Club baut auch die Schalker auf

1. „Irgendwie drinbleiben“ lautet die – wieder aufgewärmte – Devise beim Club. Um dieses Ziel zu erreichen soll der Markt nochmal nach etwaigen Verstärkungen gescannt werden. Im Gespräch ist der, derzeit bei Holstein Kiel (dort heute Matchwinner gegen Sandhausen) spielende Rechtsaußen Kingsley Schindler.

2. Ein Chopin spielender Bundesligatrainer, das kam seinerzeit nicht nur bei Nürnberger Frauen gut an. Auch wir erinnern uns – teilweise – gerne an den Aufstiegstrainer. Zumal er seine Derbys nie verloren hat. Nun ist Michael Oenning wieder zurück im Bundesligageschehen. Er heuerte beim FC Magdeburg an, kam am Freitag nach Fürth, wo er diesmal Neuland betrat und ohne Punkte blieb.

3. Die Club-Nachwuchsarbeit läuft, um es vorsichtig auszudrücken, suboptimal. Sportvorstand Andreas Bornemann versucht zwar wacker, in der Öffentlichkeit den Deckel drauf zu halten. Aber sowohl die Ergebnisse als auch die Personalfluktuation sprechen eine andere Sprache. Schnell einen neuen Partner gefunden hat ein Leidtragender der Malaise, der ASV Neumarkt. Der Club hatte dem Verein den Trainer für die Nachwuchsarbeit abgeworben. Die Neumarkter waren sauer und fanden jetzt einen neuen Kooperationspartner: Jahn Regensburg.

4. Michael Köllner scheint die Macht der Presse etwas zu überschätzen. Der Club, so schimpfte er, sei längst schon abgestiegen, wenn es nach dem Geschreibsel mancher Journalisten ginge. Natürlich ist das bei 22 noch ausstehenden Spieltagen Quatsch. Trotzdem belegt es, dass beim FCN nicht nur die Rentner am Spielfeldrand schlechte Laune verbreiten.

5. Der tabellarisch beste Verein in Bayern ist der FCN schon länger nicht mehr. Aber der beliebteste. Geahnt hatten wir das schon immer. Trotzdem ist es schön, das auch mal grafisch belegt zu sehen. Ob die Zahlen statistisch korrekt erhoben wurden, lassen wir da mal außer acht.

6. Der Club will sich in Andalusien auf die Rückrunde vorbereiten. Im gleichen Hotel wie vor zwölf Jahren. Damals lag man auf Platz 15, kletterte unter Trainer Hans Meyer danach noch auf Platz 6 und gewann sogar den DFB-Pokal. Vielleicht sind die Club-Reiseplaner der Meinung, Geschichte wiederholt sich.

7. Am nächsten Spieltag bestreitet der Club gegen Leverkusen das erste Montagsspiel der ersten Bundesliga. Von Fanseite wurde bereits 45 Minuten Stimmungsboykott angekündigt. Immerhin hat das Einlenken der DFL gezeigt, dass solcher Protest durchaus Erfolg haben kann. Vielleicht hilft also das gute Zureden des Trainer was und es gibt doch Unterstützung von den Rängen.

8. Ach so, ein Testspiel gab es während der Länderspielpause auch. In Schwaig schlug der FCN den tschechischen Zweitligisten FK Usti nad Labem mit 4:2. Wie üblich bei solchen Spielen, schlüpfte Edgar Salli wieder in die Rolle des Goalgetters.

Das Spiel:

Nach der Pleite gegen den VfB Stuttgart stellte Trainer Köllner gleich vier Mal um. Neben dem wiedergenesenen Mikael Ishak ließ er Petrak, Placios und Kubo von Beginn an auflaufen. Ein bisschen überraschend saß Misidjan, der als einziger gegen den VfB etwas Betrieb gemacht hatte, nur auf der Bank. Taktisch stellte Köllner zudem auf Raute um, was Kubo die Möglichkeit eröffnete, auf der von ihm bevorzugten Zehnerposition zu spielen. Der Club brauchte daher eine Weile um seine Linie zu finden. Die Gastgeber kamen zu mehreren Großchancen, konnten die aber nicht verwerten, wobei Christian Mathenia, von dem noch die Rede sein wird, wiederholt Klasse parierte.

