Obacht, Kundschaft droht!

1. Über Podcasts habe ich mal gelästert, die seien was für unmusikalische Langläufer. Das stimmt natürlich nicht so ganz. Es gibt durchaus den einen oder anderen musikalischen Fan, der auch gerne mal gesprochene Texte hört. Jetzt gibt es für diese Clubfreunde sowas wie eine Pflichtveranstaltung: Clubfans United und „Total beglubbt“ haben eine Podcast-Ehe geschlossen und gehen ab sofort gemeinsam an den Start. Das Kartellamt hatte offenbar keine Einwände.

2. Eine Woche vor der ersten Pflichtaufgabe (im Pokal gegen den SV Linx) gab es gegen den spanischen Erstligisten Real Valladolid das letzte Testspiel. Der Club gewann die Generalprobe durch einen sehenswerten Freistoßtreffer von Enrico Valentini mit 1:0. Erstmalig kam im Max-Morlock-Stadion auch der Videobeweis zum Einsatz. Nutznießer war der Club, denn danach wurde Gästekapitän Javier Moyano wegen einer Notbremse vom Platz gestellt. Erneut konnte übrigens der gefühlte Neuzugang Alexander Fuchs überzeugen.

3. Wenn Thilo Kehrer für 36 Millionen Euro von Schalke 04 zu Paris St. Germain wechselt, dann wird man auch beim Club unruhig. Schließlich ist der FCN sowas wie das Einkaufsparadies für die jetzt über ausreichend Haushaltsgeld verfügenden Gelsenkirchener.

Ein Letztes:

Kommt da noch was?

1. Die WM ist vorbei, das Leben geht weiter. Während im Training inzwischen die Standards höchste Priorität genießen, beschäftigt uns Fans erstmal die wesentliche Frage: Ist das neue Clubtrikot schön oder häßlich? Für den Verbleib in der ersten Liga bedeutsamer dürfte allerdings eine andere Frage sein: Wird der Club noch auf dem Transfermarkt aktiv?

2. Es hat fast schon eine gewisse Regelmäßigkeit: Immer wenn sonst nicht viel passiert am Valznerweiher taucht ein Meeske-Wechselgerücht auf. Finanzvorstand Michael Meeske wird dann mit irgendeinem Verein in Verbindung gebracht (diesmal der VfL Wolfsburg) und dementiert dann ein paar Tage später. Aber vielleicht ist das auch als Signal zu verstehen: Wer gut ist, kann auch bleiben und muss nicht jedem Wink mit dem Geldbündel hinterherlaufen.

3. Ein bisschen kann man den ASV Neumarkt verstehen. Kaum gehört der Partnerverein wieder zu den Großen, schon fängt er das Wildern an. Vier Tage vor Trainingsbeginn warb der FCN den Neumarkter A-Jugendtrainer Sebastian Schwarzfischer ab um ihn als Co-Trainer von U17-Coach Marek Mintal einzustellen. „Unterirdisch“, meint der ASV-Geschäftsführer.

4. Neuzugang Törles Knöll machte im Vorbereitungsspiel gegen eine Regionalligaauswahl in Crailsheim nicht bloß einen guten Eindruck, sondern auch drei Tore innerhalb von vier Minuten.

5. Einen doppelt faden Nachgeschmack hinterließ das „Freundschaftsspiel“ des Club gegen den Halleschen FC in Weismain. Der Club verlor mit 1:2. Zudem gab es nach dem Testspiel Fan-Ausschreitungen, offenbar verursacht durch Leute, die zwar Stadionverbot haben, das aber bei solchen Spielen nicht umgesetzt wird. Im Nachgang sorgten noch gegenseitige Schuldzuweisungen zwischen FCN und dem Veranstalter des Spiels, dem SCW Obermain, für böses Blut.

