Nicht schön, aber erfolgreich

Die Woche:

  • Wer gewinnt, hat Recht. So setzte Clubtrainer Jens Keller nach dem Sieg gegen Sandhausen zur Medienschelte an. Angeblich missfiel ihm, wie nach dem HSV-Debakel die Leistung einiger Spieler beurteilt wurde. Wahrscheinlich aber war er auch sauer, weil darauf hingewiesen wurde, dass er sich halt etwas vercoacht hat. Egal! Obwohl wir uns nicht angesprochen fühlen müssen, geben wir gerne den Sündenbock (Scheißbock?), wenn´s dem Verein dient.
  • Apropos Trainer: Künftigen Entlassungen kann der Club stressfreier entgegen sehen. Das Phantom steht bereit. Marek Mintal hat alle Prüfungen bestanden und darf nun auch Profimannschaften trainieren.
  •  Kaum punktet der Club wieder, taucht Aufsichtsratschef Dr. (so viel Zeit muss sein) Thomas Grethlein wieder aus der Versenkung auf. In dem langen Interview sind es aber weniger die Infos, die bestechen, als vielmehr der salbungsvolle Tonfall und die verbindliche Wortwahl. Man könnte sich Dr. (so viel Zeit muss sein) Grethlein gut auch als Bundespräsidenten oder als Landesbischof vorstellen.
  • Beim Club muss vor allem gespart werden. Das fällt einem wieder ein, wenn die Fanradio-Reporter nicht mehr im Stadion sitzen, sondern nur die Sky-Bilder kommentieren.

Das Spiel:

Die neue, gegen Sandhausen erfolgreiche, Taktik bedeutet einerseits, dem Gegner den Ball überlassen und über schnelles Umschalten irgendwann ein Tor zu machen. Andererseits verlangt sie aber auch viel Geduld beim Zuschauer. Eine Stunde verbreiteten beide Mannschaften an der Bremer Brücke gähnende Langeweile. Die Osnabrücker demonstrierten, dass sie genauso wenig das Spiel machen können, wie der Club in seinen Krisenzeiten. So brannte dann trotz zwei Drittel Ballbesitz kaum etwas an in der erneut umgestellten Clubabwehr (Margreitter und Handwerker für die angeschlagenen Sörensen und Heise). Nach vorne ging beim Club allerdings auch wenig. Der für den gesperrten Frey spielende Adam Zrelak hing völlig in der Luft, Schleusener und Hack hatten kaum Ballkontakte.

Aber was soll´s? Auf die Tore kommt es an.. Dass das Tor ausgerechnet dem hauptsächlich durch diverse Stockfehler aufgefallenen Hanno Behrens gelang, ist da nur noch ein zusätzlicher Beleg.

Wie schon gegen Sandhausen kam die Flanke von links (Nürnberger) und statt Frey köpfte diesmal unser Kapitän mit dem Rücken zum Tor ins selbige.

Der Club führte.

Bei den Hausherren machte sich zunehmend Frust bemerkbar. Die besseren Chancen hatte der Club. Robin Hack hätte zwei Mal erhöhen können. Auch Behrens kam noch einmal zu einer Gelegenheit. Letztlich schaukelte der Club die knappe Führung aber nach Hause.

Früher hätten wir solche Spiele zwar interessanter gestaltet, aber wohl verloren. Insofern: Erstmal da unten raus, dann kann man vielleicht wieder an den Zuschauer denken.

Ein Letztes:

Als twitternder Clubfan wird man immer wieder auch mit Infos aus Nantes versorgt. Der dortige Fußballverein postet nämlich ebenfalls unter dem Hashtag #FCN. Dieser Tage war beim französischen Erstligisten ausnahmsweise mehr los als abei uns. Grund war das Topspiel gegen Paris St.Germain und das Diven-Gehabe der beiden gegnerischen Topstars. Mbappe schmollte nach einer Auswechslung und Neymar hatte sich nach einer pompösen Geburtstagsfeier wegen einer „Rippenverletzung“ krank gemeldet. Eine andere Welt!