Peinlicher geht´s kaum

Oweia, das tat weh! So etwas bringt nur der Club. Keinem Drehbuchschreiber würde man so einen Quatsch abnehmen. 0:3 gegen einen Gegner, der in dieser Saison noch nicht gewonnen hat, der dann auch noch 20 Minuten in Unterzahl spielte und der dem Trainerbonus des Club einen verunsicherten Torwart entgegenzusetzen hatte. Als Clubfan musst du heute wieder besonders stark sein.

Nahtlos knüpfte die Mannschaft an das HSV-Spiel an, das Wiesinger und Reutershahn den Job kostete. Jetzt haben wir einen angeblich tollen neuen Trainer, der auch noch von der Mannschaft überzeugt ist und der einiges umkrempeln will. Aber was ist? Nix! Alles beim Alten. Der Club kickt die erste Hälfte halbwegs überlegen zu Ende. Aber außer einem Pfostentreffer schaut nichts raus dabei. Irgendwie hat der Zuschauer, aber leider halt auch die Mannschaft das Gefühl, da brennt nichts an, da muss nur der Siegtreffer her. Aber der fällt halt nicht. Auch nicht, nachdem das obligatorische Gegentor – ausgerechnet noch durch den Ex-Fürther Felix Klaus – dann doch fällt. Jetzt wäre man wieder mit einem Unentschieden zufrieden. Schon deshalb, damit der Mitkonkurrent um den Abstieg nicht an uns vorbeizieht. Doch keiner kriegt den Ball im Kasten der Freiburger unter. Dann werden die Freiburger auch noch dezimiert. Sorg bekommt Gelb-Rot. Nun aber! Doch wieder nichts. In Unterzahl machen die Freiburger, die keineswegs den Eindruck machten, eine wenigstens durchschnittliche Bundesligamannschaft zu besitzen, noch zwei Treffer. Die Freiburger haben uns zwar immer schon extremst genervt. Trotzdem: denen solche Geschenke zu machen, dass muss, das kann nicht sein.

Der neue Trainer Verbeek hat sein Heimdebüt also grandios verbockt. Jetzt liegt der FCN punktgleich mit den Braunschweigern am Tabellenende. Eigentlich müsste die Hütte brennen. Doch den Trainer haben wir schon entlassen. Die Mannschaft können wir nicht feuern. Vielleicht sollten wir mal über Manager Martin Bader reden.

Sicherheitsfußball beim Angstgegner

581027905Dass der Club das letzte Mal in Freiburg gewonnen hat, ist schon eine Weile her. Diesmal waren die Vorzeichen gut, den Angstgegner zu bezwingen. Die Freiburger hatten enorme Verletztenprobleme. Cisse, der fast alle ihre Tore gemacht hat, fehlte. Angeblich hatte der SCF 12 Ausfälle.

Dass SC-Trainer Robin Dutt dem FCN da die Favoritenrolle zuschob und auf die Drüse drückte, beweist: Der Mann weiß, wie man den Club zu nehmen hat. Wenn der nämlich eines nicht kann, dann ist das: mit der Favoritenrolle umgehen. Kein Wunder, dass Dieter Hecking da in die Fäkalsprache abglitt („der soll nicht so viel Scheiße labern“). Der kennt seine Leute halt auch und genau so spielten sie dann auch. Ein bisschen zu überheblich, ein bisschen zu siegessicher, ein bisschen zu sehr unterhalb des Limits. Vielleicht wollten sich da einige schon für das Pokalspiel auf Schalke schonen. Auf jeden Fall schien aber der Trainer trotzdem die Devise ausgegeben zu haben, hinten sicher zu stehen und kein Risiko einzugehen.Schön konnte man das bei Juri Judt beobachten, der bei seinen Vorstößen über rechts offenbar nur den Ball weghaben wollte und scheinbar gar kein Interesse an einem Torerfolg hatte. Julian Schieber wiederum schaute in den seltenen Momenten, in denen er an den Ball kam, schon gar nicht mehr nach eventuellen Mitspielern. Vorne war er eh alleine.

Aber wie das immer so ist. Die anderen mögen vielleicht weniger vom Spiel haben, aber vor dem Tor sind sie zielstrebiger. Und in der Clubabwehr, aber das hatten wir ja schon zur Genüge, ist immer jemand für einen Aussetzer gut. So führte Freiburg dann zur Halbzeit zwar glücklich, stürzte aber uns Clubfans wieder mal in tiefe Depression. Das Szenario: Abstieg bei gleichzeitigem Pokalsieg war da noch eine der optimistischeren Prognosen.

Umso wichtiger war dann der Ausgleich durch das fulminante Schieber-Tor (Hammer in die Gambel). Kurz zuvor waren Ruben Okotie und Timothy Chandler eingewechselt worden. Prompt war vorne viel mehr Betrieb. Prompt hatte der Club Torchancen (Eigler traf kurz danach noch die Latte). Mancher fragte sich: Warum nicht gleich so! Doch kurz danach versackte auch die umgebaute Clubelf wieder im alten Trott. Safety first!

Angesichts dessen, was los gewesen wäre, wenn der Club nach der unglücklichen Heimniederlage gegen Gladbach nun auch in Freiburg leer ausgegangen wäre, können wir dagegen aber noch nicht einmal etwas sagen. Am Dienstag ist Schalke im Pokal dran und da kann eh nicht auf Unentschieden gespielt werden.