Endlich wird wieder Fußball gespielt


Zuletzt spielten sich beim Club die Ereignisse außerhalb des Platzes ab. Trainer Alois Schwartz musste nach der Derby-Pleite gehen und Interims(?)-Coach Michael Källner durfte übernehmen. Bereits im Vorfeld demonstrierte er einen neuen Stil. Während bei Schwartz das Glas meistens halbleer und die Klage über verletzte Spieler laut war, sprach Köllner von der Qual der Wahl. Mutig voran ging er auch bei der Aufstellung. Da feierte der 20-Jährige Eduard Löwen gleich mal sein Startelfdebüt. Insgesamt änderte Köllner gegenüber dem Fürth-Spiel auf sechs Positionen. Dass er dabei nicht bloß auf die Jugend setzte, war notgedrungen. Kirschbaum hatte sich im Training verletzt, also durfte Raphael Schäfer wieder einmal ran.

In der ersten Halbzeit hatte der Routinier aber praktisch keine Ballkontakte. Da sahen er und wir plötzlich einen ganz anderen Club. Der ließ hinten kaum etwas zu und erarbeitete sich nicht nur ein deutliches Übergewicht, sondern auch eine um die andere Chance. Bereits nach wenigen Minuten verzeichnete der FCN mehr Torszenen als im Derby während des gesamten Spiels. In der 15. Minute hätte es beinahe schon geklappert, aber Margreitters Kopfball traf nur den Pfosten. Nach 20 Minuten hätte sich die Überlegenheit eigentlich auch numerisch niederschlagen müssen. Behrendt, Bielefelds letzter Mann, foulte den durchgeeilten Möhwald, bekam aber von Schiri Koslowski lediglich die gelbe Karte serviert (Koslowski haben wir schon in unguter Erinnerung vom 5:4 in Bochum, so dass zumindest die Verwunderung klein blieb). Eine Viertelstunde später belohnte sich der Club dann endlich für den Druck, den er inszenierte. Der agile Salli passte schön zu Petrak, der den Ball rechts unten versenkte. Zur Pause war die Führung mehr als verdient und mancher der die zuletzt so blutleeren Vorstellungen unserer Mannschaft noch in Erinnerung hatte, rieb sich erstaunt die Augen.

Das sollte sich in der zweiten Halbzeit leider ändern. Da gab der FCN plötzlich das Heft aus der Hand. Der Tabellenletzte aus Bielefeld kam stärker auf, belegte aber auch, warum er die schlechteste Auswärtsmannschaft ist und unten im Keller festhängt. Trotzdem bekam Schäfer dann noch zwei Mal Gelegenheit, sich auszuzeichnen und den Sieg sicherzustellen.

Eine Gelegenheit erhielt auch Dominic Baumann, der in der 83. Minute den ziemlich glücklosen Winterneuzugang Mikael Ishak im Sturm ersetzen durfte. Er fiel dann aber, auch mangels entsprechender Zuspiele, vor allem durch seine Frisur auf. Immerhin bewies Köllner mit seinem Einsatz abermals Mut.

Uns Fans bescherte das zu Ende der Spielzeit doch wieder auftretende Betteln um ein Gegentor das schon bekannt Nervenflattern. Insofern ist nicht alles neu nach dem Trainerwechsel. Zudem war Bielefeld auch zu limitiert, um dem Club die Schwachstellen aufzuzeigen. Aber immerhin gab es mal wieder ein Tor und einen Heimsieg zu bejubeln. Der war auch deshalb wichtig, um wieder etwas Luft zum Tabellenende zu erhalten.

Die Mutter aller Trainerentlassungen

Bereits am 2. Spieltag hatte mein Kollege hier den Trainer in Frage gestellt und dafür einiges einstecken müssen. Könnt ihr nicht erstmal abwarten und dem immerhin für eine halbe Million Ablöse von Sandhausen geholten Trainer etwas Zeit geben? Nunja, inzwischen ist einiges an Zeit vergangen und mittlerweile reden nicht bloß die Clubfreunde über Alois Schwartz, sondern fast das ganze Fanlager (einzige Ausnahme die im Auftrag der FCN-Presseabteilung twitternden Praktikanten).

