Tod eines Sympathieträgers

Bei einem Gesprächsabend der Deutschen Akademie für Fußball-Kultur plauderte Club-Idol Dieter Eckstein vor einiger Zeit launig darüber, wie ihn sein damaliger Trainer Willi Entenmann eines Nachts auf dem Hotelzimmer davon überzeugen wollte, doch endlich das Rauchen aufzugeben.  Entenmann, erinnerte sich Eckstein, sei ein „absoluter Gesundheitsfanatiker“ gewesen. Das macht es fast noch etwas trauriger, dass Willi Entenmann nur 68 Jahre alt wurde. Dass der Tod ausgerechnet beim Langlaufen anklopfte, passt dagegen ins Bild.

Willi Entenmann war zweifelsohne einer der wichtigsten Trainer in der jüngeren Vereinsgeschichte des 1.FC Nürnberg. In der Spätphase der Bundesliga-Saison 1990/91 holte ihn das damalige Präsidium um Sven Oberhof als zusätzlichen Assistenten für Chefcoach Arie Haan an Bord, dem Entenmann bereits zuvor beim VfB Stuttgart assistiert hatte. Selten hatte ein Co-Trainer eine solche Bedeutung. Entenmann galt als Schlüsselfigur für die Rettung des 1.FC Nürnberg, die der Club erst am  letzten Spieltag in Wattenscheid durch einen 1:0-Sieg perfekt machte. weiter lesen

Hecking wird der neue Oenning

Dieter Hecking wird der neue OenningDieter Hecking wird die Nachfolge von Trainer Michael Oenning beim 1. FC Nürnberg antreten. Der 45-jährige Trainer wird am Dienstagnachmittag am Sportpark Valznerweiher vorgestellt.

Zuvor hatte der Ex-Trainer von Hannover im Interview mit der «Nürnberger Zeitung» gesagt, dass er nur dann «eine neue Aufgabe übernehmen» werde, «wenn ich das Gefühl habe, dass alles zusammenpasst.» Dem ist nun so.

«Jeder Trainer, der schon mal in der Bundesliga gearbeitet hat, traut es sich zu, einer Mannschaft in einer schwierigen Situation helfen zu können. Ich werde eine neue Aufgabe aber nur dann übernehmen, wenn ich das Gefühl habe, dass alles zusammenpasst. Der Verein muss klare Vorstellungen haben», hatte Hecking gegenüber der NZ am Montag gesagt. Die Verantwortlichen der Nürnberger erzielten am Dienstag eine Einigung mit Hecking.

Dem Anforderungsprofil von Schäfer entspricht Hecking jedenfalls. Der Club-Präsident hatte von der Suche nach einem Mann gesprochen, der Erfahrung in der Bundesliga und im Abstiegskampf habe.

Hannover 96 hatte Hecking im Herbst 2006 ebenfalls in prekärer Lage von Peter Neururer übernommen und im Verlauf der Saison aus der Abstiegszone geführt. Drei Jahre trainierte er die Nordlichter, ehe er im August 2009 zurücktrat.

Heckings Karriere als Spieler begann er bei Westfalia Soest. In seiner aktiven Laufbahn kickte er unter anderem für den SV Waldhof Mannheim, Borussia Mönchengladbach, Hessen Kassel (unter Trainer Jörg Berger), den VfB Leipzig, Hannover 96 und Eintracht Braunschweig.

Neben 36 Bundesligaspielen absolvierte er 203 Zweitligaspiele (38 Tore), 141 Regionalligaspiele (46 Tore) und 61 Oberligaspiele (39 Tore).

Im Jahr 2000 übernahm er sein erstes Traineramt beim SC Verl in der Regionalliga Nord, wo er allerdings schon am 29. Januar 2001 trotz sportlicher Erfolge wieder entlassen wurde, da er zuvor angekündigt hatte, den Verein wechseln zu wollen. Die weiteren Trainerstationen waren der VfB Lübeck, mit dem ihm der Einzug ins DFB-Pokal-Halbfinale gelang, Alemannia Aachen und Hannover.

Wird Hecking den Club vor dem Abstieg retten können? Was halten Sie von der Entscheidung des 1. FC Nürnberg?

