Schlusslaterne leuchtet am Valznerweiher

24988568654:5! Das hört sich lustig an, aber den Club-Freunden ist nicht zum Lachen zumute: Nach der Niederlage beim VfL Bochum leuchtet in Nürnberg zunächst einmal die Schlusslaterne. Wegen der besseren Tordifferenz ist Kaiserslautern, das am Samstag Stuttgart empfängt,  am Club vorbeigezogen. Trainer Gertjan Verbeek, 2013/14 in 22 Bundesligaspielen für den 1.FCN verantwortlich, darf sich dagegen über drei wichtige Punkte für seine Bochumer freuen. Und ein anderer Ex-Nürnberger avancierte gar zum Matchwinner.

Doch der Reihe nach: Zunächst sieht es nämlich gar nicht nach einer knappen Niederlage für die Nürnberger aus, sondern nach einer neuerlichen Packung: Schon nach sieben Minuten zieht der VfL mit 2:0 davon. Erst verwertet Stöger eine Flanke von Weilandt zum 1:0 (4.), dann erhöht Bastians per Foulelfmeter auf 2:0 (7.). Torsteher Kirschbaum soll Eisfeld gelegt haben – eine sehr glückliche Entscheidung für die Bochumer, die aber schon frühzeitig auf die Siegesstraße einzubiegen scheinen. Der 1.FC Nürnberg lässt sich aber nicht hängen. Der junge Mühl, der in der Innenverteidigung wieder den Vorzug vor Hovland bekam, trifft  per Kopf die Latte (11.), und wenig später gelingt Salli der Anschlusstreffer. Nach einer Alushi-Flanke zieht Leibold ab und Salli drückt den Ball per Kopf über die Linie (18.). Doch lange währt die Freude nicht. Weilandt setzt sich auf der rechten Seite gegen Sepsi durch und bedient mit seiner Flanke den sträflich freistehenden VfL-Mittelstürmer Mlapa – der erzielt per Kopf das  3:1 (27.).

Hin und Her und Her und Hin – in einer verrückten ersten Halbzeit bringt der aufgerückte Innenverteidiger Bulthuis ebenfalls per Kopf den Club mit dem 2:3 zurück ins Spiel (34.). Standardspezialist Möhwald, der anstelle des gesperrten Burgstaller beginnen durfte (zugleich die einzige Änderung bei den Nürnbergern gegenüber dem Spiel gegen die Münchner Löwen), hatte den Niederländer zielgenau per Freistoß bedient. In der Nachspielzeit der ersten Hälfte bekommen dann auch die Nürnberger einen Elfmeter. Nach einer ungestümen Attacke von Losilla gegen Teuchert, der den verletzten Alushi ersetzt hatte, verwandelt Salli den Strafstoß zum 3:3-Pausenstand (45.).

 

Doch nach dem Wiederanpfiff dürfen wieder die Bochumer jubeln. Bastians trifft den Pfosten, und wieder ist es ausgerechnet der Ex-Nürnberger Mlapa, der richtig steht und den VfL mit seinem zweiten Treffer zum 4:3 nach vorne bringt (55.). In der Saison 2014/15 als Leihspieler am Valznerweiher engagiert und bei den Fans nicht sonderlich beliebt, zeigt er nun seine Torjägerqualitäten. Für Mlapa ist dann verletzungsbedingt bald Schluss (70.), Mühl muss nach einem Zusammenstoß mit Bastians mit Brummschädel runter (75.), für ihn kommt Hovland. Zuvor hatte schon Parker Möhwald ersetzt (63.).

Der Club hat die Chance zum 4:4, aber Matavz scheitert am starken Keeper Riemann (82.). Auf der Gegenseite verbucht dann der Ex-Fürther Weilandt seinen dritten Scorerpunkt, als er den für Mlapa eingewechselten Quaschner bedient, der mit dem 5:3 scheinbar alles klar macht. In der Nachspielzeit gelingt Parker mit einem abgefälschten Schuss aber noch das 4:5. So bleibt es bis zum Schluss spannend. Doch am Ende geht der Club wieder leer aus. Und muss womöglich als Tabellenletzter Greuther Fürth zum Derby empfangen.