6. Im Testspiel am Samstag ging es in Würzburg gegen einen Gegner, für den es bereits nächste Woche wieder ernst wird. Obwohl der Club im Vergleich zu den Würzburger Kickers noch nicht so weit ist in der Vorbereitung und auch ein bisschen die Frische vermissen ließ, reichte es zu einem souveränen 4:0-Sieg. Edgar Salli machte dabei zwei Tore. Die beiden anderen Treffer erzielten Löwen und Palacios. Neben Salli wusste auch Neuzugang Tillman zu gefallen..

7. An Dario Lezcano haben wir Clubfans nicht unbedingt die allerbesten Erinnerungen. Im November war er wesentlich beteiligt am Auswärtssieg seines Noch-Vereins FC Ingolstadt im Morlock-Stadion. Zudem läutete er dabei auch noch das Ende der Ära Kirschbaum beim Club ein. …und die aufreizende Art in Stop-and-Go-Manier den Elfmeter zu schießen, stieß vielen auch sauer auf. Trotzdem (oder vielleicht deshalb) steht der wechselwillige Lezcano auf der Wunschliste des FCN.. Beim Wunsch wird es wohl auch bleiben. Lezcano hat nämlich noch Vertrag in Ingolstadt und ist daher für den Club zu teuer. Manchen stimmt dies nicht unbedingt traurig.

8. So recht vergleichen lassen sich die Dauerkartenpreise nicht. Trotzdem werden immer wieder Versuche unternommen, um wneigstens gefühlt die Raffzähne von den Billigheimern zu unterscheiden. Zu letzteren gehört demnach – neben Wolfsburg und Hoffenheim, die beide nicht gerade als Fanmagnete gelten – auch der 1. FCN, obwohl die Preise natürlich gestiegen sind. Ist ja schließlich Oberhaus. Der Club hat übrigens mittlerweile 24.500 Dauerkarten verkauft.

9. Aus der Nachbarkommune ereilt uns die Kunde, dass nun der Chef einer Großbrauerei dem dortigen Zweitligisten vorsteht. Ich finde, der Club sollte die Gelegenheit nutzen und mit einem gescheiten Bier dagegen halten. Das würde mich mit manchem pörremäßigen Derbyauftritt versöhnen. Ja, ich weiß, aber man wird doch noch träumen dürfen…

Ein Letztes:

Ein Zehnjähriger aus Großbritannien hat das Nürnberger Max-Morlock-Stadion aus Legosteinen nachgebaut. Für ihn war es eine coole Herausforderung, dass es auch eine Laufbahn besitzt. Wenn der Nachwuchs auf sowas steht, sollte man vielleicht mit dem Stadionneubau noch etwas warten:

Die einzig wahre Mannschaft

1. So, eigentlich dachten wir (obwohl wir es nach dieser nach wie vor gültigen Analyse nach der EM2016 besser hätten wissen können), die WM-Pause würde etwas länger dauern. Aber dann widmen wir uns halt jetzt schon der einzig wahren Mannschaft, dem Club. Nächste Woche beginnt dort wieder das Training und da braucht der Neu-Bundesligist schon mal nicht auf die mentalen Probleme von WM -Teilnehmern Rücksicht nehmen. Die Schnittstellen zur WM waren ohnehin gering. Da mussten schon die rasant angestiegenen Instagram-Follower von Ex-Cluberer Rurik Gislason herangezogen werden. Das Clubtrainerteam war und ist deshalb bei der WM eher distanzierter Beobachter.

2. In der Zwischenzeit hat der Club die Verträge mit Eduard Löwen und Lukas Mühl verlängert. Torwart Thorsten Kirschbaum hat bei Bayer Leverkusen angeheuert https://www.heise.de/newsticker/meldung/Spanien-App-der-Fussball-Liga-sucht-uebers-Mikro-unlizenzierte-Uebertragungen-4075636.html

3. Der Aufstieg das FCN, das bekam mancher Fan in den letzten Wochen demonstriert, hat auch seine Schattenseiten. Mit einem einzigen Pay-TV-Abo kommt man nicht mehr hin. Die Bundesliga-Freitagsspiele werden nämlich nicht mehr von Sky übertragen. Dafür braucht man zusätzlich einen Vertrag mit Eurosport. Und wie oft der FCN freitags ran muss, konnten uns bislang weder Sky noch die DFL mitteilen. Nächste Woche soll es dann den Spielplan geben. Mal sehen, ob wir dann mehr wissen.