Fähiger Trainer händeringend gesucht

„Wir haben noch mit niemandem verhandelt“, betonten Präsident Franz Schäfer und Manager Martin Bader am Montag treuherzig. Sie wollten damit wohl unterstreichen, wie aufrichtig und menschlich korrekt sie hinter Trainer Michael Oenning gestanden haben. Ein Zeichen von Professionalität ist das allerdings nicht. Seit Tagen stand doch Oenning zur Diskussion, da muss man sich doch zumindest Gedanken machen, wie es weiter gehen soll. Wenigstens mögliche Alternativen durchdenken. Sonst geht es einem genauso wie dem Clubpräsidium gestern, man stellt fest: Oenning ist nicht mehr zu halten, aber jemand anderes ist auch nicht da. Klar, kann man sich über die Feiertage in Ruhe die Marktlage bei den arbeitslosen Trainern anschauen. Das dürfte dann besonders die an dem Debakel nicht ganz unschuldigen Spieler freuen, die haben dann zum Dank fürs erfolgreiche Abschießen ihres Chefs erst einmal frei. Na bravo! (Immerhin soll laut Präsidum die Entscheidung doch noch vor Weihnachten bekannt gegeben werden)

HannoverDie Fans haben dafür jetzt noch die Gelegenheit über die möglichen Alternativen zu diskutieren. An erster Stelle ist da der bereits erwähnte Dieter Hecking (links) zu nennen. Er hat zwar Erfahrung im Abstiegskampf und mit jungen Spielern (wobei beim Club eigentlich eher die älteren zu früherer Leistungskraft zurückgeführt werden müssten), ob er einen Bezug zu Nürnberg und seinen Fans aufbauen kann, ist fraglich.

koller Das gilt natürlich auch für Marcel Koller (rechts), der bei Bochum zudem nicht unbedingt bewiesen hat, dass er im Kampf um den Klassenerhalt der Richtige ist. Bei Volker Finke sind wir uns gar nicht sicher, ob der überhaupt will. Gleiches gilt für Hans Meyer, der immerhin nicht einmal umziehen müsste. Bei Lothar Matthäus ist eigentlich jedes Wort zu viel.

Nachdem er bei Twitter so gut 😉 angekommen ist, wollen wir aber einen Vorschlag unbedingt noch in die Runde werfen, den man zumindest einmal andenken sollte: Wie wäre es, wenn sich Club und Greuther Fürth einen Trainer teilen? Immerhin wäre das Coach-Sharing ein echter Sparbeitrag in klammen Zeiten (der Club muss angeblich 9 Millionen Euro einsparen) und die Gelegenheit dazu ergibt sich wahrscheinlich in 100 Jahren nicht mehr. Zudem würde der Doppeltrainer sich schon aus persönlichen Gründen massiv dafür einsetzen, dass der Club die Klasse hält, sonst käme es nämlich nächste Saison vielleicht wieder zum Derby in der zweiten Liga und dann wüsste er nicht, auf welche Bank er sich hocken soll.

Zum Schluss noch ein schöner Verschreiber, der gestern der in diesem Fall doch etwas zu vorschnellen Deutschen Presseagentur unterlief, den wir aber erst auf den zweiten Blick realisierten, schließlich ist man als Clubfan gewohnt, dass in Nürnberg die Trainer nicht alt werden (remember Jef Vliers):
hecking

Das war´s dann wohl für Oenning

urn:newsml:dpa.com:20090101:091220-10-11381Eins muss man dem Club immerhin bescheinigen. Von den Fürthern lässt er sich nicht überholen.. Wenn die eine Krise haben, dann legt er noch eine Schippe drauf. Und dass der heutigen Entlassung von Benno Möhlmann eine weitere mit Michael Oenning folgt, das scheint so gut wie ausgemacht. Auf Oenning würde ich jedenfalls nicht einmal mehr Centbeträge wetten.

Dabei ist Oenning dummerweise nur ein Teil des Problems. So wie die Mannschaft in Köln aufgetreten ist – immerhin ging es da nicht um die goldene Ananas – möchte man mwollny Recht geben. Er schrieb auf Twitter: „Zeugwart Chicco Vogt behalten, der Rest darf gehen.“

Dazu wird es wahrscheinlich nicht kommen. Dennoch gibt es eigentlich nur zwei Möglichkeiten: Entweder die Mannschaft ist wirklich so schlecht, wie sie sich in den letzten vier Spielen präsentiert hat, dann nützt auch ein anderer Trainer nichts. Oder aber, sie hat absichtlich schlecht gespielt, um den Trainer loszuwerden. Dann gebricht es ihr jedoch an Charakter. Auch keine gute Basis für einen Neuanfang.

Wie auch immer, als Clubfan muss man zwar schwer leiden, aber langweilig wird es zumindest nicht. Wir wagen trotzdem mal einen Blick in die Zukunft: Morgen präsentiert der Club Dieter Hecking als neuen Trainer und der scheucht die verängstigten Luschen dann vor Weihnachten noch einmal durch den verschneiten Reichswald.

Aber vielleicht kommt es auch ganz anders. Denn: Depperter geht immer!

