Überlegenheit allein reicht nicht

Eines muss man sagen: Langweilig wird einem mit dem Club nie. Gegen Bremen ist traditionell sowieso immer etwas geboten – und meistens zu ungunsten des FCN. Deswegen hätten wir vor dem Spiel auch ein 1:1 für okay gehalten. Allerdings: Werder musste 75 Minuten mit 10 Mann spielen, nachdem Torwart Tim Wiese nach einem Foul an Eigler vom Platz gestellt wurde. Leider brachte das eher den Club als die Bremer aus dem Konzept, die dann ausgerechnet durch den Ex-Clubberer Mehmet Ekici in Führung gingen. Das war überhaupt die erste Aktion, bei der Alexander Stephan gefordert war. Wer weiß, was passiert wäre, wenn Schiri Drees statt auf Platzverweis auf Tor und Gelb für Wiese entschieden hätte?

Die Überlegenheit des FCN hielt das ganze Spiel an. 13:0 Ecken, 65 Prozent Ballbesitz: Trotzdem langte es gerade noch zum Ausgleich. Beim Club geht nämlich Überlegenheit dummerweise mit mangelnder Konzentration einher. Irgendein Pass kam immer nicht an. Teilweise gingen die Spieler auch zu hektisch zu Werke. Dabei wuchs Trainer Dieter Hecking sogar über sich hinaus und ließ in der zweiten Halbzeit mit drei Mann (Esswein, Eigler, Bunjaku) stürmen. Immerhin bewies zumindest der Ausgleich, dass Hecking einiges bewirkt hat. Wollscheid, der in letzter Zeit verstärktes Kopfballtraining absolviert hatte, köpfte nach einer Ecke ein. Bei Standards war der Club, wir erinnern uns, lange Zeit völlig harmlos.

Womit wir beim Wetter wären. Der Hagelschauer und die Regenmengen, durch die das Spiel teilweise an die legendäre WM-Begegnung 1974 zwischen Deutschland und Polen erinnerte, hätten beinahe zu einem Spielabbruch geführt. Immerhin musste die Pause um 15 Minuten verlängert werden (was, nette Randerscheinung bei Twitter, manche Fans in drückende Entsorgungsschwierigkeiten brachte). Dabei schien rundherum die Sonne. Sogar in Fürth (siehe Unwetterkarte).

Der Club, man sieht es wieder, ist eben was besonderes.