Bitte etwas mehr Respekt!

Wo bleibt denn der Respekt vor dem Alter? Wo die Ehrfurcht vor herausragenden Lebensleistungen? Verabschiedet man so ein Phantom? Einen Marek Mintal?

Ich meine da noch nicht einmal das lasche Gegurke der Mannschaftskollegen. Nein, auch die Hoffenheimer hätten doch wissen müssen, dass man in so einer Situation nicht normal spielt, dass man da die Choreographie zu beachten hat. Deswegen haben wir doch extra massenhaft Konfetti gestreut und ein Mords-Bohai abgezogen.

Habt ihr da nicht aufgepasst? Hättet ihr mal kurz weggeguckt als der Marek den Ball hatte, ihr wärt in die Geschichte eingegangen, wärt mit drauf auf den meist geklicktesten Fußballvideos. Aber was macht ihr? Ihr nehmt dem Phantom den Ball weg und hindert seine Mannschaftskameraden, ihm ein Tor aufzulegen.

Zur Strafe werde ich nie mehr ein SAP-Produkt kaufen und auch in meinem Bekanntenkreis und an meinem Arbeitsplatz alles dafür tun, um SAP als das zu bezeichnen, was es ist. Das habt ihr jetzt davon.

Doch nun zum Club. Was war denn los? Geistig schon in der Sommerpause? Bei Ilkay Gündogan hatte man auf jeden Fall das Gefühl, dass der gedanklich bereits weit weg war. Philipp Wollscheid träumte dagegen offenbar davon, in Mintals Fußstapfen zu wandeln und konzentrierte sich lieber aufs Tore schießen als aufs abwehren.

Aber das kennen wir leider schon, dass der FCN gern geplante Partys verpatzt und die Feierlaune trübt.

Und noch was: Nicht mal auf Twitter haben es die Fans geschafft, den einzigen Bundesligatorschützenkönig des FCN zum Trending Topic zu machen. Dabei hätte das angesichts der massenhaften Erwähnungen problemlos klappen können. Man hätte sich halt nur auf ein einheitliches Hashtag einigen müssen. Wenn der eine #Marek, der andere #Mintal, der dritte #Phantom und der vierte #MarekMintalPhantom twittert, kann das natürlich nichts werden. Aber egal! Wir sind jedenfalls auch nächste Saison wieder oben dabei und wenn wir da alle ein paar Prozent zulegen, dann feiern wir dann richtig.