Abschied von Aufstiegsträumen

1608020460Das Hinspiel bescherte den Club-Fans einen der wenigen Höhepunkte in der kurzen Ära Ismael: Der 1. FC Nürnberg setzte sich gegen den 1. FC Kaiserslautern in einer sehenswerten Partie mit 3:2 durch. Zweifacher Torschütze damals: Alessandro Schöpf, der nach Bank und Sperre in Kaiserslautern wieder in die Startelf zurückkehrte. Zudem brachte Trainer Rene Weiler gegenüber der 0:1-Heimpleite gegen Heidenheim Mössmer, Blum und Koch neu, draußen blieben Polak (gesperrt), Füllkrug (verletzt), Stark und Mlapa (beide Bank).

Für Danny Blum war das Spiel aber verletzungsbedingt schon nach 20 Minuten beendet, Sebastian Kerk ersetzte die verletzte Offensivkraft. Da stand es schon 1:0 für die Lauterer: Orban hatte nach einem Demirbay-Eckstoß zwar per Kopf nur die Latte getroffen, aber Ring stocherte den Ball über die Linie (15.). In der 31. Minute erhöhte Hofmann dann auf 2:0 für die Gastgeber, die als Tabellendritter im Gegensatz zum Club noch voll im Aufstiegsrennen mitmischen. Hofmann staubte nach einem Lattenkracher von Löwe ab. Kaiserslautern hatte das Spiel in der Folgezeit im Griff. Dass Weiler für Rechtsverteidiger Ondrej Celustka mit Peniel Mlapa noch einen Stürmer brachte (68.), half den Gästen zunächst wenig. Doch als die Partie schon gelaufen schien, verkürzte Hinspielheld Schöpf nach einer Kopfballverlängerung von Mlapa auf 1:2. Anschließend musste Kaiserslautern noch zwei Eckstöße des Clubs überstehen, bis die drei Punkte und der 2:1 (2:0)-Sieg unter Dach und Fach waren.

Für jene Anhänger des 1.FC Nürnberg, die doch noch irgendwie von der sofortigen Bundesliga-Rückkehr träumten, dürfte das letzte Fünkchen Hoffnung nun erloschen sein. Da neben Lautern auch die zweitplatzierten Darmstädter gewannen (5:0 gegen Union Berlin), beträgt der Rückstand der Nürnberger auf Relegationsplatz drei und Aufstiegsrang zwei neun Spiele vor Saisonschluss  satte elf Punkte. Dass der Club hier noch einmal herankommt, erscheint unrealistisch.

Es war übrigens erst das vierte Aufeinandertreffen der beiden Traditionsvereine in der Zweiten Bundesliga. Die Pfälzer spielten nach Gründung der Bundesliga 1963 stattliche 33 Jahre ununterbrochen erstklassig, erst 1996 ging es für ein Jahr nach unten. Weil die Nürnberger aber die Saison 1996/97 in der Drittklassigkeit zubrachten und gegen Teams wie Egelsbach oder Ditzingen kickten, begegnete man sich da nicht. Nach dem zweiten Abstieg der Lauterer 2006 hatten sich die Kräfteverhältnisse umgekehrt. Nun spielte der Club meistens oben, Lautern blieb, von einem zweijährigen Intermezzo (2010-2012) abgesehen, zweitklassig. Nur 2008/09 gab es zwei Zweitligaduelle, die jeweils die Gastgeber gewannen (Lautern mit 2:1, der Club mit 3:0). Und auch an diesem Samstag blieben die Punkte bei den Platzherren – wie schon in der Vorrunde, als der Club sich beim eingangs erwähnten 3:2 über einen gelungenen Montagabend freuen durfte.