Hätte schlimmer kommen können

Die Woche:

  • Der Club ist erstmals mit einer eigenen Bude am Christkindlesmarkt vertreten. Dort gibt es auch ein FCN-Christkind-Trikot. Hoffen wir, dass es auch andernorts mal Buden zu feiern gibt.
  • Um den akuten Notstand auf der Torwartposition zu beheben, hat der Club Felix Dornebusch verpflichtet. Hilfe kam dabei auch über die Sozialen Medien. Vielleicht ergibt sich für den notorisch klammen FCN da noch Sparpotenzial (Twitter statt Palikuca):

Das Spiel:

Vielleicht geht es euch ähnlich, ich jedenfalls habe schon lange eine Übedosis an Derby-Vorberichterstattung. Jeder Stein oder Grashalm ist da mittlerweile umgedreht worden und wohl jeder, der in der Vergangenheit irgendwann einen Ball getroffen hat, ins gleißende Licht der Öffentlichkeit gezerrt worden. All dies transportiert aber halt leider nur die Botschaft: Das Heute kann mit dem Gestern nicht mithalten. Bezeichnend auch, dass unter dem bei Twitter trendenden Hashtag „Derby“ vor allem Beiträge zur zeitgleich ausgetragenen Begegnung des VfB Stuttgart gegen den Karlsruher SC zu finden waren.

Nichtsdestotrotz ist das unserige natürlich das deutsche Derby. Alles andere ist schnödes Epigonentum. Zudem ist es für den Clubfan auch im Heute nur schwer erträglich, nach einer Derbyniederlage in der Öffentlichkeit, im Büro oder beim Einkaufen auf dreist feixende Kleeblattfans zu treffen. Da geht es dann in die Privatsphäre und da verstehen wir keinen Spaß.

Diesmal drohte erneut Spießrutenlaufen. Beim Club gab zwar mit Jens Keller ein neuer Trainer sein Debüt. Aber bei der Klatsche gegen Bielefeld hatte die Mannschaft schon demonstriert, dass ein neuer Trainer keineswegs die Wende zum Guten garantiert.

In Fürth merkte man dem Club an: die von Keller kaum veränderte Mannschaft (nur stand diesmal Neuzugang Dornebusch im Tor und die Mintal-Experimente mit Petrak und Lohkemper ließ der Neue zurecht lieber sein) ist verunsichert. Nach vorne klappte kaum etwas. Hinten kam dem Club zugute, dass dem Gegner der letzte Zug zum Tor fehlte, zudem feierte Dornebusch eine solide Premiere. Trotzdem ging die erste Hälfte eindeutig an die Fürther. Mit dem 0:0 waren wir gut bedient.

Nach der Pause kam der Club besser in die Partie. Ohne zunächst allerdings Zwingendes zu kreieren. Immerhin musste unsereins mal nicht bei jedem gegnerischen Angriff auf Glück und Unzulänglichkeiten der Angreifer hoffen. Zumindest was die Abwehrarbeit anging, waren also Fortschritte erkennbar.

Wenn dann der eingewechslete Medeiros in der 90. Minute alleinstehend vor Burchert nicht so kläglich vergeben hätte, hätten wahrscheinlich manche schon wieder was von „Wende“ oder „Geburt einer neuen Mannschaft“ gefaselt. Insofern war es vielleicht ganz gut, dass der Schuss vorbei ging. Was den Abstiegskampf in der zweiten Liga angeht, und da steckt der Club erst einmal drin, hätten uns die drei Punkte freilich gut getan.

Ein Letztes:

Frühförderung!

Die Mutter aller Trainerentlassungen

Bereits am 2. Spieltag hatte mein Kollege hier den Trainer in Frage gestellt und dafür einiges einstecken müssen. Könnt ihr nicht erstmal abwarten und dem immerhin für eine halbe Million Ablöse von Sandhausen geholten Trainer etwas Zeit geben? Nunja, inzwischen ist einiges an Zeit vergangen und mittlerweile reden nicht bloß die Clubfreunde über Alois Schwartz, sondern fast das ganze Fanlager (einzige Ausnahme die im Auftrag der FCN-Presseabteilung twitternden Praktikanten).

Aber nicht, dass er es nicht geschafft hat, der Mannschaft Profil zu geben und ein fussballerisches Konzept zu entwickeln, könnte Schwartz nun den Kopf kosten. Derartiges steckt der Nürnberger offenbar weg. Aber zwei Mal gegen die Nachbarn aus Fürth verlieren, das nimmt er übel. Da kennt er nichts! Bei der Mutter aller Derbys gibt es keine mildernden Umstände.

Wobei wir nach solchen Umständen diesmal vergeblich suchen müssen. Weder dürfen wir die Niederlage auf den Schiedsrichter schieben, noch auf die Platzverhältnisse. Selbst eine angebliche Spuckattacke auf den Clubspieler Bulthuis reicht da wohl nicht. Der konnte schließlich mitwirken und fiel jetzt im Umfeld des limitierten, blutleerebn Club-Gekickes nicht negativ auf.

Womit wir wieder beim Trainer wären. Der hatte die Mannschaft gegenüber der Heimniederlage gegen den VfL Bochum auf fünf Positionen verändert. „Ich möchte wieder Leben auf den Platz kriegen“, hatte Schwartz gesagt. Doch was dort am allermeisten fehlte, war Leben. Ein trostloser Kick konterkarierte im Ronhof den Medienhype, der auch diesmal wider besseren Wissens mit Promitipps, historischen Betrachtungen, Liveticker und Fanstatements gnadenlos durchgezogen wurde. Was die beiden im Zweitligamittelfeld herumdümpelnden Teams da auf den Rasen brachten, war jedoch an Ödheit kaum zu überbieten. In der ersten Hälfte war es eine Ecke, die aus Clubfansicht den Höhepunkt markierte. In der 2. Halbzeit ging es zunächst so weiter. Eine kurzzeitge Rudelbildung sorgte für einen Hauch von Unterhaltung. Danach schien irgendwer bei den Fürthern gerufen zu haben: Da geht noch was! Jedenfalls drängten die plötzlich, ohne dass der Club den Verwaltungsmodus beenden konnte. Und wenn man mehr probiert, dann geht ein Schuss auch mal rein. Wie in der 77. Minute als Margreitter einen Zulj-Schuss unhaltbar für Kirschbaum abfälschte. Bezeichnenderweise dauerte es bis zur 86. Minute ehe Neuzugang Ishak den ersten Ball in Richtung Fürther Tor schoß.

Das war es dann aber auch schon. Eindeutig zu wenig, um in der 2. Liga bestehen zu können. So wird der Club kaum noch etwas reißen. Denn Fürth spielte – genau wie letzte Woche Bochum – ebenfalls eher schwach. Gegen den Club reicht derzeit jedoch schon ein bisschen mehr Wille für einen Dreier.