Bitte nicht den Ballack!

urn:newsml:dpa.com:20090101:100609-99-01624Um sich von Ölkatastrophen, Finanzkrisen oder unfähigen Regierungen abzulenken, suchen sich manche gern andere Probleme. Zum Ablenken. Heute bin ich schon in aller Früh von gutgelaunten Radiomoderatoren auf so ein Problem gestoßen worden. Es lautet: Wohin mit Ballack?
Michael Ballack sucht bekanntlich einen neuen Verein. Und da werden unter anderem Leverkusen, Schalke und Real Madrid genannt.
Doch was sagte dann einer der Gutgelaunten: „Wäre der nicht was für den Club?“
Ballack zum Club? Spontan fiel mir da nur ein: Wir haben doch schon den Charisteas. Noch einen, der seinen Zenith schon überschritten, aber immense Gehaltsforderungen hat, sollte man sich eigentlich nicht antun. Im Radio meinte dann immerhin einer, Ballack könnte vielleicht zu teuer für den FCN sein.
Danke! Dieser vernünftige Einwand wurde dann allerdings durch den Einwurf einer weiblichen Ulknudel konterkariert, der Club habe doch schon einen Torwart.
Eine Mittelfeldeverstärkung könnte der FCN sicher noch brauchen. Aber bitte nicht den Ballack. Bitte nicht!

Fähiger Trainer händeringend gesucht

„Wir haben noch mit niemandem verhandelt“, betonten Präsident Franz Schäfer und Manager Martin Bader am Montag treuherzig. Sie wollten damit wohl unterstreichen, wie aufrichtig und menschlich korrekt sie hinter Trainer Michael Oenning gestanden haben. Ein Zeichen von Professionalität ist das allerdings nicht. Seit Tagen stand doch Oenning zur Diskussion, da muss man sich doch zumindest Gedanken machen, wie es weiter gehen soll. Wenigstens mögliche Alternativen durchdenken. Sonst geht es einem genauso wie dem Clubpräsidium gestern, man stellt fest: Oenning ist nicht mehr zu halten, aber jemand anderes ist auch nicht da. Klar, kann man sich über die Feiertage in Ruhe die Marktlage bei den arbeitslosen Trainern anschauen. Das dürfte dann besonders die an dem Debakel nicht ganz unschuldigen Spieler freuen, die haben dann zum Dank fürs erfolgreiche Abschießen ihres Chefs erst einmal frei. Na bravo! (Immerhin soll laut Präsidum die Entscheidung doch noch vor Weihnachten bekannt gegeben werden)

HannoverDie Fans haben dafür jetzt noch die Gelegenheit über die möglichen Alternativen zu diskutieren. An erster Stelle ist da der bereits erwähnte Dieter Hecking (links) zu nennen. Er hat zwar Erfahrung im Abstiegskampf und mit jungen Spielern (wobei beim Club eigentlich eher die älteren zu früherer Leistungskraft zurückgeführt werden müssten), ob er einen Bezug zu Nürnberg und seinen Fans aufbauen kann, ist fraglich.

koller Das gilt natürlich auch für Marcel Koller (rechts), der bei Bochum zudem nicht unbedingt bewiesen hat, dass er im Kampf um den Klassenerhalt der Richtige ist. Bei Volker Finke sind wir uns gar nicht sicher, ob der überhaupt will. Gleiches gilt für Hans Meyer, der immerhin nicht einmal umziehen müsste. Bei Lothar Matthäus ist eigentlich jedes Wort zu viel.

