Ein Auftakt wie gemalt

Fast vier Monate ohne Bundesliga. Da staut sich was auf. Da steigt die Vorfreude ins Unermessliche. Zwar hat der Club durch die Niederlage gegen Havelse uns da schnell wieder herunter geholt. Trotzdem: Als es dann in Hamburg los ging, waren wir wieder elektrisiert. Doch auch hier: Erst einmal Ernüchterung. Fehlpässe am laufenden Band. Vorsichtiges Abtasten. Hauptsache: keinen Fehler machen. Dass da zwei Pokalloser gegeneinander antraten, war unübersehbar.

Doch es gab auch positive Ansätze. Neuzugang Kiyotake zum Beispiel. Der bringt ein völlig anderes Spielverständnis und eine ganz andere Gedankengeschwindigkeit mit. Leider ist er damit in der Mannschaft noch ein Einzelkämpfer. Die Kollegen kamen oft nicht mit. Kann aber noch werden. Positiv auch die Innenverteidigung, in der diesmal Nilsson neben Timm Klose auflief. Positiv selbstverständlich Raphael Schäfer, der ein paar Mal weltmeisterlich hielt (allerdings rettete sein Gegenüber Rene Adler auch ein paar Mal bravourös). Positiv in gewisser Weise auch, wie schwach der HSV aufspielte. Richtig Gefahr war da selten im Verzug.

Beim Club haperte es jedoch mit der Chancenverwertung. So stand es zur Halbzeit folgerichtig 0:0. Bezeichnend, dass dann Abwehrspieler Hanno Balitsch das kaum noch erwartete Tor machte und Pelle Nilsson indirekt vorbereitete. Aber wie gesagt: Das mit dem Sturm ist noch ausbaufähig. Auch der Umstand, dass wir – wie so oft – am Ende wieder mal zittern mussten, mit Lattentreffer für Hamburg und allem Drum und Dran, kann für die Zukunft gerne abgestellt werden.

Unterm Strich ein Sieg am ersten Spieltag. Der erste seit 20 Jahren in Hamburg. Was will man mehr? So kann es gerne weiter gehen.

Der Blick auf die Tabelle macht natürlich aus Clubfansicht auch Spaß, wobei die nach einem Spieltag noch wenig aussagt.
Erstaunlicher ist da schon die neben stehende Tabelle. Bei den Trending Topics in Twitter stand #HSVFCN während des Spiels – trotz ausreichender Konkurrenz – auf Platz eins. Das heißt, unsere Fans sind bei Twitter ganz vorne dabei und echte Champions. Da können sich andere noch eine Scheibe abschneiden.

Alles in allem also: ein Auftakt wie gemalt.

Ein Blog aus dem grün-weißen Nichts

In der kommenden Saison braucht uns die westliche Vorstadt eigentlich nicht mehr zu interessieren. Trotzdem haben wir Anlass, uns mit Fürth zu beschäftigen. Fürth ist, was das Fußballspielen betrifft, nämlich eigentlich noch vergleichsweise gut aufgestellt. Schaut man sich hingegen an, was sich dort internetmäßig tut, dann kommt fast schon Mitleid auf. Nur ein Beispiel: In dieser Woche musste das erste, ohnehin nur mit Nürnberger Hilfe anberaumtes, Twittagessen mangels Beteiligung abgesagt werden. Twittern scheint in Fürth ebenso unbekannt zu sein, wie bloggen. Dazu passt auch, dass die Spielvereinigung Greuther Fürth im Web 2.0 ebenfalls nicht nennenswert präsent ist, und selbst mit den alten Medien so ihre Schwierigkeiten hat.

Das wird jetzt anders: Unter den NZ-Blogs sind ab sofort auch die Greuther-Weiber zu finden. Dass diese, sozusagen aus dem grün-weißen Nichts heraus, ein Novum wie ein von weiblichen Fans betriebenes Vereinsblog zustande gebracht haben, erfüllt uns schon ein bisschen mit Neid. Abschneiden werden wir uns deswegen aber nichts.

Tore gegen Lodda?

Wichtig, aber so was von wichtig war dieser Arbeitssieg – dank des Hammertores von Dario Vidosic – gegen Ingolstadt. Ganz gleich wie die Fürther heute spielen, kommt das noch wichtigere Spiel allerdings am nächsten Sonntag: Das Derby; ach was: die Entscheidung über den Relegationsplatz – so wie es aussieht. Denn Freiburg und Mainz scheinen sich derzeit keine Blöße mehr geben zu wollen.
Der Sieg war aber auch noch aus anderen Gründen wichtig. Wie diejenigen, die uns bei Twitter folgen, vielleicht schon gemerkt haben: Der derzeit noch in Israel zwischengelagerte Lothar Matthäus steht auf der Matte, schwärmt von der jungen Clubmannschaft und dass er die gerne trainieren würde. Nun ist der Twitter-Matthäus zwar ein Fake. Aber Angst eingejagt hat er uns trotzdem ein bisschen.

Clubsieg mit Twittern verschönert

So kann es weiter gehen: 1:0-Sieg beim fast schon enteilten Zweitliga-Spitzenreiter Freiburg. Die Clubfreunde haben dieses Spiel erstmals bei Twitter begleitet und müssen sagen: Geil! Wenn man sich da neben den Ballduellen am Fernseher, Verbalduelle auf dem Monitor liefert, dann kriegt man eine Ahnung davon, was einem bislang beim Bloßglotzen (und eventuell Bier und Fritten Hineinstürzen) gefehlt hat.

Hier nochmal für die (Noch-)Nichttwitterer die entscheidenden Momente auf der Twitter-Timeline:

Es geht um die Wurst

Klar, in der zweiten Liga kann man leicht auch gegen Underdogs den Kürzeren ziehen. Deswegen wird oft noch in der Saisonendphase manches durcheinandergewirbelt. Trotzdem lege ich mich beim Blick auf die Tabelle mal fest: Beim Spiel gegen Duisburg am Montag wird sich wohl entscheiden, ob wir noch Aufstiegsträume pflegen dürfen oder uns mit einem weiteren Jahr Zweitligafußball begnügen müssen.

Da beruhigt es immerhin, dass Clubtrainer Oenning in Duisburg gewinnen will. So steht es jedenfalls auf der Club-Homepage. Wobei man solche Beiträge und Aussagen eigentlich in der Pfeife rauchen kann. Denn wer sagt schon, er will das Spiel verlieren? Vor allem, wenn er dafür bezahlt wird, dass er ab und an ein paar Punkte einfährt.

Also Leute, am Montag Daumen drücken!

Die 3 Clubfreunde sind jedenfalls schon mal in Vorleistung getreten. Um für den Fall gewappnet zu sein, dass der Club wieder in europäischen Wettbewerben vertreten ist, haben wir uns jetzt via Twitter mit der großen, weiten Fußballwelt vernetzt. Mehrsprachig wollen wir dort dem internationalen Publikum demonstrieren, was Ruhmreichtum bedeutet und was für ein grandioser Verein unser FCN ist, selbst dann wenn er versehentlich mal unterklassig kickt.