Nachtrag: Am Montag tagte das Präsidium an „unbekanntem Ort“. Kurz nach 14 Uhr war klar: Die Ära Oenning beim Club ist beendet. Als Nachfolger im Gespräch: Dieter Hecking und Marcel Koller. Wir halten euch natürlich auf dem Laufenden.

Umfrage: Wie soll es beim Club weitergehen?

Drei Niederlagen in Folge, eine peinlicher als die andere. Kein Tor geschossen, eine verunsicherte Mannschaft, ein angezählter Trainer, ein Manager, der sich in Durchhalterparolen ergeht… Beim Club ist endgültig die Krise ausgebrochen. Im Spiel gegen den HSV forderten Fans „Oenning raus!“, andere bedrohten Manager Martin Bader. Wobei hier Sachen ablaufen, die mit Fußballbegeisterung nichts mehr zu tun haben.
Nichtsdestotrotz sollte man sich jetzt am Valznerweiher langsam Gedanken machen. Einfach nur darauf zu warten, dass Torhüter Raphael Schäfer wieder kommt und vielleicht auch mal wieder (wie in Wolfsburg) das Glück, dürfte zum Klassenerhalt nicht ausreichen, zumal sich auch das Glück hart tut, einer Mannschaft Gutes zu tun, die zwar vorne keine Tore schießt, aber regelmäßig einbricht, wenn sie in Rückstand gerät.
Doch, wo sollen die Clubverantwortlichen den Hebel ansetzen? Um ihnen eine Hilfestellung anzubieten, starten wir hier eine Umfrage. Weil es aber an mehreren Stellen Defizite gibt, ist Multiple-Choice mit bis zu drei Antworten möglich.

[polldaddy poll=2384481]

Jetzt beginnt die Trainerdiskussion

Germany Soccer BundesligaMit dem 0:4 war der Club in Dortmund noch gut bedient. Was da im Strafraum teilweise abgelaufen ist, spottete jeder Beschreibung. Ersatzkeeper Alexander Stephan war da noch der Abgeklärteste. Wenn dann ein Andreas Wolf nach dem Spiel den Leitwolf mimt und fordert, die Kollegen müssten sich mehr reinhängen, dann nervt das nur noch. Wolf war einer der schlechtesten Spieler auf dem Platz. Allein wie er sich beim 0:3 hat vorführen lassen. Da wäre er gut beraten gewesen, den Mund zu halten und in sich zu gehen. Überhaupt sind es längst nicht mehr die so genannten Jungen, die die Spiele vergeigen, sondern die angeblichen Leistungsträger.

Dabei sah es die ersten Minuten gar nicht mal so schlecht aus. Der Club spielte engagiert nach vorne. Aber halt nur ein paar Minuten. Prompt kassierte er dann den Gegentreffer. Wahrscheinlich dachten die Clubspieler: Wir machen es wie Freiburg, hauen denen erst einmal einen rein und rühren dann hinten Beton an. Aber sowohl das Reinhauen, wie das mit dem Beton kann der Club nicht. Außerdem ist der BVB nicht irgendwer. Der, das weiß halb Fußballdeutschland, tut sich schwer, wenn jemand nur hinten drin steht. Wenn aber eine (schlechtere) Mannschaft anfängt mitzuspielen, dann schlachten die die ab.

Womit wir beim Trainer wären. Auf Twitter wurde noch während des Spiels die Trainerdiskussion eröffnet. Micheal Oenning müsse jetzt den Hut nehmen, forderten etliche. Konkreter formulierte boehmmi Oennings Fehlleistungen: „Was hat sich unser Trainergott dabei gedacht, in der Halbzeit beim Stand von 3:0 Judt einzuwechseln?“ Max-Jacob Ost (aka: GNetzer) schrieb allerdings genauso richtig: „Ob wir den neuen oder den alten Club erleben, sehen wir daran, wer in der nächsten Woche auf der Trainerbank sitzt.“ Will heißen: Wenn noch Roth am Ruder wäre, wäre Oenning jetzt wohl fällig. Aber das hat damals auch nicht den gewünschten Erfolg gebracht. Allerdings: Oenning, das muss man wohl so feststellen, ist wohl derjenige, der derzeit am meisten Lehrgeld zahlt. Wie lernfähig er ist, und ob sich diese Lektionen auszahlen und dem Club noch einmal zugute kommen, wir wissen es nicht. Oenning ist mit Sicherheit kein Schlechter. Aber ihm fehlt in der ersten Liga die Erfahrung. In der zweiten hat sie ihm auch gefehlt, da hat er sie sich im Laufe der Saison aber angeeignet. Ob das diesmal wieder klappt?

Eines ist jedenfalls klar: Ein in der Weihnachtspause nachgekaufter Stürmer wird es alleine nicht bringen, selbst wenn der Club das Geld für einen Luca Toni aufbringen könnte.