kämpferisch dagegen.

Doch die 2. Hälfte geriet zur kompletten Katastrophe. Die Viererkette wurde ständig durch, zugegebenermaßen, intelligente Pässe ausgehebelt. Nordtveit war als defensiver Mittelfeldmann ein Totalausfall (Mnari!) und die achtbeinige Offensivmaschine sorgte nur durch abstruse Laufwege für Aufregung. Konzept und Feuer gleich null, dazu zuletzt 0:9 Punkte und 0:9 Tore. Aber Herr Oenning hat ja Vertrauen in den Kader.

Ein bisschen Frieden

1__FC_Nr.JPGAngeblich haben sich alle wieder lieb. Schuld war –  wie so häufig – die Presse. In dem Fall die AZ. Die habe alles aufgebauscht und eigentlich habe Clubpräsident Michael A. Roth nie schlecht über seinen Vize Ralf Woy und Manager Martin Bader geredet. Selbst wenn wir das mal so stehen lassen, dann wäre aber alles wie gehabt. Verbessert hat sich dadurch an der Situation des FCN jedenfalls nichts.

Eines wundert mich allerdings ein bisschen: Früher hätte sich Roth solche Widerworte wie von Bader und Woy auf seine (gesagt oder nicht gesagten) Angriffe nicht gefalllen lassen. Wird er alt? Weise? Leitet er langsam seinen Rückzug ein?

Zur Friedenbotschaft