Mit harter Arbeit gegen die Krise

Die Woche:

  • Wahnsinn und Verstand, Euphorie und Depression, Freud und Leid, beim Club liegt alles nah beinander. Manchmal findet es sogar gleichzeitig statt. So gab es ausgerechnet jetzt was zu feiern: die Clubhaus-Eröffnung am Josephsplatz. Andere Mannschaften würden sich vorher reinhängen, damit die Stimmung bei einem solchen Event passt. Aber wir sind der Club. Und da sind wir daheim. Im Clubhouse.
  • Eine andere Fanaktion litt ebenfalls unter der schwachen Leistung der Profikicker. Allerdings der aus der letzten Bundesligasaison. 100 Liter Freibier schenkt Kulmbacher pro geschossenem Tor aus. 26 waren es in der letzten Saison. So wenig wie noch nie. Na ja, man soll eh nicht soviel saufen.
  • Im Sturm herrscht im Clubkader ein Überangebot, auch wenn derzeit einige Kandidaten noch verletzt ausfallen (Lohkemper, Schleusener, Zrelak). Doch inzwischen gibt es mit Frey eine Alternative zu Ishak. Da sinken die Einsatzchancen für Törles Knöll. Der wurde jetzt für ein Jahr zum SV Wehen-Wiesbaden ausgeliehen. Wahrscheinlich geht die Clubführung davon aus, dass die Hessen keine Konkurrenz darstellen. Schön, wenn am Valznerweiher noch Optimismus herrscht.
  • Der Fall Jatta ist noch nicht zuende. Inzwischen hat auch der VfL Bochum Einspruch eingelegt. Gleichzeitig versucht nicht nur der DFB Licht in die Sache zu bringen. Hier wird das Ganze ziemlich ausführlich beleuchtet. Über die beiden Einsprucherheber heißt es: „Was diese Einsprüche bewirken sollen, haben sich Nürnberg und Bochum wohl selbst nicht so richtig überlegt, dem Ruf beider Vereine ist diese Aktion jedenfalls bisher eher abträglich. Eine tragfähige Begründung ist nicht in Sicht. Selbst wenn sich dereinst herausstellen sollte, dass Jatta doch nicht Jatta ist, könnte man die Einsprüche aus den dargestellten Gründen damit nicht begründen.“

Das Spiel:

Absteiger gegen Aufsteiger, klingt nach einer klaren Angelegenheit. Allerdings hatte der VfL Kontakt zur Tabellenspitze, während der Club mit halb soviel Punkten unten feststeckte. Trainer Canadi ließ diesmal die bisherigen Stammkräfte Behrens und Ishak auf der Bank und schickte gleich mal Neuzugang Michael Frey aufs Feld. Der entfachte mit Dovedan vorne viel Betrieb. Allerdings: Außer einem Pfostentreffer sprang zunächst nichts dabei heraus. Und, wie das so ist, trafen dann plötzlich die Gäste ins Netz. In der 30. Minute zappelte der Ball im Clubtor. Nach vierminütigem Studium der Videobilder kamen die Kölner Videoschiris und der in Nürnberg auf dem Platz stehende Unparteiische Waschitzki zu dem Ergebnis: kein Tor. Der Osnabrücker Heider, der mit einer Finte zum Torschützen Ouahim durchließ, stand im Abseits.

In der 44. Minute hatten die Osnabrücker erneut Pech. Bei der Abwehr eines Medeiros-Schusses verletzte sich ihr guter Torhüter Körber und musste durch Kühn ersetzt werden. So wurde dann erst nach 53 Minuten zur Pause gepfiffen.

Auch die zweite Halbzeit zog sich ähnlich in die Länge. Fast nach jedem Spielzug lag irgendeiner (meist ein weißer Osnabrücker) auf dem Boden. Spielfluß, Fehlanzeige! Da konnten wir uns auf Fabian Nürnberger konzentrieren, der als Linksverteidiger ein ansprechendes Debüt ablieferte. Später kam dann auch der eigentliche Kapitän ins (zerfahrene) Spiel. Mit Hanno Behrens entwickelte der Club mehr Druck. Impulse von Außen setzen nennt man das wohl.

Gegen die gut gestaffelte VfL-Abwehr tat sich der Club dennoch schwer. Wie schon gegen Ende der ersten Hälfte versuchte er es daher verstärkt mit Fernschüssen. In der 80. Minute brachte das endlich den erwünschten Erfolg. Aus 22 Metern zog Johannes Geis ab. Der Ball landet zum, fast nicht mehr für möglich gehaltenen 1:0 im Netz.

