War ich im falschen Stadion?

2__Fubal.JPG„Und wir ziehen wieder in die Bundesliga ein und wir werden wieder“, naja ganz so weit ist es ja noch nicht. Doch ob des souveränen Sieges gegen Hansa Rostock wurden einige Club-Fans gestern Abend etwas übermütig. Doch die Freude ist berechtigt. Der zweikampfstarke Maroh, der ballsichere Mnari, der wuselige Frantz, der laufstarke Eigler und natürlich der stets brandgefährliche Mintal: So überzeugend hat man die Mannschaft lange nicht mehr gesehen.

Befand ich mich überhaupt im richtigen Stadion? Erst als ich im Pressebreich mit der lakonischen Frankenart konfrontiert wurde, war ich mir sicher. Ein Rostocker Journalist im feinen Zwirn wollte eine der „berühmten“ Brezen probieren und bekam die knappe Antwort „homma heut net“. Ein Zweiter wollte Senf, doch Senf „homma a net“. Und selbst die Technik war an diesem Tag nicht auf der Höhe. Nach Spielende versammelten sich wie immer Pressevertreter an den Fernsehern um der Analyse der Trainer zu lauschen. Nur leider war dies nur dem möglich, der etwas vom Lippenlesen verstand: denn Bild war da, Ton nicht.

Der für die Technik verantwortliche Mann zuckte wegen des Fauxpas nur mit der Schulter und kommentierte die Situation mit „und scheinbahr homma a kann Ton“.

Wortkarge Journalisten

Vor dem Rostock-Spiel hat Club-Trainer Michael Oenning den hiesigen Sportkollegen Antwort auf alle drängenden Fragen gegeben. Nur: So richtig drängte da nichts. Was hat Mario Breska? Das war schon der Höhepunkt, dem die Antwort „Er hat Probleme mit dem Wadenbeinköpfchen“ in nichts nach stand.

Die Pressekonferenzen werden bekanntlich aufgezeichnet und ins Internet gestellt. Alexander von den Clubfans United wunderte sich danach, warum den Journalisten da nicht mehr eingefallen ist. Ich muss gestehen, nachdem ich das Video gesehen hatte, dachte ich auch: Komische Veranstaltung. Vor allem hatte ich das Gefühl, der Oenning nimmt meine Kollegen nicht so ganz ernst.

Also bin ich gleich zu unserem Sportchef gerast um ihn  zu interviewen, was denn da los sei. Nichts, sagt er. „Der Club beantwortet zur Zeit alle Fragen auf dem Platz.“ Na, dann bin ich mal gespannt, wie er die Sportredakteure heute abend entlastet.