Der seltsame Tabellenführer und die früheren Club-Stars

Nach zwei Spieltagen liegt der FSV Mainz 05 vorne in der Bundesliga-Tabelle. Ein seltsamer Spitzenreiter. Ein Underdog, der für Furore sorgt, erlebt ja oft im Jahr danach ein böses Erwachen. Die Mainzer und auch Hannover halten sich bisher nicht an diese Regel und legten einen Sechs-Punkte-Start hin. Mal gucken, wie lang die Euphorie noch anhält. Den Mainzer Sieg in Freiburg machten übrigens zwei Ex-Cluberer perfekt: Marcel Risse und Eric-Maxim Choupo-Moting steuerten je ein Tor bei, Risse bereitete zudem Choupo-Motings Treffer vor und avancierte zum Spieler des  Spiels. Schon schade, dass der Club im Jahr 2010 die beiden damaligen Leihspieler nicht halten konnte. Vor allem der dynamische Risse stünde dem offensiven Club-Mittelfeld gut zu Gesicht.

Selten erlebte Überlegenheit

Nuremberg_20vs_20Mainz_2005__15660148__MBQF-1270305797,templateId=renderScaled,property=Bild,height=349Zunächst wollen wir mal Schiedsrichter Michael Weiner danken. Man muss solche Gelegenheiten nutzen. Jedenfalls schickte Weiner bereits in der 4. Minute den Mainzer Andreas Ivanschitz (Bild) vom Platz. Hätte man nicht unbedingt tun müssen. Aber für uns war das ok, bescherte uns das doch einen relativ relaxten Fußballnachmittag.

Der Club war drückend überlegen. Die Mainzer Konter waren nicht wirklich erschreckend. Was eher nervte war die Chancenauswertung. Eigentlich hätte es auch fünf- oder sechsmal im Mainzer Kasten klingeln können. Aber wir wollen nicht unbescheiden sein. Das 2:0 war jedenfalls mehr als verdient.

Ob diese Überlegenheit auch einen Mainzer mehr vertragen hätte? Man weiß es nicht. Ist auch egal. Hauptsache 3 Punkte. Wichtige 3 Punkte, denn Bochum wurde damit überholt und zu Freiburg wurde der Abstand um 2 Punkte erhöht.

Was an sich auch toll ist, dass die „Jungen“ Mike Frantz, Marcel Risse, Ilkay Gündogan und Eric-Maxim Choupo-Moting Klasse spielten und daher große Hoffnung für die Zukunft machten. Leider dürften wohl höchstens zwei von ihnen beim Club bleiben. Juri Judt, mit dem vergangene Woche der Vertrag verlängert wurde, saß dagegen 85 Minuten auf der Bank, Also, selbst wenn es der Club noch schaffen sollte mit dem Bundesligaerhalt, dann dürfte in der nächsten Saison wieder Abstiegskampf angesagt sein. Da muss man solche seltenen Momente wie gegen Mainz erst recht genießen.