Aber nicht, dass er es nicht geschafft hat, der Mannschaft Profil zu geben und ein fussballerisches Konzept zu entwickeln, könnte Schwartz nun den Kopf kosten. Derartiges steckt der Nürnberger offenbar weg. Aber zwei Mal gegen die Nachbarn aus Fürth verlieren, das nimmt er übel. Da kennt er nichts! Bei der Mutter aller Derbys gibt es keine mildernden Umstände.

Wobei wir nach solchen Umständen diesmal vergeblich suchen müssen. Weder dürfen wir die Niederlage auf den Schiedsrichter schieben, noch auf die Platzverhältnisse. Selbst eine angebliche Spuckattacke auf den Clubspieler Bulthuis reicht da wohl nicht. Der konnte schließlich mitwirken und fiel jetzt im Umfeld des limitierten, blutleerebn Club-Gekickes nicht negativ auf.

Womit wir wieder beim Trainer wären. Der hatte die Mannschaft gegenüber der Heimniederlage gegen den VfL Bochum auf fünf Positionen verändert. „Ich möchte wieder Leben auf den Platz kriegen“, hatte Schwartz gesagt. Doch was dort am allermeisten fehlte, war Leben. Ein trostloser Kick konterkarierte im Ronhof den Medienhype, der auch diesmal wider besseren Wissens mit Promitipps, historischen Betrachtungen, Liveticker und Fanstatements gnadenlos durchgezogen wurde. Was die beiden im Zweitligamittelfeld herumdümpelnden Teams da auf den Rasen brachten, war jedoch an Ödheit kaum zu überbieten. In der ersten Hälfte war es eine Ecke, die aus Clubfansicht den Höhepunkt markierte. In der 2. Halbzeit ging es zunächst so weiter. Eine kurzzeitge Rudelbildung sorgte für einen Hauch von Unterhaltung. Danach schien irgendwer bei den Fürthern gerufen zu haben: Da geht noch was! Jedenfalls drängten die plötzlich, ohne dass der Club den Verwaltungsmodus beenden konnte. Und wenn man mehr probiert, dann geht ein Schuss auch mal rein. Wie in der 77. Minute als Margreitter einen Zulj-Schuss unhaltbar für Kirschbaum abfälschte. Bezeichnenderweise dauerte es bis zur 86. Minute ehe Neuzugang Ishak den ersten Ball in Richtung Fürther Tor schoß.

Das war es dann aber auch schon. Eindeutig zu wenig, um in der 2. Liga bestehen zu können. So wird der Club kaum noch etwas reißen. Denn Fürth spielte – genau wie letzte Woche Bochum – ebenfalls eher schwach. Gegen den Club reicht derzeit jedoch schon ein bisschen mehr Wille für einen Dreier.

Das Stadion ist schuld

Lasst uns über das Stadion reden. Da ist mehr los. Da bröckelt der Beton. Schon werden wieder Baupläne gewälzt. Große Pläne. Für die EM 2024, aber nicht nur.

Die Realtät auf dem nur wenige Zentimetre über dem Grundwasserspiegel liegenden Rasen sieht leider anders aus. Da bemüht sich die Mannschaft gerade, eher kleine Stadionlösungen zu forcieren. ODer Zuschauerzuspruch wird von Spiel zu Spiel bescheidener. Das liegt allerdings nur bedingt an den manchmal ungünstigen Anstosszeiten. Das liegt bedingt an der mediokren Tabellensituation, wo nicht einmal mehr die Volloptimisten an den Wiederaufstieg glauben. Das liegt aber vor allem an dem uninspirierten Bemühen, wie die Clubmannschaft unter Alois Schwartz ihre Heimspiele gestaltet. Braves Handwerk, sinnbefreites Kilometerfressen, aber kein Plan, wie man eine Abwehr knackt. Selbst an der Bochumer scheitert unser FCN und die kamen mit dem Ruf eines der schlechtesten Auswärtsteams und immer für ein Gegentor gut zu sein nach Nürnberg. Trotzdem: Selbst gegen diesen VfL hätten wir heute noch stundenlang anrennen können. Da wäre nichts passiert. Dafür ist der Club hinten immer für einen Treffer anfällig. So – leider – auch heute.

