Langsam darf es wieder losgehen

Die Woche:

So, das Trainingslager in Valencia ist vorbei. Zeit für einen kurzen Zwischenbericht, ehe es nach einem weiteren Test gegen Dukla Prag nächste Woche mit dem Heimspiel gegen Jahn Regensburg wieder ernst wird.

1. Nach dem Weggang von Cedric Teuchert zu Schalke 04 stand erst einmal die Frage im Vordergrund, wer soll beim Club stürmen, wenn Mikael Ishak ausfällt. Verschärft wurde dies dadurch, dass der ein bisschen in Vergessenheit geratene Adam Zrelak sich in Valencia einen Muskelfaserriss zuzog und erst einmal ausfällt. Zusätzlich will Trainer Köllner eventuell verstärkt auf die Dreikette setzen und mit zwei Stürmern antreten. Mit Federico Palacios von RB Leipzig und den vom VfL Wolfsburg ausgeliehenen Marvin Stefaniak bekommt Köllner aber die gewünschten Optionen im Sturm. Wobei bei Palacios schon die ersten „Fans“ Ablehnung signalisierten, weil der sich an die Brause-Heinis verkauft habe. Kann man nur sagen: Leute, lasst den Scheiß! Das ist schon beim FC Kaiserslautern schief gegangen. Außerdem können wir uns doch freuen, wenn verlorene Schäfchen den Weg zurück zur Herde finden.

2. Weiter hinten gab es hingegen nicht den akuten Handlungsbedarf, nachdem Leibold, Möhwald und Kammerbauer (alle haben auslaufende Verträge) signalisiert hatten, sich vorerst beim Club für den Wiederaufstieg zu engagieren. Trotzdem präsentierte der FCN mit Ulisses Garcia von Werder Bremen einen neuen Linksverteidiger, der bei den Testspielen übrigens am ehesten den Eindruck vermittelte, sofort einsetzbar zu sein.

3. Wie das so ist, wenn nicht gespielt wird, da wird dann selber ein bisschen an der Nachrichtenlage geschraubt. So kursierten allerlei Gerüchte über weitere Neuzugänge. Da war etwa der in Metz gescheiterte ehemalige FCN-Verteidiger Philipp Wollscheid, oder unser alter Bekannter Stefan Kießling . Auch Ex-Nationalspieler Marko Marin wurde gehandelt. Und natürlich Pascal Köpke, bei dem sogar dynamische Allerweltsgestern bei Instagram als Fingerzeig für einen Wechsel Richtung Nürnberg gewertet werden.

Die Spiele:

Womit wird bei den Spielen wären. Im ersten Testspiel gegen KAA Gent verlor der Club zwar mit 0:1. Dennoch war der Eindruck eher positiv. Vor allem Torwart Bredlow, der den Kampf um die Nummer 1 gegen Thorsten Kirschbaum auch wegen dessen neuerlicher Verletzung gewonnen haben dürfte, konnte sich auszeichnen. Ondrej Petrak konnte auf der Sechserposition ebenfalls Pluspunkte machen. Gegen die deutlich limitierteren Schotten von Heart of Midlothian hatte die gar nicht einmal bestbesetzte Club-Mannschaft praktisch gar keine Probleme und siegte mit 5:0. Das Spiel bekräftigte den Clubtrainer auch darin, häufiger mal auf die Dreierkette zu setzen.

Ein Letztes:

Zum Testspiel gegen die Schotten präsentierte „Club-TV“ den kindgerechten Sportkommentar. Vielleicht sollte man dafür die Alterskategorie „bis 12“ einführen.

Der Co-Trainer als prominentester Neuzugang

Da meckere noch einer, dass der Club zu sehr auf Routiniers setze. Gut, mit allen Ü30-Spielern, deren Veträge ausliefen (Feulner, Nilsson, Pinola) wurde – zu Recht – verlängert; aber jetzt  ist Mittelfeld-Abräumer Timmy Simons, mit 36 Jahren ältester Feldspieler der Liga, weg. Und als Neuzugänge erschienen zum Trainingsstart keine großen Namen, sondern ein Quartett der Talente (Angha, Ginczek, Stepinski, Weber). Ginczek ist gerade mal 22 und doch der Opa in diesem Kreis.

Geschieht nicht grad häufig, dass der prominenteste Neuzugang ein Co-Trainer ist. Phantom Marek Mintal an der Seitenlinie – hoffentlich gibt das den Nürnbergern einen Schub. Denn irgendwie schwant dem Club-Freund Böses vor dieser Saison. Und auch wenn Trainer Michael Wiesinger die ominöse 40-Punkte-Marke nicht als Ziel ausgeben will, so ist  doch der Klassenverbleib wohl auch in der Saison 2013/14 das Maß aller Dinge.

Allerdings schlummern vielleicht noch einige unerkannte Potenziale im jetzigen Kader. Spieler wie Hlousek oder Ildiz hatten letzte Saison keine oder kaum Gelegenheit, sich zu zeigen, vielleicht schaffen sie heuer den Durchbruch. 

Auf der anderen Seite dürfte es auch angesichts der Konkurrenz schwieriger werden, in der Bundesliga zu bestehen. Hoffenheim wird nicht noch einmal ein solch katastrophales Jahr hinlegen, und die Aufsteiger Braunschweig sowie vor allem Berlin sind vermutlich von ganz anderem  Kaliber als zuletzt Greuther Fürth oder auch Düsseldorf. Nun ja, man soll ja nicht schwarzmalen.  Aber ob es wieder eine ruhige Saison wird? Ich habe meine Zweifel…