Ein Letztes:

Endlich wieder daheim!

Die Woche:

1. Sogar an prominentester Stelle im Stadtbild ist der FCN präsent:

2. Der Aufstieg hat auch musikalisch Folgen. Der Erlös geht dabei an das Fan-Hilfsprojekt „Franken-hilft“:

3. Selbst wenn die Südkurve meistens geschlossen blieb und häufig über mangelnden Zuspruch gejammert wurde: Der FCN ist was die Zuschauerzahlen angeht auf jeden Fall (Saisonabschlussspiel ist ausverkauft) Zweitligameister.

4. Ein paar Personalien gibt es zu vermelden. Unter dem Wechsel von Kevin Möhwald muss jetzt leider ein Haken gemacht werden.
Ebenfalls zu Bremen geht erstmal Ulisses Garcia. Der hat dort ohnehin noch Vertrag. Aber wohl auch keine Zukunft. Die sucht hingegen ein Nürnberger Talent, das allerdings erst von den Fürthern und dann von den Bayern entdeckt wurde, jetzt möglicherweise beim Club: Timothy Tillmann. Und dann wären da noch anstehende Vertragverlängerungen, mit Ondrej Petrak und eventuell bleibt auch Tobias Werner.

Das Spiel:

Im Hardtwaldstadion hatte der Club fast so etwas wie ein Heimspiel. Rund 9000 Fans waren zur Unterstützung und zur eventuellen Aufstiegsfeier nach Sandhausen gekommen. Auf dem Platz sahen sie allerdings zunächst eher zähe Kost. Der SV Sandhausen bemühte sich praktisch nur darum, unsere Mannschaft vom Strafraum fernzuhalten. Außer einer Chance bereits in der ersten Minute (Löwen drüber) kam daher nicht viel rum. Bis zur 38. Minute. Da war es nach einer Valentini-Ecke passiert. Den Kopfball von Margreitter konnte SVS-Keeper Schuhen zwar noch parieren, doch der Ball landete genau bei unserem Kapitän und derzeitigen Top-Torjäger, Hanno Behrens, der nur noch zur absolut verdienten Führung einköpfen musste.

Nach der Pause lie0 es der FCN ruhiger angehen. Nach vorne ging gar nichts. Eigentlich spielten nur die Hausherren. Aber die schafften es trotz des gut spielenden Ex-Clubberers Rurik Gislason nicht, Fabian Bredlow zu überwinden. Und so war es dann ein Konter in der 76. Minute, der die Entscheidung brachte. Die Sandhäuser waren aufgerückt und so konnte dann Tim Leibold ziemlich unbedrängt den Sack zu und den Aufstieg perfekt machen.

Am Ende bescherten die die auf den Platz stürmenden Clubfans dem SV Sandhausen dann auch noch Erlebnisse, die sie so wohl noch nicht kannten.

Der Club ist wieder da, wo er hingehört. Nie mehr zweite Liga, nie mehr, nie mehr!

—und nächsten Sonntag geht es im letzten Spiel dann noch um die Zweitligameisterschaft.

Ein Letztes:

Auch wenn sich Wege trennen, finden sich Gemeinsamkeiten:

Immer schön, wenn ein Knopf aufgeht

Die Woche:

1. Club-Stürmertalent Jabez Makanda wechselt zu Eintracht Frankfurt. Der dortige Trainer hat ihm einen Platz in der ersten Mannschaft versprochen. Blöderweise kann sich der 16-Jährige darauf wohl nicht mehr berufen, denn nächste Saison trainiert Niko Kovac bekanntlich die Bayern. Sollte man die Leute nicht erstmal volljährig werden lassen, bevor man sie verarscht?