Die Spielweise des Clubs erinnert inzwischen frappant an die Ausstrahlung ihres Trainers: bieder und blaß. Insofern erkennt man zwar die Handschrift von Alois Schwartz, aber nichts, was irgendwie Hoffnung macht. Selbst da, wo diese bislang aufkeimte, herrscht inzwischen Ödnis. Sabiri zum Beispiel hat sich längst angepasst. Teuchert oder Ishak kommen zu spät, um noch etwas zu reißen und hängen zudem vorne in der Luft, weil aus dem Mittelfeld nichts kommt. Gislason, in München noch der einzige Aktivposten, wirbelte heute nur noch alibimäßig. Torgefahr ging von ihm auch nicht aus.

Eine seltsame Bräsigkeit scheint auf der gesamten Mannschaft zu lasten und die liegt nicht nur am Weggang von Guido Burgstaller oder daran, dass die Mannschaft zu wenig Qualität hat. Jakub Sylvestr, vom Club als untauglich ausgemustert, hat zeitgleich für seinen neuen Verein drei Tore gemacht.

So scheint selbst auf dem anderen Schauplatz, über Spielerverkäufe die Finanzen wieder ins Lot zu bringen, der Wurm drin zu sein. Womit wir wieder bei Stadion wären. Wenn da der Beton bröckelt, dann strahlt das eben auch auf die Mentalität der dort agierenden Beteiligten ab. Einen anderen Grund kann es schließlich nicht geben… Oder fällt euch einer ein?

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Der FCN ist noch nicht so weit

Gegen Eintracht Braunschweig hatte der Club etwas gutzumachen. Mit 6:1 ging er im Hinspiel unter. Den Treffer für den FCN schoß der mittlerweile zu Schalke 04 abgewanderte Guido Burgstaller. Wenig Hoffnung für das Rückspiel machte zum einen das Fehlen des früheren Goalgetters. Zum anderen die Tatsache, dass der Club zuhause antreten musste. Da tut er sich nämlich in dieser Saison – wieder einmal – schwer. Das Spiel machen, das ist nicht so unser Ding.

Das mussten wir anfangs allerdings auch nicht. Da übernahm gleich mal die Eintracht die Initiative. Ganz offensichtlich hatten die den Plan (sowas kennen wir eher weniger), erstmal richtig Druck zu machen und den Club ins Hintertreffen zu bringen. Das gelang auch in der 23. Minute. Da spielte Hernandez die halbe FCN-Abwehr aus, passte zu Nyman, der nur noch ins Tor zu schieben brauchte. Eine Minute zuvor hatte Nyman schon den Pfosten getroffen.

Die Braunschweiger zogen sich daraufhin zurück und ließen den Club kommen. Wohl wissend, dass der da Schwierigkeiten hat. Zwar ergab sich die eine oder andere Chance. Zwingend war das aber fast alles nicht.

Nach der Pause stellten sich die Braunschweiger weiter hinten rein und warteten auf Konter. Ein Burgstaller wäre jetzt gut, dachten wir. Aber wir haben ja jetzt Abdelhamid Sabiri. Der wird eine halbe Stunde nach dem Führungstreffer von Matavz bedient, lässt den Eintracht-Verteidiger alt aussehen und markiert den inzwischen vollauf verdienten Ausgleich.

Danach spielte fast nur noch der Club, bei dem vor allem die angeblich noch nicht so weiten Youngsters die Akzente setzten. Patrick Kammerbauer zum Beispiel. Oder Dennis Lippert, der als sich der Tabellendritte dann doch wieder aufgerappelt hatte, in der 81. Minute für seinen bereits geschlagenen Keeper Kirschbaum auf der Linie rettete.

Doch obwohl der Club am Ende mehr zu bieten hatte als die kräftemäßig schon verausgabten Braunschweiger, reichte es dann nicht mehr zum Siegtreffer. Mancher hätte da wahrscheinlich früher frische Kräfte eingewechselt. Aber Trainer Alois Schwartz ist da bekanntlich zurückhaltend. Auch was die angeblich nicht so weiten jungen Spieler angeht, tritt er auf die Bremse und wünscht sich gleiches von den Clubberichterstattern. Sagen wir mal so: Es sind eher ein paar andere nicht so weit, um ganz oben anzugreifen.

