FCN-Update: Rückblicke und Abgänge

Die Clubspieler hatten das Jahr zumeist in wärmeren Regionen ausklingen lassen. Heute mussten sie zum Trainingsauftakt ins stürmische Franken. Einer war – wenig überraschend – leider nicht dabei: Cedric Teuchert. Bereits im alten Jahr hatte die Bild-Zeitung schon vom bevorstehenden Wechsel zu Schalke 04 erfahren. Jetzt wurde die Meldung vom FCN selber und dann auch den „Nordbayern“ bestätigt, nachdem zuvor noch Hoffnungsvolles verbreitet wurde.

Schade! Und wie schon bei früheren Transfers zu den Schalkern bekommt auch die schöne Fanromantik wieder einen Knacks. Für die königsblauen Chefs sind wir eben doch bloß der Ausbildungsverein. Der wiederum kann die knappe Million, die der Transfer bringen soll, freilich gut brauchen. Nun ja. Wenigstens wechselt Teuchert nicht zu den Bayern.

Was die Wintertransfers angeht könnte es durchaus noch schlimmer kommen. Da droht dann nicht bloß der Verlust eines Jokers, sondern der echter Leistungsträger.

Natürlich gab es sie auch wieder, die mehr oder weniger besinnlichen Jahresrückblicke. Verquickt mit einer aufkommenden Köllner-Mania. So ist das halt, wenn sich der Club in einer Aufwärtsbewegung befindet. Neben Atmosphärischem wurden uns aber auch harte Zahlen und Fakts serviert.

Vielleicht rafft sich ja auch noch einer meiner Kollegen zu einem Rückblick auf. Ansonsten melde ich mich hier mit aktuellen Updates wieder. Hoffentlich sind da keine unerfreulichen dabei.

On The Highway To Liga 2

Eigentlich ist es das alte Lied, nur klingt es von mal zu mal trauriger und resignierter. Wieder einmal spielte der Club zunächst auf Augenhöhe mit. Die Mannschaft machte über weiter Strecken keinen schlechten Eindruck. Aber Haltungsnoten zählen eben in der Bundesliga nicht. Dass diesmal mit Daniel Didavi endlich das bislang fehlende Kreativelement von Anfang an dabei war, änderte gar nichts. War in der letzten Saison und zu Beginn dieser Saison noch Euphorie mit dabei, die die größtenteils jüngeren Spieler beflügelte, ist da inzwischen natürlich nichts mehr zu spüren. Jetzt wären Spieler gefragt, die auch einmal ein Spiel entscheiden können, die in ausgeglichenen Begegnungen den Turbo auspacken können, die souverän auf ihre Chance warten und die dann verwerten können. Da hat Schalke beispielsweise Huntelaar oder Raul. Der Club hat niemanden.

Fehlt das Euphorielement geht es halt allein um spielerische Qualität, und da – das muss man leider so konstatieren – ist der Club ein echter Abstiegskandidat. Die Euphorie und die daraus resultierende Spielfreunde kommt halt nicht wieder, wenn man dauernd verliert (inzwischen sind es bereits acht Spiele ohne Sieg). Ein Teufelskreis also, in dem sich der Club befindet. Die Chance besteht da nur darin, dieser Situation ins Auge zu blicken. Das heißt: nicht mehr versuchen, weiter schön auf Augenhöhe mitzuspielen und einen halbwegs passablen Eindruck zu machen, sondern sich halt mal hinten reinstellen, auch mit einem Punkt zufrieden sein, dem Gegner die Lust nehmen, von diesem dann auch mal völlig unterschätzt werden und hin und wieder mit Glück vorne einen versenken. Abstiegskampf halt!

Ob das Trainer Dieter Hecking mit dieser Mannschaft hinbekommt, keine Ahnung! Auf Anhieb fällt mir da nur Almog Cohen als Option ein. Der kämpft in guten Tagen wenigstens. Andererseits, erinnern wir uns an die letzte Abstiegssaison, ein Trainerwechsel und dann einen wie Thomas von Heesen holen, das ist auch keine Lösung.

Willkommen im Abstiegskampf!

Der Ball rollt wieder und der Club ist wieder erstklassig. Dass er wieder erstklassig ist, hat wohl einigen wieder die Sinne vernebelt. Was sich da an Euphorie, Schöngerede und Abgehobenheit breit machte, war wohl der langen Sommerpause und einer, bei den erfolgreichen Relegationsspielen doch ziemlich demotivierten, Cottbusser Mannschaft geschuldet. Die keineswegs meisterlich auftretenden Schalker haben den Club und seine Fans beim Auftaktspiel am Samstag wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt.

Der Club, und da waren sich ungeachtet aller schöngeistigen Oenning-Stories eigentlich die meisten Experten einig, gehört zu den potenziellen Absteigern. Gegen Schalke hat es hinten und vorne nicht gereicht. Und im Mittelfeld auch nicht.

Jetzt nur Christian Eigler wegen der nicht reingemachten Chancen zu verteufeln und Harry auf einmal wieder gut zu finden, das bringt nicht weiter. Auch in der viel gelobten Abwehr musste man erkennen, dass die Erstligastürmer, selbst solche wie Kevin Kuranyi (Bild), doch andere Kaliber sind als die in Liga 2.

Vielleicht ist es ganz gut, dass nun auch die Fan-Hallodris wieder runtergekommen sind. Je eher man den Abstiegskampf annimmt, desto besser. Immerhin hat der Club schon Erfahrung in der Relegation. Wer weiß, ob er nicht mit diesem Pfund noch einmal wuchern muss.