Folgenreicher Juwelentritt

schaeferIm Nachhinein dürfte man sagen, dass der Sieg in Wolfsburg teuer erkauft wurde. In der Hitze des Gefechts ließ sich nämlich Raphael Schäfer zu etwas hinreißen, das zwar Frauen zur Abwehr von Sextätern empfohlen wird, das aber nicht zum korrekten Umgang auf dem Fußballplatz gehört: einen Tritt in die „Juwelen“. Leidtragender war Ex-Clubprofi Zvjezdan Misimovic (der aber keine bleibenden Schäden davon getragen hat) .

Unabhängig davon, ob die Strafe von vier Spielen Sperre (immerhin zog der Club seinen Einspruch zurück, weil sonst die Strafe noch heftiger ausgefallen wäre) gerechtfertigt ist, wollen wir jedoch Zweifel daran äußern, ob die Schwächung so groß ist, dass man die vier Spiele gegen Freiburg, Dortmund, Hamburg und Köln gleich abhaken muss. Alexander Stephan, der dann wohl zwischen die Pfiosten muss/darf, hat zwar weder Bundesliga- noch Zweitligaerfahrung. Er ist aber bestimmt kein schlechter. Trainer Oenning hält jedenfalls große Stücke auf ihn. Zudem soll er für seine 22 Jahre schon ziemlich abgeklärt sein. Außerdem legen Abwehrspieler manchmal noch eine Schippe zu, wenn sie wissen, hinten steht einer, der möglicherweise nicht alles rausholt und ausbügelt.

Möglicherweise – aber das wollen wir dem Raphael Schäfer nicht wünschen – geht es dem verdienten Clubkeeper sogar demnächst wie einem anderen verdienten Clubspieler, dem „Phantom“ Marek Mintal: Ohne ihn läuft es sogar besser.

Was sagt uns das: Selbst ausgemachte Lieblinge der Fans haben keine Stammplatzgarantie. Denn mehr noch als bestimmte Spieler liebt schließlich auch der Fan den Erfolg.

Teilzeitarbeiter Andreas Wolf

20090828_fcn_auf_bikes_jr_001.jpgDer Kapitän wird immer mehr zum Teilzeitarbeiter: Andreas Wolf fehlt mal wieder für zwei Spiele, diesmal wegen einer Rotsperre. In der vergangenen Zweitliga-Saison hatte der Verteidiger bekanntlich Pech mit Verletzungen und kam nur auf sieben Einsätze.
Doch an seiner neuerlichen Auszeit ist der 27-Jährige selbst schuld, hat  er doch Lukas Hartig von Bohemians Prag einen Kopfstoß verpasst. Vielleicht hat der daraufhin einen jener Wickel gebraucht, für die Wolf derzeit in U-Bahn-Stationen wirbt? „Nach harten Attacken“ steht dort immerhin zu lesen. Wie dem auch sei: Wolf fehlt wieder mal, und in der Abwehr müssen am Samstag gegen Mönchengladbach wohl jetzt die Youngsters Havard Nordtveit (19) und Dominik Maroh (22) ran, nachdem mein Ruf nach einem satten Altstar ungehört blieb.
Mönchengladbach hat so einen Altstar übrigens: Mal schauen, ob der 36-jährige Oliver Neuville am Samstag mit unserem  Nachwuchsduo gnädig umgeht.