Wie bereits bei früheren Niederlagen war nach knapp eine halben Stunde wieder ein Nackenschlag zu verzeichnen. Erst hatte Hanno Behrens das 1:0 auf dem Fuß, zog aber freistehend rechts am Pfosten vorbei. Dann säbelte der erwähnte Clubkeeper praktisch im Gegenzug beim Herauslaufen über den Ball, Skrzybski sagte Danke und erzielte den Führungstreffer. Nicht nur das: Mathenia verletzte sich bei der Aktion auch noch, spielte aber zunächst weiter. Dafür durfte er dann fünf Minuten später erneut den Ball aus dem Netz holen. Wieder kamen die Schalke über die linke Clubabwehr-Seite. Diesmal säbelt Margreitter über den Ball, so dass die Flanke den völlig freistehenden Harit erreicht, der nur noch einzuschieben braucht. Zwei echte Geschenke und erneut die Angst, die Mannschaft könnte wieder einbrechen. Doch genauso wie Schalke aus dem Nichts seine Tore erzielte, kam auch der Club zum Anschlusstreffer. In der 38. Minute konnte Schalkes Torwart Fährmann einen Ishak-Schuss zwar noch klären. Palacios stand aber richtig und markierte das 2:1. Wenig später musste Mathenia dann doch ausgewechselt werden. Der Meniskus! So kam Fabian Bredlow wieder zu seiner Chance.

In der zweiten Hälfte wurde zunächst deutlich, warum die Königsblauen vor dem Spiel punktgleich mit dem Club unten drin hängen. Jetzt hätte ein Kick von Außen (Zrelek, Misidjan rein!) vielleicht was gebracht. Aber Köllner wechselt bekanntlich immer erst spät. Als es dann soweit war, war die Sache eigentlich schon gelaufen. In der 67. Minute holte sich der bereits zu Spielbeginn verwarnte Bauer die zweite gelbe Karte ab und musste runter. Prompt brachte Ex-Cluberer Guido Burgstaller die Schalker mit 3:1 in Front. Kurzzeitig kam zwar abermals Hoffnung auf. In der 78. Minute nahm der inzwischen doch eingewechselte Zrelak den zunächst zwischen den beiden Pfosten hin und her springenden Ball auf und erzielte den erneuten Anschluss. Doch dann machten erneut Skrzybski und Oczipka den Sack zu. Dabei muss leider konstatiert werden, dass Schalke keineswegs wirklich gut war. Vielmehr offenbarte der Club in der Abwehr mangelnde Erstligatauglichkeit. Besonders Bauer und Leibold sind da zu nennen. Kann sein, dass da immer noch Lehrgeld bezahlt wird. Irgendwann könnte sich das aber auch als Leergeld entpuppen.

Ein Letztes:

Unser Galgenhumor färbt ab:

Statt dem A- fällt nun das D-Wort

Die Woche:

Zumindest laut Bildzeitung steht dem Club ein personeller Aderlass bevor. Vor dem Abschied stehen demnach:

1. FCN-Finanzvorstand Michael Meeske. Der soll als Nachfiolger des beim HSV beurlaubten Heribnert Bruchhagen im Gespräch sein. Meeske kam allerdings vom innerstädtischen Rivalen St.Pauli zum Club. Er kennt also den HSV und ganz blöd ist er auch nicht.

2. Kevin Möhwald ist sich angeblich bereits mit Werder Bremen einig. Was, laut Bild, auch seine schlechte Form in den letzten Spielen erklären soll. Da Möhwald keine Anstalten gemacht hat, seinen Ende der Saison auslaufenden Vertrag zu verlängern, war mit einem Wechsel leider zu rechnen. Dass er nun zu Werder will, braucht man nicht verstehen. Wenn´s dumm läuft, muss er in der Relegation mit seinem alten Verein gegen seinen neuen spielen.

