Gerhard Voack bei der Fußball-Akademie

Als J.R. aus Lauf wurde Gerhard Voack bezeichnet, auch als Möchtegern-Napoleon und als Menschenhändler wegen des Eckstein-Verkaufs. Bei der Diskussionsrunde der Deutschen Akademie für Fußball-Kultur im Südpunkt wirkt der vermeintliche Finsterling aus Lauf aber eigentlich ganz nett. Ein Gast im Publikum versucht, den Unternehmer aus der Reserve zu locken, aber der bleibt gelassen und ruhig.

Nein, er habe Dieter Eckstein nicht hinter dessen Rücken verkauft, will er einen der beiden großen Vorwürfe, die gegen ihn erhoben werden, aus der Welt räumen. Eckstein habe Bescheid gewusst – und sein Ansehen bei der sportlichen Leitung sei nicht mehr das Beste gewesen, wie ein Blick in die Saisonstatistik 1993/94 zeige. Und Trainer Willi Entenmann? Der habe trotz leerer Kassen zu viele Ansprüche gestellt und keine Ahnung von kaufmännischen Dingen gehabt. Aber zum 50. Geburtstag wollte Voack  ihn dann doch nicht entlassen. So hat der Präsident das Bayern-Spiel und die voraussichtliche Pleite abwarten wollen – und musste dann einen 2:0-Sieg erleben. Dass er dennoch den Entlassungsplan an diesem Tag durchzog, bezeichnet Voack in der Rückschau als Fehler. Die Spieler, betont Voack, hätten nicht mehr hinter Entenmann gestanden und führt Andreas Köpke als Kronzeugen an.

Ein spannender Abend, den „kicker“-Redakteur Harald Kaiser moderierte. Kaiser ist auch Co-Autor des Klassikers „Die Legende vom Club“. Das Voack-Kapitel in diesem Buch, vermutet Kaiser, muss wohl für die nächste Auflage etwas umgeschrieben werden.