Schlusspiff für Fanzine „Ya Basta!“

Schlusspfiff nach zehn Jahren: Das Fanmagazin „Ya Basta!“ (Foto: Fadi Keblawi) erscheint zum Heimspiel des 1. FC Nürnberg gegen den FC Ingolstadt 04 zum 48. und letzten Mal. Im Internet bleibt noch ein kleines Hintertürchen offen, dort ist auf der „Ya Basta!“-Seite von der „voraussichtlich letzten Ausgabe“ die Rede. Laut Christian Mößner, einem der Macher von „Ya Basta!“, ist derzeit eine Fortführung des Heftes aber wenig realistisch. „Die Leute haben einfach nicht mehr die Zeit dazu.“ Bei einem sogenannten Fanzine wie „Ya Basta!“ handelt es sich um ein Magazin, das ohne kommerzielle Absichten von Fans für Fans gemacht wird – und eben dieser Aufwand, so Mößner, sei für das bisherige Organisatorenteam einfach nicht mehr zu stemmen. Zumal es sich beim Fußball ohnehin um ein zeitaufwändiges Hobby handele und die Köpfe von „Ya Basta!“ zumeist auch noch andere Aufgaben in der Fanszene wahrnehmen würden.

Die letzte Ausgabe ist zugleich die erste im Jahr 2017. Daran sehe man schon, dass den Organisatoren zuletzt etwas die Puste ausgegangen sei, argumentiert Mößner. „Zu unseren Hochzeiten gab es sechs Ausgaben pro Jahr“, erinnert sich der 46-jährige Filmemacher. Er selbst ist kein Gründer des Magazins, war aber bei der ersten Ausgabe im Sommer 2007 schon als Autor mit von der Partie. „Ich habe damals über den Sonderzug geschrieben, mit dem wir zum Pokalsieg nach Berlin gefahren sind.“ „Ya Basta!“ ist aus der Fangruppierung „Ultras 94“ hervorgegangen, versteht sich aber Mößner zufolge nicht als Organ der Ultras. 48 Seiten war die erste Ausgabe dick, die letzte umfasst 148 Seiten. „Die Hefte wurden immer dicker, aber wir sind immer seltener erschienen.“

Die Auflage lag in den Hochzeiten bei 2500, zuletzt bei 1500. Mößner betont, dass man mit sehr hohem Anspruch an die Aufgabe herangegangen sei. „Aber dieser Anspruch wurde irgendwann auch zum Korsett.“ Es habe mitunter etwas an Witz und Spontaneität gemangelt. Trotzdem bedauert Mößner das Aus für „Ya Basta!“. Er hebt den dezidiert politischen Charakter des Magazins hervor, das stets einen antirassistischen und antifaschistischen Standpunkt eingenommen habe. Zudem sei „Ya Basta!“ ein Forum für Standpunkte gewesen, die vielleicht im Verein nicht immer auf Gegenliebe gestoßen sind. „Wir waren eine Opposition.“ Der Blog soll jedoch laut Mößner weiter existieren, insofern finden diese Meinungen auch in Zukunft eine Plattform.

In der Abschiedsausgabe, die am Montag rund um die Nordkurve des Stadions erhältlich ist, wird die Saison 2016/17 aufgearbeitet.

Den Bürgermeistern fehlt der Glaube

Wer in Nürnberg gewählt werden will, muss Clubfan sein (deswegen stellen wir uns aber trotzdem nicht zur Wahl, keine Angst). Aber natürlich sind Oberbürgermeister Ulrich Maly und Sportbürgermeister Horst Förther (Bild) ausgemachte Fans des FCN. Maly sitzt, wie CSU-Minister Markus Söder (dessen Wirken übrigens in einem lesenswerten Kommentar auf unser letztes Posting beleuchtet wird), im Club-Aufsichtsrat und nutzt auch sonst jede Gelegenheit, – etwa beim Pokalsieg – auf jedweder FCN-Erfolgswelle mitzusurfen.

Sollte der Club allerdings am Sonntag den Aufstieg perfekt machen, dann wären weder Maly noch Förther dabei. Beide sind in Urlaub und haben diesmal – anders als beim Pokalendspiel – auch nichts storniert oder rückgängig gemacht. Nicht einmal die Aussicht, dass dann der ungeliebte CSU-Bürgermeister Klemens Gsell die „Clubparade“ abnehmen dürfte, schreckt die beiden.

Was sagt uns das?

Leider, liebe Mitfans, gibt es da nur eine Antwort:

Die glauben nicht dran, dass es der Club packt!