Feiermodus gegen Abstiegskampf: 2:3

Es war das letzte Heimspiel nach einer Saison, die der Clubfan wohl schnell abhaken dürfte. Dafür war diese Begegnung mit allerlei anderem befrachtet. Mit Abschieden, mit Traditionspflege, mit ungewöhnlichen Witterungs- und Platzverhältnissen. Die Punkte spielten da nicht die allerwichtigste Rolle.

Das merkte man dem Club letztlich auch an. Der Spaß am Spiel stand eher im Vordergrund als lästige Pflichtaufgaben, wie Absichern nach hinten oder Decken bei Standards. Für den Gegner, die Fortuna, ging es hingegen noch darum, den Abstieg zu vermeiden. Da brennt man eben auch noch, wenn der andere schon ans Freibier denkt. weiter lesen

Club kann sich leider nicht belohnen

Schade, schade, das hatte der Club nicht verdient! Nach streckenweise überzeugenden Spiel unterlag er durch ein Tor in der Nachspielzeit noch Tabellenführer VfB Stuttgart, der nach dem Spiel mit seinen zahlreichen Fans dann schon mal den wichtigen, und fast nicht mehr erwartbaren Schritt zum Aufstieg feierte.

Womit wir bei den Fans wären. Da machten die aus Stuttgart angereisten Gäste, die für ein ausnahmsweise fast gefülltes Nürnberger Stadion sorgten, mehr Betrieb als die Club-Anhänger. Das lag nicht nur an deren Quantität, sondern auch daran, dass den Nürnberger Ultras wieder mal irgendetwas Verstummendes über die Leber gelaufen ist. weiter lesen

Alte Schwachstellen, neuer Soundtrack

Nur schlecht reden möchte den neuen Club auch keiner. Deswegen fangen wir mal mit dem Positiven an. Die erste Halbzeit war durchaus ansehnlich. Der Club praktizierte teilweise Powerplay, entwickelte viel Druck und schnürte den Zweitliga-Siebzehnten aus Hamburg teilweise ein. Allerdings: Richtig gefährlich wurde es vor dem Tor von St. Pauli trotzdem nicht. Irgendein Pass kam immer nicht an und eine Idee, wie der Ball ins Netz finden soll, war letztlich auch nicht erkennbar.

Das könnte man auf das kurzfristige Fehlen von Kevin Möhwald schieben. Aber in den letzten Spielen, als er noch die Fäden im Mittelfeld ziehen sollte, war es leider auch nicht anders. Heute kam allerdings noch hinzu, dass nun Tobias Kempe allein für die Standards verantwortlich war und daraus null Kapital zu ziehen wusste.
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Sogar der Schiri hatte Mitleid mit dem Club

Eigentlich war das eine klare Sache. Der KSC kam als Tabellenletzter nach Nürnberg, hatte zahlreiche Ausfälle zu beklagen, ein Spieler war in einen Wettskandal verwickelt, ein anderer (Valentini) möglicherweise mit den Gedanken schon woanders. Was sollte da schon schief gehen?

Bei normalen Mannschaften könnte man so denken. Beim Ckub nicht. Da ging – zumindest eine Stunde lang – so ziemlich alles schief, was schief gehen kann. Kaum ein Pass erreichte den eigenen Mann, Torchancen gab es praktisch überhaupt nicht, Spieler signalisierten, dass sie keine Anspielstation finden und die Fans waren letztlich dankbar für einen Gegner, der das alles nicht auszunutzen in der Lage war. Bis zur 24. Minute. Da zog der Karlsruher Sallahi aus 30 Metern eher alibimäßig in Richtung des wieder von Raphael Schäfer gehüteten Clubtors ab. Der Ball wäre weit vorbei gegangen, wenn er nicht Breckos Oberkörper getroffen hätte und von da ins rechte Toreck abgefälscht worden wäre. Ein Kacktor, das aber zu dem Kackspiel passte, das da im möglicherweise bald nach dem Club-Idol Max Morlock benannten Stadion zusammengestopselt wurde.

Es wurde sogar noch schlimmer. Der KSC konnte sich zurückziehen und der Club musste das zeigen, was er bekanntlich nicht kann: das Spiel machen. Das Ergebnis war an Armseligkeit kaum zu überbieten. Keine Ideen, keine Überraschungsmomente, miemand, der die Initiative übernahm. Ein Wunder fast, dass das Pfeifkonzert zur Halbzeit eher verhalten ausfiel.

Während die Fans sich in der Pause Gedanken machten, wie wohl der geschasste Clubtrainer Alois Schwartz gerade den Nachweis dafür abfeiert, dass es offensichtlich nicht an ihm lag, machte der Club zu Beginn der zweiten Hälfte nicht den Eindruck, irgendwie das Ruder herumreißen zu können. Zwar hatten die Clubspieler mehr Ballbesitz. Vor dem Tor tauchten sie aber kaum auf. Man musste angesichts der FCN-Harmlosigkeit fast schon Mitgefühl haben.

