Klassenerhalt geschafft!

2861543090Klassenerhalt geschafft, gewonnen, gut gespielt. Heute gibt es nicht viel zu mäkeln. Dabei war mit Mitabsteiger Braunschweig nicht irgendwer zu Gast im Grundigstadion. Für Braunschweig ging es immerhin darum, doch noch im Aufstiegsrennen mitzumischen. Die Eintracht war also durchaus motiviert. Beim Club hatten zumindest einzelne noch ihre spezielle Motivation. Pinola zum, Beispiel. Für den geht es um einen neuen Vertrag. Entsprechend hängte er sich rein. Das Führungstor geht fast auf seine Kappe. Der Braunschweiger Reichel konnte kaum anders, als Pinos Schuss ins eigene Tpr zu lenken. Wobei es Pinola diesmal scharf und flach versuchte und prompt zum Erfolg kam. Den Ball flach halten! Unser Reden seit Jahrzehnten. Gilt übrigens auch für hochfliegende Stadionträume etc.

Aber nicht nur Pino war ein Aktivposten. Mit Blum und Kerk im Sturm kam plötzlich Leben in die Bude. Da war gleich viel mehr Tempo und Action im sonst von Sylvestr und Mlapa bestenfalls verwalteten Sturmspiel. So war es auch Blum, der mit einem Superschuss das 2:0 machte und eine Viertelsrunde späte konnte Burgstaller, schon seit Wochen immer einer der besten, sogar auf 3:0 erhöhen. Dass dann ob des ungeahnten und ungewohnten Torsegens offenbar die Konzentration nachließ und Braunschweig noch einmal mit dem Anschlusstreffer nachlegte: geschenkt!

Ein bisschen Motivation sollte der Club allerdings auch aus der Tatsache ziehen, dass ihm langsam das Faninteresse abhanden kommt. Gerade einmal 27.000 Zuschauer waren – trotz bestem Wetters – ins Stadion gekommen. Das lag bestimmt nicht an der Aschenbahn oder veralteter Infrastruktur. Was die Situation noch prekärer macht ist, dass viele Zuschauer lediglich mit Freikarrten oder aufgrund der Verlosungsaktion eines Getränkeherstellers gekommen waren. Andere wollten vor allem das Sondertrikot zum 90. Geburtstag von Max Morlock erwerben und fanden deshalb den Weg ins Grundigstadion. Imnsofern konnte die Mannschaft wenigstens ein bisschen Werbung machen. Tore sind da allemal besser als Trikots und Gewinnspiele.

Ohne Einsatz weiter erstklassig

Das Positive zuerst: Der Club bleibt in der ersten Bundesliga. Das hat er aber nicht dem eigenen Engagement zu verdanken, sondern der Frankfurter Eintracht, die Düsseldorf schlug, weshalb der Club jetzt rechnerisch nicht mehr absteigen kann.

Freilich, wem soll man dafür gratulieren? Nach den Auftritten der Mannschaft in den letzten vier Spielen, die allesamt verloren gingen, eventuell sogar Dieter Hecking. Die ersten guten Spiele unter Wiesinger/Reutershahn waren vielleicht noch dessen Arbeit zu verdanken.

Könnte man so sehen. Kann aber auch sein, dass einfach die Luft zu früh draußen war und dass die weder Fans noch Trainer wieder reinpumpen konnten. Gegen Leverkusen gab es jedenfalls erneut eine saftlose Vorstellung. Dem Gegner reichte eine mittelmäßige Leistung um gegen den Club einen kaum gefährdeten 2:0-Sieg einzufahren.

Beim Club konnte diesmal wieder die Wunschabwehr auflaufen. Aber spätestens beim 1:0 zeigte sich, sicherer sind die auch nicht als die Notverteidigung von Hoffenheim. Eigentlich dachten wir immer, der Club beherrsche wenigstens Standards. Aber diesmal schliefen sie bei einer Ecke der Leverkusener und schon klapperte es. Auf der anderen Seite haben sie die Standards auch verlernt. Hiroshi Kiyotake, der sich anscheinend für irgendetwas schonen musste, trabte meistens schon aufreizend langsam zur Ausführung, um dann null Gefahr heraufzubeschwören.

Nach der Pause machte der Club dann wenigstens ein bisschen mehr Druck. Das lag vielleicht auch daran, dass die Chemiker schon einen Gang zurückgeschaltet hatten. Aber dann hob Pelle Nilsson einfach mal die Hände. Im Strafraum. Man weiß, wozu das führt. Zum 2:0, womit wir unserem alten Spezi Stefan Kießling immerhin einen weiteren Treffer auf dem Weg zur Torjägerkanone verschafft haben. Danach gab es nochmal Elfer, der landete am Pfosten.

Aber eigentlich war es da schon längst egal. Die Saison ist gelaufen. Wir haben sie am Ende wohl ernster genommen als die Mannschaft. Mit der wir der Club in der nächsten Saison so nicht mehr spielen. Empfohlen hat sich aktuell keiner. Auch das Trainerduo nicht. Vielleicht sind wir da als Fans zu streng. Aber wenn wir der Mannschaft derart egal sind, dann kann man schon mal etwas strenger sein.

Yeah! Club bleibt garantiert oben

Jetzt ist es amtlich: Der Club hat die Klasse gehalten. Auch rechnerisch kann er nicht mehr absteigen. Respekt! Vor allem die Tore von Daniel Didavi haben in den letzten beiden Wochen den geruhsamen Saisonausklang möglich gemacht.

Auch gegen den HSV war es natürlich Didavi, der das Tor gemacht hat. Dabei schien es so, als wäre das gar nicht nötig gewesen. Die erste Halbzeit plätscherte dahin wie das Freundschaftsspiel zweier Altherrenmannschaften am Strand von Malibu: nur kein Risiko, nur niemandem weh tun! Wobei letzteres allerdings, was den HSV anging, grandios misslang. Zuerst musste Keeper Drobny verletzt ausscheiden und wurde durch den ehemaligen Fürther Keeper Sven Neuhaus ersetzt. Später schieden dann noch zwei Hamburger verletzt aus, so dass die am Ende nur noch zu zehnt auf dem Platz waren.. Dass deren Trainer Thorsten Fink unter der Woche das Training abbrach, aus Angst seine Spieler könnten sich was tun, das fand da nachträglich eine Erklärung.

Aber, das sind die Sorgen des HSV. Wir haben die – gottseidank – nicht. Auch wenn es kurzfristig noch einmal eng zu werden drohte, nachdem die Clubabwehr das Gentleman-Agreement durchbrach und den Hamburger Son quasi zu einem Tor einlud. Aber wie gesagt, da war ja noch Didavi.

Immerhin kann man festhalten: Auch ohne den allerletzten Einsatz reicht es gegen einen Gegner wie den HSV noch zu einem Remis.

Wir feiern jetzt Nichtabstieg und noch zwei Spiele ohne Zittern. Das hat sich nicht bloß die Mannschaft verdient.