Ganzes Klärwerk am Fuß

Bitter ist gar kein Ausdruck für das, was da in Mönchengladbach abgelaufen ist. Mehr als eine Stunde lang war der Club die bessere Mannschaft, spielte die Borussia teilweise an die Wand und ließ hinten kaum etwas anbrennen. So, dachten wir Clubfans, wird es endlich was mit dem ersten Dreier, zumal Drmic nach Klassezuspiel von Kiyotake den Club nach langer Zeit mal wieder eine Führungstor beschert hatte.

Was man dem freilich Club ankreiden musste: Er machte viel zu wenig aus seinen Chancen. Dann funktionierte auch noch Schiedsrichter Dingert nicht richtig und versagte dem Club einen klaren Elfer.

Doch nach gut einer Stunde kam der Bruch. Eigentlich kann man ihn an einer Szene festmachen, nämlich als Trainer Gertjan Verbeek Pelle Nilsson, der diesmal klare Aufwärtstendenz zeigte, in der 62.Minute rausnahm und Niklas Stark brachte. Nilsson verstand das nicht und war stinksauer. Hinterher wurde ihm aber der Oberschenkel bandagiert. Vielleicht war er verletzt und hat´s nicht gemerkt ;-). Wie auch immer! Jedenfalls wurde der Druck der Gladbacher größer und die Ordnung in der Clubhintermannschaft kleiner.

Und so kam es wie es kommen musste, die Gladbacher erzielten den Ausgleich. Wenige Minuten später war es ausgerechnet der eingewechselte Youngster Stark, der dann sogar noch per Eigentor die Gladbacher Führung erzielte und das Spiel endgültig auf den Kopf stellte,. Dass der Club dann mit zwei – und später sogar drei – Stürmern spielte und Drmic noch den klaren Ausgleich (siehe Bild) erzielte, interessierte das Schiedsrichtergespann, das auch mangels Torlinientechnik im Dunkeln tappte, nicht. Aber wie das so ist, wenn du Scheiße am Fuß hast, kam dann auch noch das 3:1 und der Abend war gelaufen.

Gelaufen war er vor allem auch deshalb, weil eigentlich keiner sagen kann, was der Club noch anders machen soll, um den Abstieg zu vermeiden. Die Mannschaft hängt sich rein, dominiert das Spiel und gibt sich nicht auf. Andererseits scheint der DFB kein gesteigertes Interesse daran zu haben, dass der Club in der Bundesliga bleibt. Dazu kommt dann noch die nervtötende Abschlussschwäche. Aber, wenn du nur einen kleinen Etat hast und jedesmal gegen 12 Mann spielen und drei Mal so viele Chancen wie die anderen generieren musst, dann ist der Klassenerhalt leider kaum zu schaffen.

Kein Glück, und dann kommt noch Pech hinzu

3379113947So, wieder zurück auf dem Boden der Tatsachen. Glück und einen – sagen wir mal – nicht ganz unfreundlichen Schiedsrichter wie beim Heimsieg gegen den VfB Stuttgart hat man halt nicht jedesmal. Auch andere Mannschaften haben hin und wieder Glück. Zum Beispiel die Eintracht, die in den Spielen zuvor diesbezüglich auch nicht unbedingt verwöhnt worden war. Die traf dann zwei Mal ins Tor, während der Club zwei Mal das Gestänge zum Wackeln brachte. Pech, kann passieren! Zumindest haben sie in der zweiten Hälfte nicht schlecht gespielt. In der ersten sah man allerdings doch, dass die Abwehr ohne Andreas Wolf nicht unbedingt sicherer ist (wir nehmen da zerknirscht einiges an Kritik zurück), zumal wenn die gesamte Mannschaft „etwas zurückhaltender“ spielt. Blöd allerdings, dass wieder einmal Gekas (Bild) gegen den Club getroffen hat.

Nur schade, dass die Euphorie nach dem Heimsieg gegen Stuttgart so schnell wieder verflogen ist und nur knapp drei Tage währte. Drei Tage durfte man man glauben, der Club könne da mitkicken, wo die Musik spielt. Jetzt ist er wieder die Konstante in einer nach wie vor verrückten Bundesligasaison.

Um aber auf das Glück zurückzukommen: Auch die Bayern (die den Abstand zum FCN immerhin nicht vergrößern konnten) haben durch ein Duseltor gegen Mainz ausgeglichen. Die kamen aber zurück und gewannen trotzdem.

Schade, einen Punkt hätten sie verdient!

Verbessert mich, aber zum ersten Mal hatte ich heute bei einem Clubspiel als Zuschauer das Gefühl: Toll, dass wir in der ersten Liga spielen. Das war eine richtig gute Partie im Frankenstadion. Jederzeit spannend, es ging hin und her, hitzige Zweikämpfe, Engagement, und dabei wurde sogar richtig guter Fußball gespielt, von beiden Mannschaften. Der Club war meistens ebenbürtig, zeitweise sogar überlegen. Dass es trotzdem nicht langte, das lag wohl an der etwas größeren Cleverness der Stuttgarter und der größeren Abgebrühtheit vor dem Tor.

Insofern war die – letztlich unverdiente – Niederlage gleich mehrfach bedauerlich. Denn gerade wenn man Spaß und Freude am Spiel des Clubs in der ersten Liga gewinnt, rückt eine solch unglückliche Heimpleite den Klassenerhalt und die Chance, öfter solche Begegnungen zu sehen, in weitere Ferne. Insofern könnte jetzt der Frust noch tiefer sitzen. Dass dem nicht so ist, liegt daran, dass man einen echten Aufschwung spürt. In der Oenning-Zeit wäre die Mannschaft nach dem 0:1 sicher eingebrochen und hätte sich ihrem Schicksal ergeben. Heute war das dankenswerterweise nicht der Fall. Da merkte man: Die wollen nicht verlieren, die hängen sich mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln rein. Darauf lässt sich aufbauen. Und nachdem Hertha und Hannover auch keine Punkte holten, sind zumindest die Chancen auf Relegationsplatz 16 nicht schlechter geworden.

Trotzdem: Schade, schade, schade, die Mannschaft hätte mindestens einen Punkt verdient gehabt!