In der 58. Minute gab es dann wenigstens etwas zu berichten. Club-Coach Michael Köllner wechselte den diesmal zunächst auf die Bank verbannten Tobias Kempe ein. Vielleicht wusste er schon, was kommen würde. Denn der aus Stuttgart stammende Schiedsrichter Martin Petersen sollte nun ins Spiel eingreifen. Zunächst tat er das in der 65. Minute. Da erwischte der KSC-Spieler Krebs den dann doch einmal in den Strafraum vorgedrungenen Kevin Möhwald leicht am Knöchel. Elfmeter! Der eingewechselte Kempe haute ihn unten links rein. Gerade einmal fünf Minuten später pfiff Petersen erneut. Diesmal hatte der KSC-Spieler Mehlem den Ball an die Hand bekommen. Wieder tritt Kempe an und haut ihn abermals unten links rein. Der Club hatte das Spiel gedreht

Ohne Hilfe des Schiris musste er dann allerdings noch etliche Ausgleichsbemühungen der Karlsruher überstehen. Wobei Schäfer mehrfach zeigen konnte, dass er es immer noch drauf hat. Am Ende drückt Petersen dann allerdings noch einmal ein Auge gnädig zu, als ein Clubverteidiger elfmeterverdächtig den Ball im 16er mit der Hand erwischte.

Dass sich der KSC verschaukelt fühlte, ist verständlich. Wir können andererseits aber immerhin einwenden, auch schon oft genug benachteiligt worden zu sein.

Nach diesem fast schon peinlichen Dreier zu jubeln oder irgendwas an der heutigen Leistung schön reden zu wollen, ist freilich nicht angebracht und wäre auch ein Fehler. Für diesen Sieg konnte die Mannschaft nichts, den hat man ihr aufgezwungen.

Sallahi 24. Minute

Endlich wird wieder Fußball gespielt


Zuletzt spielten sich beim Club die Ereignisse außerhalb des Platzes ab. Trainer Alois Schwartz musste nach der Derby-Pleite gehen und Interims(?)-Coach Michael Källner durfte übernehmen. Bereits im Vorfeld demonstrierte er einen neuen Stil. Während bei Schwartz das Glas meistens halbleer und die Klage über verletzte Spieler laut war, sprach Köllner von der Qual der Wahl. Mutig voran ging er auch bei der Aufstellung. Da feierte der 20-Jährige Eduard Löwen gleich mal sein Startelfdebüt. Insgesamt änderte Köllner gegenüber dem Fürth-Spiel auf sechs Positionen. Dass er dabei nicht bloß auf die Jugend setzte, war notgedrungen. Kirschbaum hatte sich im Training verletzt, also durfte Raphael Schäfer wieder einmal ran.

In der ersten Halbzeit hatte der Routinier aber praktisch keine Ballkontakte. Da sahen er und wir plötzlich einen ganz anderen Club. Der ließ hinten kaum etwas zu und erarbeitete sich nicht nur ein deutliches Übergewicht, sondern auch eine um die andere Chance. Bereits nach wenigen Minuten verzeichnete der FCN mehr Torszenen als im Derby während des gesamten Spiels. In der 15. Minute hätte es beinahe schon geklappert, aber Margreitters Kopfball traf nur den Pfosten. Nach 20 Minuten hätte sich die Überlegenheit eigentlich auch numerisch niederschlagen müssen. Behrendt, Bielefelds letzter Mann, foulte den durchgeeilten Möhwald, bekam aber von Schiri Koslowski lediglich die gelbe Karte serviert (Koslowski haben wir schon in unguter Erinnerung vom 5:4 in Bochum, so dass zumindest die Verwunderung klein blieb). Eine Viertelstunde später belohnte sich der Club dann endlich für den Druck, den er inszenierte. Der agile Salli passte schön zu Petrak, der den Ball rechts unten versenkte. Zur Pause war die Führung mehr als verdient und mancher der die zuletzt so blutleeren Vorstellungen unserer Mannschaft noch in Erinnerung hatte, rieb sich erstaunt die Augen.

Das sollte sich in der zweiten Halbzeit leider ändern. Da gab der FCN plötzlich das Heft aus der Hand. Der Tabellenletzte aus Bielefeld kam stärker auf, belegte aber auch, warum er die schlechteste Auswärtsmannschaft ist und unten im Keller festhängt. Trotzdem bekam Schäfer dann noch zwei Mal Gelegenheit, sich auszuzeichnen und den Sieg sicherzustellen.

Eine Gelegenheit erhielt auch Dominic Baumann, der in der 83. Minute den ziemlich glücklosen Winterneuzugang Mikael Ishak im Sturm ersetzen durfte. Er fiel dann aber, auch mangels entsprechender Zuspiele, vor allem durch seine Frisur auf. Immerhin bewies Köllner mit seinem Einsatz abermals Mut.

Uns Fans bescherte das zu Ende der Spielzeit doch wieder auftretende Betteln um ein Gegentor das schon bekannt Nervenflattern. Insofern ist nicht alles neu nach dem Trainerwechsel. Zudem war Bielefeld auch zu limitiert, um dem Club die Schwachstellen aufzuzeigen. Aber immerhin gab es mal wieder ein Tor und einen Heimsieg zu bejubeln. Der war auch deshalb wichtig, um wieder etwas Luft zum Tabellenende zu erhalten.