Danach musste der Club allerdings nicht nur zehn Minuten überstehen. Wegen der vielen Unterbrechungen wurden acht Minuten nachgespielt. Aber auch die überstand der FCN gegen den dann doch nachlassenden Aufsteiger.

Ein Spiel dauert 106 Minuten und am Ende siegt der FCN.

Wobei, diese 106 Minuten waren zum Zuschauen gefühlt noch um einiges länger.

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Ein Letztes:

Zum Schluss noch eine Meta-Diskussion, bei der ich vor allem den Begriff „Internethelden“ doppelt unterstreichen möchte.

Verbeek holt sich ein paar Jährchen zurück

1808910315Gut, beim Tabellenführer darf man auch mal verlieren. Andererseits: Das war Bochum, nicht irgendein gesattelter Aufstiegsfavorit. Und dann hatte der FCN auch durchaus Glück für zwei Spiele. Schon der Auftakt lief optimal. Der VfL war noch gar nicht richtig auf dem Platz, da hatten Blum und Burgstaller einen Fehler des Bochumers Fabian ausgenutzt und die schnelle Führung erzielt.

Bei einer eingespielten und sicheren Abwehr wöre so etwas schon die halbe Miete. Da stellst du dich hinten rein. Lässt die anderen sich abrackern und setzt bei Gelegenheit die Konter.

Bloß hat der Club keine eingespielte und sichere Abwehr. Zwar gab diesmal Tim Leibold als Linksverteidiger ein gar nicht einmal misslungenes Debut. Auch der dafür vor der Abwehr agierende Niklas Stark spielte besser als zuletzt. Insgesamt brachte das aber nicht die nötige Stabilität um einen Gegner der fast 90 Minuten Druck macht, am Torerfolg zu hindern. Zumal Thorsten Kirschbaum offensichtlich die Führungsqualitäten fehlen um sich zum Herrscher im Strafraum aufzuschwingen. Beim Ausgleich lief er nur halbherzig heraus. Beim Führungstreffer war er einer von Vieren, die geglaubt hatten, der jeweils andere würde den Ball weghauen.

Wobei man zur Ehrenrettung der Abwehr sagen muss, dass der ganze VfL-Druck jedesmal an sie durchgereicht wurde. Im Mittelfeld wurde kaum was abgefangen. Schöpf ist ohnehin nur noch ein Schatten seiner selbst und wurde dann auch vorzeitig ausgewechselt.

Apropos Auswechslung. Bei Bochum kam in der Schlussphase der Ex-Clubspieler Peniel Mlapa zum Zuge. Mehr gerissen als bei uns hat er dabei zwar auch nicht. Aber für ihn gilt das Gleiche wie für den Bochumer Trainer Gertjan Verbeek. Sie haben sich, nachdem sie beim Club nicht mehr gebraucht wurden, jedenfalls nicht verschlechtert. Im Gegensatz zu ihrem Ex-Verein.

Bei dem dürften die einen jetzt noch lauter nach Ruhe brüllen, während die anderen noch vehementer alles auf den Prüfstand stellen wollen. Ob wir da nach dem alten fränkischen Motto „wer koo, der därf“ weiter kommen, mag bezweifelt werden. Wenn zum Beispiel ein Möbelfabrikant, auch wenn er Clubsponsor ist, beim Club Sachverstand und Professionalität reinbringen will, dann hat das schon was von Verzweiflung.

Das Bochumspiel hat jedenfalls gezeigt: Es lag nicht an Verbeek, es lag auch nicht an Mlapa, wahrscheinlich noch nicht einmal allein an Bader. Immerhin: Für Verbeek freut es mich. Vielleicht gibt ihm der Sieg ein paar in Nürnberg verlorene Jahre zurück.

In your face, Dieter!

Ok, ein Punkt in Wolfsburg, das hört sich jetzt nicht sooo toll an. Wie der Club den allerdings erkämpft und -das muss man wirklich ausdrücklich hervorheben – erspielt hat, das war Klasse.

Die erste Halbzeit fing nämlich denkbar unglücklich an. Da bekamen die Wolfsburger bereits in der zweiten Minute einen Freistoß und der sonst nur als Mime hervorgetretene Diego hämmert den auch noch rein. Da war es natürlich ungünstig, dass der Club wieder ohne echten Stürmer angetreten war. Zwar hatte der falsche Stürmer, Alexander Esswein, kurz darauf die Chance den Ausgleich zu machen. Aber der Ball zischte knapp am Pfosten vorbei. Trotzdem: Der Club erarbeitete sich weitere Chancen,. Doch dann kam es knüppeldick. Mit einem Sonntagsschuss markierte Olic das 2:0 und dann haute Helmes auch noch den Ball an den Pfosten. Es sah also richtig mies und nach einer sicheren Auswärtsniederlage aus.

