Blamagenfrei in die neue Saison

Die Woche:

1. Was Interviews angeht, da ist Clubtrainer Michael Köllner schon jetzt eine Bereicherung für die Bundesliga. Etwa wenn er die knallharten Fragen zur angeblichen Rippenprellung eines Hoffnungsträgers beantwortet.

2. Die beiden Aufsteiger sind die Favoriten für den Abstieg, da ist man sich nicht bloß in den Wettbüros einig. Auch die mit Prognosen und Teamchecks aufwartenden Journalisten sehen schwarz, sollte es dem Club nicht noch gelingen, im Angriff noch etwas Qualität für die vorhandenen vier Millionen Euro zuzukaufen. Nach Möglichkeit sollte das dann auch jemand sein, der mal was Unorthodoxes, nicht Ausrechenbares macht.

3. Vielleicht ist ja der japanische Nationalspieler Yuya Kubo die erhoffte, medial geforderte Verstärkung in der Offensive. Er soll auf Leihbasis mit Kaufoption vom belgischen Club KAA Gent kommen und am Montag in Nürnberg der Medizincheck absolvieren. Yuya Kubo hat bsi 2017 bei den Young Boys Bern gespielt, ist nicht nur durch die eine oder andere ungewöhnliche Aktion aufgefallen, sondern hat dort auch Deutsch gelernt. Köllner hat das als Voraussetzung für Neuzugänge formuliert. Im Gespräch war zuvor auch Berkay Özcan vom VfB Stuttgart. Hinderungsgrund hier: Der Club will Spieler nur noch mit Kaufoption leihen, der VfB zieht da aber nicht mit.

4. Mangels Zündstoffs wurde dieser Tage das Duell zwischen Christian Mathenia und Fabian Bredlow um den Platz im Kasten hochgejazzt. Köllner hat sich jetzt erstmal für Bredlow entschieden. Nachvollziehbar, schließlich hat Bredlow dem Club zum Aufstieg verholfen und ist der Jüngere der beiden angeblich gleich guten Torhüter.

Das Spiel:

In Kehl, wohin der Fünftligist SV Linx sein Heimspiel verlegt hat, entwickelte sich ein typisches Pokal-Auftaktspiel. Der „Kleine“, schon im Wettbewerbsmodus, hat die einmalige Chance, sich auf großer Bühne zu präsentieren und bekommt dann auch gerne noch den einen oder anderen Bonus seitens des Unparteiischen (von den TV-Kommentatoren kommt da eh selten Kritik, die werfen auch gerne die Neutralität über Bord und halten zum Underdog). Der „Große“ ist hingegen noch nicht ganz da, weiß noch nicht, wo er nach der Vorbereitung steht und meint, das Ganze spielerisch lösen zu können. Diese Rechnung schien zunächst auch aufzugehen. Nach einer Viertelstunde hämmerte Tim Leibold einen Freistoß an den Pfosten, den Abpraller staubte Mikael Ishak zum 1:0 ab. Es lief also alles für den Bundesligaaufsteiger, zumal der Gegner nicht unbedingt Torgefahr vermittelte. So musste dann der Schiedsrichter mit einem zweifelhaften Elfmeterpfiff mithelfen. Leibold soll Henkel gefoult haben. Den Strafstoß verwandelte Rubio sicher.

Beim Club machte sich dann, um es positiv zu formulieren, zumindest keine Unruhe breit. Man ließ es weiter ruhig angehen. Auch in der zweiten Hälfte, wo Linx sogar die besseren Chancen und den FCN am Rande einer Blamage hatte. In der 87. Minute hätten die Amateure eigentlich das 2:1 machen müssen, als Vollmer völlig frei im Strafraum angespielt wurde. Während der den Ball verdaddelte, machte es Ishak im Gegenzug besser. Auf Zuspiel von Zrelak markierte er den Siegtreffer. Aufgabe erledigt. Eine Runde weiter. Ob der Club bundestauglich ist, diese Frage bleibt allerdings weiter offen.


Ein Letztes:

Heute schon an Weihnachten denken!