Das war nicht der Tag der Dose

redbDa prallten heute zwei Welten aufeinander. Die alte gegen eine neue, die eigentlich kein Fußballfan will. Tradition gegen Kommerz. Fränkisches Bier gegen Plastikbrause. Schon im Vorfeld wurden damit die Fans ins Stadion gelockt (Bild).

Zum ersten Mal musste unser „Ruhmreicher“ gegen den Newcomer-Club RB Leipzig antreten. Einen Verein, der in der 2.Liga vorne mitspielt, während der FCN…. Aber lassen wir das. Zum ersten Mal sollte in Nürnberg die Dose zum Einsatz kommen. Nein, ich rede diesmal nicht von Red Bull, sondern vom Freistoßspray. Aber so weit kam es dann nicht. Drees ließ die Dose an der Hose. Es war also nicht der Tag der Dose.

So unterschiedlich die Voraussetzungen aber zunächst erschienen, so ununterschiedlich präsentierten sich die Mannschaften auf dem Platz. Beide praktizierten frühes Pressing. Beide suchten gleich den Weg nach vorne. Beide liefen, was das Zeug hält. Und beide standen in der Abwehr relativ sicher, so dass sich zunächst kaum Torchancen ergaben.

Erst in der 74. Minute platzte dann der Knoten. Der grö0ere Druck in der 2. Hälfte zahlte sich aus. Dazu kam eine gute Kombination zwischen Füllkrug und Schöpf, der dann den Ball überlegt im rechten Eck eintütete. Danach hatte der Club sogar noch zwei Mal die Möglichkeit nachzulegen und uns das ewige Gezittere am Spielende zu ersparen. Das war uns leider nicht vergönnt.

Doch egal: Drei Punkte für den Club. Drei Punkte für das Selbstbewusstsein. Drei Punkte gegen den Abstieg. Drei Punkte für den Fußball.

Mit dem BVB in einem Boot

Hin und wieder schauen wir auch iin der Welt herum, was andere Vereine so treiben, warum sie erfolgreicher sind als wir und ob wir vielleicht was finden, das wir den Club-Schnarchnasen (wobei sich die neuen Aufsichtsräte als solche erst noch profilieren müssen) vor den Latz knallen könnten. Und da sind wir jetzt beim gegenwärtigen Tabellenführer fündig geworden. Dessen Geschäftsführer, er heißt Hans-Joachim Watzke, hat nämlich den Vorschlag gemacht, andere Kriterien bei der gegenwärtig zur Neuregelung anstehenden Vergabe der Fernsehgeldern einzuführen. Nach dem „holländisches Modell“) sollten auch Beliebtheit, Tradion oder Zahl der Fans berücksichtigt werden. Dann, so meint Watzke, bekämen die „richtigen“ Vereine, wie etwa sein BVB, erheblich mehr, während Vereine wie Leverkusen, Wolfsburg oder Hoffenheim, die ohnehin genug Geld von ihren Eigentümern bekommen, schlechter dastünden.

An sich keine ganz abwegige Idee, zumal wenn man sich anschaut, wie etwa der Bazahlsender Sky versucht, die Dortmund-Fans mit BVB-Trikots und Spezialangeboten zu umgarnen. In Dortmund lohnt sich sowas, in Hoffenheim nicht. In Nürnberg würde sich das auch eher rentieren (wobei Sky sich da wohl denkt: Wer will schon ein Areva-Trikot geschenkt bekommen?).

Jedenfalls macht Sky – Spezialangebote hin oder her – mit Vereinen, die mehr Fans haben, auch mehr Geld und dieses Geld landet dann wieder beim Liga-Verband zum Verteilen. Also ist es doch logisch, dass die stärkeren Einnahmebringer auch stärker berücksichtigt werden.

Aber was macht unser Club? Nichts! Und was macht eine – angeblich dem Club wohlgesonnene – Lokalzeitung? Sie druckt (leider nicht online) einen SID-Kommentar ab, in dem Watzke als Witzbold dargestellt wird.

Klar, man kann auch vor lauter langweiligen Korrektheit zum Permanenzgast im Fahrstuhl werden und dort als missverstandener Musterschüler mit der Welt hadern. Wenn es aber nach mir ginge, dann sollten Traditionsvereine sehr wohl mehr vom Fernsehkuchen abbekommen. Der Obertraditionsverein ist schließlich der FCN.