Club-Sponsor Areva im Zwielicht

GreenpeaSpätestens seit der gestrigen Mitgliederversammlung hat man beim Clubpräsidium wohl auch erkannt, dass ein Sponsor nicht nur Einnahmen bringt. Rundfunkmoderator und Clubmitglied Günther Koch hatte die Clubverantwortlichen mit den jüngsten Enthüllungen über die Machenschaften von Trikotsponsor Areva konfrontiert. Zunächst hatte die französische Zeitung Liberation -gestern dann auch der TV-Sender arte , das Handelsblatt und jetzt auch NZ-Frankreich-Korrespondent Lutz Hermann – darüber berichtet, dass Areva Atommüll nicht wie vereinbart in La Hague wiederaufbereitet, sondern nach Sibirien verschifft. Ein Grünen-Politiker warf den beteilgten Konzernen – neben Areva handelt es sich noch um den weltweit größten Atomstromkonzern Electricite de France (EdF) – daraufhin vor, sie verhielten sich wie „ökologische Kriminelle“.

Als dann ein Clubfan in der Mitgliederversammlung ebenfalls von „Kriminellen“ sprach, nahm Geschäftsführer Ralf Woy den Trikotsponsor in Schutz. Woy kannte aber zu diesem Zeitpunkt die neuerlichen Vorwürfe noch nicht. Morgen in der Präsidiumssitzung dürfte er sich dann wohl informiert haben.

Dass die Exporte nach Sibirien kein Einzelfall sind und Areva schon wiederholt unangenehm aufgefallen ist, das wissen die Leser unseres Blogs schon lange. Als Beispiel seien dieser Taz-Artikel vom Juli 2008 oder dieser Tagesschau-Beitrag vom Oktober 2008 aufgeführt.

…und selbst wenn es Areva wieder schaffen dürfte, sich da herauszuwinden, meinen wir Clubfreunde: Der FCN sollte ein Zeichen setzen und sich von diesem Sponsor trennen.

Der Club und sein neues Gesicht

Für uns Fans zeigt der Club gegenwärtig leider eher sein altes Gesicht: Abstiegsplatz, verhinderte Leistungsträger, Stadionumbauten zur Unzeit… Dabei bastelt der Verein doch an einem ganz neuen. Das dürfte mancher, der allzustark am Geschehen auf dem Platz und in der Tabelle klebt, vielleicht schon wieder vergessen haben. Deshalb rufen wir es hier noch einmal in Erinnerung.

Unser Club soll an der Spitze modernisiert werden. Statt einem ehrenamtlichen Präsidium wird es einen hauptamtlichen Vorstand und einem von sechs auf neun Mitglieder erweiterten Aufsichtsrat geben. In der Mitgliederversammlung am 13. Oktober soll die Satzung entsprechend geändert werden. Geschäftsführer Ralf Woy wird demnach als kaufmännischer Geschäftsführer in den Vorstand berufen. Zweites Vorstandsmitglied soll Sportdirektor Martin Bader werden. Den Status als eingetragener Verein soll der FCN aber behalten, Es wird also keine Umwandlung in eine Kapitalgesellschaft geben.

Könnte man dafür den Status als Fahrstuhlmannschaft bitte umwandeln! Daran wäre uns doch sehr gelegen.

Schäfer, der letzte

Wenn man sich überlegt, welches Theater wir mit unserer Umfrage zur Roth-Nachfolge hatten. Wie sich da manche reingehängt haben, um den einen Kandidaten hochzuvoten und einen anderen zu verhindern… Und wozu? Für nichts und wieder nichts!

Der Club will nämlich das Präsidententum abschaffen, modern und schlanker werden. Interimspräsident Franz Schäfer wird, wie er selber sagt, wohl der letzte Clubpräsident sein.

Wir könnten jetzt wieder mal anmerken, dass wir dem Präsidentenamt keine Träne nachweinen. Aber das bekommen sicher wieder manche in den falschen Hals. Eine Erfolgsgeschichte ist das Clubpräsidententum dennoch nicht, Roth hin oder her. Insofern kann man auf dieses Amt gern verzichten.