2. Zur geplanten Ausgliederung der Profifußballabteilung beim Club lohnt sich ein Blick auf Vereine, die das schon vollzogen haben. Zum Beispiel den VfB Stuttgart. Zitat: „Die Identifikation ist komplett verloren gegangen.“

3. Gerade noch war ihm alles EGAL und jetzt will er auf einmal nicht nur – wie die übrige Presse schreibt – einfach aufsteigen, sondern sogar Meister werden. Wir nehmen mal an, dass dafür nicht die Sprunghaftigkeit Michael Köllners verantwortlich ist, sondern die der Bildzeitung.

4. Während andere noch Resthoffnungen verbreiten und von „erstklassigen Perspektiven“ für Kevin Möhwald schreiben (was ja auch Vertragsverlängerung bei Aufstieg impliziert), meldet der Kicker, der Wechsel des Mittelfeldspielers zu Werder Bremen sei bereits fix. Und die Bildzeitung behauptete danach auch, er habe bereits seine Nürnberger Wohnung gekündigt.


Das Spiel:

In Ingolstadt begann der Club mit Petrak für Erras. Ishak war wieder in der Startelf dabei. Gleich zu Spielbeginn überrumpelte der FCN die Schanzer, die noch gar nicht richtig sortiert waren und erspielte sich drei erstklassige Torchancen. Danach bekamen die Ingolstädter das Spiel besser in den Griff. Und hatten zumindest eine gute Gelegenheit durch den – freundlich formuliert – übermotivierten Stefan Kutschke. Nachdem er den Ball aus nächster Nähe nicht an dem diesmal fehlerfreien Fabian Bredlow vorbei brachte, verlegte er sich fortan aufs Elfmeterschinden. Das verfing bei Schiedsrichter Willenborg allerdings nicht. Der gab nämlich nicht einmal zwei völlig berechtigte Elfmeter für den Club.

Mit 0:0 ging es erstmal in die Pause. In der hatte Clubtrainer Michael Köllner offenbar gesteigerten Redebedarf. Jedenfalls standen die Ingolstädter minutenlang allein auf dem Platz ehe sich unsere, diesmal in Weiß auflaufenden Spieler dazu bequemten. Leider dauerte es dann keine fünf Minuten für die Weißen, um sich ein echtes Kacktor einzufangen. Die Situation schien bereits geklärt zu sein, da behinderten sich zwei Clubverteidiger im Strafraum gegenseitig, so dass Leipertz an den Ball kam und zum 1:0 einschob. Wieder einmal brauchte der Club offenbar einen Rückstand als Weckruf. Denn plötzölich gab es mehr Zug nach vorne. Dort haperte es dann aber in letzter Konsequenz. Stefaniak blieb weitgehend ein Fremndkörper im Angriffsspiel. Ishak war auch nicht so präsent wie vor einer Woche und Möhwald schien mit den Gedanken irgendwo an der Weser zu weilen.

Als dann auch Mikael Ishak ausgewechselt wurde, schwand bei vielen der Glaube an einen Torerfolg. Für Ishak kam Adam Zrelak. Der war aber keine vier Minuten auf dem Platz, da hämmerte er einen abgewehrten Schuss vom ebenfalls eingewechselten Tobias Werner ins rechte Toreck. Es gibt doch nichts schöneres als wenn bei Clubstürmern der Knopf aufgeht. Leider blieb es bei dem einen Treffer.

Am Ende hatte der Club dann noch eine Ingolstädter Drangphase zu überstehen, so dass wir mit dem einen Punkt zufrieden sein müssen. Zwar ist jetzt der Abstand zu den Kielern auf zwei Punkte geschrumpft, dafür haben wir auf Düsseldorf einen Punkt gut gemacht. Es bleibt also noch spannend, wer von den drei Mannschaften in die Relegation muss. Sollten wir das sein, brauchen wir uns allerdings bei der im Audisportpark gezeigten Leistung keine übersteigertehn Hoffnungen machen.