3. Und da ist dann noch der mittlerweile in unserer Fangunst ziemlich abgerauschte FC Schalke ß4, der nach der Verpflichtung von Schöpf, Burgstaller und Teuchert offenbar nach weiteren Clubspielern schielt. Da gab es schon vor Wochen ein Treffen mit Tim Leibold. Nun scheint Schalke auch am Club-Allrounder und an Eduard Löwen dran zu sein. Besonders ärgerlich, dass da S04 in einer sportlich entscheidenden Phase Unruhe in den FCN bringt. Möglicherweise absichtlich. Denn so ein Kaufladen ist halt günstiger, solange er in der 2.Liga spielt.

Das Spiel:

Nach der Derbypleite hatten wir uns Wiedergutmachung, Leidenschaft, Kampfgeist und spielerisches Feuerwerk gewünscht. Doch ganz offensichtlich lag es, wenn man irgendeine Erkenntnis von der Bielefelder Alm mitnehmen will, nicht an der falschen Einstellung, dass das gegen Fürth daneben ging.

Der Club begann in Bielefeld mit einem neuformierten Sturm. Zrelak, Salli und Stefaniak sollten die Torflaute beenden. Daraus wurde leider nichts. Den Dreien gelang fast nichts. Salli machte immerhin noch Betrieb. Zrelak fiel lediglich durch seine Frisur und zwei kläglich vergebene Chancen auf. Stefaniak stand völlig neben sich.

Gut, von hinten kam auch wenig. Möhwald musste bereits nach 25. Minuten verletzt raus. Für ihn kam Löwen, dem Trainer Köllner eigentlich – und nicht zu Unrecht – eine schöpferische Pause schenken wollte.

Immerhin hielt die Abwehr lange dicht. Vor allem die Innenverteidigung (Margreitter und Ewerton) ließ wenig anbrennen. Torwart Fabian Bredlow erwischte wieder einen guten Tag und rettete ein paar Mal bravourös. Aber als sich dann alle schon mit einer neuerlichen Auswärts-Nullnummer anzufreunden schienen, passierte es doch noch. Der ansonsten so souveräne Ewerton kann eine Flanke nicht klären und Kerschbaumer nutzt die Konfusion in der FCN-Abwehr.

Nach dem Derby ist eine derart späte Niederlage natürlich ein weiterer Schlag für die Psyche. Umsomehr als das Spiel auch zeigte, dass der Club höchstens nominell einen Sturm besitzt. Angesichts dessen verbietet es sich eigentlich, weiterhin von Aufstieg zu sprechen. Stattdessen macht der gute alte Depp wieder die Runde.

…und wir dachten wirklich, beim Club hätten sich die Zeiten geändert.

Ein Letztes:

Noch ein Nachtrag zum Derby (da müsst ihr halt durch). Er belegt, dass nicht jede gekaufte Zeitung auch gelesen wird.

2:3 gegen Schalke: „Ich werd verrückt, ein Tor!“

Fuflball: DFB-Pokal, 1. FC N¸rnberg - FC Schalke 04, 2. Runde am 26.10.2016 in Grundig Stadion, N¸rnberg (Bayern). Der N¸rnberger Tobias Kempe (r) erzielt gegen Schalkes Torwart Ralf F‰hrmann (3.v.l.) das 2:3 per Elfmeter. Foto: Daniel Karmann/dpa (Wichtiger Hinweis: Der DFB untersagt die Verwendung von Sequenzbildern im Internet und in Online-Medien w‰hrend des Spiels (einschliefllich Halbzeit). Sperrfrist! Der DFB erlaubt die Publikation und Weiterverwertung der Bilder auf mobilfunkf‰higen Endger‰ten (insbesondere MMS) und ¸ber DVB-H und DMB erst nach Spielende.) +++(c) dpa - Bildfunk+++

