Raus aus dem Schaumbad!

16639179Zur Halbzeit hieß es gegen den HSV noch 0:0. Da konnte man über das Fantransparent „Schluss mit der Schönrednerei“ noch lächeln. Doch dann kam die Pause. Und was machen die Clubspieler da in der Kabine? Warmduschen? Feiern? Vorglühen? Weihnachtslieder singen? Mit der Wettmafia verhandeln? Jedenfalls nichts Leistungsförderndes.

Dabei sollte da doch der Trainer eine Ansprache halten, die Richtung vorgeben, vielleicht taktische Anweisungen geben, Mut machen. Nix! Das hat der Michael Oenning wohl dem Bruno Labaddia überlassen. Dessen Mannschaft, die übrigens auch junge Spieler und keine ausgemachten Stürmer drin hat, macht dann auswärts vier Dinger. Dabei ist der HSV zur Zeit beileibe keine Übermannschaft, genau wie der BVB, der dem Club am letzten Wochenende auch vier einschenkte.

Dass die Fans am Schluss „Oenning raus!“ rufen, ist dann bloß folgerichtig. Mit Pubertät hat das jedenfalls nichts zu tun. Eher mit Klarblick und berechtigtem Ärger. Weil: Inzwischen kann man nicht einmal mehr sagen, das liegt nur am Sturm (obwohl: Eigler war wieder mal höchstens in der Rückwärtsbewegung gut, trotzdem ließ ihn der Trainer auf dem Platz), da will man schon gar nicht mehr differenzieren. Letztlich hat es überall gehapert.

Wir können da nur unseren Twitterbeitrag wiederholen: Die Zeit des Schaumbadens ist vorbei, Herr Bader! Gegen Köln geht es im letzten Spiel des Jahres jedenfalls schon um Wurst.

So, Thomas Susemihl ist jetzt auch zurück aus dem Stadion und postet Folgendes:

In der 66. Minute kann der Sturmlauf beginnen. Charisteas und Choupo-Moting kommen aufs Feld. Zusammen mit Bunjaku und Eigler spielen jetzt vier Angreifer. Okay, sagen wir drei Stürmer und ein Stürmer-Darsteller. Doch dann im Gegenzug das 0:3. Da war jetzt auch Coach Michael Oenning ratlos. Ich hab doch alles versucht, scheint sein Blick auszudrücken. Die 1. Halbzeit war durchaus nicht übel. Vier Chancen wurden erarbeitet. Außer dem diesmal in der Defensive überforderten Diekmeier und dem wie stets überforderten Eigler, hielt der Club auch kämpferisch dagegen.

Doch die 2. Hälfte geriet zur kompletten Katastrophe. Die Viererkette wurde ständig durch, zugegebenermaßen, intelligente Pässe ausgehebelt. Nordtveit war als defensiver Mittelfeldmann ein Totalausfall (Mnari!) und die achtbeinige Offensivmaschine sorgte nur durch abstruse Laufwege für Aufregung. Konzept und Feuer gleich null, dazu zuletzt 0:9 Punkte und 0:9 Tore. Aber Herr Oenning hat ja Vertrauen in den Kader.