Ein Letztes:

Wenn einer eine Pressemitteilung verfasst, geht er davon aus, dass die auch veröffentlicht wird. Die hier ist leider untergegangen. Also holen wir das nach.

Da wird der Palazzo wohl leer bleiben

1. Ja, was denn nun? Angeblich hatte der Club doch einen breiten Kader mit massenhaft Alternativen, die Trainer Michael Köllner jedes Mal vor die Qual der Wahl stellen. Jetzt soll auf einmal alles anders sein: Der 2. Anzug zwickt, Ausfälle und Verletzungen können nicht kompensiert werden. Verletzungen? Da sind Sebastian Kerk und Dennis Lippert dabei, wo der Club bereits bewiesen hat, dass er auch ohne sie zurecht kommt. Enis Alushi und Laszlo Sepsi würden wahrscheinlich eh nicht aufgestellt. Adam Zrelak höchstwahrscheinlich auch nicht. Bleiben der eher indisponierte als verletzte Eduard Löwen und Georg Margreitter. Auch bei jenen Spielern, die angeblich außer Form sind, fragt sich, ob das nicht der Normalzustand ist. Wobei es der „formschwache“ Edgar Salli mit Note 2 beim letzten Mal immerhin in die Kicker-Elf-des-Tages geschafft hat. Später wurde er dann zwar auf eine 4 abgewertet. Eines wird dadurch jedenfalls deutlich: Auch Journalisten haben Formschwächen.

2. Im DFB-Pokal wurde dem Club von Stefan Effenberg ein Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg zugelost. Finanziell gesehen ist das eher mittelgut. Was die Chancen aufs Weiterkommen angeht auch. Seit dem Pokaltriumph vor zehn Jahren war leider regelmäßig Schluss, wenn es gegen einen Erstligisten ging.

3. Dank unserer lokalen Sportberichterstattung wissen wir jetzt, dass Club-Sportvorstand Andreas Bornemann Apfeltaschen von Hildes Backwut isst. Man mag da von Schleichwerbung sprechen. Vielleicht wird auch ein neuer Sponsor aufgebaut. Auf jeden Fall dient der Sportteil mal wieder (wie in der Vorwoche bei der Bahnfahrt von Osnabrück) dazu, in die Realitäten der einfachen Leserschaft einzutauchen. Eine lohnenswerte Aufgabe, um die sich andere Ressorts leider zu wenig kümmern.

4. Ob unseren Trainer der, in Nürnberg regelmäßig im Debakel endende, Größenwahn gepackt hat, oder ob es wieder eine von Journalisten – aus Ermangelung an Berichtenswertem – aufgebauschte Nebenbemerkung war, lassen wir mal dahingestellt. Vielleicht war auch nur die Marketingabteilung am Werkeln. Jedenfalls soll Köllner gesagt haben, der Club werde die Aufstiegsfeier in Alexander Hermanns Palazzo ausrichten. Vielleicht sollten wir einfach erstmal unsere Spiele gewinnen.

Das Spiel:

Dass Montagspartien als „Spitzenspiele“ annonciert werden, erwies sich schon häufiger als Etikettenschwindel. Diesmal galt das ganz besonders. Ein ödes Gekicke, das da im flutlichtbeleuchteten Morlock-Stadion abgeliefert wurde. Wobei die Gäste aus Ingolstadt anfangs noch die Aktiveren waren und den Club mit ihrem frühen Pressing praktisch kaum Zugang in Strafraumnähe ermöglichten. Ein abgefälschter Pass landete dann in der 14. Minute bei Pledl, der den Ex-Nürnberger Kutschke bedient und plötzlich liegt der Club hinten.

Diesem fiel danach weiterhin nicht viel ein, nur dass jetzt auch die Ingolstädter kein Interesse mehr daran hatten, die Partie irgendwie gefälliger zu gestalten. Als wir Fans schon in Depression zu versacken drohten, erbarmte sich Cedric Teuchert doch noch, setzte zu einem unwiderstehlichen Dribbling an, passte zu Kevin Möhwald, der den Ball zum Ausgleich unter die Latte hämmerte. Auf einmal war wieder Selbstvertrauen und Druck in den Clubaktionen. Doch beides blieb dann irgendwo in der Kabine.