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Mühsamer Jahresabschlusserfolg

Daheim machen sie dich ein. Das gilt beim Club in letzter Zeit leider öfter. Wobei diesmal der FC Kaiserslautern zu Gast war. Bei dem schien die Offensive kein Problem zu sein. Dafür stand die Frage im Raum, ob es gelingt, den Zu-Null-Königen einen reinzuballern. Entsprechend unansehnlich gestaltete sich dann auch die erste Halbzeit. Fehlpässe am laufenden Band, uninspiriertes Angerenne, planloses Rumgekicke bei gefühlter Überlegenheit des 1.FCN. Wobei dem zugute gehalten werden muss, dass ihm Schiedsrichter Markus Schmidt in der 20. Minute ein korrektes Tor wegen angeblicher Abseitsstellung aberkannte. Das war dann aber schon das Highlight der ersten Hälfte im stark unterfüllten Frankenstadion.

In der zweiten Hälfte egalisierte der Club dann doch den bisherigen Rekord der SG Wattenscheid und traf im 38. Zweitligaspiel in Folge ins Tor (Behrens nach Ecke in der 51. Minute). Jetzt aber, dachten wir! Der Bann war schließlich gebrochen und der FCK hatte ja wochenlang kein Tor mehr erzielt. Doch nicht mit dem Club. Der ist bekanntlich ein Samariter. Der hilft jedem aus der Patsche und baut auch hoffnungslose Fälle auf.

Die Mannschaft ließ sich hinten reindrängen, wurde seltsam apathisch. Oft wurde der Club minutenlang in der eigenen Hälfte beschäftigt. In der 62. Minute hätte sich niemand beschweren dürfen, wenn es nach einem Handspiel von Dave Bulthuis Elfer gegeben hätte. Die Warnung verpuffte freilich. Weiter bettelte der Club nach einem Kaiserslauterner Treffer. In der 78. Minute war es dann soweit. Völlig unüberraschend köpfte Zoua nach einer Ecke (das erste Tor nach einer Standardsituation für den FCK) den ziemlich haltbar aussehenden Ball ins Clubnetz.

Jetzt ließen es die Pfälzer wieder ruhiger angehen, ohne dass der Club richtig zwingend zurückkommen konnte. Aber wir haben ja Guido Burgstaller. Noch! Der hatte sich seinen großen Auftritt für die 90. Minute aufgehoben. Von Behrens freigespielt zog er im Strafraum ab und traf zum 2:1.

Am Ende ein versöhnlicher Jahresabschluss. Mit dem bereits bei den vorigen Spielen erwähnten bitteren Beigeschmack, dass der Matchwinner wohl die längste Zeit für den FCN die Kastanien aus dem Feuer geholt hat.

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Guido, wir werden dich vermissen!

1470805079So schnell läuft das in Liga 2. Da zählt man gerade noch die Differenz zu den Aufstiegsrängen und schon geht es in die andere Richtung. Wahrscheinlich war in den Köpfen der Clubspieler auch schon der Dreier gegen den SV Sandhausen so gut wie eingefahren. Im Laufe der Partie verfestigte sich das dann wohl noch, denn der Club spielte eine halbe Stunde lang nur auf das Tor des SVS. Der konnte sich erst in der 28. Minute befreien. Da sprang Kuhn über den vollkommen unmotiviert reingrätschenden Bulthuis, kann allein aufs Tor zusteuern, zu Wooten passen und der stellt das Spiel auf den Kopf.

Das bekam da schon der ersten Knacks. Denn beim Club schwand das Selbstvertrauen und die Ordnung. Dazu häuften sich die Fouls, mit denen die Sandhausener dem FCN schon im Mittelfeld regelmäßig den Zahn zogen. Die hofften offenbar darauf, dass Schiri Dr. Martin Thomsen ihnen die gesamten 90 Minuten wohlgesonnen ist. Das tat er dann aber doch nicht. Drei Minuten vor dem Halbzeitpfiff durchbrach Guido Burgstaller (wer sonst?) die allgemeine Clublethargie, ließ drei Gegner stehen und konnte von Kulovits nur mit einem Foul gebremst werden. Der hatte vorher schon Gelb gesehen und durfte dann vorzeitig seinen Trainingsanzug überziehen. Mehr als eine Halbzeit hatte der Club also noch, den Rückstand wettzumachen und das mit einem Mann mehr.

