Postbote Drees pfeift den „Mad Dog“ zurück

Emanuel Pogatetz hat den Ruf eines Beißers. Er gilt als unangenehmer Gegenspieler, der manchmal auch ein unberechenbarer Mitspieler sein kann. Seine rustikale Spielweise brachte dem Österreicher vor Jahren in England den Spitznamen „Mad Dog“, also „verrückter Hund“ ein. Als Kapitän des FC Middlesbrough schockte er 2008 mit einem Horror-Foul die ganze Insel – und das will was heißen. Schon 2005 trat Pogatetz, damals im Dress von Spartak Moskau, mit einem brutalen Foul in Erscheinung, wurde dafür in Russland in erster Instanz für schier unglaubliche 24 Spiele gesperrt. „Ösi-Rambo“ titelte die Bild einst – wohl jeder Bundesliga-Schiedsrichter kennt diese alten Geschichten, höchstwahrscheinlich auch Jochen Drees. Die Jahre vergingen, Pogatetz reifte und wurde ruhiger. Er wechselte vom FC Middlesbrough zunächst nach Hannover, von dort zum VfL Wolfsburg, wurde dann zu Westham United ausgeliehen – und landete im Sommer 2013 schließlich beim 1. FC Nürnberg. Am Samstagabend holte den mittlerweile 31-jährigen „Mad Dog“ seine Vergangenheit ein. weiter lesen

Ohne Spannung geht´s nicht

Soll man jammern über die Leiden des Clubfans? Soll man der vertanen Chance hinterher trauern? Soll man die Blödheit des FCN beklagen, nicht mal eine 2:0-Führung heimzufahren? Freilich, das könnten wir tun. Aber das haben wir ja schon zur Genüge. Mei, so ist er halt, der Club. Der kann einfach nicht solide und frei von Nervenflattern agieren.

Wenn der Club zur Halbzeit komfortabel führt, dann sitzen da doch schon ein paar Kicker in der Kabine und grübeln, wie sie jetzt wieder ein bisschen Spannung in die Partie bringen. So einfach zwei Tore schießen und dann hinten dicht machen, wie langweilig wäre das denn?

Immerhin, bis zur Halbzeit mussten wir nämlich für vieles Abbitte leisten. Da hätten wir fast geschrieben: Der Club ist eine Wundertüte. Es ist nämlich genau das Gegenteil von dem eingetreten, was wir bislang konstatieren mussten. Keineswegs überlegen, auch spielerisch und kämpferisch nicht unbedingt besser, bestach der Club auf einmal durch Effektivität. Machte aus fast nichts zwei Tore und lag glücklich vorne.

Endlich effektiv, endlich mal wieder das Tor getroffen, dachte sich der Fan. Das muss doch heute klappen! Nichts da! Der Club ist eben keine Wundertüte. Der Club vergeigt auch noch so einen Vorsprung. Statt einen Befreiungsschlag zu landen, geht es jetzt weiter mit den Endspielen gegen den Abstieg. Immerhin stand er, wir sollten auch das Positive sehen, am Ende nicht völlig mit leeren Händen da und holte wenigstens einen Punkt im Breisgau.

Dass es selbst mit Glück nur dazu langt, macht uns nicht unbedingt hoffnungsfroher. Aber es hätte noch schlimmer kommen können und die Konkurrenz hat jetzt auch nicht unbedingt gegen uns gespielt.