Nach der Halbzeit wurde auf der nach unten offenen Ödnessskale ein neuer Tiefpunkt anvisiert. Nichts ging mehr. Lediglich Torwat Thorsten Kirschbaum fiel – übrigens auch zum Unmut seines Trainers – durch wiederholtes Meckern auf. Blöderweise war es dann ebenfalls Kirschbaum, der der zweiten Hälfte doch noch einen Höhepunkt bescherte: Der Torhüter legte sich nach einem harmlosen Rückpass den Ball zu weit vor und grätscht dann den mittlerweile eingewechselten Ingolstädter Stürmer Lezcano um: Elfmeter! Lezcano versenkt diesen in Stop-and-Go-Manier zum Siegtreffer.

Unverdient war das nicht. Trotzdem war das eine saublöde und durch mangelndes Engagement und einen Torwartfehler selbstverschuldete Niederlage.

Ein Letztes:

Ein clubaffines Alphornduo hat auf dem Consumenta-Stand der Greuther Fürther einen musikalischen Derbysieg nachgereicht. Die beiden intonierten dort „Die Legende lebt“. Was man übrigens vom Kleeblatt derzeit nicht unbedingt behaupten kann.

Langsam wird´s professionell

1. Nun gut, es hat ein bisschen gedauert, aber trotzdem ist der Club mit seinem eSports-Einstieg noch relativ weit vorne. Dafür hat er zwei Fifa-Zocker eingekauft, die den 1.FCN jetzt auf dem virtuellen Rasen voranbringen sollen. Um den herum muss zumindest schon mal kein – selbst im Unterhalt sündteures – Stadion gebaut werden.

2. Dass mittel- bis langfristig weiter an einem Stadionneubau festgehalten wird, erklärte Finanzvorstand Michael Meeske auf der Jahrenshauptversammlung. Selber Geld in die Hand nehmen wird der Club allerdings kaum können. Im Gegenteil, der Schuldenberg ist im vergangenen Jahr um weitere 1,9 Millionen auf inzwischen über 20 Millionen Euro angewachsen. Nichts war es also mit der vermuteten schwarzen Null (die aber wenigstens auf dem eigens zu FCN-JHV kreierten Bullshitbingo abgehakt werden konnte). Mit ein Grund war der Wegfall des Sponsors Wöhrl. Auch wenn Meeske angeblich zahlreiche Arbeitsessen mit potenziellen Unterstützern intus hat, zeigt sich hier erneut ein Problem der Region: Zahlungskräftige Firmen fehlen oder engagieren sich lieber beim FC Bayern bzw. in anderen Sportarten. Ansonsten war es eine selten harmonische Veranstaltung (trotz des prognostizierten Zündstoffs), was sich unter anderem auch darin niederschlug, dass die drei „abgelaufenen“ Aufsichtsräte Stefan Müller, Thomas Grethlein, der zuvor schon in der NZ eine ganzseitige „Regierungserklärung“ abgeben durfte. und Günther Koch wiedergewählt wurden. Manch einer machte für diese Harmonie den Derbysieg verantwortlich-

3. Der FC Bayern setzt im deutschen Fußball bekanntlich die Maßstäbe. Jetzt hat er Jupp Heynckes als neuen Trainer verpflichtet. Das führt uns alte Glubberer zu der Frage: Was treibt eigentlich Michael A. Roth?

Das Spiel:

Wegen der Länderspielpause bot sich für die Clubprofis – und damit auch für uns Fans – wieder einmal die Gelegenheit, unbekannte Ortschaften der Umgebung kennenzulernen. Diesmal ging es in das 1169 Einwohner zählende Pfarrdorf Meckenhausen. Das gehört zu Hilpoltstein, was jetzt auch nicht gerade eine Weltstadt ist. Unter solchen Voraussetzungen stellt sich leicht Überheblichkeit ein. Die war jedoch fehl am Platz. Gerade mal zu einem 6:1 langte es für den Club. Aber in diesen Fällen zählen ja nicht Ergebnisse, sondern Erkenntnisse – und da dürften schon angesichts der eingesetzten Nachwuchshoffnungen einige dabei gewesen sein.