Nachdem er bei Twitter so gut 😉 angekommen ist, wollen wir aber einen Vorschlag unbedingt noch in die Runde werfen, den man zumindest einmal andenken sollte: Wie wäre es, wenn sich Club und Greuther Fürth einen Trainer teilen? Immerhin wäre das Coach-Sharing ein echter Sparbeitrag in klammen Zeiten (der Club muss angeblich 9 Millionen Euro einsparen) und die Gelegenheit dazu ergibt sich wahrscheinlich in 100 Jahren nicht mehr. Zudem würde der Doppeltrainer sich schon aus persönlichen Gründen massiv dafür einsetzen, dass der Club die Klasse hält, sonst käme es nämlich nächste Saison vielleicht wieder zum Derby in der zweiten Liga und dann wüsste er nicht, auf welche Bank er sich hocken soll.

Zum Schluss noch ein schöner Verschreiber, der gestern der in diesem Fall doch etwas zu vorschnellen Deutschen Presseagentur unterlief, den wir aber erst auf den zweiten Blick realisierten, schließlich ist man als Clubfan gewohnt, dass in Nürnberg die Trainer nicht alt werden (remember Jef Vliers):
hecking

Der Club braucht Künstler

Also gut, der Club will sich nicht verstärken – auch wenn die Fans das wollen. Ist zumindest konsequent. Zumal es ja nicht nur um die Nachfrage, sondern auch darum geht, ob es für das vorhandene Geld Angebote gibt. Dabei – und das haben unsere Kollegen bei den Clubfans-United sehr richtig angemerkt – muss man auch die Auswirkungen auf die FCN-Youngsters berücksichtigen. Aufbauend ist das für die bestimmt nicht, wenn man ihnen nach drei Spielen auf diese Weise gleich wieder das Vertrauen entzieht (und wahrscheinlich hat man ihnen auch anderes in Aussicht gestellt, als auf der Bank zu sitzen).

So weit, so vernünftig! Trotzdem hätten wir schon gern auch mal einem echten Fußballkünstler im Stadion bei der Arbeit zugesehen – oder jemandem, der den Ball einfach öfter mal reinhaut.

Dass so etwas nicht völlig illusorisch ist, beweist dieses Video. Der Mann heißt Jeremy Lynch, hat mal für den FC Arsenal gespielt und ist nach unseren Erkenntnissen ablösefrei. Vielleicht ließe er sich überzeugen, wenn ihm Oenning – von Künstler zu Künstler – ein bisschen Chopin vorspielt 😉
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via Fuvi-Blog

Ballack stoppt Bevölkerungszuwachs

Anderswo wird alles dafür getan, dass sich die Mitarbeiter fortpflanzen. Sogar schwangerschaftsfördernde Stühle sind da im Einsatz. Im Fußball wird inzwischen jedoch das genaue Gegenteil propagiert. Fördert die Zeugungsunfähigkeit! Oder so. Jedenfalls scheint das die Botschaft des neuen Werbespots von Adidas (übrigens auch Clubausrüster) zu sein. Und wer ersetzt die Pille für den Mann? Michael Ballack. Ich sage nur: Aua!

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via

Wortkarge Journalisten

Vor dem Rostock-Spiel hat Club-Trainer Michael Oenning den hiesigen Sportkollegen Antwort auf alle drängenden Fragen gegeben. Nur: So richtig drängte da nichts. Was hat Mario Breska? Das war schon der Höhepunkt, dem die Antwort „Er hat Probleme mit dem Wadenbeinköpfchen“ in nichts nach stand.

Die Pressekonferenzen werden bekanntlich aufgezeichnet und ins Internet gestellt. Alexander von den Clubfans United wunderte sich danach, warum den Journalisten da nicht mehr eingefallen ist. Ich muss gestehen, nachdem ich das Video gesehen hatte, dachte ich auch: Komische Veranstaltung. Vor allem hatte ich das Gefühl, der Oenning nimmt meine Kollegen nicht so ganz ernst.

Also bin ich gleich zu unserem Sportchef gerast um ihn  zu interviewen, was denn da los sei. Nichts, sagt er. „Der Club beantwortet zur Zeit alle Fragen auf dem Platz.“ Na, dann bin ich mal gespannt, wie er die Sportredakteure heute abend entlastet.