Der Club kommt langsam, aber gewaltig

4230094557Spiele gegen den SC Freiburg waren für den Club meistens Schicksalsspiele. Das letzte zum Beispiel brachte das Bader-Fass zum überlaufen. Beim Last-Minute-Abstieg ging es damals ebenfalls gegen den SCF. Wir erinnern uns auch noch an die Verbeek-Wahrheiten nach einem Freiburgspiel…

Andererseits heißt das aber auch: Wer solche Spiele gewinnt, wird Meister. Nun gut: Aufstieg oder erfolgreiche Relegation würde ja auch schon reichen. Jedenfalls hat der Club heute bewiesen, dass er auch gegen eine anerkannte Spitzenmannschaft gewinnen kann. Natürlich braucht es dazu auch etwas Glück und die in dieser Saison bereits mehrfach bewiesene Effektivität.

Letztere demonstrierte der Club in der 14. Minute als es bereits bei der ersten, echte Chance im Freiburger Kasten klapperte. Burgstaller haute den zunächst vom Freiburger Keeper abgewehrten Schöpf-Schuss in die Maschen. Danach machte eigentlich nur der SC Druck. Genau wie sein Trainer, der – wie immer – auf den Schiri einrumpelstilzte. Aber Schiedsrichter Osmers traf immerhin keine spielentscheidenden Fehlentscheidungen. Gleichwohl war er immer ein Unsicherheitsfaktor, der uns das Fanleben zusätzlich schwer machte.

Auch in der 2. Hälfte machte nämlich der bisherige Zweitligaspitzenreiter Dauerdampf. Selbst wenn die Clubabwehr relativ stabil wirkte, flatterten unsere Nerven zunehmend. Und in der 64. Minute war es dann passiert. Nach einer Ecke gab es den Ausgleich. Leider war der nicht unverdient. Aber was solls? Wenn sowas passiert, brauchst du dann halt auch mal das Glück. Zum Beispiel indem ein gegnerischer Spieler (in dem Fall Föhrenbach, danke übrigens!) postwendend den alten Abstand wieder herstellt.

Der Rest war 25 Minuten Zittern und Bangen. Aber, wenn es sich lohnt, wollen wir uns darüber nicht aufregen. Der Club ist jetzt erst einmal wieder auf dem Relegationsplatz. Nur noch fünf Punkte hinter dem vielfach schon nach oben weggelobten SC Freiburg. Jetzt noch ein Sieg gegen die Hertha, und wir drehen ab….

Langsam kommt Langeweile auf

Gegen die Freiburger hat sich der Club immer schon schwer getan. An manches Schicksalsspiel möchte man sich da als FCN-Fan am liebsten gar nicht erinnern. Normalerweise ging es in den Partien gegen den Abstieg. Schließlich treffen da zwei Traditionsfahrstuhlmannschaften aufeinander.

Inzwischen ist das anders. Freiburg reiste als Tabellenfünfter an und hatte daher fast schon die Favoritenrolle. Beim Club probierte Trainer Michael Wiesinger trotzdem eine Umstellung bei den Außenverteidigern. Chandler musste zwangspausieren, für ihn rückte Hanno Balitsch nach hinten und für den zuletzt eher schwachen Javier Pinola durfte Marvin Plattenhardt ran.

Hinten brannte trotz der Umstellung anfangs wenig an. Es entwickelte sich der bereits bekannte Mittelfeldkick mit wenig Inspiration dafür umso mehr Fehlpässen. Trotzdem erspielte sich der Club ein Übergewicht, das auch prompt mit einem Elfmeter belohnt wurde. Den musste man nicht geben. Aber wir haben auch schon keine bekommen, wenn wir sie verdient hatten. Insofern: ausgleichende Gerechtigkeit.

Doch anstatt sich dann nachträglich die Führung zu verdienen begann der Club den Vorsprung zu verwalten. In der zweiten Hälfte gab es dann nochmal einen Leistungseinbruch (haben wir jetzt schon häufiger beobachtet und fragen uns obs an der Kondition oder an der nicht ganz ankommenden Kabinenpredigt liegt). So war dann der Ausgleich fast schon absehbar, zumal sich die Freiburger nochmal richtig reinhängten. Vielleicht spielte auch die Verletzung von Pelle Nilsson ein Rolle bei der Zurückhaltung der Clubabwehr beim 1:1.

So reichte es wieder nur zu einem Unentschieden. Ein weiterer Punkt gegen den Abstieg. Da an den aber kaum noch einer denkt, war es nur ein weiterer Langweiler in einer sich allmählich generell zum Langweiler entwickelnden Saison. Wenn in einem Spiel Ähnliches passiert, würden wir „Abpfeifen!“ brüllen. Aber gut, für einige Verein geht es noch um eine Kleinigkeit.

Das Interessanteste fand diesmal nicht auf dem Platz statt, sondern auf der Tribüne. Dort saß nämlich nicht nur Klaus Augentghaler, sondern auch Felix Magath. Was soll uns das sagen?
…zumindest konditionell würden dann einige zulegen