Ein Letztes:

Die Kollegen von Clubfans_United haben für die Nachwelt dieses schöne Fazit aus der Jahreshauptversammlung festgehalten:

Englische Woche mit Sternchen

Die Woche:

1. Am 8. Oktober ist Jahreshauptversammlung. Wahrscheinlich eine vergleichsweise unaufgeregte nach dem Derbysieg. Da geht es dann mal offiziell um die Finanzen und nicht nur indirekt im sportlichen Hintergrund. Inzwischen würde es schon als Erfolg gewertet, wenn der Etat wenigstens ausgeglichen wäre. Ach ja und drei Posten im Aufsichtsrat sind auch zu besetzen.

2. Die Trainerfrage stellt sich beim Club aktuell glücklicherweise nicht. Insofern registrieren wird manches gelassen. Zum Beispiel, dass unser Ex bei seinem Folgeverein auch vor die Tür gesetzt wurde.

3. Letzte Woche habe ich hier die gescheiterte Bewerbung Nürnbergs als Spielort für die EM 2024 erwähnt. Mittlerweile stellt sich raus, dass die Stadt damit – wenn auch unfreiwillig – die Grundrechte schützt.

Die Spiele:

Optimale Ausbeute aus der englischen Woche: Erst das 6:1 in Duisburg. Danach gelang gegen den VfL Bochum Historisches. Bisher waren die unser Angstgegner und in der 2. Liga unbezwingbar. Jetzt schickte der FCN die Bochumer mit einem 3:1 nach Hause. Dabei spielten die durchaus gut mit, waren anfangs gar überlegen. Trotzdem gingen sie auf eher kuriose Weise in Führung. Enrico Valentini stellte sich in den Strafraum und hob die Hand, der VfL-Stürmer nahm das Angebot an, kickte den Ball gegen den unnatürlich ausgestreckten Arm und es gab Elfmeter. Gut, es war aus Valentinis Sicht natürlich anders. Er wollte Abseits reklamieren.

In der zweiten Hälfte machte es der Clubverteidiger besser. Der erneut torgefährliche Eduard Löwen hatte zuvor schon den Ausgleich erzielt, da servierte Valentini Clubkapitän Behrens den Ball vor die Stirn und der machte den Führungstreffer. Später gelang Ishak per Elfmeter noch des 3:1. Der Clubstürmer, der monatelang nur durch Ladehemmung auffiel, spielt jetzt sogar um die Torjägerkanone mit.

Im Derby legte der Schwede nämlich gleich noch nach. Bereits in der 9. Minute schloß er auf Pass des diesmal in die Startelf beorderten Cedric Teuchert erfolgreich ab. Allerdings ließ der Club dann die Fürther kommen und verschaffte so dem, trotz der Genesung von Kirschbaum, wieder als Nummer 1 auflaufenden Fabian Bredlow genügend Chancen, warm zu werden. Besser wurde es erst als Köllner den – trotz guter Leistungen – erstmal auf die Bank verbannten Neuzugang Tobias Werner brachte. Fünf Minuten später war es allerdings der überragende Kapitän Hanno Behrens, der mit tollem Pass Teuchert bediente, der dann den scheinbar beruhigenden und angesichts des Fürther Unvermögens auch verdienten Zwei-Tore-Vorsprung herstellte.