„Drei, vier, fünf, Aogo. Aaaaaaahogo streichelt den Ball. Ahhhhh ist das schön. Auf die Schwimmbadkurve, und der Club schwimmt. Flachschuss. Ahhhh. Die Kirsche ist unten. Der Kirschbaum hat die Pille.“
– Günther Koch im FCN-Fanradio zu Beginn der zweiten Hälfte 

FCN-Aufsichtsrat und Reporterlegende Günther Koch (GüKo), der das DFB-Pokalspiel zwischen dem 1. FC Nürnberg und dem FC Schalke 04 am Mittwochabend im Fanradio kommentierte, war sich zu Beginn des zweiten Durchgangs sicher: Das Ding ist durch. Ein Eindruck, den man zu diesem Zeitpunkt teilen konnte. Die erste Hälfte war klar an die Knappen gegangen, Konoplyanka (20.), Huntelaar (31.) und nochmal Konoplyanka (45.) hatten die Blauen in Front gebracht. Doch dann, wie aus dem Nichts, gelang dem Club das 1:3 und es wurde nochmal spannend.

„Ich werd verrückt, ein Tor“, jubelte GüKo, nachdem sich Burgstaller auf der linken Außenbahn durchgetankt und den Ball in die Mitte gebracht hatte, wo Kempe am langen Eck draufhielt und Schalkes Baba anschoss, der die Kugel ins eigene Netz bugsierte (59.). Plötzlich war wieder Leben im Nürnberger Spiel gegen die in den zweiten 45 Minuten lethargischen Gäste. Erstmals in dieser Partie entfachte der Club Druck auf das gegnerische Tor – und das zahlte sich aus. Wieder über links war es in der 66. Minute Behrens, der Fahrt aufnahm, nach innen zog und in den Sechzehnmeterraum eindrang. Dort rauschte Junior Calcara an und grätschte ihn um – Elfmeter!

Und GüKo? Der rastete im Fanradio nun richtig aus. „Strafstoß für Nürnberg. Das ist die Hölle!“, brüllte der 74-Jährige in das Mikrofon. Tatsächlich wurde es ungemütlich für den Bundesligisten aus Gelsenkirchen, denn Kempe verwandelte den Elfer sicher mit einem strammen Flachschuss ins linke untere Eck (68.). Es folgte ein kaum mehr für möglich gehaltenes Aufbäumen beim FCN, man merkte der Truppe von Coach Alois Schwartz an, dass sie sich inzwischen gefunden hat. Doch es reichte nicht mehr für ein drittes Tor. Da half auch aller Enthusiasmus von GüKo („Merkt euch eins, der Teuchert wird noch Nationalspieler, das sage ich euch heute“) nichts.

Insgesamt betrachtet, ging der Sieg für den FC Schalke 04 in Ordnung. Zu fehleranfällig und löchrig hatte sich die wegen Bulthuis‘ Ausfall notgedrungen umformierte Abwehr um die Innenverteidiger Hovland und Mühl präsentiert. Die Gegentreffer durch Konoplyanka fielen beide nach Ecken und hätten durch klugeres Stellungsspiel trotz Klassenunterschied verhindert werden können. Günther Koch machte in seiner Analyse noch einen Schuldigen aus: „Was der Salli hier geboten hat, ist eine Unverschämtheit“, befand der Aufsichtsrat. Auch wenn er mit Salli unserer Ansicht nach hier zu hart ins Gericht ging, hatte er in einer weiteren Äußerung recht: Am Ende fehlte die Kraft.

„Salli, ein vogelwilder Fußballer. Ein Leichtgewicht, 1,70 Meter groß, 55 Kilo. Dunkelhaarig, dunkelhäutig sowieso.“
– Günther Koch im FCN-Fanradio nach der Einwechslung von Edgar Salli

 

Ohne Sinn ist alles torlos

Warum sollte die Hinrunde anders aufhören als sie die ganze Zeit gelaufen ist? Das Problem ist wahrscheinlich auch unsere Erwartunghaltung. Jedesmal lassen wir uns wieder von den Durchhalteparolen und den Ankündigungen einzelner FCN-Spieler einlullen und gehen hoffnungsvoll in die Partie. Jedesmall ist es dann aber halt wieder nichts.

Nichts? Das stimmt nicht ganz. Die spielen ja nicht schlecht. Man merkt auch, dass sie ihre Lektionen langsam lernen. Inzwischen können sie auch im Nürnberger Stadion das Spiel machen. Inzwischen überbrücken sie das Mittelfeld schneller. Inzwischen stehen sie hinten sicherer (Pinola ist als Innenverteidiger durchaus eine Option). Inzwischen werden auch Chancen reihenweise herausgespielt. Aber gewonnen wird halt nicht.

Ohne Sinn ist nämlich alles torlos. Und ohne Trost alles aluminiumfrei. Es sollte halt einfach auch mal einer reingehen. Sonst steht leider zu befürchten, dass die Mannschaft die Verbeek`schen Instruktionen zwar bald verinnerlicht hat, es jedoch dann bereits zu spät ist. Diesmal haben die Konkurrenten Braunschweig und Freiburg gewonnen. Und so schlecht wie Schalke sich heute präsentiert hat: Solche Mannschaften werden nicht allzu oft in Nürnberg aufkreuzen. Insofern waren es zwei verlorene Punkte.

Immerhin, man muss schließlich das Positive sehen, kommt jetzt die Winterpause. Die haben sich nicht nur die Fans verdient. Auch der Club scheint sie dringend zu brauchen.

Und wenn wir dann noch richtig gut spielen…

3:0 gegen Schalke, fast jeder Schuss ein Treffer, relaxtes Zuschauen, kein Nervenflattern in der Endphase, was will man als Clubfan mehr. Dabei war das jetzt nicht einmal die Offenbarung, was die Mannschaft da ablieferte. Wie würden solche Spiele erst laufen, wenn wir richtig gut spielen würden, wenn nicht jeder dritte oder vierte Pass ein Fehlpass wäre? Gar nicht auszudenken! Am Ende würde das Nürnberg nach Europa führen. Aber wollen wir da hin?

Andererseits: Die Schalker stellten sich aber vor dem Tor auch selten dämlich an. Bezeichnend die Situation als Draxler vor dem Fast leeren Tor noch in den Ball rutscht und ihn nur an den Pfosten semmelt. Kurz danach macht der Club aus dem Nichts das erste Tor. Dem ging eventuell auch noch ein Handspiel (Hand Gottes?) voraus. Während Schalke noch weitere gute Chancen hatte, besaß der Club in der ersten Halbzeit gerade mal eine halbe, bezeichnenderweise auch durch Markus Feulner, der seinen Fuß nicht mehr ganz an eine Flanke von Timothy Chandler hinbekam.

Ein Tor ist 7,32 breit und 2,44 hoch. Für Schalke war das heute zu klein. Für den Club weitgehend ausreichend (Kiyo scheiterte kurz vor dem Ende allerdings auch noch am Aluminium). Und je mehr sich Schalke am Nürnberger Strafraum abmühte und an der massierten Abwehr und am eigenen Unvermögen scheiterte, desto mehr steigerte sich die Effektivität des Clubs. Erst der wieder glänzend aufgelegte Alexander Esswein mit feinem Solo und strammen Schuss und dann Mike Frantz, der ebenso schön einen Konter abschloß, indem er auch noch Gästekeeper Timo Hildebrandt austanzte.

Der Club ist im Augenblick nicht nur unangenehm, sondern auch effektiv. Das früher fehlende Glück ist auch zurückgekehrt. Ein bisschen müssen wir aber auch unseren Schalker Freunden danken. Die haben es uns nicht allzu schwer gemacht.

Eklig, aber nicht erfolgreich

Langsam wird es eng. Dabei geht es, was die Clubleistung angeht, durchaus aufwärts. Auf Schalke war der Club jener eklige Gegner, den Trainer Dieter Hecking vor der Begegnung gefordert hatte. Schon im Mittelfeld machten die FCN-Spieler den Schalkern das Leben schwer. Sich selber aber leider auch. Denn kaum wurde der Ball erobert, war er auch schon wieder weg. Zur Vorgabe eklig spielen gehörte halt nicht: genau passen. So lief der Ball beim Club höchstens mal über zwei oder drei Stationen. Klar, dass da vorne wenig lief. Dabei waren die Champions-League-geschwächten Gegner in der Abwehr keineswegs sattelfest.

Aber wenn die besten Chancen von Spielern wie Pinola oder Cohen abgeschlossen werden, die bekanntlich nicht die gelernten Goalgetter sind, dann wird das nichts. Andererseits war der einzige Stürmer Tomas Pekhart völlig zugestellt und fiel praktisch überhaupt nicht auf. Mike Frantz verletzte sich, wieder einmal, früh. Timo Gebhart hatte immerhin ein paar gute Szenen. Kiyotake hatte zu Beginn eine gute Chance, passt sich aber leider – auch was die Fehlpässe angeht – mehr der restlichen Mannschaft an als umgekehrt. Da geht halt dann schwer was in Richtung Tor. Hinten stand immerhin mit Youngster Rakovsky der beste Mann zwischen den Pfosten. Die paar kleineren Fehler waren eher auf Übermotiviertheit zurückzuführen und nicht gravierend. Beim Tor von Farfan in der 77. Minute gabs nichts zu halten. 92 Minuten volle Konzentration, das bringt die Clubabwehr eben auch an besseren Tagen nicht hin.

Eigentlich hätte der Club durchaus ein Unentschieden in Gelsenkirchen verdient gehabt. Aber so ist das halt, wenn man unten drin steht. Alte Fußballerweisheit! Dummerweise steht der Club jetzt unten noch drinner und beim nächsten Gegner greift endlich der Magath-Effekt, so dass da eine erneute Niederlage zu befürchten ist. Harte Zeiten dräuen. Als Clubfans müssen wir uns wohl in mehrfacher Hinsicht warm anziehen..

Ein Super-Mittwoch

Vielleicht sollte der Club immer mittwochs unter Flutlicht spielen. Dann stellt sich für uns ein ganz ungewohntes Fanerlebnis ein. Nicht mehr zittern, bangen, fluchen, verzweifeln. Nein, relaxtes, zufriedenes Zurücklehnen ist angesagt, unterbrochen durch wiederholtes Jubeln. So soll es sein!

Gut, Schalke spielte heute abend harmlos und unengagiert. Vom Torwart angefangen, der kaum einen Ball hielt, bis zum viel gelobten Sturm, der kaum zu sehen war.

Der Club knüpfte hingegen an die erste Hälfte in Freiburg an. Aus drei Chancen machte er drei Tore. Dabei hatte der FCN gerade einmal 32 Prozent Ballbesitz. Das nennt man kaltschnäuzig.

Besonders Daniel Didavi lieferte ein Klassespiel ab, machte zwei Tore selber und war auch an den anderen beiden beteiligt. Dass der Club dann gleich das vierte Tor nachlegte, nachdem Schalke nach einem Schäfer-Patzer den Anschlusstreffer erzielt hatte, zeigt: Die wollten uns heute nicht zittern sehen. Vielen Dank!

Auch was die Tabelle angeht, ist die Angst einigermaßen gewichen. Im Gegensatz zum Club hat die Abstiegskonkurrenz weitgehend Federn lassen müssen. Ein Supermittwoch also für uns Clubfans!

Feiern werden wir aber erst, wenn auch der letzte Zweifel beseitigt ist.

FCN auf Platz 3 der Blog-Bundesliga

Obwohl der Club in der Bundesligatabelle derzeit gut da steht (Platz 9), im Internet rangiert er sogar noch weiter oben. Beispielsweise, wenn es um die Erwähnung bei Twitter geht. Aber auch bei den Blogs. Bei eBuzzing werden regelmäßig die einflussreichsten Sportblogs präsentiert. Aktuell (März 2012) ist da der Club mit zwei Blogs in den Top 20 vertreten. Auf Platz 13 rangieren die Clubfans-United und auf Platz 20 „die 3 Clubfreunde“ (Juhu!). Wenn man dann noch bedenkt, dass – zum Beispiel auf Platz 1 mit „Trainer Baade“ oder Womansoccer.de auf Platz 7 – auch etliche nicht an Vereinen orientierte Blogs dabei sind, wird die Clubphalanx noch deutlicher.