Die nun auch zahlenmäßige Überlegenheit mündete zwar in einer Art Powerplay, das aber spätestens am Strafraum der Weißen verpuffte. Meistens aufgrund von Fehlpässen und der Kompromisslosigkeit, mit der Sandhausen verteidigte. Der Club rannte immer planloser an, fand jedoch nicht den Schlüssel, um die dezimierte Gästemannschaft zu knacken.

Dabei hätte hier viellich der ehemalige Sandhausen-Trainer Alois Schwartz im Vorfeld den einen oder anderen Tipp geben können. Schließlich kennt er den Gegner aus dem FF. Und wenn es vorne nicht klappt, dann kommt auch noch Pech dazu. Bei einem der wenigen Entlastungsangriffe des SVS schießt Klingmann einfach mal in Richtung Kirschbaum. Abermals ist Bulthuis der Unglücksrabe und fälscht den Schuß unhaltbar ab. 0:2! Blöder kann ein Spiel nicht laufen.

Trotzdem waren immer noch 35 Minuten Zeit und der Club immer noch einen Mann mehr. Doch den elf Nürnbergern fiel gegen die zehn Gäste weiterhin nichts ein. Ein ums andere Mal flogen zwar Bälle in den Strafraum, doch jedesmal wurden sie abgefangen. Beim Club paarte sich langsam Panik mit Verzweiflung. Und dann kam es noch dicker. In der 76. Minute machte der Gegner vor, wie man auch ohne Hilfe eines Gegenspielers trifft und Lukasik erhöhte sogar auf 0:3. Da war es dann endgültig ein gebrauchter Tag.

Dass dann Guido Burgstaller mit einer schönen Einzelaktion noch den Ehrentreffer erzielte, machte es eigentlich nur noch schlimmer. Denn dass der Österreicher nicht zu halten sein wird, wurde angesichts dieses Spiels überdeutlich. Wer selbst gegen Sandhausen zuhause und in Überzahl verliert, der kann sich jedweden Aufstiegstraum abschminken und damit auch die dringend nötigen Einnahmen, die nötig wären um Burgstaller zu halten. Guido, wir werden dich vermissen! Erst recht angesichts des blutleeren und brozlosen Gekickes, das deine Nochmannschaftskamerade heute abgeliefert haben.

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Einfach eine Klasse besser

28.11.2016 --- Fussball --- Saison 2016 2017 --- 2. Fussball - Bundesliga --- 14. Spieltag: VfB Stuttgart - 1. FC Nürnberg Nuernberg FCN Club --- Foto: Sport-/Pressefoto Wolfgang Zink / DaMa --- Tor zum 1:0 - Torschütze Simon Terodde (9, VfB Stuttgart ) gegen Laszlo Sepsi (6, 1. FC Nürnberg / FCN )

Das 1:3 (0:2) des 1. FC Nürnberg beim VfB Stuttgart am Montagabend darf getrost unter der Kategorie „erwartbar“ verbucht werden. Es hat sich über weite Strecken das gezeigt, was Experten schon vorher ausgemacht hatten: Dass zwischen den beiden Teams ein Klassenunterschied herrscht. So gesehen, war das Ganze aus Nürnberger Sicht dann doch recht ansehnlich. Denn mitgehalten haben die Rot-Schwarzen ja ganz gut. Für einen Sieg hätte die Leistung dennoch nicht gereicht. Höchstens ein Unentschieden, das wäre mit viel Dusel vielleicht drin gewesen.

