Die Breite an der Spitze ist dichter geworden

Auch in diesem Jahr sucht die Deutsche Akademie für Fußballkultur wieder den Fußballspruch des Jahres. Aus Clubsicht ist nichts dabei. Die Top-Sprücheklopfer kommen halt aus Dortmund oder München. Aber dafür findet die Fußball-Kulturpreis-Gala, auf der der Spruch dann endgültig gekürt wird, in Nürnberg statt und zwar am 19. Oktober in der Tafelhalle. Inzwischen ist die Zahl der Sprüche sogar von elf auf 13 angewachsen.

Hier die Sprüche mit der Möglichkeit zum Voten:

Was war der Fußballspruch des Jahres 2012?

Wollscheid war „Spieler der Saison“

Das war deutlich: Mit mehr als 45 Prozent der Stimmen entschied Philipp Wollscheid die Wahl zum Spieler der Saison für sich. Mit 12,8 Prozent kamen Timmy Simons auf Platz 2 und Almog Cohen mit 11,4 Prozent auf Platz 3. Wahrscheinlich spielte auch eine Rolle, ob der Spieler bleibt oder geht. Wollscheid hat inzwischen immerhin einen neuen Dreijahresvertrag beim Club unterschrieben. Julian Schieber (6,3), Mehmet Ekici (4,1) und Ilkay Gündogan (1,7) schnitten bei den Spielbewertungen insgesamt besser ab als bei unserer Abstimmung, aber künftig spielen sie ja bei Stuttgart, Bremen und Dortmund und da schmeisst man ihnen nicht auch noch Lorbeer hinterher.

Beim Voting zum Spieler des Jahres 2010 lag Ilkay Gündogan (damals hofften wir noch, dass er beim Club bleibt) sogar noch auf Platz 1, gefolgt von Raphael Schäfer (diesmal Platz 8), Julian Schieber und Mike Frantz (er fiel wegen einer Verletzung für die gesamte Rückrund aus und stand daher gar nicht zur Wahl).

Ergebnis des Clubpräsidenten-Votings

Bevor noch mehr Leute sinnlos Lebenszeit mit Dauerklicken verschwenden oder weiter ihre Klickroboter bemühen müssen, ziehen wir hier jetzt einen Schlussstrich unter unser Clubpräsidenten-Voting.

Für diejenigen, die das Voting nicht dauernd verfolgt und alle Kommentare und Tweets gelesen haben, fassen wir noch einmal kurz zusammen:

Kurz nachdem das Voting online war, hat Ged Schmelzer (Bild) innerhalb von zwei Stunden knapp 150 Stimmen bekommen. Damit lag er natürlich erst einmal meilenweit vorne. Als das die Schmelzer-Gegner – und davon gibt es unter denjenigen Clubberern, die sich noch an dessen Amtszeit erinnern können, sehr viele – mitbekamen, gab es natürlich Protest in den Kommentaren und massenhaft Gegenklicks, die zumeist Andreas Köpke zugute kamen. Inzwischen führt jetzt auich Köpke mit 36 Prozent vor Schmelzer mit 27 Prozent (zieht man dort die 150 ab, wären es allerdings gerade mal 2,5 Prozent).

Hinter diesen beiden mit Vorsicht zu genießenden Klickergebnissen rangieren dann schon ziemlich abgeschlagen Klaus Wübbenhorst (7 Prozent), Hans Meyer (6), Günther Koch (6), Lothar Matthäus und Dieter Eckstein (je 5). Renate Schmidt, Franz Schäfer und Markus Söder kamen jeweils nur auf 2 Prozent.

Interessant ist, welche Namen sonst noch in die Diskussion geworfen wurden. Etwa Jürgen Klinsmann, Günther Beckstein, die Hoeneß-Brüder oder Marc Öchler – aber auch vergleichsweise eher Unbekannte, wie Alexander Bösch, Beder Herzner, Peter Hammer, Konni Winkler, Bruno Weizenkeim oder unser Clubfreund Thomas Susemihl. Auch der Ex-Sportchef der NZ, Dieter Bracke, wurde zwei Mal genannt. Einer schlug „seine Oma“ vor, ein anderer „einen arbeitslosen Clubfan“. Kommentator „kruemmel“ hält seine Frau für hervorragend geeignet: „Sie ist ein Finanzwunder“. Nicht zu vergessen auch noch die Drei-Dieter-Lösung (Eckstein, Lieberwirth, Nüssing).

Wenn also im nächsten Jahr ernsthaft über die Roth/Schäfer-Nachfolge entschieden wird, besteht zumindest kein Mangel an Kandidaten vorhanden. Hoffentlich haben die „Oma“ und das „Finanzwunder“ dann auch die Gelegenheit, sich entsprechend zu präsentieren.

Und noch was: Gerd Schmelzer soll, so erklärte uns ein Kollege, der häufiger mit ihm zu tun hat, überhaupt kein Interesse an einer Kandidatur haben.

Punktabzug für Schmelzer

Online-Umfrage sind nicht repräsentativ. Das haben wir jetzt wieder einmal selbst bewiesen bekommen. Innerhalb von einer Stunde erhielt der frühere Club-Präsident Gerd Schmelzer (hier ein Bild aus seiner Präsidentenzeit) bei unserer Umfrage „Wer soll Club-Präsident werden?“ 150 Stimmen. Die Mühe, die sich da jemand gemacht hat, in allen Ehren, dennoch hat das DCS (Drei-Clubfreunde-Schiedsgericht) entschieden: Am Ende der Saison bekommt Schmelzer die 150 Punkte wieder abgezogen.

Wir werden also nicht -wie manche vorgeschlagen haben – die Umfrage noch einmal neu starten. Schließlich wären dann die korrekten User, die bereits abgestimmt haben, auch bestraft worden. Auch auf den Hinweis von Lothar Matthäus auf unserem Twitteraccount werden wir nicht reagieren. Er schrieb uns:

Ich will eng mit einer Mannschaft zusammenarbeiten, nicht Präsident werden. Versuche mit schwierigen Aufgaben mich zu empfehlen.

Ob der Twitter-Matthäus ein Fake ist, spielt für uns hier nicht einmal eine Rolle. Wir werden Matthäus trotzdem weiter im Voting drin lassen. Schließlich soll der neue Präsident erst in eineinhalb Jahren sein Amt antreten. Bis dahin könnte es leicht sein, dass Lodda nicht einmal mehr in Ungarn eine Traineranstellung bekommt.