Wer ist schlimmer, Bayern oder Fürth?

Wen einem das Schicksal (wobei es in dem Fall wohl eher Naivität oder Unerfahrenheit war) übel mitspielt, dann ist Ablenkung gefragt. Wenden wir uns also mal zwei anderen Vereinen zu. Aus – wie immer – gegebenem Anlass.

Im Pokal treffen nämlich die Münchner Bayern auf den Verein aus der Nachbarstadt, auf Greuther Fürth. Nun stehen diese beiden Vereine bei den Clubfans auf der Unbeliebtheitsskala ganz weit oben. Da dreht mancher die Hand nicht um.

Auch wir sind uns uneinig, wen wir hier auf Platz eins und wen auf Platz 2 setzen sollen. Daher wollen wir das gerne durch eine Befragung klären. Wem sollen wir im Viertelfinale, das am 9. und 10 Februar 2010 augetragen wird, die Daumen drücken, den Bayern oder den Fürthern? Stimmt fleißig ab!

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Stadionverbote haben wenig mit Hass zu tun

Hass gehört nicht ins Stadion. Solche Gefühle soll man gemeinsam mit seiner Frau daheim im Wohnzimmer ausleben.

Das hat der frühere Bundestrainer Berti Vogts mal gesagt und zufällig war das auch das heutige NZ-Motto des Tages. Ebenfalls heute wurde nämlich bekannt, dass Vereine ein Stadionverbot schon bei Verdacht aussprechen können. Dies hat der Bundesgerichtshof so entschieden, nachdem ein Bayern-Fan geklagt hat.

Verstehen können wir das allerdings nicht. Soll er doch froh sein, dass er nicht hin muss, der Schikeria-Heini. Wie kann denn einer klagen, dass er viel Geld dafür zahlen darf nur um einem FC Bayern beim Spielen zuzuschauen?

Aber verstehen müssen wir so etwas wahrscheinlich nicht. Da geht es wohl um Angebot und Nachfrage. Und so lange genug Leute ins Stadion wollen, so lange kann man sich die auch aussuchen.

Für Gegenbeispiele braucht man allerdings nicht lange zu suchen. Bei einem geografisch nicht weit entfernten Zweitligaverein dürfte man sich mit dem Aussprechen von Stadionverboten jedenfalls um einiges härter tun als in der Säbener Straße in München.

Hier geht es noch zur Stellungnahme des Fanrechtfonds weiter lesen

Aufgebauschte Spitzenspiele

Gut, das war zu erwarten. Immerhin ließ sich der Club in München nicht abschlachten – und mit etwas mehr Routine hätte es vielleicht sogar zu einem Unentschieden gereicht. Dennoch, die Luft ist aus den Derbys etwas raus. Zu groß ist der Unterschied – schon was den Marktwert der Spieler angeht. In der ARD-Sportschau musste daher auch massiv an vergangene Zeiten erinnert werden, um Bedeutung reinzupumpen, wo keine mehr drin ist, und um das Derby zum Spitzenspiel aufzumotzen. Dafür wurde immerhin ein altes Interview mit dem früheren NZ-Sportchef Dieter Bracke eingeblendet. Es ging um den missglückten Rettungseinsatz von Uli Hoeneß beim Club. Wir erinnern bei der Gelegenheit aber lieber an ein echtes Highlight, das inzwischen auch bei YouTube verfügbar ist: das 7:3 vom Dezember 1967:
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Auf Augenhöhe mit den Bayern

Auf Twitter haben wir etwas mehr in Euphorie gemacht. Hier, wo ein paar Zeichen mehr möglich sind, kann man sowas aber relativieren. Also erstmal: Der Hammergegner ist Oberhausen nicht. Solche Mannschaften muss man schlagen, wenn man vorne dabei sein will. Trotzdem schaut nach dem 3.0-Sieg gegen die Oberhausener die Situation mittlerweile erheblich freundlicher aus. Auf eine solche Ostertabelle hätte vor ein paar Wochen noch keiner gewettet. Auch dass der Ausfall von Andi Wolf kompensiert werden konnte, lässt hoffen. Nicht zuletzt spielen noch Mainz und Freiburg gegeneinander, so dass auch nach oben noch was möglich scheint.