Doch gegen die Kicker aus der Nachbarkommune sollten wir uns nie zu früh freuen. Da ist immer irgendein krummes Ding drin. Das lieferte diesmal Schiedsrichter Zwayer. Der schenkte den Fürthern in der 79. Minute einen Elfmeter. Zuvor hatte Bredlow beim Herauslaufen den Fürther Hofmann irgendwie ein bisschen im Gesicht erwischt. Danach hatten die Hausherrn natürlich Oberwasser und Bredlow jede Menge Gelegenheit, sich auszuzeichnen. Schließlich schenkte ihnen Zwayer auch noch unerklärliche vier Minuten Nachspielzeit. Die nutzte dann allerdings Behrens um nach einer eigentlich eher auf Zeitgewinn gespielten Ecke den Ball zum dritten Mal im Fürther Tor unterzubringen.

So gibt es endlich mal wieder einen Derbysieg zu feiern.

Ein Letztes:

…und damit Außenstehende halbwegs eine Ahnung davon bekommen, was das bedeutet:

Einfach den Spieß umgedreht

Die Woche:

Eigentlich ist die Woche ja eine englische. Das heißt drei Spiele innerhalb von acht Tagen (MSV-Hammer am gestrigen Samstag, Bochum am Donnerstag und das Derby gegen die Fürther am Sonntag). Für uns ist dagegen heute schon Wochenrückblick. Euphorieschübe sollte man nutzen, gerade in der zweiten Liga, wo offenbar jeder jeden schlagen kann und auf jeden Ansatz von Höhenflug prompt der Dämpfer folgt – und umgekehrt.

Einen Dämpfer gab es diese Woche ohnehin schon. Allerdings nicht unbedingt für den FCN. Dort dürften eher die Stadionneubau-Protagonisten Oberwasser bekommen haben. Den Dämpfer erhielten die Stadt Nürnberg und unser Max-Morlock-Stadion. Dort wird es 2024 keine EM-Spiele geben. Ein Grund für das Scheitern war mal wieder die Aschenbahn (andererseits entpuppt sich die vielleicht noch mal als Investition in die Zukunft, wenn sich der Profifußball weiter so selbst demontiert).

Ein alter Bekannter meldete sich jetzt zurück. Ilkay Gündogan lief nicht nur erstmals nach seiner langen Verletzungspause für Manchester City auf, er gab auch dem Zeit-Magazin ein längeres Interview. Darin steht auch Folgendes:

„Seine glücklichste Zeit sei in Nürnberg gewesen, sagt er und sein Blick bekommt etwas Strahlendes. Er kam im Februar 2009 mit 18 neu in die Stadt, besuchte die 11. Klasse des Gymnasiums, stieg von der zweiten in die erste Bundesliga auf, verhinderte mit seinem Tor den Wiederabstieg. Vor allem aber habe er sich aufggehoben gefühlt in einer Clique von Mitspielern, jede Woche seien sie zusammen ins Kino gegangen. Mit manchen aus der Zeit ist er heute noch befreundet.“

Das Spiel:

Manchmal scheint alles so einfach. Nach dem St.Pauli-Spiel gab es nicht nur hier jede Menge Analysen, warum es zu der Niederlage gekommen war. In Duisburg machte dann die Mannschaft das genaue Gegenteil und hatte Erfolg. Statt Ballbesitz und Dominanz ließ man den Gegner spielen, statt den eigenen Torwart beschäftigungslos zu machen und in Konzentrationsprobleme zu stürzen, ließ man ihn sein wahres Können beweisen, statt vorne zu verzweifeln, haute man halt einfach jeden Ball rein, statt Lücken aufzuzeigen, wo dringend Neueinkäufe nötig sind, demonstrierte man staunenswerte Potenziale (Ishak, Löwen), die nun eher die Sorge nähren, da könne uns bald wieder einer weggekauft werden.

Natürlich ist das alles nicht so einfach. Und wahrscheinlich funktioniert dieses Erfolgsrezept schon im nächsten Spiel nicht mehr. Die Bochumer dürften sich wahrscheinlich vor allem hinten rein stellen und dem Club nicht den Gefallen tun, schnelle Konter anzusetzen. Andererseits ist endlich auch Patrick Erras wieder an Bord und mit dem verlieren wir ja bekanntlich nicht.

Genaueres zum Spielverlauf findet ihr hier, hier oder hier.

Ein Letztes: