Die Youngster führen den Club zum Sieg, nicht der Trainer

Ein 19-Jähriger und ein 20-Jähriger schießen den 1. FC Nürnberg ins Glück! Zweimal Abdelhamid Sabiri (20) und Patrick Kammerbauer (19) heißen die beiden Torschützen, die dem Club am Samstag beim 3:2 in Heidenheim den Sieg bescheren. Dabei sieht es lange nicht danach aus, dass der FCN mehr als einen Punkt von der Ostalb entführen kann. Nachdem das Team von Trainer Alois Schwartz bereits in der 4. Minute durch Sabiri mit 1:0 in Führung geht, gelingt Tim Kleindienst noch vor dem Pausenpfiff der Ausgleich für den FCH (41.). Der Club kehrt schwach aus der Kabine zurück, doch Kammerbauer reißt das Ruder herum und bringt mit seinem Treffer zum 2:1 in der 68. Minute den FCN auf die Siegerstraße. Sabiri setzt in Minute 79 noch einen drauf und markiert das 3:1 für die Nürnberger. Der Anschlusstreffer durch Heidenheims John Verhoek in der ersten Minute der Nachspielzeit kommt aus Sicht der Gastgeber zu spät. Es bleibt beim 3:2 für den Club.

Der Sieg für den 1. FC Nürnberg war nicht unverdient, aber glücklich. Zwar hatte der 1. FCN in der Anfangsphase deutlich mehr vom Spiel, verlor dann aber immer mehr die Oberhand. So ging auch das Unentschieden zur Halbzeit völlig in Ordnung. Falls Trainer Schwartz seine Schützlinge in der Kabine auf die zweiten 45 Minuten einschwören wollte, ist ihm das gründlich misslungen: Der Club kam – im negativen Sinne – wie ausgewechselt zurück auf den Rasen. Es folgte Rumpelfußball vom Allerfeinsten. Heidenheim ließ bis zur 68 Minute mehrere hochkarätige Möglichkeiten liegen, zu denen Nürnberg regelrecht einlud.

Dann schlug die Stunde des Patrick Kammerbauer. Ausgerechnet Kammerbauer, dessen Einsatz statt Sepsi viele Fans seit Monaten vehement fordern. Trotz dieser mitunter lauten Stimmen aus dem Umfeld baute der Coach weiter auf Laszlo Sepsi. Der dankte es ihm, indem er Woche für Woche seine offensichtliche Formschwäche durch neuerliche Slapstickeinlagen untermauerte. Offenbar traute der Trainer Kammerbauer nicht zu, es besser zu machen als Sepsi. Der 19-Jährige belehrte ihn eines Besseren.

Nicht Schwartz führte das Team deshalb in Heidenheim zum Sieg, sondern die Jungen. Und nicht Schwartz war dafür verantwortlich, dass Kammerbauer am Samstag endlich seine Chance bekam, sondern das Schicksal. Da Sepsi kurzfristig wegen einer Verletzung ausfiel, blieb dem Coach quasi keine andere Wahl als Kammerbauer zu bringen. Es bleibt abzuwarten, was geschieht, wenn Sepsi wieder fit ist.

Kommen wir zum Mann des Tages: Abdelhamid Sabiri. Erst am vergangenen Sonntag hatte der 20-Jährige beim Heimspiel gegen Dynamo Dresden sein Pflichtspieldebüt im Dress des FCN gefeiert. Am Samstag nun durfte Sabiri eine weitere Premiere feiern: Das 1:0 in der 4. Minute war sein erstes Profitor. Durch den zweiten Treffer krönte er seine Leistung, die wie schon in der vergangenen Woche mehr als ansprechend war. Wenn Sabiri so weiter macht, wird aus dem Hoffnungsträger bald ein echter Leistungsträger.

Und das macht Mut!

…sowas hat man lange nicht gesehen

Dass ich das noch erleben darf! So schön! Noch nie haben Fans „sowas hat man lange nicht gesehen“ mit mehr Berechtigung gesungen als heute. 17 Spiele ohne Sieg. Und endlich hat die verdammte Serie ein Ende! Das ist wie nach Wochen in der Wüste einen Getränkeautomaten entdecken und auch noch passende Münzen in der Hose haben.

Dass der Sieg wichtig war, darüber brauchen wir wohl kein Wort verlieren. Hoffenheim zu Hause, dann noch die Euphorie aus dem Trainingslager… Wann sollte es sonst klappen mit dem ersten Dreier? Gar nicht auszudenken, wenn es heute wieder nichts geworden wäre!

Doch zum Spiel. Die ersten fünf Minuten legte der Club los wie die Feuerwehr. Aber wie so oft kam nichts dabei rum. Dann versackte das Spiel etwas, ehe ausgerechnet Timothy Chandler mit einem abgefälschten Schüsschen das erste Törchen machte. Auch als Drmic noch vor der Pause eines nachlegte, zitterten wir weiter. In Hannover wurde schließlich noch eine 3:0-Führung verspielt. Aber inzwischen hat sich einiges getan beim Club. Verbeek hat wie seinerzeit Hans Meyer den Pino wach geküsst. Der war nicht nur wegen der neuen Position als Innenverteidiger und der neuen Frisur kaum wiederzuerkennen. Jedenfalls war den Hoffenheimern bald klar, dass sie hier wohl nicht viel holen. Zahn gezogen, nennt man sowas.

Und dann klappt es halt auch vorne. Nochmal Drmic und Ginczek erhöhten auf 4:0.

Oh, wie ist das schön! Jetzt halt nicht nachlassen! Aber immerhin: Der Fluch ist bezwungen, die Saison kann beginnen!

Der Club wie ausgewechselt

Wenn du denkst, es geht nicht mehr, kommt irgendwo ein Lichtlein her! Dass das Lichtlein Leverkusen heißt, hat für den Club schon Tradition. Ein echter Aufbaugegner. Diesmal war der Vizemeister wahrscheinlich mit dem Kopf schon bei Barcelona. Nürnberg war da höchstens bei Fürth. Dass das ein echter Vorteil ist und noch Kapazitäten im Kopf frei lässt, sah man am Samstag in der Bay-Arena. Kann auch sein, dass Leverkusen bei manchem Clubspieler auch deshalb Kräfte frei setzt, weil der Pillendreher-Verein für manchen Clubspieler eine Karriereoption darstellt.

Nicht zuletzt lieferte der Club aber auch ein echt souveränes Spiel ab. Trotz der Umstellungen, diesmal spielte Markus Feulner in der Verteidigung, brannte hinten eigentlich kaum etwas an. Dazu trug auch Raphael Schäfer bei. Man hatte das – leider nicht so gewohnte – Gefühl: Der will heute keinen kassieren. Schäfer holte auch ein paar Dinger raus, die schon in die Kategorie Hundertprozentige gehörten.

Super auch Almog Cohen, ein Typ – das haben wir ja schon ein paar mal erwähnt – dem Club in den letzten Spielen gefehlt hat. Nissig und bissig, immer heiß und voll dabei. Womit wir bei Jens Hegeler wären, der eher den gegenteiligen Eindruck vermittelt hat, der sich aber bei seinem „Heimatverein“ wie ausgewechselt präsentierte. Didavi wird auch immer besser und dass Alexander Esswein eine Pause bekommen hatte, Robert Mal und Timothy Chandler ebenfalls fehlten und somit eigentlich kein gelernter Außen auf dem Platz stand, fiel nicht negativ ins Gewicht.

Jetzt noch ein Sieg gegen Fürth am Dienstag und wir können beruhigt Weihnachten feiern.

Trotz des Sieges um Jahre gealtert

20100307 Choupo Moting Tor zum 1:0Oh, wie ist das schön……! Gewinnen, ein Gefühl, das wir Clubfans lange vermisst und viel zu wenig erlebt haben. Und jetzt ausgerechnet gegen Leverkusen. Die waren bislang ungeschlagen. Völlig ungewohnt das alles.

Bei den drei Toren dachten wir noch, das ist ein völlig anderer Club, der da auf dem Rasen steht. Effektiv, überlegt, kämpferisch, eiskalt beim Chancen verwerten. Hat man das in der Saison schon mal gesehen? Nein!

Aber dann wurde er doch wieder der alte. Die letzte halbe Stunde war dann wieder das clubübliche Zittern angesagt. Beim Schlusspfiff war man als Zuschauer fast genauso erschöpft wie die Spieler. Wenn einer älter aussieht als er ist, kann das leicht sein, dass es sich um einen FCN-Fan handelt. Auch Siege werden bei uns erlitten. So schaut es nun mal aus. Das sind die Gesetzes des Clubs.

Ok, aber wir sind erstmal raus aus den Abstiegsrängen. Im nächsten Spiel geht es gegen die Hertha und da wird es bestimmt nicht leichter. Für die ist der Druck nun noch höher. Wenn sie gegen den Club nicht gewinnen, sind sie wohl endgültig weg. Da geht es um alles oder nichts. Und bislang hat der Club in solchen Situationen eher schlecht ausgesehen.

Aber wir wollen nicht unken. Obwohl der Ausfall von Breno (gute Besserung auf diesem Weg!) nicht unbedingt ein Hoffnungsförderer ist – andererseits hat heute aiuch niemand den gesperrten Albert Bunjaku vermisst (CHOUPO!!!!).

Wir haben das gebraucht

1__FubalFür schwache Nerven waren die letzten Minuten im Frankenstadion nichts. Eine etwas bessere Mannschaft als die Gladbacher hätte da den Club wohl noch abgeschossen. Aber sei´s drum: Wir haben das gebraucht. Die Gladbacher nicht.
Immerhin wissen die Spieler jetzt wieder, wie gewinnen geht. Wie das mit dem Tore schießen funktioniert, das haben sie nämlich noch nicht so ganz drauf. Mit drei Toren in fünf Spielen ist der FCN jedenfalls Mit-Schlusslicht. Von daher ist es fraglich, ob es gegen die – dummerweise genau jetzt in Fahrt gekommenen – Bayern zu einem Ehrentreffer reicht.
Deswegen stellen wir mal dieses Torjubelbild ins Blog. Kann man sich ja ersatzweise anschauen.

Beim Club ist alles möglich

Es ist wirklich nett zu beobachten, wie jetzt Fans,  Journalisten und Spieler gleichermaßen versuchen, trotz des tollen Auswärtssieges in Cottbus und des Jubels über die drei Tore (Bild) auf die Euphoriebremse zu treten. „Wir haben noch nichts erreicht“, wird Torwart Raphael Schäfer in der NZ zitiert – und das nicht bloß im Text, sondern gleich in der Überschrift. Nach dem Spiel in Cottbus wunderte sich selbst Clubtrainer Michael Oenning über diese seltsame, fränkische Zurückhaltung: „Dann müsste die ja bei uns vier Tore schießen“, gab er zu bedenken.

Aber Oenning ist halt kein Nürnberger.  Und auch noch nicht so lange Clubfan wie wir. Sonst würde er wissen: Wenn es einen Verein gibt, der so eine komfortable Ausgangsposition noch vergeigen kann, dann ist das. na?

Klar, nur der Club schafft so etwas!

Wir erinnern nur an den Last-Minute-Abstieg 1999. Wer den erlebt hat und nach dem Spiel gegen Freiburg mit Tränen in den Augen auf die Aufbauten für die fest eingeplante Nichtabstiegsfeier geblickt hat, der feiert nicht mehr zu früh. Nie mehr!

Im Fußball ist alles möglich, beim Club erst recht!

Clubsieg mit Twittern verschönert

So kann es weiter gehen: 1:0-Sieg beim fast schon enteilten Zweitliga-Spitzenreiter Freiburg. Die Clubfreunde haben dieses Spiel erstmals bei Twitter begleitet und müssen sagen: Geil! Wenn man sich da neben den Ballduellen am Fernseher, Verbalduelle auf dem Monitor liefert, dann kriegt man eine Ahnung davon, was einem bislang beim Bloßglotzen (und eventuell Bier und Fritten Hineinstürzen) gefehlt hat.

Hier nochmal für die (Noch-)Nichttwitterer die entscheidenden Momente auf der Twitter-Timeline:

Derby gewonnen, der Rest ist Wurst

Harte Nummer. Aber letztlich gewonnen. Ein Spiel dauert halt 90 Minuten. Vor ein paar Wochen wäre es noch umgekehrt gelaufen, da hätte sich der Club noch die Butter vom Brot nehmen lassen. Nachdem die anderen vorne (Mainz, Freiburg, Kaiserslautern) auch nicht aufsteigen wollen, schaut´s plötzlich wieder gar nicht so schlecht aus. Aber lieber die Euphoriebremse treten, wir kennen das ja! Außerdem war der Gegner schließlich nicht der Stärkste 😉

Hier noch ein paar auswärtige Greuther-Fans bei der  Bekanntgabe des Endergebnisses (oder so):

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