Bayreuth lernt aus der Finanzkrise

Man muss nicht bloß über unfähige Banker oder widerliche Hedgefondsmanager lästern, man kann auch von ihnen lernen. Das machten jetzt die Fans der SpVgg Bayreuth. Der traditionsreiche Verein, der bekanntlich ein paar Mal durchaus auf Augenhöhe mit unserem Club gespielt hat,  musste Insolvenz beantragen. Doch die Fans wollen ihn nicht so einfach untergehen lassen. Jetzt arrangierten sie ein Benefizspiel gegen Real Madrid, das die Spielvereinigung mit einem Treffer in der 98. Minute noch mit 3:2 gewonnen hat. Im ausverkauftem Hans-Walter-Wild-Stadion.

Was das mit der Finanzkrise zu tun hat? Das Spiel fand nur fiktiv statt. In der Phantasie von 152 Fans, die sich gemeinsam nicht nur die Spieler vorstellten, sondern auch im Geiste das Stadion mit 19.848 zusätzlichen Fans füllten.

Aber wie bei der Finanzkrise auch, war nicht alles Fake. Es gab auch reale, greifbare Dinge, mit denen man die kritische Vernunft besänftigen konnte: Einen Stadionsprecher, der das Geisterbenefizspiel kommentierte und einen Schiedsrichterassistenten, der wie ein Blöder die Linie auf und ab rannte. Außerdem konnte man sich mit Bratwürsten und Glühwein abfüllen, was schließlich auch beruhigend und phantasieanregend wirkt.

Was jetzt nur noch fehlt, ist ein staatliches Rettungspaket. Merkel, Steinbrück übernehmen sie! Oder sind ihnen die 200.000 Euro, die der SpVgg Bayreuth zum Weitermachen fehlen, zu popelig?

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