Die Sturm- und Drang-Phase des 1. FC Nürnberg währte jeweils nur kurz. Lediglich zur Mitte des ersten Durchgangs, beim Stande von 0:1 aus Club-Sicht, und zum Ende der Partie hin, nach dem 1:2-Anschluss durch Möhwald (80.), sahen die mitgereisten fränkischen Fans ihren FCN zielstrebig nach vorne kombinieren. Zweimal scheiterte der 1. FCN zudem am Innenpfosten: In der 28. Minute hatte Kempe den Ball aus rund 25 Metern auf die Reise geschickt, in der 72. Minute hatte der zuvor für Salli eingewechselte Teuchert Pech, als sein Kopfball vom Elfmeterpunkt ebenfalls ans Aluminium prallte. Darüber hinaus verwehrte Schiedsrichter Drees dem Club einen Treffer, weil Burgstaller eine Sepsi-Hereingabe zwar ins Tor verlängerte, dabei aber knapp im Abseits stand (69.). Als positiv festzuhalten bleibt, dass sich der 1. FC Nürnberg nach der Halbzeitpause aktiver und wacher präsentierte. Eine Trotzreaktion war aber auch das mindeste, was man von der Truppe von Trainer Schwartz erwarten konnte.

Schließlich hatte sie vor allem die ersten Minuten der Partie komplett verpennt. Das 1:0 für den VfB resultierte aus einer mangelhaften Defensivaktion. Terodde setzte Asano mit einem starken Pass durch die Schnittstelle der Nürnberger Abwehr in Szene, der startete durch und legte quer ins Zentrum, wo erneut Terodde bereitstand und die Kugel nur noch einschieben musste (3.). Youngster Kammerbauer und Bulthuis waren dabei nur Statisten. Das 2:0 zerstäubte dann die aufkeimenden Nürnberger Hoffnungen schnell. Erneut war es Terodde, der Club-Keeper Kirschbaum überwand und das 2:0 markierte (33.). Das 3:1 durch Asano kurz vor dem Schlusspfiff war dann letztendlich nur noch Ergebniskosmetik. Denn auch an dem 1:2 wäre wenig zu rütteln gewesen: Eine Chance hatte der FCN nach dem Anschlusstreffer nicht mehr.

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Kein Sieger im Frankenderby

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Wer ist die Nummer eins in Franken? Die Antwort ist erst einmal vertagt. Tabellarisch sind es weiterhin die Kickers aus Würzburg. Gefühlt ist es der Club. Das Frankenderby ging zwar 2:2 aus. Doch der Club erzielte seine Tore dank einer Energieleistung von Guido Burgstaller und dank des Powerplays in der Schlussphase. Die Würzburger hingegen machten ihre mit Glück und mit Hilfe von Schiedsrichter Gerach.

Zunächst herrschte allerdings Langeweile im Derby, das in dieser Konstellation zum letzten Mal vor etwas 40 Jahren stattfand. Die Würzburger waren als Sechster zum Neunten gekommen. Insofern war ein gewisser Respekt sicher gerechtfertigt. Dazu kam wohl auch, dass man den Aufsteiger noch nicht so kennt und schon deswegen Vorsicht walten ließ. Die erste Halbzeit fand deshalb fast ausschließlich im Mittelfeld statt. Torszenen gab es so gut wie keine. Die Abwehrreihen standen gut und für die ohnehin schon unter unwirtlichen Witterungsbedingungen leidenden Zuschauer gab es wenig, woran sie sich erwärmen konnten. Bis zur 45. Minute. Da zeigte Guido Burgstaller, wie wertvoll er für den Club ist. Mit einer Einzelaktion tanzte er erst drei Würzburger aus und brachte dann noch den Ball im Tor unter. Gerade noch rechtzeitig, bevor Schiri Gerach zur Pause in die Pfeife blasen konnte.

Jetzt, so schien es, war das Abwehrbollwerk der Unterfranken geknackt und der von diesen nicht ungeschickt zum Favoriten gestempelte FCN auf der Siegerstraße. Zumal der Club weiter drückte und dem 2:0 näher war. Bis zur 54. Minute. Da landete der Ball beim Würzburger Soriano, der den Ball einfach mal aus der Drehung Richtung Tor zog und weil Mühl ihn noch abfälschte, gab es für den ansonsten wieder talelosen Thorsten Kirschbaum nichts zu Halten. Schlimm genug, dachte man. Doch nur eine Minute später attackiert Hovland den eingewechselten Rama vor dem Strafraum, der fällt dann erst innerhalb des Sechzehners und der Schiedsrichter zeigt auf den Punkt. Verdient war der Elfer allenfalls aufgrund der im Vergleich zum Clubverteidiger besseren Schauspielleistung des Würzburgers. Die Kickers drehten so innerhalb von nicht einmal zwei Minuten ein vom Club schon gewonnen geglaubtes Spiel. Dazu holte sich der im Spielaufbau wieder einmal arg ausbaufähig agierende Clubkapitän Miso Brecko auch noch die fünfte gelbe Karte und fehlt somit gegen den VfB Stuttgart.

Das war es dann aber mit den Blackouts zuungunsten des FCN. Der machte weiter Druck, zumal Trainer Schwartz auch noch mit Teuchert und Salli zwei frische Offensivkräfte einwechselte und zwar bereits nach einer Stunde (bislang wechselte er meistens wesentlich später). Der Club schnürte die Kickers teilweise regelrecht in deren Hälfte ein. Allerdings dauerte es bis zur 89. Minute ehe ausgerechnet Hovland den längst verdienten Ausgleich markierte. Zu mehr reichte es dann leider nicht. Schade!

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2:3 gegen Schalke: „Ich werd verrückt, ein Tor!“

Fuflball: DFB-Pokal, 1. FC N¸rnberg - FC Schalke 04, 2. Runde am 26.10.2016 in Grundig Stadion, N¸rnberg (Bayern). Der N¸rnberger Tobias Kempe (r) erzielt gegen Schalkes Torwart Ralf F‰hrmann (3.v.l.) das 2:3 per Elfmeter. Foto: Daniel Karmann/dpa (Wichtiger Hinweis: Der DFB untersagt die Verwendung von Sequenzbildern im Internet und in Online-Medien w‰hrend des Spiels (einschliefllich Halbzeit). Sperrfrist! Der DFB erlaubt die Publikation und Weiterverwertung der Bilder auf mobilfunkf‰higen Endger‰ten (insbesondere MMS) und ¸ber DVB-H und DMB erst nach Spielende.) +++(c) dpa - Bildfunk+++

„Drei, vier, fünf, Aogo. Aaaaaaahogo streichelt den Ball. Ahhhhh ist das schön. Auf die Schwimmbadkurve, und der Club schwimmt. Flachschuss. Ahhhh. Die Kirsche ist unten. Der Kirschbaum hat die Pille.“
– Günther Koch im FCN-Fanradio zu Beginn der zweiten Hälfte 

FCN-Aufsichtsrat und Reporterlegende Günther Koch (GüKo), der das DFB-Pokalspiel zwischen dem 1. FC Nürnberg und dem FC Schalke 04 am Mittwochabend im Fanradio kommentierte, war sich zu Beginn des zweiten Durchgangs sicher: Das Ding ist durch. Ein Eindruck, den man zu diesem Zeitpunkt teilen konnte. Die erste Hälfte war klar an die Knappen gegangen, Konoplyanka (20.), Huntelaar (31.) und nochmal Konoplyanka (45.) hatten die Blauen in Front gebracht. Doch dann, wie aus dem Nichts, gelang dem Club das 1:3 und es wurde nochmal spannend.

„Ich werd verrückt, ein Tor“, jubelte GüKo, nachdem sich Burgstaller auf der linken Außenbahn durchgetankt und den Ball in die Mitte gebracht hatte, wo Kempe am langen Eck draufhielt und Schalkes Baba anschoss, der die Kugel ins eigene Netz bugsierte (59.). Plötzlich war wieder Leben im Nürnberger Spiel gegen die in den zweiten 45 Minuten lethargischen Gäste. Erstmals in dieser Partie entfachte der Club Druck auf das gegnerische Tor – und das zahlte sich aus. Wieder über links war es in der 66. Minute Behrens, der Fahrt aufnahm, nach innen zog und in den Sechzehnmeterraum eindrang. Dort rauschte Junior Calcara an und grätschte ihn um – Elfmeter!

Und GüKo? Der rastete im Fanradio nun richtig aus. „Strafstoß für Nürnberg. Das ist die Hölle!“, brüllte der 74-Jährige in das Mikrofon. Tatsächlich wurde es ungemütlich für den Bundesligisten aus Gelsenkirchen, denn Kempe verwandelte den Elfer sicher mit einem strammen Flachschuss ins linke untere Eck (68.). Es folgte ein kaum mehr für möglich gehaltenes Aufbäumen beim FCN, man merkte der Truppe von Coach Alois Schwartz an, dass sie sich inzwischen gefunden hat. Doch es reichte nicht mehr für ein drittes Tor. Da half auch aller Enthusiasmus von GüKo („Merkt euch eins, der Teuchert wird noch Nationalspieler, das sage ich euch heute“) nichts.

Insgesamt betrachtet, ging der Sieg für den FC Schalke 04 in Ordnung. Zu fehleranfällig und löchrig hatte sich die wegen Bulthuis‘ Ausfall notgedrungen umformierte Abwehr um die Innenverteidiger Hovland und Mühl präsentiert. Die Gegentreffer durch Konoplyanka fielen beide nach Ecken und hätten durch klugeres Stellungsspiel trotz Klassenunterschied verhindert werden können. Günther Koch machte in seiner Analyse noch einen Schuldigen aus: „Was der Salli hier geboten hat, ist eine Unverschämtheit“, befand der Aufsichtsrat. Auch wenn er mit Salli unserer Ansicht nach hier zu hart ins Gericht ging, hatte er in einer weiteren Äußerung recht: Am Ende fehlte die Kraft.

„Salli, ein vogelwilder Fußballer. Ein Leichtgewicht, 1,70 Meter groß, 55 Kilo. Dunkelhaarig, dunkelhäutig sowieso.“
– Günther Koch im FCN-Fanradio nach der Einwechslung von Edgar Salli

 

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Nürnberg ist für Bader kein gutes Pflaster

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Nach den jüngsten Siegen kehrte beim Club wieder Euphorie ein. Trotzdem war noch nicht so ganz klar, ob wir uns nach oben oder eher nach unten orientieren müssen. Die letzten Gegner waren nicht unbdeingt die Top-Teams der 2.Liga. Anders war das bei Hannover 96. Der mittlerweile vom Ex-Club-Sportdirektor Martin Bader gemanagte Bundesligaabsteiger ist – zumindest vom Namen und vom finanziellen Bachground her – eine andere Nummer als beispielsweise der KSC.

Doch dann dauerte es gerade einmal vier Minuten und der FCN zeigte, wer hier Herr im Haus ist. Möhwald passte auf Kempe. Dessen Schuss konnte der beim Club ausgebildete 96-Keeper Sahin-Radlinger nur nach vorne abklatschen. Matavz sagte danke und schob den Ball zur frühen Führung ins Netz. 96 drängte dann auf den Ausgleich. Aber das sah alles ziemlich Bader-like aus. Blutleeres Blenden und eher behäbig in der Birne. Der Club ging die 96er schon im Mittelfeld an und schnappte sich ein ums andere Mal die doch sehr durchsichtig angesetzten Pässe. Etwa in der 21. Minute als Petrak an der Mittellinie den Ball eroberte zu Matavz spielte, der schickte Möhwald, dessen Flanke dann Burgstaller zum 2:0 einköpfen konnte.

Danach konnte es der Club noch ein bisschen lockerer angehen lassen. Hannover hatte zwar weiterhin ein optisches Übergewicht. Aber richtig gefährlich wurde es vor dem Kasten von Kirschbaum kaum. Der Club spielte durchaus clever und lie0 kaum etwas anbrennen.

In der 2. Hälfte musste die neue Nummer 1 im Clubtor allerdings mehrfach zeigen, was sie drauf hat. Hannover verstärkte den Druck noch weiter. Die größte Chance zum Anschlusstreffer bot sich in der 72. Minute, als Schiedsrichter Jöllenbeck auf den Elfmeterpunkt zeigte. Brecko hatte Klaus gefoult. Doch wie schon gegen den KSC erwies sich Kirschbaum als Elfmeterkiller.

Bei ihm (allerdings – das müssen wir selbstkritisch konstatieren – auch bei Trainer Alois Schwartz) zeigt sich allmählich, dass sich Geduld auszahlt. Der vielgeschmähte und zeitweise sogar auf die Tribüne verbannte Clubtorwart ist mittlerweile ein echter Stabilitätsfaktor. Dass er seinerzeit noch von Martin Bader eingekauft wurde, belegt, dass der nicht immer verkehrt gelegen ist. Andererseits belegt Bader auch, dass man in Nürnberg manchmal schon zu viel Gedlud gehabt hat.

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