Trotzdem sind es eher die Begleitumstände, die uns fröhliche Osterfeiertage bescheren. Die Fürther sind endlich überholt worden. War ja auch wirklich peinlich. Und dann sind da noch die Bayern. Ich würde mal sagen: Selbst ohne Andi Wolf hätte sich der Club in Barcelona auch nicht mehr blamiert.

Um auf Twitter zurückzukommen. Dort haben wir die Kampagne „Lodda statt Klinsi“ ins Leben gerufen. Schließlich brauchen wir Ersatz, wenn der Uli Hoeneß mit seiner roten Birne ausfällt:

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Zwischen Fürth und Schlamassel

„Wie Weihnachten“, so freute sich Marek Mintal (hier sagt ers gerade seinen Fans) nach dem 3:0-Sieg über den 1. FC Kaiserslautern. Unsere Sportkollegen wähnen den Club wieder im Aufstiegsrennen. Jetzt läuft sie also wieder an, die Euphorie-Maschine, die unseren FCN nicht selten schon in den Abgrund manövriert hat.

Daher mal zur Ernüchterung: Bis zu den Greuthern auf Platz zwei sind es sechs Punkte, genausoviel wie zu den Sechzigern auf Platz 11. Und die stecken mit ihrem Sponsorendeal derzeit richtig im Schlamassel. Also befindet sich der Club zwischen Fürth und Schlamassel. Kein Grund also, um abzuheben. Plätze an der Sonne schauen anders aus.

Sechzig braucht Punkte nötiger

Unser Club war mal wieder weihnachtlich spendabel. Hinten Geschenke verteilen und sie vorne nicht annehmen. Wir haben eben ein Herz für die Underdogs und daher auch für die Sechziger. Da gönnen wir denen schon ein Unentschieden. Und so richtig verschlechtert haben sich die Aufstiegschancen durch die zwei liegen gelassenen Punkte schließlich nicht. Als Achter in die Winterpause, davor ein paar Mannschaften, die offenbar auch nicht aufsteigen wollen bzw. können. Im Prinzip ist da noch nichts verloren.

Hopp gegen Hoeneß

Nö, ich schreibe jetzt nicht auch noch was über die Unterschiede zwischen den beiden Vereinen, über alte und neue Welt, über Hoeneß und Hopp, über Klinsmann und Rangnick, über Geld und Verstand. All das (letzteres am allerwenigsten) hat nichts mit dem Club zu tun, und der spielt halt erst am Montag.

Lediglich den Hinweis auf diese schöne Maussendung zur Frage „Hoffenheim, was ist das?“ kann ich mir nicht verkneifen:

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via

Der Club hätte nicht absteigen dürfen

Normalerweise beschäftigen sich Clubfans nicht mit den Bayern und deren Fans. Doch manchmal lohnt es sich doch, bei ihnen reinzugucken. Etwa auf der Seite „Mythos Bayern“. Auf dieser bestimmt nicht für den FCN eingenommenen Seite wurde jetzt die um alle Fehlentscheidungen bereinigte Tabelle der Bundesligasaison 2007/2008 veröffentlicht. Und siehe da: Der Club wurde um sieben Punkte beschissen und wäre, wenn alles mit rechten Dingen zugegangen wäre, als 14. nicht abgestiegen. Stattdessen hätte es Arminia Bielefeld erwischt (zusammen mit Dortmund und Duisburg). So konnte dann Bayern-Blogger „Breitnigge“ auch vor dem mühsamen Sieg seines Milliardärsvereins gestern gegen die Arminia posten: „Wir spielen gegen eine Stadt, die es eigentlich nicht gibt. So ist eben Fußball.“

Übrigens: Heute spielt dann Bochum in einer Stadt, die es eigentlich gar nicht gibt.