Gut auf Platz 2 landet das „Königsblog“ (Schalke 04), auf Platz 3 „Der Betze brennt“. Auf 5 ist „Fabulous Sankt Pauli“ zu finden. Wenn man dann auch noch Platz 8 berücksichtigt (St.Pauli News) und 11 (Der Übersteiger), dann müssen wir einräumen, dass St. Pauli blogmäßig noch vor dem FCN liegt. Auch auf Schalke trifft das zu, denn S04 hat noch ein weiteres Blog auf Rang 9 (blogundweiss.de). Der FCN rangiert demnach „nur“ auf Platz 3. Es ist also noch Luft nach oben. Trotzdem: Der Club ist schwer im Kommen, auch was das Internet angeht.

Bassd scho!

Wir wollen nicht übermütig werden. Seien wir also zufrieden mit dem Punkt auf Schalke! Vor allem nach der diesmal doch schwächeren zweiten Halbzeit. Da hätte es durchaus schlimmer kommen können. Zum Beispiel, Harry rein und 2:1 in der 92. Minute. Alpträume auf Jahre hinaus!

Die hat jetzt Huntelaar. Dem wird der Raphael Schäfer jetzt wohl häufiger nachts erscheinen. Der Clubkeeper hatte sich wohl vorgenommen, dem lasse ich nichts durchgehen. Schäfer war jedenfalls eindeutig der bessere Keeper auf Schalke. Der beste Mann auf dem Platz war trotzdem Philipp Wollscheid. Der putzte hinten alles weg. War souverän, ruhig, abgeklärt, einfach Klasse!

Ob der Club mit Julian Schieber vielleicht vorne mehr erreicht hätte? In der Halbzeitpause hätten wir noch geschrieben: Zurzeit steckt der Club jeden Ausfall weg. Danach hätten wir vorne doch gerne jemand gehabt, der die Schalker Wackelabwehr ein bisschen mehr beschäftigtz hätte. Aber nichts gegen Mak, Mendler, Chandler oder Eigler. Die waren nicht schlecht. Außerdem sind wir ja auch halbe Schalker. Insofern: Bassd scho!

„Poschi“, der Chancentod

Dass das Pokalaus für den Club bitter war, ist keine Frage. Dass die Mannschaft super gefightet hat und auf Schalke teilweise tollen Fußball gespielt hat, da sind wir uns wahrscheinlich auch einig. Insofern hat der FCN auch die Chance genutzt, endlich einmal zu bester Sendezeit im öffentlich-rechtlichen Fernsehen zu zeigen, dass in Nürnberg eine gute Bundesligatruppe zuhause ist. Der Club hat dem ZDF dabei 120 Minuten Hochspannung beschert und die Leute abgehalten, aufs Dschungel-Camp umzuschalten. Nur leider: Das ZDF hat es ihm nicht gedankt.

poschNatürlich nicht das gesamte ZDF, sondern dessen Sportreporter Wolf-Dieter „Poschi“ Poschmann. Für den ist der Club offenbar nur eine niederklassige Mannschaft, die – weil sie sich von den Großen Spieler ausleiht – irrtümlicherweise oben mitspielen darf. Das genaue Gegenteil zu Schalke 04, das völlig zu Unrecht nicht an der Spitze steht und das deswegen unbedingt in einem europäischen Wettbewerb vertreten sein muss. Da behauptet Poschmann zum Beispiel, der Club habe den schlechtesten Torwart der Liga, lässt todsichere Chancen, wie die von Eigler kurz nach dem 1:0, praktisch unkommentiert, feuert einfach mal die Blauen an („ja, mach es!“) oder bemerkt zu einem Foul an Julian Schieber: wenn man Schieber heiße, müsse man damit rechnen, ab und zu geschoben zu werden.
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