In der Pause muss Michael Wiesinger dann seinen Leuten wohl gesagt haben, dass Ostern ist und dass man unter noch ungünstigeren Umständen auferstehen kann. Der Club kam also agilier und zielstrebiger und vor allem mit einem Stürmer (Pekhart) zurück auf den Platz und setzte die Wolfsburger immer mehr unter Druck. War dann der Treffer von Olic schon schön, setzte der 30-Meter-Hammer von Simons noch eins drauf. Der Club ließ freilich nicht locker und als Nilsson den Ausgleich machte und wir dann das Gesicht unseres Ex-Trainers sehen durften, war klar: Wir sind auf dem richtigen Weg, der Dieter auf dem falschen.

Der Club spielt inzwischen schönen engagierten Fußball. Da kämpft die ganze Mannschaft. Da steckt keiner auf. Bei der Plastiktruppe geht es nur um die Kröten und das eigene Ego. Wenn die jetzt noch Troubles mit ihrem Sponsorenverhalten bekommen, ist das nur folgerichtig. Geld schießt zwar Tore. Aber nicht genug. Insofern hätten wir halt gern noch den dritten Clubtreffer gesehen. Aber wir wollen nicht übermütig werden. Bassd scho!

…und hier, weils so schön war:
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Ein 0:0, das wenig Hoffnung macht

20100220 Bunjaku AlbertNach dem Spiel gegen die Bayern mochte man noch eine Aufwärtsbewegung erkennen. Das Spiel gegen Bochum brachte zwar ebenso einen Punkt, aber eigentlich war da 90 Minuten nichts zu erkennen, was Hoffnung macht. Hinten mussten Schäfer und das Glück mehrfach in brenzlicher Situation retten, dabei war Bochum alles andere als gefährlich. Im Mittelfeld lief offensiv herzlich wenig. Die Pässe kamen viel zu oft nicht an. Die so genannten Stürmer hingen daher voll in der Luft. Womit wir beim einzigen Stürmer wären, der die Bezeichnung noch verdient: Albert Bunjaku (Bild). Der leistet sich erst ein saudummes Handspiel, wo man noch annehmen konnte, er will sich vielleicht die 5. Gelbe abholen, um dann gegen Bayer Leverkusen, wo eh bloß Beton anrühren angesagt sein dürfte, zu fehlen und nicht in einem wichtigen 6-Punkte-Spiel gegen einen Mitkonkurrenten um den Abstieg. Aber dann schlug er auch noch den Ball weg, bekam die gelb-rote Karte und bewies: strategisches Denken ist doch nicht seins, der war einfach nur von der Rolle.

Womit wir bei jenen Schwachköpfen wären, die vor dem Spiel bengalische Feuer zünden und sich und andere Fans in Gefahr bringen. 6 Verletzte, 2 davon schwer, gab es in Bochum. Den Spruch, zumindest die FCN-Fans seien Bundesligaspitze, kann man jedenfalls getrost vergessen.

Wettskandal – und unser Club ist dabei

Schon als ich das erste Mal von dem neuen Wettskandal hörte, dachte ich: Da ist unser Club bestimmt wieder dabei. Und bingo: Das Spiel des FCN in Osnabrück im vergangenen Mai soll doch tatsächlich verschoben worden sein. Der Club war Nutznießer, denn er gewann 2:0 und holte drei Punkte. Ohne die hätte es zum Aufstieg nicht gereicht.
Ich behaupte allerdings: Der Club hätte auch so gewonnen und war allenfalls unfreiwillig Profiteur von Leuten, die den Qualitäten unserer damaligen Zweitligamannschaft misstrauten. Hier zur Erinnerung noch einmal der NZ-Spielbericht von damals, in dem unser Kollege Harald Büttner von einem „klassischen Arbeitssieg“ sprach:

Wie heißt es doch so schön: Der Zweck heiligt die Mittel. Eine glanzlose Vorstellung hat der 1. FC Nürnberg gestern Abend in seinem vorletzten Heimspiel abgeliefert, aber das Ergebnis stimmte. Mit 2:0 (1:0) besiegte die Elf von Trainer Michael Oenning den Abstiegskandidaten VfL Osnabrück und festigte damit Rang drei in der 2. Fußball-Bundesliga. Zum Matchwinner avancierte vor 33 507 Zuschauern einmal mehr Marek Mintal, der nach abgesessener Rot-Sperre ein Comeback nach Maß feierte und beide Tore erzielte. weiter lesen